Foldables gibt es seit 2019. Möglich wurden sie durch flexible OLED-Displays, die sich biegen lassen, ohne zu brechen. Bekannte Beispiele sind die Galaxy Z Fold- und Flip-Reihe von Samsung, das Pixel Fold von Google und das razr von Motorola. Es gibt zwei Bauformen: aufklappbar wie ein Buch zu einem Tablet, oder zusammenklappbar wie eine Puderdose zu einem kleinen Quadrat.
Wie das faltbare Display funktioniert
Das Innendisplay ist ein OLED-Panel auf einem biegsamen Kunststoffträger. Statt einer dicken Glasscheibe schützt es eine sehr dünne Glasschicht, oft UTG (Ultra Thin Glass) genannt, und darüber eine werkseitig aufgebrachte Schutzfolie. Das Scharnier ist so konstruiert, dass das Display im gefalteten Zustand einen Bogen bildet und nicht geknickt wird. An der Faltstelle ist trotzdem oft eine leichte Falte sichtbar. Das ist normal und kein Defekt.
So behandelst du ein Foldable richtig
Schutzfolie nicht abziehen
Die Folie auf dem Innendisplay gehört zum Aufbau. Beginnt sie sich zu lösen, lass sie fachgerecht ersetzen.
Keine harten Gegenstände
Fingernägel, Stifte oder Schlüssel können das Innendisplay eindrücken.
Staub und Wasser
Viele Foldables sind nur gegen Spritzwasser geschützt, nicht gegen Staub. Sand im Scharnier kann Schäden verursachen.
Kälte
Bei Frost möglichst nicht öffnen, das Material ist dann weniger flexibel.
Typische Schäden
| Schaden | Anzeichen |
|---|---|
| Innendisplay beschädigt | Linien, Flecken, schwarze Bereiche entlang der Falte |
| Schutzfolie löst sich | Blasen am Rand oder an der Faltstelle |
| Scharnier | Knarzen, ungleichmäßiges Öffnen, Spalt beim Schließen |
| Außendisplay | Wie bei einem normalen Smartphone: Glasbruch, Touch-Probleme |
| Flexkabel im Scharnier | Display flackert beim Öffnen oder fällt aus |
Foldables reparieren
Die Reparatur eines Foldables ist aufwendiger als bei einem normalen Smartphone. Das Innendisplay ist groß, empfindlich und oft mit dem Rahmen verbunden. Für einen fachgerechten Tausch müssen viele Teile zerlegt werden, und die Ersatzteile sind teurer. Die Schutzfolie lässt sich dagegen in vielen Fällen einzeln erneuern. Auch das Außendisplay und der Akku sind übliche Reparaturen.
Wenn ein Foldable nach einem Sturz Probleme macht, schalte es aus und bring es zeitnah zur Prüfung. Ein leicht beschädigtes Innendisplay kann sich durch weiteres Falten schnell verschlechtern.
Bauformen von Foldables
| Bauform | Wie es gefaltet wird | Beispiele |
|---|---|---|
| Buchformat | Öffnet wie ein Buch zu einem Tablet | Galaxy Z Fold, Pixel Fold |
| Klappformat | Klappt wie ein altes Klapphandy | Galaxy Z Flip, Motorola razr |
| Dreifach gefaltet | Zwei Scharniere, sehr großes Display | Erste Modelle verschiedener Hersteller |
Das Buchformat richtet sich an Menschen, die unterwegs ein großes Display für Arbeit, Lesen oder Videos wollen. Zugeklappt ist es ein normales, etwas dickeres Smartphone mit eigenem Außendisplay. Das Klappformat geht den umgekehrten Weg: Aufgeklappt ist es ein normal großes Smartphone, zugeklappt passt es in jede kleine Tasche.
Bei beiden Formen sitzt das große, faltbare Display innen. Es ist im zugeklappten Zustand geschützt, aber auch nicht direkt sichtbar. Deshalb haben fast alle Foldables zusätzlich ein Außendisplay, das beim Klappformat kleiner und beim Buchformat fast so groß wie bei einem normalen Smartphone ist.
Das Scharnier als Herzstück
Das Scharnier ist eines der aufwendigsten Bauteile eines Foldables. Es muss hunderttausende Faltvorgänge aushalten, das Display dabei schonend biegen und das Gerät in verschiedenen Winkeln halten. Hersteller geben für ihre Scharniere meist eine Lebensdauer von mindestens 200.000 Faltvorgängen an. Das entspricht etwa 100 Faltvorgängen am Tag über mehr als fünf Jahre.
Moderne Scharniere sorgen dafür, dass das Display beim Zuklappen nicht scharf geknickt wird, sondern in einer Art Tropfenform gebogen wird. Das reduziert die Belastung und macht die Falte im aufgeklappten Zustand weniger sichtbar. Gleichzeitig halten Bürsten oder Abdeckungen im Scharnier Staub und Schmutz fern.
Ein Problem bleibt die Empfindlichkeit gegenüber Partikeln. Gelangt ein Sandkorn zwischen die Displayhälften, kann es beim Zuklappen Druckstellen oder Risse verursachen. Deshalb sind die meisten Foldables nicht oder nur eingeschränkt gegen Staub geschützt.
Was das faltbare Display besonders macht
Normale Smartphone-Displays sind durch dickes, hartes Glas geschützt. Ein faltbares Display braucht dagegen eine flexible Oberfläche. Hersteller setzen auf ultradünnes Glas, das so dünn ist, dass es sich biegen lässt. Darüber liegt eine werkseitig angebrachte Schutzfolie aus Kunststoff.
Diese Schutzfolie ist Teil des Displays und darf nicht selbst entfernt werden. Sie schützt das empfindliche Glas vor Kratzern und Stößen. Löst sie sich mit der Zeit an den Rändern oder bekommt Blasen, sollte sie von einer Werkstatt oder dem Hersteller ersetzt werden. Ein Abziehen auf eigene Faust kann das Display beschädigen.
Wichtig
Drücke nie mit Fingernägeln, Stiften oder anderen harten Gegenständen auf das Innendisplay, sofern es nicht ausdrücklich für einen Eingabestift freigegeben ist. Schon leichter Druck kann sichtbare Spuren hinterlassen.
Wasser- und Staubschutz
Viele aktuelle Foldables sind gegen Wasser geschützt, oft nach IPX8. Das bedeutet, dass sie ein Untertauchen in Süßwasser unter bestimmten Bedingungen überstehen. Gegen Staub sind die meisten Modelle dagegen nicht oder nur eingeschränkt geschützt. Erste Modelle erreichen inzwischen einen Grundschutz gegen größere Partikel.
Der Grund ist das Scharnier. Bewegliche Teile lassen sich gut gegen Wasser abdichten, aber kaum vollständig gegen feinen Staub. Sand am Strand ist für ein Foldable deshalb gefährlicher als ein Regenschauer. Nach einem Strandtag solltest du das Gerät vorsichtig reinigen, bevor du es zuklappst.
Zwei Akkus in einem Gerät
Die meisten Foldables haben nicht einen, sondern zwei Akkus. Jeder sitzt in einer Hälfte des Geräts, verbunden über das Scharnier. So wird das Gewicht gleichmäßig verteilt, und das Gerät liegt in beiden Zuständen gut in der Hand.
Für einen Akku-Tausch bedeutet das mehr Aufwand. Beide Akkus sind meist fest verklebt und müssen vorsichtig gelöst werden. Weil sie gemeinsam altern, ist es in der Regel sinnvoll, beide gleichzeitig zu tauschen. Dabei muss besonders auf die Flexkabel geachtet werden, die durch das Scharnier verlaufen.
Auch beim Laden gibt es eine Besonderheit. Weil die Akkus in beiden Hälften sitzen, verteilt das Gerät die Energie über das Scharnier. Ein Defekt an diesen Verbindungen kann dazu führen, dass nur ein Akku geladen wird und die Laufzeit stark sinkt.
Die sichtbare Falte
Bei fast allen Foldables ist in der Mitte des Innendisplays eine leichte Falte zu sehen oder zu fühlen. Sie entsteht, weil das Display an dieser Stelle immer wieder gebogen wird. Hersteller haben die Falte mit jeder Generation weniger auffällig gemacht, ganz verschwunden ist sie aber nicht.
Im normalen Gebrauch fällt die Falte vor allem bei seitlichem Licht oder dunklen Inhalten auf. Beim Blick von vorn ist sie meist kaum sichtbar. Wird die Falte mit der Zeit deutlich stärker oder bilden sich an ihr helle Linien, Pixelfehler oder Risse, ist das ein Hinweis auf einen beginnenden Displayschaden.
| Beobachtung | Einschätzung |
|---|---|
| Leichte Falte, gleichbleibend | Normal |
| Falte wird deutlich tiefer | Prüfen lassen |
| Helle oder dunkle Linie entlang der Falte | Beginnender Displayschaden |
| Schutzfolie löst sich an der Falte | Folie ersetzen lassen |
| Bild flackert entlang der Falte | Flexkabel oder Display beschädigt |
So hält dein Foldable länger
- Sauber zuklappen. Vor dem Schließen prüfen, dass nichts zwischen den Hälften liegt.
- Nicht in die Gesäßtasche. Druck auf das zugeklappte Gerät belastet Scharnier und Display.
- Passende Hülle. Eine Hülle, die das Scharnier schützt, ohne beim Falten zu stören.
- Nicht bei Kälte falten. Bei sehr niedrigen Temperaturen werden Materialien steifer.
- Schutzfolie beobachten. Blasen oder abgelöste Ränder frühzeitig tauschen lassen.
Auch beim Öffnen gibt es einen Trick: Halte das Gerät mit beiden Händen und öffne es gleichmäßig, statt es mit einer Hand aufzuschnappen. Das schont das Scharnier und verteilt die Belastung gleichmäßiger.
Was eine Foldable-Reparatur aufwendig macht
Die Reparatur eines Foldables ist deutlich anspruchsvoller als bei einem normalen Smartphone. Das Innendisplay ist groß, dünn und empfindlich. Es ist meist mit dem Rahmen und dem Scharnier verbunden und muss mit großer Sorgfalt gelöst werden. Schon beim Ausbau kann das Display reißen, wenn zu viel Kraft oder Wärme angewendet wird.
Hinzu kommen die Flexkabel, die durch das Scharnier verlaufen. Sie verbinden die beiden Hälften des Geräts und werden bei jedem Faltvorgang bewegt. Mit der Zeit können sie brechen, was zu Ausfällen des Displays oder einzelner Funktionen führt. Auch sie lassen sich tauschen, erfordern aber eine fast vollständige Zerlegung.
Für viele Reparaturen am Innendisplay ist deshalb ein Originalteil sinnvoll, weil Passform und Qualität hier besonders wichtig sind. Wir beraten dich vorab, welche Reparatur bei deinem Modell möglich ist.
Zusammengefasst sind Foldables faszinierende Geräte, die viel Technik auf kleinem Raum vereinen. Sie verlangen aber etwas mehr Sorgfalt im Alltag als ein normales Smartphone. Wer auf Sand, Druck und scharfe Gegenstände achtet und die Schutzfolie rechtzeitig erneuern lässt, hat lange Freude an seinem Gerät.
Häufige Fragen
Ist die Falte im Display normal?
Ja, eine leichte Falte ist bei allen Foldables sichtbar.
Darf ich die Schutzfolie abziehen?
Nein. Sie gehört zum Display und schützt die dünne Glasschicht.
Wie oft kann man ein Foldable falten?
Hersteller geben Werte von mehreren Hunderttausend Faltvorgängen an.
Sind Foldables wasserdicht?
Viele neuere Modelle haben einen Schutz gegen Wasser, aber meist nicht gegen Staub.
Lohnt sich eine Reparatur?
Bei neueren Modellen in der Regel ja. Wir besprechen vorher mit dir den Aufwand.