Apple hat den Begriff 2018 mit dem iPhone XR eingeführt. Es war ein LCD, das wie die teureren OLED-Modelle fast randlos war und abgerundete Ecken hatte. „Liquid“ bezieht sich auf die Flüssigkristalle und die fließend abgerundete Form. Heute nutzt Apple den Namen für LCDs in iPads und MacBook Air.
Apples Display-Namen im Vergleich
| Name | Technik | Beispiele |
|---|---|---|
| Retina | LCD mit hoher Pixeldichte | Ältere iPhones und iPads |
| Liquid Retina | LCD, randlos, abgerundet | iPhone XR, iPhone 11, iPad Air, MacBook Air |
| Liquid Retina XDR | Mini-LED-LCD | MacBook Pro, frühere iPad Pro |
| Super Retina XDR | OLED | iPhone ab 12 und Pro-Modelle |
Das XDR-Display steht für eine besonders hohe Helligkeit und Kontrast. Bei Liquid Retina XDR erreicht Apple das mit Tausenden kleinen LEDs hinter dem LCD, die sich in Zonen einzeln dimmen lassen.
Was ein Liquid Retina Display ausmacht
Farbtreue
Werkseitig kalibriert, mit großem Farbraum.
True Tone
Passt den Weißton an das Umgebungslicht an.
Abgerundete Ecken
Das LCD folgt der Form des Gehäuses.
Schwarzwert
Schwarz ist dunkelgrau, weil die Hintergrundbeleuchtung durchscheint.
Reparatur von Liquid-Retina-Displays
Beim iPhone XR und iPhone 11 ist das Display ein LCD. Ersatzteile sind gut verfügbar, die Qualität schwankt aber. Achte auf ein Teil mit korrekter Helligkeit und Farbe und auf funktionierendes True Tone. Bei iPads ist das Liquid-Retina-Display laminiert. Bei einem Glasbruch wird meist die komplette Einheit getauscht, was mehr Aufwand bedeutet als bei den nicht laminierten Basis-iPads.
Beim MacBook Air ist das Display fest mit dem Deckel verbunden. Eine Reparatur bedeutet hier oft den Tausch der kompletten Displayeinheit. Häufige Schäden sind Druckstellen durch Gegenstände, die beim Zuklappen auf der Tastatur lagen.
Tipp
Leg beim MacBook nie Stifte, Kopfhörer oder Krümel auf die Tastatur, bevor du den Deckel schließt. Ein häufiger Grund für zerbrochene Displays.
LCD und OLED im direkten Vergleich
Liquid Retina steht für ein LCD. Damit unterscheidet es sich grundlegend von den OLED-Displays der meisten aktuellen iPhones. Beim LCD leuchtet eine Hintergrundbeleuchtung durch eine Schicht aus Flüssigkristallen, die das Licht für jedes Pixel durchlassen oder sperren. Beim OLED leuchtet jedes Pixel selbst.
| Merkmal | Liquid Retina (LCD) | OLED |
|---|---|---|
| Schwarz | Dunkelgrau, Licht scheint durch | Echtes Schwarz, Pixel aus |
| Einbrennen | Praktisch ausgeschlossen | Bei statischen Inhalten möglich |
| Dicke | Etwas dicker durch Hintergrundbeleuchtung | Sehr dünn |
| Blickwinkel | Gut, aber etwas Kontrastverlust | Sehr gut |
| Helle Inhalte | Sehr gleichmäßig | Ebenfalls gut |
Für viele Anwendungen ist ein gutes LCD kaum schlechter als ein OLED. Beim Lesen, Surfen und Arbeiten fällt der Unterschied wenig auf. Deutlich sichtbar wird er in dunklen Räumen bei Filmen mit viel Schwarz.
Ein weiterer Vorteil des LCD liegt in der Lebensdauer. Weil die Pixel nicht selbst leuchten, altern sie nicht unterschiedlich schnell. Ein OLED kann nach Jahren an Stellen mit dauerhaft angezeigten Elementen schwächer werden. Beim LCD altert dagegen die Hintergrundbeleuchtung gleichmäßig über die gesamte Fläche.
Wo Apple Liquid Retina einsetzt
Nach dem iPhone XR folgte das iPhone 11 mit einem Liquid-Retina-Display. Danach wechselte Apple bei allen neuen iPhones auf OLED. Bei iPads und Macs ist Liquid Retina dagegen bis heute verbreitet. iPad, iPad mini und iPad Air nutzen den Namen ebenso wie das MacBook Air.
Beim iPad Pro hat Apple inzwischen auf eine OLED-Technik mit zwei übereinanderliegenden Leuchtschichten gewechselt und nennt sie Ultra Retina XDR. Damit ist die Geschichte der Displaynamen bei Apple noch etwas unübersichtlicher geworden.
iPhone
iPhone XR und iPhone 11.
iPad
iPad, iPad mini und iPad Air.
Mac
MacBook Air.
Für dich als Nutzer ist vor allem wichtig: Liquid Retina bedeutet LCD, Super Retina bedeutet OLED, und XDR steht für besonders hohe Helligkeit und Kontrast. Mit dieser Faustregel lassen sich die meisten Apple-Displays richtig einordnen.
Pixeldichte und Schärfe
Der Name Retina bedeutet bei Apple, dass einzelne Pixel aus normalem Betrachtungsabstand nicht mehr zu erkennen sind. Das iPhone XR hatte 326 Pixel pro Zoll, genauso viel wie frühere Retina-iPhones. Die OLED-Modelle derselben Zeit lagen mit über 450 Pixeln pro Zoll deutlich höher.
Im Alltag fällt dieser Unterschied den meisten Menschen kaum auf. Bei sehr feiner Schrift oder wenn du das Display nah vor die Augen hältst, wirkt ein Display mit höherer Pixeldichte etwas schärfer. Bei iPads und Macs ist der Abstand zum Auge größer, deshalb reicht dort eine geringere Pixeldichte für ein scharfes Bild.
Bei iPads und MacBooks gibt Apple die Auflösung meist in Pixeln an, etwa 2360 mal 1640 Pixel beim iPad Air mit 10,9 Zoll. Die Pixeldichte liegt dort meist bei etwa 220 bis 265 Pixeln pro Zoll. Weil du diese Geräte weiter vom Auge entfernt hältst, wirkt das Bild trotzdem gestochen scharf.
Bildwiederholrate und ProMotion
Die Bildwiederholrate gibt an, wie oft das Display das Bild pro Sekunde erneuert. Die meisten Liquid-Retina-Displays arbeiten mit 60 Hertz. Bewegungen beim Scrollen wirken damit flüssig, aber nicht so geschmeidig wie bei Displays mit 120 Hertz.
Apple nennt seine Technik für hohe und anpassbare Bildwiederholraten ProMotion. Sie war zuerst im iPad Pro zu finden, das damals ein Liquid-Retina-Display hatte. Bei vielen anderen Geräten mit Liquid Retina, etwa dem iPad Air oder dem MacBook Air, fehlt ProMotion dagegen. Ob dir das wichtig ist, merkst du am besten im direkten Vergleich, etwa beim schnellen Scrollen durch eine lange Webseite.
60 Hertz
Standard bei vielen Liquid-Retina-Displays.
120 Hertz
Deutlich flüssiger beim Scrollen und Zeichnen.
Anpassbar
ProMotion senkt die Rate bei ruhigen Inhalten und spart Strom.
Beim Zeichnen mit dem Apple Pencil fällt eine höhere Bildwiederholrate besonders auf. Die Linie folgt der Stiftspitze dann ohne sichtbare Verzögerung. Wer viel zeichnet oder Notizen schreibt, sollte das beim Kauf eines iPads berücksichtigen.
Liquid Retina und die Augen
Manche Menschen reagieren empfindlich auf das Flimmern, mit dem viele OLED-Displays ihre Helligkeit regeln. Bei LCDs wird die Hintergrundbeleuchtung oft anders gesteuert. Deshalb empfinden empfindliche Menschen LCDs manchmal als angenehmer. Wie stark ein Display flimmert, hängt aber vom einzelnen Modell ab, nicht nur von der Technik.
Für lange Lesesitzungen spielt außerdem die Farbtemperatur eine Rolle. Funktionen wie True Tone und Night Shift sind auch auf Liquid-Retina-Displays verfügbar und machen das Bild abends wärmer.
So schonst du ein Liquid-Retina-Display
Ein LCD verträgt Druck schlechter als man denkt. Schon ein Stift in der Tasche oder ein zu fest geschlossenes MacBook kann Druckstellen hinterlassen. Diese Flecken bleiben meist dauerhaft sichtbar.
- Nicht belasten Leg keine schweren Gegenstände auf iPad oder geschlossenes MacBook.
- Richtig reinigen Nutze ein weiches, leicht feuchtes Tuch, keine scharfen Reiniger.
- Hitze meiden Starke Hitze, etwa im Auto, kann Folien in der Hintergrundbeleuchtung verziehen.
- Schutzhülle Eine Hülle mit Deckel schützt das iPad-Display beim Transport.
Gerade beim iPad lohnt sich eine Hülle, die das Display vollständig abdeckt. In Rucksäcken und Taschen wirken oft Kräfte, die man nicht bemerkt, bis eine Druckstelle sichtbar wird.
Typische Defekte bei LCDs
LCDs haben andere Schwachstellen als OLEDs. Weil die Hintergrundbeleuchtung aus LEDs und mehreren Folien besteht, können dort eigene Fehler auftreten.
| Fehler | Wie er aussieht |
|---|---|
| Lichthöfe | Hellere Bereiche am Rand, sichtbar auf schwarzem Hintergrund |
| Druckstellen | Helle oder dunkle Flecken nach Druck oder Sturz |
| Ausfall der Beleuchtung | Bild nur schwach sichtbar, etwa mit Taschenlampe |
| Streifen | Linien durch beschädigte Anschlüsse |
Ist nur die Hintergrundbeleuchtung ausgefallen, erkennst du das Bild oft noch, wenn du mit einer Taschenlampe schräg auf das Display leuchtest. Die Ursache liegt dann manchmal nicht im Display selbst, sondern in der Schaltung auf der Platine, die die Beleuchtung versorgt.
Zusammengefasst ist Liquid Retina Apples Name für hochwertige LCDs mit abgerundeten Ecken. Sie sind robust gegen Einbrennen und farbtreu, erreichen aber nicht das tiefe Schwarz eines OLED-Displays. Bei einem Defekt am iPhone XR, iPhone 11, iPad oder MacBook Air prüfen wir, ob Display oder Beleuchtungsschaltung betroffen sind.
Ein Tipp beim Kauf eines gebrauchten Geräts: Schalte das Display auf ein komplett weißes und ein komplett schwarzes Bild. Auf Weiß erkennst du Druckstellen und Flecken, auf Schwarz Lichthöfe am Rand. So siehst du schnell, ob das Display in gutem Zustand ist.
Auch Flüssigkeit kann einem LCD schaden. Dringt Feuchtigkeit zwischen die Folien der Hintergrundbeleuchtung, entstehen helle oder wolkige Flecken. Diese verschwinden meist nicht von selbst, auch wenn das Gerät gut getrocknet wurde. Dann hilft nur ein Tausch der Displayeinheit.
Häufige Fragen
Ist Liquid Retina OLED?
Nein, es ist ein LCD.
Ist Liquid Retina schlechter als OLED?
OLED hat besseres Schwarz und höheren Kontrast. Liquid Retina ist aber sehr farbtreu und hell.
Welche iPhones haben Liquid Retina?
iPhone XR und iPhone 11.
Was ist Liquid Retina XDR?
Eine Mini-LED-Variante mit viel höherer Helligkeit und Kontrast.