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Glossar

Kontaktkorrosion

Kontaktkorrosion entsteht, wenn zwei unterschiedliche Metalle sich berühren und Feuchtigkeit dazukommt. Das unedlere Metall wird dabei schneller zersetzt.
Kurz erklärt

Kontaktkorrosion, auch galvanische Korrosion genannt, entsteht, wo zwei verschiedene Metalle aufeinandertreffen. Mit Feuchtigkeit bilden sie eine kleine Batterie. Das unedlere Metall gibt dabei Elektronen ab und löst sich langsam auf. In Elektronik betrifft das vor allem Steckkontakte, Federkontakte und Schraubverbindungen.

Auch genanntGalvanische Korrosion
VoraussetzungZwei Metalle plus Feuchtigkeit
BetroffenDas unedlere Metall
Typisch anKontakten, Steckern, Schrauben

Wie entsteht Kontaktkorrosion?

Metalle haben unterschiedliche Neigung, Elektronen abzugeben. Berühren sich zum Beispiel vergoldete Kontakte und ein Federkontakt aus einer anderen Legierung, entsteht mit Feuchtigkeit eine Spannung. Der Strom fließt zwischen den Metallen, und das unedlere wird angegriffen.

KombinationWas passiert
Gold und Nickel oder KupferDie Nickel- oder Kupferschicht unter der Vergoldung wird angegriffen
Aluminium und StahlAluminium korrodiert, etwa an Gehäuseschrauben
Zinn und KupferLötstellen und Pads können sich verändern

Wo sie in Geräten auftritt

Akkukontakte

Federkontakte zum Akku, etwa bei Controllern und Fernbedienungen.

SIM- und Kartenkontakte

Feuchtigkeit im Kartenschacht greift die Federn an.

Steckverbinder

Stecker von Flexkabeln nach Feuchtigkeit.

Ladebuchse

Kontakte und Gehäuse der Buchse, besonders durch Schweiß.

Behandlung und Vorbeugung

  1. Reinigen. Ablagerungen mit Isopropanol und feiner Bürste entfernen.
  2. Prüfen. Kontakte unter Vergrößerung auf Materialverlust kontrollieren.
  3. Ersetzen. Stark angegriffene Kontakte, Stecker oder Buchsen tauschen.
  4. Trocken halten. Ohne Feuchtigkeit gibt es keine Kontaktkorrosion.

Kontaktkorrosion ist eine Form der Korrosion. Bei Wasserschäden tritt sie meist zusammen mit anderen Korrosionsarten auf.

Beispiele aus dem Alltag

Kontaktkorrosion kennst du vielleicht von alten Fernbedienungen: Ausgelaufene Batterien hinterlassen weiße Krusten, die Federkontakte sind angegriffen und die Fernbedienung funktioniert nur noch mit Wackeln. Ähnliches passiert in Spielecontrollern, deren Akku- oder Ladekontakte nach Schweiß oder verschütteten Getränken korrodieren.

Bei Handys zeigt sich Kontaktkorrosion häufig an der Ladebuchse und am SIM-Schacht. Ein typisches Symptom ist eine SIM-Karte, die mal erkannt wird und mal nicht, oder ein Ladekabel, das nur noch in einer Position funktioniert.

So beugst du vor

  • Geräte nicht mit feuchten oder verschwitzten Händen laden
  • Batterien aus Geräten nehmen, die lange nicht benutzt werden
  • Nach Kontakt mit Salzwasser Kontakte trocknen und das Gerät prüfen lassen
  • Bei Wackelkontakten früh reagieren, bevor Kontakte vollständig zerstört sind

Was chemisch passiert

Kontaktkorrosion ist eine Form der elektrochemischen Korrosion. Sie entsteht, wenn zwei unterschiedliche Metalle miteinander in Kontakt stehen und gleichzeitig Feuchtigkeit vorhanden ist. Die Feuchtigkeit wirkt als Elektrolyt. Zusammen bilden die beiden Metalle und der Elektrolyt eine Art winzige Batterie.

In dieser Batterie gibt das unedlere Metall Elektronen ab und löst sich langsam auf. Das edlere Metall bleibt dagegen weitgehend unversehrt. Wie stark der Effekt ist, hängt davon ab, wie weit die beiden Metalle in der sogenannten elektrochemischen Spannungsreihe auseinanderliegen. Gold und Zinn etwa liegen weit auseinander, was in der Elektronik eine wichtige Rolle spielt.

Wichtig ist: Ohne Feuchtigkeit findet Kontaktkorrosion kaum statt. Erst wenn Wasser, Schweiß oder Luftfeuchtigkeit hinzukommen, beginnt der Prozess. Salze im Wasser beschleunigen ihn deutlich, weil sie die Leitfähigkeit des Elektrolyten erhöhen.

Der Begriff wird oft gleichbedeutend mit galvanischer Korrosion verwendet. Gemeint ist in beiden Fällen derselbe Vorgang: Zwei Metalle, die sich berühren, und ein Elektrolyt dazwischen lassen das unedlere Metall schneller korrodieren, als es allein der Fall wäre.

Welche Metalle in Elektronik zusammentreffen

MetallTypischer EinsatzEdel oder unedel?
GoldBeschichtung von Kontakten und SteckernSehr edel
SilberKontakte, LeitpastenEdel
KupferLeiterbahnen, KabelMittel
NickelZwischenschicht unter GoldMittel bis unedel
ZinnLot, Beschichtung von PadsUnedel
AluminiumGehäuse, KühlkörperSehr unedel

In fast jedem elektronischen Gerät treffen mehrere dieser Metalle aufeinander. Vergoldete Kontakte eines Steckers drücken auf verzinnte Pads einer Buchse. Aluminiumgehäuse sind mit Stahlschrauben befestigt. Lötstellen aus Zinnlegierungen verbinden Kupferleiterbahnen mit vergoldeten Bauteilanschlüssen.

Hersteller wählen die Materialien so, dass die Kombinationen unter normalen Bedingungen stabil bleiben. Zwischenschichten wie Nickel unter Gold verhindern, dass die Metalle direkt ineinander diffundieren. Kommt aber dauerhaft Feuchtigkeit ins Spiel, reicht dieser Schutz nicht mehr aus.

Kontaktkorrosion unter Spannung

In Elektronik kommt ein weiterer Faktor hinzu: Spannung. Liegt zwischen zwei Kontakten eine Spannung an und ist Feuchtigkeit dazwischen, wandern Metallionen von einem Kontakt zum anderen. Man nennt das elektrolytische Migration. Es bilden sich feine, baumartige Metallfäden, sogenannte Dendriten, die schließlich eine leitende Brücke bilden.

Dieser Effekt ist bei Wasserschäden besonders gefährlich. Ein Gerät, das nach dem Kontakt mit Wasser eingeschaltet bleibt oder geladen wird, korrodiert viel schneller als ein ausgeschaltetes. Die Spannung treibt die Korrosion regelrecht an. Deshalb lautet der wichtigste Rat bei einem Wasserschaden: sofort ausschalten und nicht laden.

Wichtig

Ein nasses Gerät nie an das Ladegerät anschließen. Die Kombination aus Feuchtigkeit und Ladespannung beschleunigt die Korrosion an der Ladebuchse enorm.

Wie du Kontaktkorrosion erkennst

Kontaktkorrosion zeigt sich oft als grünlicher, weißer oder bräunlicher Belag auf Kontakten. Bei Kupfer ist die Ablagerung meist grün oder blaugrün, bei Zinn eher weiß bis grau. Bei vergoldeten Kontakten ist die Korrosion schwerer zu erkennen, weil das Gold selbst kaum angegriffen wird. Hier sieht man eher dunkle Ränder oder Ablagerungen an den Rändern der Beschichtung.

Die ersten Anzeichen im Alltag sind oft unscheinbar. Ein Ladekabel muss in einem bestimmten Winkel gehalten werden, damit das Gerät lädt. Ein Akku wird nicht immer erkannt. Die SIM-Karte wird gelegentlich nicht gefunden. Solche Wackelkontakte können auf beginnende Korrosion hinweisen.

OrtTypisches Symptom
LadebuchseLaden nur in bestimmtem Winkel oder gar nicht
AkkukontakteGerät schaltet sich plötzlich ab
SIM-HalterungKeine SIM-Karte erkannt
DisplaysteckerFlackern, Streifen, Touch-Ausfälle
Batteriefach bei ZubehörGerät startet nicht, obwohl Batterien neu sind

So behandeln wir korrodierte Kontakte

  1. Gerät spannungsfrei machen. Akku abklemmen, damit keine weitere Korrosion entsteht.
  2. Sichtprüfung. Unter dem Mikroskop wird das Ausmaß der Korrosion beurteilt.
  3. Reinigung. Ablagerungen werden mechanisch und im Ultraschallbad entfernt.
  4. Spülen und Trocknen. Mit reinem Isopropanol wird Wasser verdrängt.
  5. Kontakte prüfen. Beschädigte Kontakte, Stecker oder Buchsen werden ersetzt.

Leichte Korrosion lässt sich meist vollständig entfernen. Hat sie das Metall bereits stark angegriffen, reicht Reinigen nicht mehr. Dann müssen Stecker, Buchsen oder einzelne Bauteile getauscht werden. Bei Leiterbahnen kann es nötig sein, unterbrochene Verbindungen mit feinem Draht zu überbrücken.

Kontaktkorrosion jenseits des Smartphones

Kontaktkorrosion begegnet dir nicht nur in Smartphones. In Fernbedienungen und Spielzeug sorgen ausgelaufene Batterien für grünen Belag an den Kontakten. In Autos betrifft sie Steckverbindungen im Motorraum, wo Feuchtigkeit und Streusalz zusammenkommen. Auch bei Aluminiumfelgen mit Stahlschrauben oder bei Fahrradrahmen aus unterschiedlichen Metallen ist sie ein bekanntes Problem.

Bei Laptops findest du Kontaktkorrosion häufig an den Kontakten von Arbeitsspeicher und SSD, wenn das Gerät in feuchter Umgebung gelagert wurde. Auch Tastaturen nach einem verschütteten Getränk sind betroffen. Hier greift die Flüssigkeit die feinen Leiterbahnen der Tastaturmatrix an, sodass einzelne Tasten ausfallen.

Bei Wearables wie Smartwatches und kabellosen Kopfhörern spielt Schweiß eine große Rolle. Er enthält Salze, die die Korrosion an den Ladekontakten beschleunigen. Regelmäßiges Abwischen der Kontakte mit einem trockenen Tuch beugt hier vor.

Warum Kontaktkorrosion oft erst später auftritt

Ein typischer Verlauf: Ein Gerät fällt ins Wasser, funktioniert nach dem Trocknen scheinbar normal und fällt Wochen später aus. Der Grund ist, dass die Korrosion langsam weiterarbeitet. Rückstände aus dem Wasser bleiben auf der Platine und unter Bauteilen zurück. Sie ziehen Luftfeuchtigkeit an und halten den Prozess am Laufen.

Deshalb ist eine professionelle Reinigung auch dann sinnvoll, wenn ein Gerät nach einem Wasserschaden noch funktioniert. Je früher die Rückstände entfernt werden, desto geringer ist der Schaden. Ein Gerät, das erst nach Monaten in die Werkstatt kommt, hat oft schon deutlich mehr Schäden als eines, das direkt nach dem Unfall gereinigt wurde.

Gut zu wissen

Reis entzieht dem Gerät kaum Feuchtigkeit aus dem Inneren und entfernt keine Rückstände. Gegen Kontaktkorrosion hilft nur eine gründliche Reinigung.

Wie Hersteller vorbeugen

Hersteller setzen verschiedene Maßnahmen ein, um Kontaktkorrosion zu verhindern. Vergoldete Kontakte sind sehr widerstandsfähig, weil Gold kaum oxidiert. Dichtungen und Klebestreifen halten Wasser vom Inneren des Geräts fern. Manche Platinen werden zusätzlich mit einer dünnen Schutzlackschicht überzogen, die die Bauteile vor Feuchtigkeit abschirmt.

Moderne Smartphones haben außerdem eine Feuchtigkeitserkennung an der Ladebuchse. Erkennt das Gerät Flüssigkeit, warnt es und verhindert das Laden über Kabel, bis die Buchse trocken ist. Diese Funktion schützt genau vor der gefährlichen Kombination aus Feuchtigkeit und Spannung.

Keine dieser Maßnahmen ist aber vollkommen. Dichtungen altern, Klebestreifen lösen sich nach einer Reparatur, und die Schutzschichten decken nicht jede Stelle ab. Deshalb bleibt Kontaktkorrosion eine der häufigsten Ursachen für Defekte in Elektronik.

Für dich bedeutet das: Kontaktkorrosion ist kein plötzlicher Schaden, sondern ein schleichender Prozess. Wer früh handelt, hat gute Chancen, das Gerät mit überschaubarem Aufwand zu retten. Je länger man wartet, desto mehr Bauteile sind betroffen.

Häufige Fragen

Ist Kontaktkorrosion dasselbe wie Oxidation?

Nein. Oxidation ist die Reaktion mit Sauerstoff. Kontaktkorrosion entsteht durch zwei Metalle mit Feuchtigkeit.

Kann Schweiß Kontaktkorrosion verursachen?

Ja, Schweiß enthält Salz und ist ein guter Elektrolyt, etwa an der Ladebuchse.

Hilft Kontaktspray?

Für einfache Kontakte manchmal. In Handys sollte nur mit geeigneten Reinigern wie Isopropanol gearbeitet werden.

Ist das gefährlich?

Nicht direkt, aber es verursacht Wackelkontakte und Ausfälle.

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