Werkseinstellungen bedeuten: Das Gerät wird in den Auslieferungszustand versetzt. Alle Apps, Fotos, Nachrichten und Konten werden gelöscht, das Betriebssystem bleibt in der aktuellen Version. Ohne Backup sind die Daten danach weg.
Wann das Zurücksetzen sinnvoll ist
Verkauf oder Weitergabe
Damit niemand an deine Daten kommt.
Hartnäckige Software-Probleme
Wenn Neustart und Updates nicht helfen.
Schadsoftware
Bei Verdacht auf Viren oder Spionage-Apps.
Neustart als Testgerät
Nach einer Reparatur, um Software als Ursache auszuschließen.
Checkliste vor dem Zurücksetzen
- Aktuelles Backup prüfen, inklusive WhatsApp und anderer Messenger
- Zwei-Faktor-Apps wie Authenticator auf ein anderes Gerät übertragen
- Banking-Apps und digitale Schlüssel abmelden oder umziehen
- Bei Apple die Apple Watch entkoppeln
- Passwort für Apple Account oder Google-Konto bereithalten
Gerade Authenticator-Apps werden oft vergessen. Sind die Codes weg, kommst du unter Umständen nicht mehr in Konten, die damit geschützt sind.
iPhone zurücksetzen
- Backup machen. Über iCloud oder den Computer.
- Einstellungen öffnen. Allgemein › iPhone übertragen/zurücksetzen › Alle Inhalte und Einstellungen löschen.
- Bestätigen. Gerätecode und Apple ID-Passwort eingeben. Dadurch wird auch die Aktivierungssperre aufgehoben.
- Warten. Nach wenigen Minuten startet das iPhone mit dem Einrichtungsbildschirm.
Android zurücksetzen
- Backup machen. Über Google oder die Cloud des Herstellers.
- Google-Konto entfernen. Bei Verkauf zuerst das Konto unter Einstellungen › Konten abmelden, um die FRP-Sperre zu vermeiden.
- Zurücksetzen. Bei Samsung: Einstellungen › Allgemeine Verwaltung › Zurücksetzen › Auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Bei anderen Herstellern meist unter System › Optionen zum Zurücksetzen.
- Bestätigen. Code eingeben und warten.
Wenn das Gerät nicht mehr startet
Startet das Gerät nicht mehr ins System, lässt es sich oft über den Recovery-Modus zurücksetzen. Beim iPhone geschieht das über den Computer, bei Android über ein Menü, das mit einer Tastenkombination aufgerufen wird. Dabei gehen die Daten verloren. Wenn dir die Daten wichtig sind, lass vorher prüfen, ob eine Reparatur möglich ist.
Nach dem Zurücksetzen
Nach dem Zurücksetzen startet das Gerät mit dem Einrichtungsassistenten. Behältst du das Gerät, stellst du dein Backup wieder her. Willst du testen, ob ein Problem an der Software lag, richte es zunächst als neues Gerät ein, ohne Backup. Tritt der Fehler dann nicht mehr auf, lag es an Daten oder Apps. Tritt er trotzdem auf, ist eher die Hardware die Ursache. Auf Android-Geräten ist auch das Leeren des Cache einen Versuch wert, bevor du alles löschst.
Zurücksetzen ist nicht gleich Zurücksetzen
Bevor du alles löschst, lohnt ein Blick auf die kleineren Varianten. Smartphones bieten mehrere Arten des Zurücksetzens. Einige setzen nur Einstellungen zurück und lassen deine Daten unberührt.
| Option | Was passiert | Daten bleiben |
|---|---|---|
| Netzwerkeinstellungen zurücksetzen | WLAN, Bluetooth und Mobilfunk-Einstellungen werden gelöscht | Ja |
| Alle Einstellungen zurücksetzen | Systemeinstellungen kehren zum Standard zurück | Ja |
| Home-Bildschirm zurücksetzen | App-Anordnung wird zurückgesetzt | Ja |
| Alle Inhalte und Einstellungen löschen | Gerät wird komplett gelöscht | Nein |
Bei Problemen mit WLAN, Bluetooth oder Mobilfunk reicht oft schon das Zurücksetzen der Netzwerkeinstellungen. Gespeicherte WLAN-Passwörter musst du danach neu eingeben, aber deine Fotos und Apps bleiben erhalten.
Bei Android-Geräten heißen die Optionen je nach Hersteller etwas anders, zum Beispiel WLAN, mobile Daten und Bluetooth zurücksetzen oder App-Einstellungen zurücksetzen. Auch dort bleiben deine Fotos und Apps bei diesen Varianten erhalten.
Warum gelöschte Daten wirklich weg sind
Früher konnten Spezialisten auf zurückgesetzten Geräten manchmal noch Daten finden. Heute ist das bei aktuellen Smartphones praktisch ausgeschlossen. iPhones und aktuelle Android-Geräte verschlüsseln den Speicher. Beim Zurücksetzen wird der Schlüssel gelöscht.
Ohne diesen Schlüssel sind die Daten im Speicher nur noch ein unlesbares Durcheinander. Das macht das Zurücksetzen so schnell und gleichzeitig so sicher. Für den Verkauf ist das gut. Wer aber versehentlich zurückgesetzt hat, kann die Daten auch mit Datenrettung nicht wiederherstellen.
Kein Weg zurück
Wenn ein Smartphone einmal auf Werkseinstellungen zurückgesetzt wurde, helfen nur noch Backups. Prüfe deshalb vorher, ob dein Backup vollständig und aktuell ist.
Für Android-Geräte gilt das ebenfalls, sofern der Speicher verschlüsselt ist. Bei aktuellen Geräten ist das Standard. Sehr alte Smartphones ohne Verschlüsselung sind die Ausnahme.
Was nach dem Zurücksetzen bleibt
Ein Zurücksetzen löscht deine Daten, aber nicht alles am Gerät ändert sich. Einige Dinge bleiben erhalten, und das sorgt manchmal für Überraschungen.
| Bleibt erhalten | Was das bedeutet |
|---|---|
| Betriebssystem-Version | Ein Update wird nicht rückgängig gemacht |
| Netzsperre (SIM-Lock) | Ein gesperrtes Gerät bleibt an den Anbieter gebunden |
| Aktivierungssperre oder FRP | Bleibt aktiv, wenn das Konto nicht vorher abgemeldet wurde |
| Hardwarefehler | Ein defektes Bauteil wird durch Zurücksetzen nicht repariert |
Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Wenn dein Akku schwach ist, das Display flackert oder die Kamera ausfällt, hilft ein Zurücksetzen nicht. Es löscht dann nur deine Daten, ohne das Problem zu beheben.
Wie lange das Zurücksetzen dauert
Das eigentliche Löschen geht bei aktuellen Smartphones schnell, meist in wenigen Minuten. Länger dauert die Vorbereitung und die Einrichtung danach. Ein vollständiges Backup kann je nach Datenmenge und Internetverbindung eine Stunde oder länger brauchen. Auch die Wiederherstellung aus der Cloud dauert, weil alle Apps und Fotos neu geladen werden.
Plane deshalb ausreichend Zeit ein und starte das Zurücksetzen nicht kurz bevor du dein Handy dringend brauchst. Sorge außerdem dafür, dass der Akku gut geladen ist oder das Gerät am Ladegerät hängt.
Nach der Wiederherstellung arbeitet das Gerät oft noch einige Stunden im Hintergrund. Es lädt Fotos nach, indiziert Daten für die Suche und optimiert Apps. In dieser Zeit kann der Akku schneller leer werden und das Gerät etwas wärmer sein. Das legt sich normalerweise nach ein bis zwei Tagen.
eSIM beim Zurücksetzen
Nutzt du eine eSIM, fragt das Gerät beim Zurücksetzen oft, ob die eSIM behalten oder gelöscht werden soll. Das ist eine wichtige Entscheidung.
- Gerät behalten Behalte die eSIM, wenn du das Gerät nur neu aufsetzt.
- Gerät verkaufen Lösche die eSIM, damit der neue Besitzer sie nicht nutzen kann.
- Neues Gerät Übertrage die eSIM vorher auf das neue Gerät oder fordere beim Anbieter ein neues Profil an.
Hast du die eSIM versehentlich gelöscht, ist sie nicht verloren. Dein Anbieter kann dir ein neues eSIM-Profil ausstellen. Je nach Anbieter geht das über die App, das Kundenportal oder einen Shop.
Gerät aus der Ferne zurücksetzen
Wenn dein Smartphone gestohlen wurde oder verloren gegangen ist, kannst du es aus der Ferne löschen. Beim iPhone geht das über die Funktion Wo ist? oder über iCloud im Browser. Bei Android-Geräten nutzt du die Gerätesuche von Google.
Das Gerät wird gelöscht, sobald es sich das nächste Mal mit dem Internet verbindet. Die Aktivierungssperre bleibt dabei bestehen. Ein Dieb kann das Gerät also auch nach dem Löschen nicht ohne dein Passwort einrichten.
Lösche ein verlorenes Gerät nicht vorschnell. Solange es nicht gelöscht ist, kannst du seinen Standort meist noch orten. Nach dem Löschen ist das oft nicht mehr möglich.
Laptops und Computer zurücksetzen
Auch Computer lassen sich auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Bei aktuellen Macs gibt es dafür in den Systemeinstellungen eine Funktion, mit der alle Inhalte und Einstellungen gelöscht werden, ähnlich wie beim iPhone. Bei älteren Macs wird das System über die macOS-Wiederherstellung neu installiert.
Windows bietet in den Einstellungen unter System die Option, den PC zurückzusetzen. Du kannst dabei wählen, ob persönliche Dateien behalten oder alles entfernt werden soll. Für einen Verkauf solltest du immer die Variante wählen, die alles entfernt.
Mac
Alle Inhalte und Einstellungen löschen oder Neuinstallation über die Wiederherstellung.
Windows
PC zurücksetzen, für den Verkauf mit vollständigem Entfernen.
Ältere Festplatten
Bei sehr alten Geräten ohne Verschlüsselung gründlich löschen.
Zusammengefasst ist das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen ein starkes Werkzeug, aber endgültig. Mach vorher ein Backup, melde Konten ab und überlege, ob nicht schon eine kleinere Variante reicht. Wenn du unsicher bist, ob dein Problem mit einem Zurücksetzen gelöst wird, schauen wir es uns vorher gemeinsam an.
Bringst du dein Gerät zur Reparatur, musst du es übrigens nicht zurücksetzen. Ein aktuelles Backup ist trotzdem immer eine gute Idee, bevor ein Gerät geöffnet wird.
Bei Tablets, Smartwatches und Kopfhörern gibt es ebenfalls Möglichkeiten zum Zurücksetzen. Eine Apple Watch wird meist über die Watch-App am iPhone entkoppelt und dabei gelöscht. Kopfhörer setzt du meist über eine Tastenkombination am Ladecase zurück. Die genaue Anleitung findest du beim Hersteller.
Häufige Fragen
Wird beim Zurücksetzen das Betriebssystem gelöscht?
Nein, nur deine Daten und Einstellungen.
Sind die Daten danach wirklich weg?
Ja. Moderne Geräte löschen den Verschlüsselungsschlüssel, dadurch sind die Daten nicht wiederherstellbar.
Wie lange dauert das Zurücksetzen?
Meist wenige Minuten.
Hilft Zurücksetzen bei einem Hardware-Defekt?
Nein. Es behebt nur Software-Probleme.
Muss ich die SIM-Karte herausnehmen?
Nicht zwingend, aber vor dem Verkauf solltest du SIM und Speicherkarte entfernen.