Exynos ist der Name der Smartphone-Chips, die Samsung selbst entwickelt und herstellt. Wie bei Snapdragon handelt es sich um ein System on a Chip: Prozessor, Grafik, KI-Einheit und oft das Modem sitzen auf einem einzigen Baustein. Exynos-Chips stecken vor allem in Samsung-Geräten. Bei der Galaxy-S-Reihe hat Samsung je nach Generation und Region mal Exynos, mal Snapdragon verbaut, bei der Galaxy-A-Reihe ist Exynos häufig.
Wo Exynos-Chips stecken
| Gerätereihe | Chip |
|---|---|
| Galaxy A | Häufig Exynos, teils andere Hersteller |
| Galaxy S | Je nach Generation und Region Exynos oder Snapdragon |
| Galaxy Tab | Je nach Modell unterschiedlich |
| Andere Hersteller | Vereinzelt |
Welcher Chip in deinem Gerät steckt, siehst du in den technischen Daten oder mit einer Info-App. Für Europa wurden lange viele Galaxy-S-Modelle mit Exynos ausgeliefert, während in den USA Snapdragon verbaut war. In einigen Jahren war die Ausstattung weltweit gleich. Das erklärt, warum Testberichte zur selben Modellbezeichnung manchmal unterschiedliche Ergebnisse zeigen.
Exynos und Snapdragon
Lange galt, dass Exynos-Versionen etwas wärmer werden und bei der Akkulaufzeit hinter den Snapdragon-Versionen liegen. Je nach Generation war der Unterschied groß oder kaum messbar. Im Alltag merken die meisten Nutzer wenig davon. Wichtiger als der Chip sind oft Akkuzustand, Software-Updates und die Kühlung im Gerät.
Leistung
Aktuelle Exynos-Flaggschiffe sind sehr leistungsfähig.
Wärme
Unter Dauerlast drosseln auch Exynos-Chips.
Akku
Laufzeit hängt stark von Generation und Nutzung ab.
Updates
Samsung versorgt Exynos- und Snapdragon-Geräte gleichermaßen.
Was Exynos für Reparaturen bedeutet
Für die meisten Reparaturen wie Display-, Akku- oder Ladebuchsentausch spielt der Chip keine Rolle. Bei Platinenreparaturen und Software-Fragen schon. Exynos-Geräte nutzen zum Flashen der Firmware den Download-Modus und das Programm Odin, Snapdragon-Geräte haben zusätzlich den EDL-Modus. Auch Schaltpläne und Ersatzteile unterscheiden sich zwischen den Varianten, weil die Platinen unterschiedlich aufgebaut sind. Bei der Bestellung eines Ersatzteils wird deshalb immer die genaue Modellnummer geprüft.
Modellnummer statt Name
Galaxy S24 ist nicht gleich Galaxy S24. Die Modellnummer in den Einstellungen unter Telefoninfo verrät, welche Variante du hast. Bring sie zur Reparatur mit.
Exynos außerhalb des Smartphones
Samsung nutzt Exynos-Chips nicht nur in Handys. Auch viele Galaxy-Watch-Modelle laufen mit Exynos-Chips, ebenso einige Galaxy-Tablets. Darüber hinaus gibt es Exynos-Varianten für Autos und andere Geräte. Für dich als Nutzer ist das vor allem bei der Suche nach Ersatzteilen und Firmware interessant: Bei Samsung gibt es oft mehrere Varianten desselben Geräts, die sich nur in der Modellnummer unterscheiden.
Für die Fehlersuche auf der Platine ist das ebenfalls wichtig. Eine Exynos-Platine hat eine andere Stromversorgung, andere Messpunkte und ein anderes Modem als die Snapdragon-Version. Wer mit dem falschen Schaltplan arbeitet, misst an den falschen Stellen.
Was in einem Exynos-Chip steckt
Ein Exynos ist ein System-on-Chip, kurz SoC. Das bedeutet, dass viele Funktionen, die früher auf mehrere Chips verteilt waren, in einem einzigen Baustein vereint sind. Dazu gehören die Rechenkerne für Apps und Betriebssystem, der Grafikprozessor, eine Einheit für künstliche Intelligenz, der Bildprozessor für die Kamera und bei vielen Modellen auch das Mobilfunkmodem.
Die Rechenkerne basieren auf Designs des britischen Unternehmens Arm. Samsung kombiniert verschiedene Kerntypen. Leistungsstarke Kerne übernehmen anspruchsvolle Aufgaben wie Spiele oder Videobearbeitung. Sparsame Kerne erledigen Hintergrundarbeiten, damit der Akku länger hält. Das System entscheidet laufend, welche Kerne gerade gebraucht werden.
| Baustein im SoC | Aufgabe |
|---|---|
| CPU | Führt Apps und Betriebssystem aus |
| GPU | Berechnet Grafik für Spiele und Oberfläche |
| NPU | Beschleunigt KI-Funktionen wie Bildbearbeitung und Spracherkennung |
| ISP | Verarbeitet die Bilder der Kamera |
| Modem | Verbindung zum Mobilfunknetz |
| Speichercontroller | Verwaltet Arbeitsspeicher und Datenspeicher |
Grafik mit AMD-Technik
Seit dem Exynos 2200 setzt Samsung bei seinen Top-Chips auf einen Grafikprozessor, der auf Technik von AMD basiert. Diese GPUs tragen den Namen Xclipse. Die Grundlage ist dieselbe Architektur, die AMD auch in Grafikkarten für Computer und Spielkonsolen verwendet, nur stark verkleinert und auf geringen Stromverbrauch optimiert.
Damit brachte Samsung Funktionen wie Raytracing auf das Smartphone. Raytracing berechnet Lichtstrahlen realistischer und sorgt in unterstützten Spielen für bessere Spiegelungen und Schatten. In der Praxis hängt der Nutzen stark davon ab, ob Spiele diese Funktion unterstützen.
Davor nutzte Samsung in Exynos-Chips Grafikeinheiten von Arm mit dem Namen Mali. Diese finden sich weiterhin in vielen Exynos-Chips der Mittelklasse.
Die Leistung der Xclipse-Grafik hat sich von Generation zu Generation deutlich verbessert. Für die meisten Spiele reicht sie heute problemlos aus. Bei sehr anspruchsvollen Titeln kommt es weiterhin auf die Kühlung des Geräts an.
Exynos in den Galaxy-Generationen
Über viele Jahre bekamen Galaxy-S-Modelle in Europa einen Exynos-Chip, während in den USA und einigen anderen Ländern Snapdragon-Chips von Qualcomm verbaut wurden. Das führte zu Diskussionen, weil die Exynos-Varianten in Tests teils wärmer wurden und mehr Akku verbrauchten.
Beim Galaxy S23 setzte Samsung weltweit auf Snapdragon. Mit dem Galaxy S24 kehrte der Exynos 2400 in den Modellen S24 und S24+ in Europa zurück, während das S24 Ultra weiter einen Snapdragon erhielt. Die Galaxy-A-Reihe der Mittelklasse nutzt dagegen seit Jahren überwiegend Exynos-Chips.
| Modellreihe | Typischer Chip in Europa |
|---|---|
| Galaxy S22 | Exynos 2200 |
| Galaxy S23 | Snapdragon 8 Gen 2 |
| Galaxy S24 und S24+ | Exynos 2400 |
| Galaxy S24 Ultra | Snapdragon 8 Gen 3 |
| Galaxy A-Reihe | Meist Exynos der 1000er-Serie |
Welcher Chip in deinem Gerät steckt, findest du in den Einstellungen nicht immer direkt. Apps zur Geräteinformation zeigen den genauen Prozessor an. Auch die Modellnummer gibt Auskunft, denn Exynos- und Snapdragon-Varianten tragen unterschiedliche Kürzel.
Für Käufer war die Chipfrage lange ein Kriterium beim Kauf eines Galaxy. Heute sind die Unterschiede im Alltag deutlich kleiner geworden. Beide Varianten bekommen dieselben Software-Updates und dieselben Funktionen von One UI.
Wärme und Drosselung
Jeder Smartphone-Chip erzeugt unter Last Wärme. Wird es zu warm, senkt das System die Taktfrequenz, um Chip und Akku zu schützen. Das nennt man Drosselung. Für dich merkst du das daran, dass Spiele nach einiger Zeit ruckeln oder das Gerät insgesamt langsamer reagiert.
Bei Exynos-Chips war die Wärmeentwicklung in einigen Generationen ein Thema. Samsung hat darauf mit größeren Kühlsystemen in den Geräten reagiert, etwa mit Dampfkammern, die die Wärme großflächig verteilen. Neuere Fertigungsverfahren verbessern zudem die Effizienz.
Wird ein Gerät auch bei normaler Nutzung auffällig heiß, kann das aber auch andere Ursachen haben. Ein gealterter Akku, eine hängende App oder ein Defekt in der Stromversorgung sorgen ebenfalls für Wärme. In diesem Fall lohnt eine Prüfung.
Tipp
Hüllen aus dickem Material halten Wärme im Gerät. Wenn dein Galaxy beim Spielen oft heiß wird, kann es helfen, die Hülle dabei abzunehmen.
Exynos und Google Tensor
Die ersten Tensor-Chips in Google-Pixel-Geräten entstanden in Zusammenarbeit mit Samsung. Sie basierten in Teilen auf Exynos-Technik und wurden in Samsungs Fabriken gefertigt. Auch das Modem kam von Samsung. Das erklärt, warum sich Pixel-Geräte und Exynos-Galaxys in manchen Eigenschaften ähnelten.
Mit dem Tensor G5 im Pixel 10 hat Google die Fertigung zu TSMC verlagert. Für Reparaturen ändert das wenig, weil der Chip in allen Fällen fest auf der Platine verlötet ist und nicht einzeln getauscht werden kann.
Fertigung und Strukturgröße
Samsung gehört zu den wenigen Unternehmen weltweit, die Chips nicht nur entwerfen, sondern auch selbst fertigen. Exynos-Chips werden in Samsungs eigenen Halbleiterfabriken hergestellt. Die Strukturgröße wird in Nanometern angegeben und beschreibt grob, wie fein die Strukturen auf dem Chip sind. Je kleiner, desto mehr Transistoren passen auf die gleiche Fläche und desto sparsamer arbeitet der Chip in der Regel.
Der Exynos 2400 wird in einem 4-Nanometer-Verfahren gefertigt. Neuere Generationen nutzen Verfahren mit einer neuen Transistorbauweise, bei der das Gate den Kanal von allen Seiten umschließt. Davon verspricht sich Samsung eine bessere Effizienz und weniger Wärme.
Für dich als Nutzer zeigt sich der Fortschritt vor allem in Akkulaufzeit und Temperatur. Ein effizienterer Chip braucht für dieselbe Aufgabe weniger Energie und wird weniger warm.
Exynos-Geräte in der Werkstatt
Für die meisten Reparaturen spielt es keine Rolle, ob ein Galaxy einen Exynos oder einen Snapdragon hat. Display, Akku, Ladebuchse und Kamera werden bei beiden Varianten gleich getauscht. Unterschiede gibt es aber bei Platinenreparaturen. Die Hauptplatinen der beiden Varianten sind unterschiedlich aufgebaut und haben andere Schaltpläne.
Auch bei Ersatzplatinen muss die richtige Variante gewählt werden. Eine Exynos-Platine passt zwar mechanisch oft in ein Snapdragon-Gerät, ist aber eine andere Hardware mit anderer Firmware. Wir prüfen deshalb vor jeder Platinenarbeit genau, welche Variante vorliegt.
Zusammengefasst ist Exynos Samsungs eigene Chip-Familie, die in vielen Galaxy-Geräten arbeitet. Für den Alltag sind die Unterschiede zu Snapdragon heute meist gering. Für die Reparatur auf Platinenebene ist es dagegen wichtig zu wissen, welche Variante in deinem Gerät steckt.
Häufige Fragen
Ist Exynos schlechter als Snapdragon?
Das hängt von der Generation ab. Im Alltag ist der Unterschied oft gering.
Wie finde ich heraus, welchen Chip mein Galaxy hat?
In den technischen Daten oder per Info-App.
Bekommen Exynos-Geräte gleich lange Updates?
Ja, Samsung behandelt beide Varianten gleich.
Kann man den Chip tauschen?
Nein, er ist fest mit dem Gerät verbunden.
Spielt der Chip für eine Displayreparatur eine Rolle?
Nein, aber die genaue Modellnummer schon.