Ein Cloud-Backup sichert dein Handy über das Internet, meist nachts im WLAN und während es lädt. Beim iPhone heißt der Dienst iCloud, bei Android Google One oder Google Drive. Hersteller wie Samsung bieten zusätzlich eigene Dienste an.
Was wird gesichert?
| Daten | iCloud-Backup | Google-Backup |
|---|---|---|
| Fotos und Videos | Über iCloud-Fotos oder im Backup | Über Google Fotos |
| App-Daten | Ja, für die meisten Apps | Ja, für viele Apps |
| Einstellungen | Ja | Ja |
| Nachrichten und SMS | Ja | Ja |
| Eigenes Backup in iCloud | Eigenes Backup in Google Drive | |
| Passwörter | Über den iCloud-Schlüsselbund | Über den Google Passwortmanager |
Vorteile und Grenzen
Automatisch
Du musst nicht daran denken.
Diebstahl und Verlust
Die Daten sind auch dann sicher, wenn das Gerät weg ist.
Speicherplatz
Für viele Fotos ist ein Speicher-Abo nötig.
Konto-Zugang
Ohne Zugang zu deinem Konto kommst du nicht an die Daten.
So prüfst du, ob dein Backup aktuell ist
- iPhone. Einstellungen › dein Name › iCloud › iCloud-Backup. Dort steht das Datum der letzten Sicherung.
- Android. Einstellungen › Google › Sicherung. Dort siehst du den letzten Zeitpunkt.
- Speicher prüfen. Ist der Speicher voll, bricht das Backup ab. Die Einstellungen zeigen das an.
Prüfe das am besten jetzt einmal. Viele erleben bei einem Defekt die Überraschung, dass das letzte Backup Monate alt ist, weil der Speicher voll war.
Daten wiederherstellen
Beim Einrichten eines neuen oder zurückgesetzten Geräts wirst du gefragt, ob du ein Backup wiederherstellen möchtest. Melde dich mit deinem Konto an und wähle die passende Sicherung. Je nach Datenmenge dauert das einige Minuten bis Stunden. Fotos und Apps werden oft im Hintergrund nachgeladen.
Cloud-Backup beim Gerätewechsel
Am bequemsten ist ein Cloud-Backup, wenn du ein neues Handy bekommst. Beim Einrichten meldest du dich mit deinem Konto an, wählst die letzte Sicherung, und Apps, Einstellungen und Nachrichten kommen auf das neue Gerät. Bei Apple klappt das zwischen iPhones sehr reibungslos, bei Android zwischen Geräten mit Google-Konto. Ein Wechsel zwischen iPhone und Android funktioniert über die Cloud nur teilweise. Dafür gibt es eigene Umzugs-Apps.
Nach einem Gerätetausch im Rahmen einer Reparatur, etwa wenn ein Ersatzgerät nötig ist, ist das Cloud-Backup ebenfalls der schnellste Weg zurück zum gewohnten Zustand. Plane etwas Zeit ein, denn Fotos und Apps werden nach der Einrichtung noch eine Weile im Hintergrund geladen.
Dein Konto ist der Schlüssel
Ein Cloud-Backup ist nur so sicher wie das Konto, mit dem es verbunden ist. Nutze ein eigenes, starkes Passwort und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Hinterlege außerdem eine aktuelle Telefonnummer und, bei Apple, einen Wiederherstellungskontakt. So kommst du auch dann an deine Daten, wenn das Handy kaputt ist, mit dem du dich sonst bestätigst.
Die wichtigsten Cloud-Backup-Dienste
| Dienst | Für welche Geräte | Was gesichert wird |
|---|---|---|
| iCloud-Backup | iPhone, iPad | Geräteeinstellungen, App-Daten, Fotos, Nachrichten |
| Google One Backup | Android | Apps, Kontakte, Anrufliste, SMS, Einstellungen, Fotos |
| Samsung Cloud | Galaxy-Geräte | Einstellungen, Startbildschirm, Nachrichten, ausgewählte App-Daten |
| OneDrive | Windows, Smartphones | Dateien, Fotos, Ordner wie Desktop und Dokumente |
| WhatsApp-Backup | iPhone und Android | Chats und Medien, über iCloud oder Google Drive |
Jeder Dienst sichert etwas anderes. Ein vollständiges Backup deines Smartphones ist deshalb oft eine Kombination aus mehreren Diensten. Fotos landen zum Beispiel in einer Foto-Mediathek, Chats im Backup des Messengers und Einstellungen im Systembackup.
Wichtig ist, zu wissen, welche Apps ihre Daten selbst sichern und welche nicht. Manche Apps speichern ihre Daten nur lokal auf dem Gerät. Fällt das Gerät aus, sind diese Daten verloren, auch wenn das System-Backup aktiv war.
Auch Passwörter und Zugangsdaten werden bei vielen Diensten mitgesichert, etwa im iCloud-Schlüsselbund oder im Google Passwortmanager. Das ist besonders wertvoll, wenn du nach einem Gerätewechsel nicht alle Passwörter auswendig kennst.
Speicherplatz richtig planen
Die meisten Anbieter bieten einen kostenlosen Grundspeicher an, der für ein vollständiges Backup oft nicht ausreicht. Besonders Fotos und Videos belegen schnell viel Platz. Ist der Speicher voll, werden keine neuen Backups mehr erstellt. Viele Menschen merken das erst, wenn sie ein Backup brauchen.
Prüfe deshalb, wie viel Speicher dein Backup braucht und wie viel dir zur Verfügung steht. Wenn der Platz knapp ist, kannst du große Apps vom Backup ausschließen, alte Geräte-Backups löschen oder Fotos zusätzlich an einem anderen Ort sichern. Eine Speichererweiterung ist oft die einfachste Lösung.
Wichtig
Eine Meldung wie „Backup fehlgeschlagen“ oder „Nicht genügend Speicher“ solltest du nicht ignorieren. Ohne aktuelles Backup sind neue Fotos und Nachrichten bei einem Defekt verloren.
Die 3-2-1-Regel
Fachleute empfehlen für wichtige Daten die sogenannte 3-2-1-Regel. Sie lautet: Halte drei Kopien deiner Daten, auf zwei unterschiedlichen Speichermedien, und eine davon an einem anderen Ort. Ein Cloud-Backup erfüllt den letzten Punkt automatisch, weil die Daten auf Servern des Anbieters liegen.
Für ein Smartphone kann das so aussehen: Die Originaldaten liegen auf dem Gerät. Eine Kopie liegt in der Cloud. Eine weitere Kopie wird regelmäßig auf einen Computer oder eine externe Festplatte übertragen. So bist du auch geschützt, wenn du den Zugang zu deinem Cloud-Konto verlierst.
Original
Die Daten auf deinem Gerät.
Cloud
Automatisch an einem anderen Ort.
Lokal
Zusätzlich auf Computer oder Festplatte.
Wie sicher sind deine Daten in der Cloud?
Cloud-Backups werden bei allen großen Anbietern verschlüsselt übertragen und gespeichert. Bei vielen Diensten hält der Anbieter aber den Schlüssel. Das bedeutet, dass er technisch auf die Daten zugreifen könnte, etwa wenn Behörden das verlangen. Für die meisten Menschen ist das ein akzeptabler Kompromiss, weil der Anbieter so auch beim Wiederherstellen helfen kann.
Apple bietet mit dem erweiterten Datenschutz für iCloud eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die meisten Datenarten an, auch für Backups. Dann hat nur noch der Nutzer den Schlüssel. Der Nachteil: Wer alle Zugangsmöglichkeiten verliert, kann seine Daten nicht mehr wiederherstellen, auch nicht mit Hilfe von Apple. Bei Android werden Backups mit der Displaysperre des Geräts verschlüsselt.
Unabhängig vom Anbieter gilt: Schütze dein Cloud-Konto mit einem starken Passwort und einer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wer Zugriff auf dein Konto hat, hat Zugriff auf dein Backup.
Cloud-Backup und defekte Geräte
In der Werkstatt erleben wir oft, wie wichtig ein aktuelles Backup ist. Ein Gerät mit einem schweren Platinenschaden lässt sich nicht immer retten. Mit einem Cloud-Backup ist das ärgerlich, aber kein Drama. Ohne Backup kann es dagegen bedeuten, dass Fotos von Jahren verloren sind.
Kommt ein defektes Gerät zu uns, fragen wir deshalb immer nach dem letzten Backup. Ist eines vorhanden, kannst du dich freier für eine Reparatur oder ein neues Gerät entscheiden. Fehlt es, steht die Datenrettung im Vordergrund, und die Reparatur wird so geplant, dass die Daten möglichst erhalten bleiben.
Cloud-Backup einrichten
- Konto prüfen. Mit deinem Apple- oder Google-Konto angemeldet sein und die Zwei-Faktor-Anmeldung aktiv haben.
- Backup aktivieren. Beim iPhone unter Einstellungen, deinem Namen, iCloud und iCloud-Backup. Bei Android unter Einstellungen, System oder Google, Backup.
- Inhalte auswählen. Festlegen, welche Apps und Daten gesichert werden sollen.
- Erstes Backup starten. Am besten im WLAN und am Ladegerät.
- Kontrollieren. Datum des letzten Backups prüfen.
Danach läuft das Backup automatisch. Beim iPhone startet es, wenn das Gerät gesperrt, im WLAN und am Ladegerät ist. Bei Android läuft es ebenfalls im Hintergrund, meist nachts. Du musst dich im Alltag also um nichts kümmern, solange genügend Speicher vorhanden ist.
Die Bezeichnungen der Menüs unterscheiden sich je nach Hersteller und Version. Wenn du den Punkt nicht findest, hilft die Suche in den Einstellungen mit dem Begriff Backup oder Sicherung.
Fotos richtig sichern
Fotos sind für die meisten Menschen die wichtigsten Daten auf dem Smartphone. Bei iPhones werden sie mit iCloud-Fotos synchronisiert. Bei Android übernimmt das meist Google Fotos. Wichtig ist der Unterschied zwischen Synchronisation und Backup. Bei der Synchronisation wird ein Foto, das du auf dem Gerät löschst, auch in der Cloud gelöscht, nach einer Frist im Papierkorb sogar endgültig.
Für einen zusätzlichen Schutz lohnt es sich deshalb, wichtige Fotos regelmäßig auch auf einen Computer oder eine externe Festplatte zu kopieren. So hast du eine Kopie, die unabhängig von deinem Cloud-Konto existiert und nicht durch ein versehentliches Löschen verschwindet.
Tipp
Prüfe in der Foto-App, ob die Synchronisation aktiv ist und wann zuletzt hochgeladen wurde. Bei vollem Cloud-Speicher stoppt der Upload oft ohne deutliche Warnung.
Backup beim Gerätewechsel und nach der Reparatur
Ein Cloud-Backup ist nicht nur Schutz, sondern auch die einfachste Methode für den Umzug auf ein neues Gerät. Bei der Einrichtung wählst du das Backup aus, und Apps, Einstellungen und Daten werden übertragen. Je nach Größe kann das einige Zeit dauern, vor allem bei vielen Fotos und Videos.
Auch nach einer Reparatur kann ein Backup wichtig sein. Muss zum Beispiel die Hauptplatine eines iPhones getauscht werden, ist das Gerät danach leer. Mit dem Backup ist es in kurzer Zeit wieder eingerichtet. Deshalb empfehlen wir vor jeder größeren Reparatur, ein aktuelles Backup zu machen, sofern das Gerät noch funktioniert.
Häufige Fragen
Ist meine Cloud sicher?
Die Daten werden verschlüsselt. Mit Zwei-Faktor-Authentifizierung ist dein Konto gut geschützt.
Was passiert, wenn mein Speicher voll ist?
Das Backup wird nicht mehr aktualisiert. Du bekommst eine Meldung und solltest Speicher freigeben oder erweitern.
Kann ich ohne WLAN sichern?
Bei neueren Geräten auch über Mobilfunk, wenn du das erlaubst.
Brauche ich zusätzlich ein Backup am Computer?
Empfehlenswert ist es, als zweite Sicherung nach der 3-2-1-Regel.
Wie lange bleibt ein iCloud-Backup gespeichert?
Wird ein Gerät nicht mehr gesichert, löscht Apple das Backup nach einer gewissen Zeit, meist nach 180 Tagen.