Ein Cache ist ein Zwischenspeicher. Programme und Apps legen dort Daten ab, die sie oft brauchen, damit sie beim nächsten Mal schneller verfügbar sind. Der Browser speichert Bilder besuchter Webseiten, eine Streaming-App Vorschaubilder, eine Karten-App Kartenausschnitte. Auch im Prozessor gibt es einen Cache, dort allerdings als extrem schnellen Speicher direkt im Chip. Meist ist mit Cache im Alltag aber der App- oder Browser-Cache gemeint.
Verschiedene Arten von Cache
| Cache | Wo | Was gespeichert wird |
|---|---|---|
| App-Cache | In jeder App | Bilder, Vorschauen, temporäre Dateien |
| Browser-Cache | Im Browser | Teile besuchter Webseiten |
| System-Cache | Im Betriebssystem | Vorbereitete Systemdaten |
| CPU-Cache | Im Prozessor | Häufig benötigte Rechendaten |
App- und Browser-Cache können mit der Zeit mehrere Gigabyte belegen. Das ist kein Fehler, sondern gewollt: Je mehr im Cache liegt, desto weniger muss neu geladen werden. Wird der Speicher knapp, räumen iOS und Android den Cache teils selbstständig auf.
Wann sich das Löschen lohnt
App spinnt
Eine App stürzt ab oder zeigt veraltete Inhalte.
Speicher voll
Viel Platz wird von einer App belegt.
Webseite falsch
Eine Seite lädt nicht richtig oder zeigt alte Daten.
Nach Update
Probleme nach einem App-Update.
Das Löschen des Caches entfernt keine persönlichen Daten wie Fotos, Nachrichten oder Anmeldungen. Es kann aber sein, dass Inhalte danach zunächst etwas langsamer laden, weil sie neu geholt werden müssen. Den Cache regelmäßig ohne Grund zu löschen, bringt keinen Vorteil.
So löschst du den Cache
- Android. Einstellungen › Apps › App wählen › Speicher › Cache leeren.
- iPhone. iOS hat keinen allgemeinen Knopf. Viele Apps bieten in ihren Einstellungen eine Option, sonst hilft App auslagern oder neu installieren.
- Safari. Einstellungen › Apps › Safari › Verlauf und Websitedaten löschen.
- Chrome. Im Browser unter Verlauf › Browserdaten löschen.
Bei älteren Android-Geräten gab es zusätzlich die Möglichkeit, im Recovery-Modus die Cache-Partition des Systems zu löschen. Das half nach Updates gegen Ruckler oder Abstürze. Bei vielen neueren Geräten gibt es diese Option nicht mehr.
Was das Löschen nicht kann
Ist ein Gerät dauerhaft langsam, liegt es selten nur am Cache. Häufiger sind ein fast voller Speicher, ein schwacher Akku, der die Leistung drosselt, oder Hardwareprobleme. Wenn Cache-Löschen und Neustart nicht helfen, lohnt ein Blick auf Akkuzustand und Speicherbelegung.
Erst Neustart
Bei vielen App-Problemen reicht ein einfacher Neustart. Wenn das nicht hilft, ist das Leeren des Caches der nächste Schritt.
Das Prinzip hinter dem Cache
Ein Cache ist ein Zwischenspeicher, der häufig benötigte Daten näher an den Ort bringt, wo sie gebraucht werden. Das Prinzip ist überall gleich: Statt Daten jedes Mal neu von einer langsamen Quelle zu holen, werden sie einmal geladen und dann aus dem schnelleren Zwischenspeicher gelesen. Das spart Zeit, Strom und oft auch Datenvolumen.
Du kennst das Prinzip aus dem Alltag. Wer kocht, stellt die häufig gebrauchten Gewürze neben den Herd und holt nicht jedes Mal alles aus dem Keller. Genauso arbeitet ein Cache. Er funktioniert umso besser, je öfter dieselben Daten gebraucht werden.
Der Nachteil: Ein Cache kann veraltete oder beschädigte Daten enthalten. Dann zeigt eine App alte Inhalte an, eine Webseite sieht falsch aus oder ein Programm stürzt ab. Genau dann hilft es, den Cache zu leeren. Die Daten werden danach frisch von der Quelle geladen.
Cache im Prozessor
Ganz unten in der Technik sitzt der Cache im Prozessor. Der Prozessor rechnet viel schneller, als der Arbeitsspeicher Daten liefern kann. Deshalb hat jeder moderne Prozessor mehrere Stufen von sehr schnellem Zwischenspeicher direkt auf dem Chip. Diese Stufen heißen L1, L2 und L3.
| Stufe | Größe | Geschwindigkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| L1 | Sehr klein, wenige Dutzend KB pro Kern | Am schnellsten | Direkt am Rechenkern |
| L2 | Mittel, oft einige MB | Sehr schnell | Meist pro Kern oder Kerngruppe |
| L3 | Groß, oft viele MB | Schnell | Von allen Kernen gemeinsam genutzt |
Diesen Cache kannst und musst du nicht leeren. Er wird vom Prozessor selbst verwaltet. Ein großer Prozessor-Cache ist aber ein Grund, warum manche Chips bei Spielen oder großen Programmen schneller sind als andere mit gleichem Takt.
Browser-Cache und Cookies
Dein Browser speichert Bilder, Schriften, Skripte und ganze Seiten im Cache. Besuchst du eine Seite erneut, lädt sie deutlich schneller. Zeigt eine Seite aber nach einer Änderung noch den alten Stand oder ist das Layout verschoben, hilft es, den Cache zu leeren oder die Seite ohne Cache neu zu laden.
Cookies sind etwas anderes als der Cache. Sie speichern zum Beispiel, dass du angemeldet bist, was in deinem Warenkorb liegt oder welche Sprache du gewählt hast. Löschst du Cookies, musst du dich bei vielen Seiten neu anmelden. Löschst du nur den Cache, bleiben die Anmeldungen meist bestehen.
| Cache | Cookies | |
|---|---|---|
| Inhalt | Bilder, Skripte, Seiteninhalte | Anmeldungen, Einstellungen, Warenkorb |
| Zweck | Seiten schneller laden | Dich wiedererkennen |
| Nach dem Löschen | Seiten laden einmal langsamer | Erneute Anmeldung nötig |
Cache auf iPhone und Android
Auf Android-Geräten kannst du den Cache jeder App einzeln leeren. Du findest die Option unter Einstellungen, Apps, die gewünschte App und dann Speicher. Dort gibt es zwei Schaltflächen: Cache leeren entfernt nur zwischengespeicherte Dateien. Daten löschen setzt die App komplett zurück, inklusive Anmeldungen und Einstellungen.
Auf dem iPhone gibt es keine allgemeine Funktion zum Leeren des App-Caches. Einige Apps bieten diese Option in ihren eigenen Einstellungen an, etwa Browser oder Messenger. Alternativ kannst du eine App unter Einstellungen, Allgemein, iPhone-Speicher auslagern. Dabei wird die App gelöscht, deine Dokumente bleiben aber erhalten. Nach der Neuinstallation ist der Cache leer.
Für Safari leerst du den Cache unter Einstellungen, Apps, Safari mit der Option Verlauf und Websitedaten löschen. Dabei werden auch Cookies und Verlauf entfernt.
Weitere Caches im System
Neben App- und Browser-Cache gibt es weitere Zwischenspeicher, die im Hintergrund arbeiten. Der DNS-Cache merkt sich, welche Internetadresse zu welchem Server gehört. Ist er veraltet, lassen sich manche Seiten plötzlich nicht mehr aufrufen. Ein Neustart des Geräts oder des Routers leert ihn.
Festplatten und SSDs haben eigene Caches, die das Lesen und Schreiben beschleunigen. Betriebssysteme halten außerdem häufig genutzte Dateien im Arbeitsspeicher vor. Das ist der Grund, warum der Arbeitsspeicher auf modernen Geräten fast immer gut gefüllt ist. Ungenutzter Arbeitsspeicher wäre verschwendet, deshalb nutzt das System ihn als Cache und gibt ihn bei Bedarf sofort frei.
Cache und Privatsphäre
Der Cache verrät manchmal mehr, als dir lieb ist. Aus dem Browser-Cache lässt sich zum Beispiel ablesen, welche Seiten du besucht hast. Wenn du ein Gerät mit anderen teilst oder weitergibst, solltest du deshalb Cache, Verlauf und Cookies löschen. Im privaten Modus des Browsers werden diese Daten beim Schließen des Fensters automatisch entfernt.
Vor dem Verkauf eines Smartphones reicht das Leeren des Caches nicht aus. Setze das Gerät komplett auf Werkseinstellungen zurück. Nur so werden alle Daten, Konten und Zwischenspeicher zuverlässig entfernt.
Mythen rund um den Cache
Rund um den Cache halten sich einige hartnäckige Irrtümer. Der bekannteste: Regelmäßiges Leeren macht das Handy schneller. Das Gegenteil ist oft der Fall. Nach dem Leeren müssen Apps und Webseiten alle Daten neu laden. Das kostet Zeit, Akku und Datenvolumen. Erst wenn der Cache wieder aufgebaut ist, laufen sie so schnell wie vorher.
- Cleaner-Apps sind nötig. Nein. iOS und Android verwalten den Cache selbst. Viele Cleaner-Apps zeigen vor allem Werbung.
- Ein voller Cache ist schlecht. Nicht grundsätzlich. Er ist voll, weil er genutzt wird.
- Cache leeren löscht meine Fotos. Nein. Fotos, Nachrichten und Dokumente liegen nicht im Cache.
- Cache leeren repariert jedes Problem. Nur Probleme, die durch veraltete oder beschädigte Zwischendaten entstehen.
Sinnvoll ist das Leeren gezielt: wenn eine bestimmte App sich falsch verhält, wenn der Speicher knapp wird und eine App ungewöhnlich viel Cache angesammelt hat, oder wenn eine Webseite nicht richtig angezeigt wird.
Cache am Computer leeren
Unter Windows findest du temporäre Dateien unter Einstellungen, System, Speicher. Die Funktion Speicheroptimierung kann solche Dateien automatisch entfernen. Unter macOS liegen App-Caches im Ordner Library, Caches deines Benutzerordners. Dort solltest du aber nur dann Dateien löschen, wenn du genau weißt, zu welchem Programm sie gehören. In den meisten Fällen reicht ein Neustart oder das Leeren des Caches in der jeweiligen App.
Bei Problemen mit einem bestimmten Programm hilft es oft, das Programm zu beenden, seinen Cache über die eigenen Einstellungen zu leeren und es neu zu starten. Viele Programme wie Browser, Teams oder Spotify bieten dafür eine eigene Option.
Wird dein Computer trotz allem immer langsamer, liegt die Ursache selten im Cache. Häufiger sind ein fast volles Laufwerk, zu wenig Arbeitsspeicher, viele Autostart-Programme oder eine alte Festplatte. Dann bringt ein Tausch gegen eine SSD oft mehr als jede Aufräumaktion.
Wir prüfen auf Wunsch, woran es bei deinem Gerät hakt.
Häufige Fragen
Werden beim Cache-Löschen meine Fotos gelöscht?
Nein, nur Zwischendaten.
Muss ich den Cache regelmäßig löschen?
Nein, nur bei Problemen oder Speichermangel.
Macht Cache-Löschen das Handy schneller?
Selten dauerhaft, es kann aber Fehler beheben.
Was ist der Unterschied zwischen Cache und Daten löschen?
Daten löschen setzt die App komplett zurück, inklusive Anmeldungen.
Warum ist der Cache so groß?
Apps speichern viele Bilder und Inhalte, um schneller zu laden.