Apple Silicon ist der Oberbegriff für die eigenen Chips von Apple. Im engeren Sinn sind damit meist die M-Chips gemeint, mit denen Apple seit Ende 2020 schrittweise die Intel-Prozessoren in Macs ersetzt hat. Den Anfang machte der M1, es folgten M2, M3, M4 und deren Pro-, Max- und Ultra-Varianten. Auch iPads nutzen M-Chips. Die A-Chips im iPhone gehören ebenfalls zu Apple Silicon. Alle beruhen auf der ARM-Architektur und vereinen Prozessor, Grafik, Neural Engine und Arbeitsspeicher in einem Gehäuse.
Was sich gegenüber Intel-Macs geändert hat
| Intel-Mac | Mac mit Apple Silicon | |
|---|---|---|
| Prozessor | Intel, separate Grafik je nach Modell | Alles in einem SoC |
| Arbeitsspeicher | Teils steckbar | Im Chip-Gehäuse, nicht aufrüstbar |
| Akkulaufzeit | Kürzer | Deutlich länger |
| Wärme und Lüfter | Oft laut unter Last | Meist leise, MacBook Air ganz ohne Lüfter |
| Sicherheitschip | Separater T2-Chip | In den Chip integriert |
Im Alltag fallen vor allem die lange Akkulaufzeit und der leise Betrieb auf. Programme für Intel-Macs laufen über die Übersetzungsschicht Rosetta 2 weiter, die meisten wichtigen Programme gibt es inzwischen aber direkt für Apple Silicon.
Vereinheitlichter Speicher
Bei Apple Silicon greifen Prozessor und Grafik auf denselben Arbeitsspeicher zu. Apple nennt das Unified Memory. Das spart Zeit, weil Daten nicht hin und her kopiert werden müssen. Der Speicher sitzt direkt im Chip-Gehäuse. Deshalb lässt er sich nach dem Kauf nicht erweitern. Auch die SSD ist bei den meisten Modellen fest verbaut. Wer einen Mac kauft, sollte Speicher und SSD-Größe also gleich passend wählen.
Schnell
Kurze Wege zwischen Prozessor, Grafik und Speicher.
Sparsam
Lange Akkulaufzeit.
Nicht aufrüstbar
RAM und meist SSD sind fest.
Integriert
Sicherheitsfunktionen im Chip.
Was Apple Silicon für Reparaturen bedeutet
Weil Prozessor, Speicher und Sicherheitschip eine Einheit bilden und die SSD verschlüsselt an den Chip gebunden ist, sind deine Daten an das Logicboard gekoppelt. Wird das Board getauscht, sind die Daten ohne Backup verloren. Deshalb lohnt bei Defekten oft die Reparatur auf Bauteilebene, etwa an Ladeschaltung, Stromversorgung oder Anschlüssen. Ist die Firmware beschädigt, kann ein Mac mit Apple Silicon über einen zweiten Mac im DFU-Modus wiederbelebt oder neu aufgesetzt werden.
Backup ist Pflicht
Mach regelmäßig ein Backup mit Time Machine oder in iCloud. Bei Apple Silicon ist es der sicherste Schutz für deine Daten.
Die Chips im Überblick
Apple stellte 2020 den ersten eigenen Mac-Chip vor, den M1. Seitdem folgt etwa jedes Jahr eine neue Generation. Jede Generation gibt es in mehreren Ausführungen: Der Basis-Chip steckt im MacBook Air, im iMac und im Mac mini. Die Varianten Pro und Max haben mehr Kerne, mehr Grafikleistung und mehr Speicherbandbreite und kommen im MacBook Pro und in Desktop-Macs zum Einsatz. Die Ultra-Variante verbindet zwei Max-Chips und ist für den Mac Studio und den Mac Pro gedacht.
| Variante | Typische Geräte | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| M (Basis) | MacBook Air, iMac, Mac mini, iPad | Alltag, lange Akkulaufzeit |
| M Pro | MacBook Pro, Mac mini | Mehr Kerne und Grafik |
| M Max | MacBook Pro, Mac Studio | Sehr viel Grafikleistung und Speicher |
| M Ultra | Mac Studio, Mac Pro | Zwei Max-Chips verbunden |
Auch im iPad Pro und im iPad Air stecken M-Chips. Im iPhone arbeiten eng verwandte Chips der A-Serie. Alle beruhen auf derselben ARM-Architektur und teilen viele Bausteine.
Was auf dem Chip sitzt
Ein Apple-Silicon-Chip vereint viele Bauteile, die früher getrennt auf der Platine saßen. Dazu gehören die CPU mit Leistungs- und Effizienzkernen, die Grafikeinheit, die Neural Engine für maschinelles Lernen, die Secure Enclave für Sicherheitsfunktionen, Controller für Speicher, Display, Thunderbolt und Kamera sowie spezielle Einheiten für Video.
Der Arbeitsspeicher sitzt direkt neben dem Chip im selben Gehäuse. Diese enge Verbindung sorgt für sehr hohe Geschwindigkeit und geringen Stromverbrauch. Der Nachteil: Der Speicher lässt sich nachträglich nicht erweitern. Die Größe, die du beim Kauf wählst, bleibt für die ganze Lebensdauer des Macs.
CPU und GPU
Rechenkerne und Grafik auf einem Chip.
Neural Engine
Beschleunigt Funktionen mit maschinellem Lernen.
Secure Enclave
Schützt Passwörter, Touch ID und Verschlüsselung.
Programme und Rosetta 2
Weil Apple Silicon eine andere Architektur nutzt als die früheren Intel-Prozessoren, müssen Programme dafür angepasst sein. Fast alle verbreiteten Programme laufen heute nativ auf Apple Silicon. Ältere Intel-Programme startet der Mac über Rosetta 2. Dieses Übersetzungsprogramm wandelt den Code beim ersten Start um. Die meisten Programme laufen damit ohne spürbare Einschränkungen.
Apple hat angekündigt, dass macOS 27 die letzte Version mit vollem Rosetta-2-Support ist. Danach bleibt nur noch ein eingeschränkter Teil erhalten. Wer ältere Intel-Programme nutzt, sollte deshalb prüfen, ob es aktuelle Versionen gibt.
Windows lässt sich auf Apple-Silicon-Macs nicht mehr direkt per Boot Camp installieren. Möglich ist es aber in einer virtuellen Maschine, etwa mit Parallels Desktop, in der ARM-Version von Windows. Viele iPhone- und iPad-Apps laufen außerdem direkt auf dem Mac.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Da Arbeitsspeicher und SSD bei Apple-Silicon-Macs nicht aufrüstbar sind, solltest du die Ausstattung beim Kauf sorgfältig wählen. Für Office, Surfen und Streaming reichen die Basismodelle. Wer Fotos und Videos bearbeitet, programmiert oder viele Programme gleichzeitig nutzt, profitiert von mehr Arbeitsspeicher.
- Arbeitsspeicher eher großzügig wählen, er lässt sich nicht nachrüsten
- SSD-Größe an Fotos, Videos und Projekte anpassen
- Für viele Monitore auf die Zahl der unterstützten Displays achten
- Gebrauchte Geräte vor dem Kauf auf Aktivierungssperre und Batteriezustand prüfen
Typische Schäden bei Apple-Silicon-Macs
Die häufigsten Schäden bei MacBooks mit Apple Silicon sind Flüssigkeitsschäden, defekte Displays nach Stürzen und Probleme mit der Stromversorgung. Kaffee, Wasser oder Saft auf der Tastatur gelangen schnell bis zur Hauptplatine. Dort greifen sie Bauteile rund um die Stromversorgung an. Das MacBook startet dann nicht mehr oder lädt nicht.
Weil SSD und Arbeitsspeicher fest mit der Platine verbunden sind, hängen deine Daten direkt an ihr. Ein Austausch der Platine bedeutet ohne Backup den Verlust aller Daten. Wir reparieren deshalb, wenn möglich, die vorhandene Platine. Dabei werden einzelne Bauteile getauscht und Leiterbahnen instand gesetzt.
Nach einem Flüssigkeitsschaden
MacBook sofort ausschalten, vom Strom trennen und nicht mehr einschalten. Nicht föhnen und nicht in Reis legen. Bring es so schnell wie möglich zu uns.
Diagnose und Wiederherstellung
Apple-Silicon-Macs haben eine eingebaute Diagnose. Du startest sie, indem du den Ein-Schalter gedrückt hältst, bis die Startoptionen erscheinen, und dann Befehl und D drückst. Die Diagnose prüft wichtige Bauteile und gibt Referenzcodes aus.
Lässt sich macOS nicht mehr starten, hilft oft die Wiederherstellung über die Startoptionen. Reicht das nicht, kann der Mac von einem zweiten Mac aus mit dem Programm Apple Configurator wiederbelebt oder neu aufgesetzt werden. Den früheren Festplattenmodus ersetzt bei Apple Silicon die Funktion Volume teilen in der Wiederherstellung. Damit greift ein anderer Mac per Kabel auf die Daten zu.
Akkulaufzeit und Wärme
Einer der größten Vorteile von Apple Silicon ist die Effizienz. MacBooks mit M-Chip halten bei normaler Nutzung oft einen ganzen Arbeitstag mit einer Akkuladung durch. Das MacBook Air kommt sogar ganz ohne Lüfter aus. Es wird dafür bei langer Volllast etwas gedrosselt, bleibt aber lautlos.
Wird ein MacBook mit Apple Silicon ungewöhnlich heiß oder entlädt sich der Akku sehr schnell, steckt meist eine Software dahinter, die im Hintergrund viel Rechenleistung braucht. In der Aktivitätsanzeige siehst du, welches Programm verantwortlich ist. Bleibt das Problem trotz geschlossener Programme, kann ein Hardwarefehler oder ein verschlissener Akku die Ursache sein.
Der Akku selbst ist bei allen MacBooks ein Verschleißteil. Unter Systemeinstellungen, Batterie siehst du den Zustand und die Zahl der Ladezyklen. Ist der Zustand deutlich gesunken, lohnt sich ein Akkutausch, damit das Gerät wieder lange durchhält.
Unterschiede zu älteren Intel-Macs bei der Reparatur
Bei Intel-Macs waren viele Funktionen auf mehrere Chips verteilt, etwa auf den Intel-Prozessor, einen separaten Grafikchip und den T2-Sicherheitschip. Bei Apple Silicon steckt das alles in einem einzigen Chip. Das macht die Geräte zuverlässiger, weil es weniger Verbindungen gibt, die versagen können.
Für die Reparatur bedeutet es aber auch, dass ein Defekt am Hauptchip selbst kaum zu beheben ist. Zum Glück sind solche Defekte selten. Viel häufiger sind Schäden an Bauteilen rund um den Chip, etwa an Spulen, Kondensatoren oder Spannungswandlern. Diese lassen sich mit Mikrolöten gezielt ersetzen.
Auch Anschlüsse wie USB-C und MagSafe sitzen bei vielen Modellen auf eigenen kleinen Platinen. Sie lassen sich bei einem Defekt einzeln tauschen, ohne die Hauptplatine anzufassen.
Vor jeder Reparatur prüfen wir, welcher Teil des Geräts tatsächlich betroffen ist. So vermeiden wir unnötige Tauschaktionen und erhalten möglichst viele Originalteile.
Das gilt auch für Tastatur und Trackpad, die bei Flüssigkeitsschäden oft zuerst Aussetzer zeigen. Je nach Modell sind sie mit dem Topcase verbunden oder lassen sich einzeln tauschen.
Häufige Fragen
Welche Macs haben Apple Silicon?
Alle Macs, die Apple seit Ende 2020 neu vorgestellt hat. Ältere Modelle haben noch Intel-Prozessoren.
Kann ich den Arbeitsspeicher aufrüsten?
Nein, er sitzt im Chip-Gehäuse.
Laufen Intel-Programme auf Apple Silicon?
Die meisten über Rosetta 2.
Gehen bei einem Boardtausch Daten verloren?
Ohne Backup ja, weil die SSD an den Chip gebunden ist.
Ist Apple Silicon dasselbe wie der A-Chip im iPhone?
Beide gehören zur selben Familie, M-Chips sind für Mac und iPad gedacht.
Warum ist mein MacBook Air so leise?
Viele Modelle mit Apple Silicon haben gar keinen Lüfter.