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Glossar

Neural Engine

Die Neural Engine ist ein spezieller Teil von Apples Chips, der Aufgaben der künstlichen Intelligenz besonders schnell und stromsparend erledigt.
Kurz erklärt

Apple hat die Neural Engine 2017 mit dem A11 Bionic im iPhone 8 und iPhone X eingeführt. Sie ist eine eigene Recheneinheit im A-Chip und in den M-Chips, optimiert für die Rechnungen, die neuronale Netze brauchen. Andere Hersteller haben vergleichbare Einheiten und nennen sie meist NPU, Neural Processing Unit.

HerstellerApple
SeitA11 Bionic, 2017
Allgemeiner BegriffNPU
VorteilSchnell und stromsparend für KI

Wofür die Neural Engine genutzt wird

Face ID

Gesichtserkennung in Bruchteilen einer Sekunde.

Fotos

Nachtmodus, Porträtlicht und die Verarbeitung jedes Bildes.

Text und Sprache

Diktat, Live-Text in Fotos, Übersetzung.

Apple Intelligence

Viele KI-Funktionen laufen direkt auf dem Gerät.

Ein großer Vorteil: Viele dieser Aufgaben passieren direkt auf dem Gerät, ohne dass Daten in die Cloud geschickt werden. Das ist schneller und schützt die Privatsphäre. Gleichzeitig verbraucht die Neural Engine weniger Strom, als wenn CPU oder GPU dieselbe Arbeit erledigen müssten.

NPU bei Android und Windows

Auch Qualcomm, Google, Samsung und MediaTek bauen KI-Einheiten in ihre Chips. Google hat seinen Tensor-Chip sogar ausdrücklich darauf ausgerichtet. Bei Windows-Laptops sind NPUs inzwischen Voraussetzung für bestimmte KI-Funktionen. Die Leistung wird oft in TOPS angegeben, Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Höhere Werte bedeuten mehr Leistung, aber der Vergleich zwischen Herstellern ist schwierig.

Neural Engine und Reparaturen

Die Neural Engine ist fest im Chip verbaut und kann nicht separat ausfallen oder getauscht werden. Für Reparaturen ist sie vor allem indirekt wichtig: Funktionen wie Face ID und die Kameraverarbeitung arbeiten mit kalibrierten Bauteilen zusammen. Werden diese getauscht, müssen sie korrekt mit dem Gerät verknüpft sein, damit die KI-gestützten Funktionen wieder richtig arbeiten.

Gut zu wissen

Funktioniert Face ID nach einer Reparatur nicht, liegt das nicht an der Neural Engine, sondern an den Sensoren der TrueDepth-Kamera oder ihrer Kopplung.

Was ein neuronales Netz eigentlich rechnet

Ein neuronales Netz besteht aus vielen Schichten, die Zahlen miteinander verrechnen. Im Kern sind das sehr viele Multiplikationen und Additionen, die gleichzeitig ablaufen. Ein Foto wird dabei in Zahlen zerlegt, die durch das Netz wandern, bis am Ende eine Antwort steht, etwa: Auf diesem Bild ist ein Hund.

Eine normale CPU kann diese Rechnungen zwar ausführen, aber nur nacheinander in wenigen Kernen. Eine Grafikeinheit schafft mehr gleichzeitig, verbraucht aber viel Strom. Die Neural Engine ist genau auf diese Art von Rechnungen zugeschnitten. Sie erledigt Tausende davon parallel und braucht dafür wenig Energie.

RecheneinheitStärkeTypische Aufgabe
CPUFlexibel, viele Arten von AufgabenApps, System, Logik
GPUViele parallele RechnungenGrafik, Spiele, teils KI
Neural EngineSehr effizient für KI-RechnungenBilderkennung, Sprache, Face ID

Ein anschauliches Beispiel ist das Entsperren mit Face ID. Die Tiefenkarte deines Gesichts wird mit dem gespeicherten Modell verglichen. Das muss in Sekundenbruchteilen geschehen, jedes Mal wenn du auf dein iPhone schaust. Ohne spezialisierte Hardware wäre das deutlich langsamer und würde den Akku stärker belasten.

Wie stark die Neural Engine gewachsen ist

Die erste Neural Engine im A11 Bionic schaffte nach Apples Angaben 600 Milliarden Operationen pro Sekunde. Seitdem ist die Leistung mit fast jeder Chipgeneration gestiegen. Aktuelle A- und M-Chips erreichen mehrere Dutzend Billionen Operationen pro Sekunde.

Diese Steigerung macht neue Funktionen erst möglich. Was früher nur in großen Rechenzentren lief, passiert heute direkt in deiner Hosentasche. Dazu gehören die Erkennung von Text in Fotos, die Suche nach Personen und Orten in deiner Fotomediathek oder die Spracherkennung beim Diktieren.

2017

Erste Neural Engine im iPhone 8 und iPhone X.

Heute

Vielfache Leistung, Grundlage für Apple Intelligence.

Effizienz

Mehr Leistung bei geringem Stromverbrauch.

Neural Engine und Apple Intelligence

Apple Intelligence ist Apples Sammlung von KI-Funktionen, etwa zum Umschreiben von Texten, Zusammenfassen von Mitteilungen oder Erstellen von Bildern. Viele dieser Funktionen laufen direkt auf dem Gerät und nutzen dafür die Neural Engine.

Für Apple Intelligence reicht aber nicht jede Neural Engine. Apple setzt beim iPhone mindestens ein iPhone 15 Pro oder ein neueres Modell voraus. Neben der Rechenleistung spielt dabei auch der Arbeitsspeicher eine Rolle, weil die Sprachmodelle viel Platz brauchen. Bei Macs und iPads werden Geräte mit M-Chip unterstützt.

Aufgaben, die für das Gerät zu groß sind, schickt Apple an eigene Server. Laut Apple werden die Daten dort nur für die jeweilige Anfrage verwendet und nicht gespeichert. Für einfache Aufgaben bleibt aber alles auf deinem Gerät.

In deutscher Sprache ist Apple Intelligence seit dem Frühjahr 2025 verfügbar. Welche Funktionen genau enthalten sind, erweitert Apple mit jedem größeren Update.

Neural Engine und Kamera

Wenn du ein Foto aufnimmst, entstehen in Wahrheit mehrere Bilder. Das iPhone nimmt schon vor dem Auslösen Bilder auf und kombiniert sie danach. Die Neural Engine erkennt dabei, was im Bild zu sehen ist, etwa Himmel, Haut, Haare oder Text, und bearbeitet jeden Bereich passend.

Apple nennt einige dieser Verfahren Deep Fusion und Smart HDR. Deep Fusion kam mit dem iPhone 11 und kombiniert mehrere Belichtungen Pixel für Pixel, um Details zu erhalten. Smart HDR sorgt dafür, dass helle und dunkle Bereiche gleichzeitig gut aussehen. Beides wäre ohne eine schnelle KI-Einheit kaum in Echtzeit möglich.

Für Reparaturen bedeutet das: Ein Kameramodul muss nicht nur ein scharfes Bild liefern, es muss auch zur Verarbeitung passen. Originalteile oder hochwertige OEM-Teile sind deshalb wichtig, damit die Bildqualität nach einem Tausch erhalten bleibt.

Wo du die Neural Engine im Alltag bemerkst

Die meisten Funktionen der Neural Engine arbeiten unauffällig im Hintergrund. Du merkst sie nur an den Ergebnissen.

  1. Fotos Jedes Foto wird beim Auslösen mehrfach analysiert und verbessert.
  2. Suche In der Fotos-App findest du Bilder mit Begriffen wie Strand oder Hund.
  3. Text erkennen Text auf Schildern oder Dokumenten lässt sich direkt aus dem Kamerabild kopieren.
  4. Bedienungshilfen Das iPhone kann Geräusche wie Türklingeln oder Rauchmelder erkennen und melden.
  5. Tastatur Die Autokorrektur lernt deinen Schreibstil.

Gerade bei den Fotos spielt die Neural Engine eine große Rolle. Ohne sie wären Nachtaufnahmen, Porträtmodus und die schnelle Verarbeitung vieler Bilder pro Sekunde kaum möglich.

Auch Übersetzungen, etwa in der Übersetzen-App oder bei Live-Untertiteln, nutzen die Neural Engine und funktionieren teilweise sogar ohne Internetverbindung.

Neural Engine im Mac und iPad

Auch Macs und iPads mit Apple-Chips haben eine Neural Engine. Beim Mac nutzen Programme sie zum Beispiel für die Freistellung von Personen in Videos, für die Rauschreduzierung in Fotoprogrammen oder für die Transkription von Sprache. Viele Kreativ-Programme setzen inzwischen gezielt auf diese Recheneinheit.

Bei Windows-Laptops übernimmt eine NPU dieselbe Rolle. Microsoft verlangt für bestimmte KI-Funktionen eine NPU mit einer Mindestleistung. Für dich bedeutet das: Ob ein Gerät bestimmte KI-Funktionen bekommt, hängt zunehmend von seinem Chip ab und nicht nur von der Software.

Warum ältere Geräte manche Funktionen nicht bekommen

Mit neuen Betriebssystemen kommen oft neue KI-Funktionen. Ältere Geräte erhalten zwar das Update, aber nicht alle Funktionen. Der Grund liegt meist in der Leistung der Neural Engine oder im verfügbaren Arbeitsspeicher. Eine Funktion, die auf einem neuen Gerät flüssig läuft, wäre auf einem alten zu langsam oder würde den Akku stark belasten.

Eine Reparatur kann daran nichts ändern, denn die Neural Engine ist Teil des Hauptchips. Sie lässt sich nicht aufrüsten. Wer bestimmte KI-Funktionen nutzen möchte, braucht ein Gerät mit passendem Chip.

Leistung, Wärme und Akku

KI-Aufgaben können das Gerät fordern. Wenn du viele Fotos auf einmal importierst, ein neues iPhone einrichtest oder Bilder generieren lässt, arbeitet die Neural Engine auf Hochtouren. Das Gerät kann dabei spürbar warm werden, und der Akku leert sich schneller.

Nach einem Umzug auf ein neues iPhone analysiert das System oft tagelang die Fotomediathek im Hintergrund. In dieser Zeit ist ein höherer Akkuverbrauch normal. Er lässt nach, sobald die Analyse abgeschlossen ist. Bleibt das Gerät dagegen dauerhaft warm und der Akku schwach, lohnt eine genauere Prüfung.

Zusammengefasst ist die Neural Engine der Teil des Chips, der KI-Aufgaben schnell und sparsam erledigt. Sie steckt hinter Face ID, besseren Fotos und Apple Intelligence. Defekt gehen kann sie nicht einzeln, aber Probleme mit Sensoren oder Kameras, die mit ihr zusammenarbeiten, lassen sich oft reparieren.

Ob ein Gerät für die Funktionen, die dir wichtig sind, ausreicht, hängt also vor allem vom Chip ab. Beraten lassen kannst du dich dazu gern bei uns, etwa wenn du überlegst, ein älteres Gerät reparieren zu lassen oder zu ersetzen.

Häufige Fragen

Haben alle iPhones eine Neural Engine?

Alle ab iPhone 8 und iPhone X.

Brauche ich eine Neural Engine für Apple Intelligence?

Ja, und dazu einen ausreichend neuen Chip mit genug Arbeitsspeicher.

Verbraucht die Neural Engine viel Akku?

Nein, sie ist auf Effizienz ausgelegt.

Kann die Neural Engine kaputtgehen?

Nur zusammen mit dem gesamten Chip, was sehr selten ist.

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