Mit dem iPhone 14 Pro hat Apple 2022 die Notch durch eine kleinere, pillenförmige Aussparung ersetzt. Seit dem iPhone 15 haben alle neuen iPhones sie. Der Clou: Die Software lässt den schwarzen Bereich um die Aussparung wachsen und schrumpfen. So entsteht eine „Insel“, auf der Timer, Musik, Anrufe oder Navigationshinweise erscheinen.
Was die Dynamic Island zeigt
Live-Aktivitäten
Lieferstatus, Spielstände oder Fahrzeit auf einen Blick.
Anrufe und Timer
Laufende Vorgänge, während du andere Apps nutzt.
Musik
Titel und Wellenform, mit Tippen öffnest du die Steuerung.
Face ID
Eine kurze Animation, wenn du dich entsperrst oder bezahlst.
Durch langes Drücken öffnet sich eine größere Ansicht mit Bedienelementen. Ein kurzes Tippen springt direkt in die zugehörige App.
Was unter der Dynamic Island steckt
In der Aussparung sitzen die Frontkamera und die Bauteile der TrueDepth-Kamera: Infrarotkamera, Punktprojektor und Flutlicht. Den Näherungssensor hat Apple bei diesen Modellen hinter das Display verlegt. Dadurch konnte die Aussparung kleiner werden. Die Hörmuschel sitzt als schmaler Schlitz am oberen Rand des Rahmens.
Dynamic Island und Reparatur
Bei einem Displaytausch bleiben die Bauteile unter der Dynamic Island im Gehäuse. Weil der Näherungssensor aber hinter dem Display arbeitet, ist die Qualität des Ersatzdisplays wichtig. Bei unpassenden Teilen kann es vorkommen, dass der Bildschirm bei Telefonaten nicht richtig abschaltet. Auch die Bereiche rund um die Aussparung müssen exakt passen, damit Kamera und Sensoren freie Sicht haben.
Typischer Fehler
Zeigt die Dynamic Island nach einem Sturz Streifen oder ist das Display rund um die Aussparung dunkel, ist meist das OLED-Panel beschädigt. Funktionieren Face ID und Frontkamera weiterhin, reicht in der Regel ein Displaytausch.
Tipps im Alltag
Live-Aktivitäten lassen sich in den Einstellungen unter Face ID & Code für den Sperrbildschirm und pro App in den App-Einstellungen steuern. Wenn dich die Animationen stören, kannst du Live-Aktivitäten für einzelne Apps abschalten. Die Aussparung selbst bleibt natürlich sichtbar.
Wie die Dynamic Island entstanden ist
Ab dem iPhone X hatten iPhones am oberen Displayrand eine Aussparung, die Notch. Darin saßen Frontkamera, Lautsprecher und die Sensoren für Face ID. Mit dem iPhone 14 Pro ersetzte Apple die Notch 2022 durch eine kleinere, pillenförmige Aussparung im Display. Seit dem iPhone 15 haben auch die Standardmodelle diese Form.
Der Clou ist die Software. Statt die Aussparung zu verstecken, macht iOS sie zum Teil der Oberfläche. Der schwarze Bereich um die Kameras herum wird dynamisch vergrößert und zeigt Informationen an. Weil OLED-Pixel bei Schwarz komplett aus sind, verschmelzen Aussparung und Anzeige optisch zu einem Element.
Daher kommt auch der Name. Die Insel, englisch Island, verändert ihre Form je nach Inhalt. Sie kann klein bleiben, sich zu einer breiten Leiste ausdehnen oder kurzzeitig zu einer großen Karte anwachsen.
So nutzt du die Dynamic Island
| Geste | Wirkung |
|---|---|
| Kurz tippen | Öffnet die zugehörige App |
| Lange drücken | Zeigt eine erweiterte Ansicht mit Steuerelementen |
| Nach links oder rechts wischen | Blendet die Anzeige vorübergehend aus |
| Zwei Aktivitäten gleichzeitig | Die Insel teilt sich in zwei Bereiche |
Typische Inhalte sind laufende Musik, Timer, Navigation, Anrufe, Bildschirmaufnahmen und Live-Aktivitäten. Letztere sind besonders praktisch. Apps können darin laufend aktuelle Informationen zeigen, etwa den Stand eines Fußballspiels, die Ankunftszeit eines Essenslieferdienstes oder den Fortschritt einer Fahrt.
Auch Systemmeldungen erscheinen dort, zum Beispiel beim Koppeln von AirPods, beim Aktivieren des Stummmodus oder während Face ID dein Gesicht prüft.
Welche Apps Live-Aktivitäten anbieten, entscheiden die App-Entwickler. Viele bekannte Apps für Musik, Navigation, Sport und Lieferdienste unterstützen die Funktion inzwischen. Ob eine App dazugehört, merkst du daran, dass beim Verlassen der App eine Anzeige in der Insel erscheint.
Die Technik unter der Insel im Detail
Unter der Dynamic Island sitzt das TrueDepth-System. Es besteht aus der Frontkamera, einem Punktprojektor, einer Infrarotkamera und einem Flutlicht-Strahler. Der Punktprojektor wirft tausende unsichtbare Infrarotpunkte auf dein Gesicht. Die Infrarotkamera erfasst sie und erstellt daraus ein dreidimensionales Bild für Face ID.
Ein Teil der Sensoren, etwa der Näherungssensor, sitzt bei den neueren Modellen unter dem Display und nicht in der Aussparung. Das Display ist an diesen Stellen so gestaltet, dass es für Infrarotlicht durchlässig ist. Dadurch konnte die Aussparung kleiner werden als die alte Notch.
Frontkamera
Selfies und Videotelefonie.
Punktprojektor
Wirft das Infrarotmuster für Face ID.
Infrarotkamera
Liest das Muster und erkennt dein Gesicht.
Typische Schäden rund um die Dynamic Island
Wird das Display im Bereich der Dynamic Island beschädigt, kann das mehrere Folgen haben. Ist nur das Glas gesprungen, funktionieren Kamera und Face ID oft noch, liefern aber schlechtere Ergebnisse. Ist das Display darunter beschädigt, kann es zu Pixelfehlern rund um die Aussparung kommen.
Bei einem Sturz auf die Oberseite kann auch das TrueDepth-Modul selbst Schaden nehmen. Dann meldet das iPhone, dass Face ID nicht verfügbar ist. Der Punktprojektor ist mit dem jeweiligen Gerät gekoppelt. Er lässt sich nicht einfach durch ein anderes Teil ersetzen. In vielen Fällen muss Face ID deshalb über ein Originalteil vom Hersteller oder durch eine aufwendige Reparatur am Modul wiederhergestellt werden.
| Symptom | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Face ID nicht verfügbar | TrueDepth-Modul oder Flexkabel beschädigt |
| Unscharfe Selfies | Kratzer oder Schmutz auf dem Glas, Kamerafehler |
| Flackern um die Insel | Displayschaden |
| Insel zeigt keine Inhalte | Softwarefehler, meist durch Neustart behebbar |
Dynamic Island und Displaytausch
Beim Tausch des Displays wird das TrueDepth-Modul in der Regel vom alten Display übernommen oder bleibt im Gehäuse. Wichtig ist, dass es dabei nicht beschädigt wird. Schon ein leichter Druck auf den Punktprojektor oder ein abgerissenes Flexkabel kann Face ID dauerhaft deaktivieren.
Auch die Qualität des Ersatzdisplays spielt eine Rolle. Die Aussparung muss exakt an der richtigen Stelle sitzen und die richtige Form haben, damit die Dynamic Island korrekt angezeigt wird und die Sensoren frei liegen. Wir arbeiten deshalb mit Originalteilen oder hochwertigen Premium-Ersatzteilen.
Gibt es so etwas auch bei Android?
Viele Android-Geräte haben statt einer Notch eine kleine, runde Aussparung für die Frontkamera, oft Punch-Hole genannt. Sie ist meist kleiner als die Dynamic Island, weil Android-Geräte für die Gesichtserkennung meist nur die Kamera nutzen und kein aufwendiges 3D-System. Die Entsperrung erfolgt dann oft per Fingerabdrucksensor im Display.
Einige Hersteller und Apps haben die Idee der Dynamic Island aufgegriffen und zeigen ähnliche Animationen um die Kameraöffnung. Sie sind aber nicht so tief ins System integriert wie bei Apple.
Langfristig arbeiten viele Hersteller daran, die Frontkamera ganz unter das Display zu verlegen. Erste Geräte mit Kameras unter dem Display gibt es bereits, die Bildqualität dieser Kameras ist aber noch schlechter als bei Kameras in einer Aussparung.
Verbraucht die Dynamic Island viel Akku?
Die Dynamic Island selbst verbraucht wenig Energie, weil der Großteil der Fläche schwarz ist und OLED-Pixel bei Schwarz kaum Strom ziehen. Mehr Energie benötigen die Apps, die dort Live-Aktivitäten anzeigen, weil sie regelmäßig aktualisiert werden.
Wenn dir der Akkuverbrauch zu hoch erscheint, kannst du in den Einstellungen festlegen, welche Apps Live-Aktivitäten nutzen dürfen. Gerade bei Apps mit häufigen Aktualisierungen wie Sportergebnissen kann das einen Unterschied machen.
Sauber halten für gute Fotos und Face ID
Der Bereich der Dynamic Island ist ein Ort, an dem sich gern Fingerabdrücke und Hautfett sammeln. Für Face ID und Selfies ist ein sauberes Glas wichtig. Wische den Bereich regelmäßig mit einem weichen Mikrofasertuch ab, besonders wenn Selfies unscharf oder milchig wirken.
Auch Displayschutzfolien und Schutzgläser sollten exakt passen. Liegt ein Schutzglas schief oder hat es an der falschen Stelle eine Aussparung, kann es die Sensoren stören. Face ID funktioniert dann schlechter, oder der Näherungssensor schaltet das Display während eines Anrufs nicht mehr zuverlässig ab.
Tipp
Wenn Face ID nach dem Anbringen eines neuen Schutzglases nicht mehr zuverlässig funktioniert, nimm das Glas probehalber ab. Oft liegt es daran und nicht an einem Defekt.
Welche iPhones die Dynamic Island haben
Die Dynamic Island kam 2022 mit dem iPhone 14 Pro und 14 Pro Max. Die günstigeren iPhone 14 und 14 Plus hatten noch die klassische Notch. Ab dem iPhone 15 setzte Apple die Dynamic Island bei allen Modellen der Hauptreihe ein. Das iPhone 16e, das 2025 als günstigeres Modell erschien, nutzt dagegen wieder eine Notch.
Für die Reparatur ist das wichtig, weil sich Displays, Rahmen und Sensoren zwischen den Modellen unterscheiden. Ein Display mit Notch passt nicht in ein Gerät mit Dynamic Island und umgekehrt. Auch die Position der Sensoren ist je nach Modell anders.
Wenn du dein Modell nicht genau kennst, findest du die Bezeichnung in den Einstellungen unter Allgemein und Info. Die Angabe hilft der Werkstatt, das richtige Ersatzteil zu bestellen.
Häufige Fragen
Welche iPhones haben die Dynamic Island?
iPhone 14 Pro und 14 Pro Max sowie alle Modelle ab iPhone 15.
Ist die Dynamic Island ein Loch im Display?
Ja, eine Aussparung. Der schwarze Bereich drumherum wird von der Software gezeichnet.
Kann ich die Dynamic Island ausschalten?
Die Aussparung nicht, Live-Aktivitäten aber schon.
Funktioniert sie nach einem Displaytausch?
Ja, die Anzeige ist Software. Wichtig ist ein passendes Ersatzdisplay.