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Glossar

Ultraweitwinkel

Die Ultraweitwinkel-Kamera erfasst einen sehr großen Bildausschnitt. In der Kamera-App ist sie meist als 0,5× gekennzeichnet und ideal für Landschaften, Räume und Gruppen.
Kurz erklärt

Mit dem Ultraweitwinkel passt deutlich mehr aufs Bild als mit der Hauptkamera. Der Bildwinkel liegt meist bei etwa 120 Grad, die Brennweite umgerechnet bei 13 bis 16 Millimetern. Das ist praktisch in engen Räumen, bei Architektur oder für Gruppenfotos, bei denen du nicht weiter zurücktreten kannst.

Anzeige in der App0,5× oder 0,6×
BildwinkelEtwa 110 bis 120 Grad
Typische Brennweite13 bis 16 mm
Oft auch fürMakrofotos

Wann der Ultraweitwinkel glänzt

Landschaft

Weite Panoramen ohne Schwenken.

Innenräume

Ganze Räume auf einem Bild, praktisch für Wohnungsanzeigen.

Gruppen

Alle aufs Bild, auch bei wenig Platz.

Makro

Viele Geräte nutzen die Ultraweitwinkel-Kamera für Nahaufnahmen.

Bei einigen Smartphones, etwa iPhone-Pro-Modellen ab dem iPhone 13 Pro, hat die Ultraweitwinkel-Kamera einen Autofokus, der sehr nah scharfstellen kann. Die Kamera-App wechselt dann bei Nahaufnahmen automatisch in den Makromodus. Das sieht man daran, dass das Bild kurz springt, wenn man sich einem Motiv nähert.

Verzerrung an den Rändern

Ein so großer Bildwinkel hat einen Preis. Gerade Linien am Bildrand wirken gebogen, und Menschen am Rand erscheinen gestreckt. Die Software korrigiert das inzwischen gut, aber nicht vollständig. Stelle Personen bei Gruppenfotos deshalb lieber in die Bildmitte. Außerdem ist der Sensor des Ultraweitwinkels meist kleiner als der der Hauptkamera. Bei Dunkelheit rauschen die Bilder stärker, und die Details lassen nach.

Typische Defekte

ProblemMögliche Ursache
0,5× zeigt ein schwarzes BildModul oder Flexkabel defekt
Makromodus stellt nicht scharfAutofokus des Ultraweitwinkels beschädigt
Milchiges BildKratzer oder Riss im Kameraglas über der Linse
Kamera-App springt nicht auf 0,5×Software-Fehler oder ausgefallenes Modul

Wie die anderen Kameras ist auch der Ultraweitwinkel ein eigenes Kameramodul. Bei einem Defekt wird nur dieses ersetzt. Weil das Kameraglas über dem Ultraweitwinkel oft am Rand der Kamerainsel sitzt, bekommt es bei Stürzen häufig etwas ab. Ein neues Glas kann dann schon reichen.

Schnelltest

Tippe in der Kamera-App auf 0,5× und richte das Handy auf ein Fenster. Ist das Bild schwarz, unscharf oder voller Lichtschleier, lohnt sich eine Prüfung.

Brennweite und Bildwinkel

Die Brennweite eines Objektivs bestimmt, wie viel von der Szene auf das Foto passt. Bei Smartphones wird sie meist als Kleinbild-Äquivalent angegeben, damit sie mit klassischen Kameras vergleichbar ist. Hauptkameras liegen oft bei etwa 24 bis 26 Millimetern. Ultraweitwinkel-Kameras haben meist rund 13 bis 16 Millimeter.

Daraus ergibt sich der Bildwinkel. Eine Ultraweitwinkel-Kamera erfasst bei vielen Smartphones etwa 120 Grad. Das ist ungefähr so viel, wie du mit beiden Augen wahrnimmst, ohne den Kopf zu drehen. In der Kamera-App wird die Ultraweitwinkel-Kamera meist als 0,5-fach angezeigt.

KameraTypische BrennweiteIn der App
Ultraweitwinkel13 bis 16 mm0,5x oder 0,6x
Hauptkamera24 bis 26 mm1x
TeleobjektivEtwa 50 bis 120 mm2x bis 5x

Der Wechsel zwischen den Kameras läuft in der App fließend. Wenn du von 1x auf 0,5x zoomst, schaltet das Smartphone im Hintergrund auf ein anderes Objektiv mit eigenem Sensor um. Weil beide Kameras unterschiedliche Farben liefern können, gleichen Hersteller sie per Software aneinander an.

Makrofotos mit dem Ultraweitwinkel

Viele Smartphones nutzen die Ultraweitwinkel-Kamera auch für Makroaufnahmen. Das klingt zunächst überraschend, hat aber einen technischen Grund. Ultraweitwinkel-Objektive können sehr nah an ein Motiv heran scharfstellen, oft bis auf wenige Zentimeter. Hat die Kamera einen Autofokus, lassen sich so Details wie Blüten, Insekten oder Texturen formatfüllend fotografieren.

Bei iPhones schaltet die Kamera ab dem iPhone 13 Pro automatisch auf die Ultraweitwinkel-Kamera um, wenn du dich einem Motiv sehr weit näherst. Das Bild wird dann vergrößert, damit der Bildausschnitt ähnlich bleibt. Diese automatische Umschaltung lässt sich in den Einstellungen abschalten, wenn sie stört.

Tipp

Wenn dein Bild beim Annähern an ein Motiv plötzlich kurz springt, wechselt die Kamera vermutlich auf das Ultraweitwinkel für den Makromodus. Das ist kein Defekt.

Warum Ultraweitwinkel-Fotos oft schwächer sind

Die Ultraweitwinkel-Kamera hat bei den meisten Smartphones einen kleineren Sensor als die Hauptkamera. Ein kleinerer Sensor fängt weniger Licht ein. Bei Tageslicht fällt das kaum auf, bei wenig Licht entstehen aber eher Bildrauschen und unscharfe Details. Auch fehlt der Ultraweitwinkel-Kamera bei vielen Geräten eine optische Bildstabilisierung.

Hersteller gleichen das teilweise mit Software aus. Nachtmodi kombinieren mehrere Aufnahmen, und die Bildverarbeitung korrigiert Verzerrungen und Farbsäume. In den letzten Jahren haben viele Hersteller die Ultraweitwinkel-Kamera außerdem mit höher auflösenden Sensoren ausgestattet, sodass die Qualität deutlich gestiegen ist.

AspektHauptkameraUltraweitwinkel
SensorgrößeMeist größerMeist kleiner
LichtempfindlichkeitHöherGeringer
BildstabilisierungHäufig optischOft nur elektronisch
VerzerrungGeringAm Rand deutlicher

Für die beste Qualität mit dem Ultraweitwinkel brauchst du vor allem Licht. Draußen bei Tag liefern auch günstigere Smartphones mit Ultraweitwinkel gute Ergebnisse. In Innenräumen lohnt es sich, das Smartphone ruhig zu halten oder abzustützen.

Tipps für bessere Ultraweitwinkel-Fotos

Halte das Smartphone möglichst gerade. Beim Ultraweitwinkel wirken gekippte Linien besonders stark, und Gebäude scheinen nach hinten zu kippen. Viele Kamera-Apps blenden ein Gitter oder eine Wasserwaage ein, die dabei hilft. Auch das nachträgliche Begradigen in der Foto-App funktioniert gut.

Platziere Menschen nicht an den Bildrand. Dort werden sie am stärksten verzerrt, Gesichter wirken breiter und Arme länger. Für Gruppenfotos ist die Mitte des Bildes der beste Platz. Viele Smartphones korrigieren Gesichter am Rand inzwischen automatisch, ganz verhindern lässt sich die Verzerrung aber nicht.

Nutze einen Vordergrund. Ultraweitwinkel-Fotos wirken besonders räumlich, wenn ein Objekt nah vor der Kamera steht und der Hintergrund weit dahinter liegt. So entsteht ein starker Tiefeneindruck, etwa bei Landschaften mit Felsen oder Blumen im Vordergrund.

Für Innenräume und Architektur lohnt es sich, aus einer Ecke heraus zu fotografieren. So wirkt der Raum größer, und die Linien laufen gleichmäßig zur Bildmitte. Immobilienfotos entstehen deshalb oft mit Ultraweitwinkel.

Schäden am Kameraglas

Die Ultraweitwinkel-Kamera sitzt wie die anderen Kameras hinter einem kleinen Schutzglas. Ist dieses Glas gesprungen oder zerkratzt, entstehen Lichtreflexe, Schleier oder unscharfe Stellen im Bild. Weil das Ultraweitwinkel einen großen Bildwinkel hat, fallen Kratzer am Rand des Glases dort besonders schnell auf.

Ist nur das Glas beschädigt, lässt es sich bei vielen Geräten einzeln tauschen. Das ist deutlich weniger aufwendig als der Tausch des ganzen Kameramoduls. Ist Staub oder Feuchtigkeit hinter das Glas gelangt, muss das Modul gereinigt oder ersetzt werden.

Kratzer

Schleier und Reflexe im Bild.

Feuchtigkeit

Beschlag hinter dem Glas.

Glas tauschen

Oft ohne neues Kameramodul möglich.

Ultraweitwinkel im Video

Beim Filmen hat die Ultraweitwinkel-Kamera einen besonderen Vorteil: Bewegungen wirken ruhiger. Weil der Bildwinkel so groß ist, fallen kleine Wackler weniger auf. Viele Actionmodi nutzen deshalb das Ultraweitwinkel, schneiden das Bild zu und stabilisieren es elektronisch. Das Ergebnis sind sehr ruhige Aufnahmen beim Laufen oder Radfahren.

Für Vlogs und Videos in engen Räumen ist das Ultraweitwinkel ebenfalls praktisch. Du bekommst mehr von der Umgebung ins Bild, auch wenn du das Smartphone mit ausgestrecktem Arm hältst.

Ultraweitwinkel für räumliche Aufnahmen

Neuere iPhones nutzen die Ultraweitwinkel-Kamera zusammen mit der Hauptkamera für räumliche Videos und Fotos. Dabei nehmen beide Kameras gleichzeitig auf, ähnlich wie zwei Augen. Daraus entsteht ein dreidimensionaler Eindruck, der sich auf einer VR-Brille wie der Apple Vision Pro betrachten lässt. Je nach Modell wird das iPhone dafür im Querformat gehalten.

Auch für Porträtfotos und Tiefeninformationen arbeiten Haupt- und Ultraweitwinkel-Kamera bei manchen Geräten zusammen. Die zwei Blickwinkel helfen dabei, den Abstand von Objekten zu berechnen. Fällt die Ultraweitwinkel-Kamera aus, können deshalb auch andere Kamerafunktionen eingeschränkt sein.

Wenn die Ultraweitwinkel-Kamera nicht startet

Lässt sich die Ultraweitwinkel-Kamera nicht mehr auswählen oder bleibt das Bild schwarz, während die Hauptkamera normal funktioniert, liegt meist ein Problem am Modul selbst oder an seinem Anschluss. Bei vielen Smartphones sind die Kameras als einzelne Module verbaut und über eigene Stecker mit der Platine verbunden.

Nach einem Sturz kann sich ein Stecker leicht gelöst haben. Dann reicht es, ihn neu zu verbinden. Ist das Modul beschädigt, wird es getauscht. Bei iPhones ist die Kamera mit dem Gerät gekoppelt, sodass nach dem Tausch ein Hinweis erscheinen kann, solange das Teil nicht über den offiziellen Weg gekoppelt wurde.

  1. Kamera-App neu starten. Manchmal hängt nur die Software.
  2. Gerät neu starten. Behebt viele vorübergehende Fehler.
  3. Andere Kamera-App testen. Zeigt, ob das Problem in der App oder in der Hardware liegt.
  4. Werkstatt. Bleibt das Bild schwarz, Stecker und Modul prüfen lassen.

Zusammengefasst erweitert die Ultraweitwinkel-Kamera die Möglichkeiten deines Smartphones deutlich. Sie bringt mehr aufs Bild, ermöglicht Makrofotos und sorgt für ruhige Videos. Mit etwas Übung beim Bildaufbau entstehen damit Fotos, die mit der Hauptkamera allein nicht möglich wären.

Häufige Fragen

Warum sind Ultraweitwinkel-Fotos nachts schlechter?

Der Sensor ist kleiner und bekommt weniger Licht.

Kann ich die Verzerrung entfernen?

Viele Kamera-Apps korrigieren automatisch. In Bildbearbeitungs-Apps lässt sich nachkorrigieren.

Nutzt mein Handy den Ultraweitwinkel für Makro?

Bei vielen Modellen ja. Die Kamera schaltet bei Nahaufnahmen automatisch um.

Ist der Ultraweitwinkel dasselbe wie Fischauge?

Nein, ein Fischauge verzerrt viel stärker und hat einen noch größeren Bildwinkel.

Was tun, wenn der Makromodus stört?

Bei vielen Geräten lässt sich die automatische Makro-Umschaltung in den Kameraeinstellungen abschalten.

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