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Glossar

HDR

HDR steht für High Dynamic Range. Gemeint ist ein größerer Unterschied zwischen hellsten und dunkelsten Bildstellen, der Fotos und Videos natürlicher und eindrucksvoller wirken lässt.
Kurz erklärt

Unsere Augen sehen gleichzeitig helle Wolken und dunkle Schatten mit vielen Details. Herkömmliche Bildschirme und Kameras schaffen das nicht und müssen sich für einen Bereich entscheiden. HDR erweitert diesen Bereich. Das betrifft drei Dinge: wie Kameras Fotos aufnehmen, wie Videos gespeichert werden und wie Displays sie anzeigen.

Steht fürHigh Dynamic Range
FormateHDR10, HDR10+, Dolby Vision, HLG
BrauchtHelles Display mit gutem Kontrast
GegenteilSDR, Standard Dynamic Range

Drei Bedeutungen von HDR

BereichWas HDR dort bedeutet
HDR-FotoDie Kamera kombiniert mehrere Belichtungen, damit Himmel und Schatten gleichzeitig Details zeigen
HDR-VideoDas Video speichert zusätzliche Helligkeits- und Farbinformationen
HDR-DisplayDer Bildschirm kann sehr hell und gleichzeitig sehr dunkel darstellen

HDR-Formate

Für Videos gibt es mehrere Standards. HDR10 ist das Grundformat, das fast alle HDR-Geräte unterstützen. HDR10+ und Dolby Vision passen die Helligkeit Szene für Szene an. HLG wird vor allem im Fernsehen genutzt. iPhones nehmen seit dem iPhone 12 Videos in Dolby Vision auf, viele Android-Geräte in HDR10+.

Damit HDR gut aussieht, braucht das Display eine hohe Spitzenhelligkeit und echtes Schwarz. OLED-Displays schaffen das durch selbstleuchtende Pixel, Mini-LED-Displays wie beim XDR-Display durch viele einzeln steuerbare Lichtzonen.

HDR im Alltag

Sehr hell

HDR-Videos können in sozialen Medien auffallend hell wirken. Das ist so gewollt.

Akku

HDR-Wiedergabe braucht mehr Strom wegen der höheren Helligkeit.

Einstellung

Bei vielen Geräten lässt sich die HDR-Wiedergabe begrenzen.

Teilen

Auf Geräten ohne HDR werden Videos umgerechnet und wirken manchmal blass.

HDR und Ersatzdisplays

Ein Display, das HDR korrekt darstellt, muss die volle Helligkeit und den Kontrast des Originals erreichen. Günstige Ersatzdisplays, etwa LCDs statt OLED, schaffen das nicht. HDR-Inhalte sehen dann flau aus, und Schwarz wirkt grau. Wer viele Fotos und Videos ansieht oder selbst filmt, sollte beim Displaytausch auf ein Originalteil oder hochwertiges OEM-Teil achten.

Was Dynamikumfang bedeutet

Der Dynamikumfang beschreibt den Unterschied zwischen den dunkelsten und den hellsten Stellen eines Bildes. In der Natur ist dieser Unterschied riesig. Ein sonniger Himmel ist um ein Vielfaches heller als ein Schatten unter einem Baum. Das menschliche Auge kann diese Spanne gut erfassen, klassische Kameras und Bildschirme dagegen nicht.

Bei einem normalen Bild, oft als SDR bezeichnet, muss entweder der Himmel richtig belichtet werden, dann sind die Schatten schwarz. Oder die Schatten sind sichtbar, dann ist der Himmel weiß ausgefressen. HDR, High Dynamic Range, versucht, beide Bereiche gleichzeitig darzustellen.

Wichtig ist, dass HDR immer zwei Seiten hat: die Aufnahme und die Wiedergabe. Eine Kamera kann ein Bild mit hohem Dynamikumfang aufnehmen, und ein Bildschirm muss es darstellen können. Nur wenn beides zusammenkommt, entfaltet HDR seine volle Wirkung.

HDR in der Smartphone-Kamera

Smartphones nehmen heute fast alle Fotos automatisch mit HDR auf. Beim Auslösen macht die Kamera in Sekundenbruchteilen mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung. Eine dunkle Aufnahme bewahrt die Details im Himmel, eine helle die Details in den Schatten. Eine Software kombiniert die Aufnahmen zu einem Bild.

Diese Technik heißt oft computergestützte Fotografie. Hersteller wie Apple, Google und Samsung haben eigene Verfahren entwickelt, die zusätzlich Gesichter, Himmel und Strukturen erkennen und gezielt bearbeiten. Das Ergebnis sind Fotos, die auch bei Gegenlicht ausgewogen wirken.

Manchmal wirkt das Ergebnis etwas unnatürlich, etwa wenn Schatten zu stark aufgehellt werden. Viele Kamera-Apps erlauben es deshalb, den Effekt anzupassen oder abzuschalten.

Für die besten Ergebnisse solltest du das Smartphone bei HDR-Aufnahmen ruhig halten. Weil mehrere Bilder kombiniert werden, können schnelle Bewegungen zu Geisterbildern führen, also halbdurchsichtigen Kopien bewegter Objekte.

Was ein HDR-Display können muss

MerkmalWarum es für HDR wichtig ist
Hohe SpitzenhelligkeitHelle Lichter wie Sonne oder Lampen leuchten realistisch
Tiefes SchwarzDunkle Bereiche bleiben dunkel und detailreich
Großer FarbraumMehr Farbtöne, besonders bei kräftigen Farben
Hohe FarbtiefeFeinere Abstufungen ohne sichtbare Streifen

OLED-Displays sind für HDR besonders gut geeignet, weil jedes Pixel einzeln ausgeschaltet werden kann und Schwarz wirklich schwarz bleibt. Mini-LED-Displays, wie sie in vielen Tablets und Laptops verbaut sind, erreichen dagegen oft eine sehr hohe Helligkeit über große Flächen.

Viele Smartphones erreichen bei HDR-Inhalten eine deutlich höhere Spitzenhelligkeit als im normalen Betrieb. Diese Helligkeit wird aber nur auf kleinen Flächen und für kurze Zeit genutzt, um Akku und Display zu schonen.

HDR-Formate im Alltag

Bei Videos gibt es mehrere HDR-Formate. HDR10 ist der Grundstandard und wird von fast allen HDR-fähigen Geräten unterstützt. HDR10+ und Dolby Vision enthalten zusätzlich Informationen für jede Szene, damit Helligkeit und Kontrast optimal an das jeweilige Bild angepasst werden. HLG wird vor allem im Fernsehen und bei Live-Übertragungen eingesetzt.

Viele Smartphones können HDR-Videos nicht nur abspielen, sondern auch aufnehmen. iPhones nehmen zum Beispiel standardmäßig in Dolby Vision auf. Wird so ein Video auf einem Gerät ohne HDR-Unterstützung abgespielt, kann es blass oder zu dunkel wirken. Beim Teilen wandeln viele Apps das Video deshalb automatisch um.

Tipp

Wenn HDR-Videos auf anderen Geräten seltsam aussehen, kannst du in den Kameraeinstellungen die HDR-Aufnahme abschalten oder beim Export eine Umwandlung in SDR wählen.

Warum HDR manchmal blendet

Viele Menschen bemerken, dass Fotos oder Videos in sozialen Netzwerken plötzlich sehr hell aufleuchten, während der Rest des Bildschirms normal bleibt. Das sind HDR-Inhalte, die das Display mit erhöhter Helligkeit darstellt. In dunkler Umgebung kann das unangenehm blenden.

Einige Systeme und Apps bieten inzwischen Einstellungen, um HDR-Inhalte abzuschwächen oder die zusätzliche Helligkeit zu begrenzen. Wenn dich das stört, lohnt sich ein Blick in die Display- oder Foto-Einstellungen deines Geräts.

Beim Streaming ist außerdem die Internetverbindung wichtig. HDR-Videos benötigen mehr Bandbreite. Ist die Verbindung zu langsam, schalten viele Dienste automatisch auf eine niedrigere Qualität ohne HDR um.

Farbtiefe und Farbraum

Ein wichtiger Teil von HDR ist die Farbtiefe. Normale Bilder speichern jede Grundfarbe mit 8 Bit, also 256 Abstufungen. Das ergibt rund 16,7 Millionen Farben. HDR-Inhalte nutzen meist 10 Bit pro Farbe, also 1024 Abstufungen. Damit sind über eine Milliarde Farben möglich.

Der Unterschied zeigt sich vor allem bei sanften Übergängen, etwa bei einem Sonnenuntergang oder einem blauen Himmel. Mit 8 Bit können dort sichtbare Streifen entstehen, weil die Abstufungen zu grob sind. Mit 10 Bit verlaufen die Farben gleichmäßig.

Dazu kommt der Farbraum. HDR-Inhalte nutzen einen größeren Farbraum als klassische Videos. Das bedeutet, dass besonders kräftige Rot-, Grün- und Blautöne dargestellt werden können, die ein normales Display gar nicht anzeigen kann.

HDR bei Laptops und Monitoren

Bei Laptops und Monitoren ist HDR nicht gleich HDR. Viele Geräte werben mit HDR-Unterstützung, können HDR-Signale aber nur annehmen und nicht wirklich hell darstellen. Ein Hinweis auf die tatsächliche Leistung sind Zertifizierungen wie DisplayHDR, die verschiedene Stufen der Spitzenhelligkeit festlegen.

Unter Windows muss HDR in den Anzeigeeinstellungen aktiviert werden. Auf Monitoren mit geringer Helligkeit wirkt das Bild danach oft blass, weil Windows die normalen Inhalte an den HDR-Modus anpasst. MacBooks mit Mini-LED-Display schalten dagegen automatisch in den HDR-Modus, sobald HDR-Inhalte angezeigt werden.

StufeBedeutung
DisplayHDR 400Einstieg, oft nur geringer HDR-Effekt
DisplayHDR 600Deutlich sichtbarer HDR-Effekt
DisplayHDR 1000Hohe Helligkeit, sehr guter HDR-Effekt
DisplayHDR True BlackFür OLED, Fokus auf tiefes Schwarz

HDR in Spielen

Auch Spiele nutzen HDR. Auf Konsolen und am PC sorgen HDR-fähige Spiele für hellere Explosionen, realistischere Sonnenlichter und tiefere Schatten. Viele Spiele bieten eine eigene Kalibrierung an, bei der du Helligkeit und Kontrast an deinen Bildschirm anpasst.

Auf Smartphones ist HDR in Spielen noch weniger verbreitet als bei Videos. Einige grafisch aufwendige Spiele unterstützen es bereits. Weil HDR mehr Displayhelligkeit benötigt, steigt dabei auch der Akkuverbrauch.

Was HDR für einen Displaytausch bedeutet

Ein Smartphone mit HDR-fähigem OLED-Display verliert diese Fähigkeit, wenn es bei einer Reparatur ein Ersatzdisplay mit geringerer Qualität bekommt. Günstige Ersatzdisplays erreichen oft nicht dieselbe Spitzenhelligkeit, haben einen kleineren Farbraum oder sind sogar LCDs. HDR-Inhalte wirken dann flach, und der Unterschied zu normalen Inhalten verschwindet.

Hinzu kommt die Kalibrierung. Originaldisplays werden im Werk vermessen, damit Farben und Helligkeit genau stimmen. Ein nicht kalibriertes Ersatzdisplay kann Farbstiche haben, die bei HDR-Inhalten besonders auffallen.

Wenn dir Bildqualität wichtig ist, solltest du beim Displaytausch auf ein Originalteil oder ein hochwertiges OEM-Teil achten. Wir beraten dich, welche Optionen es für dein Modell gibt und worin sie sich unterscheiden.

Zusammengefasst sorgt HDR für Bilder, die näher an dem liegen, was dein Auge in der Wirklichkeit sieht. Damit es funktioniert, müssen Aufnahme, Inhalt und Display zusammenpassen. Bei Smartphones mit gutem OLED-Display ist das heute Standard. Nach einem Displaytausch hängt es vom Ersatzteil ab, ob die HDR-Fähigkeit erhalten bleibt.

Häufige Fragen

Hat mein Handy ein HDR-Display?

Die meisten aktuellen Mittel- und Oberklasse-Smartphones ja.

Warum sind HDR-Videos so hell?

Weil sie die volle Helligkeit des Displays für helle Stellen nutzen.

Sollte ich HDR-Fotos einschalten?

In den meisten Fällen ja. Moderne Kameras nutzen HDR automatisch.

Kostet HDR Akku?

Etwas, weil das Display heller leuchtet.

Kann ein Ersatzdisplay HDR?

Originalteile und hochwertige OLED-Ersatzteile ja, einfache LCDs nicht.

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