Xiaomi hat HyperOS Ende 2023 vorgestellt. Es ersetzt MIUI, die Oberfläche, die Xiaomi über zehn Jahre genutzt hat. Auf Smartphones baut HyperOS auf Android auf. Xiaomi nutzt das System aber auch für Smart-Home-Geräte und Autos, damit alles besser zusammenspielt.
Was sich gegenüber MIUI geändert hat
Für Nutzer wirkt HyperOS auf den ersten Blick ähnlich wie MIUI. Unter der Oberfläche hat Xiaomi aber viel verändert: Das System soll schlanker sein, weniger Speicher brauchen und Geräte wie Tablets, Uhren und Smart-Home-Produkte besser verbinden. Viele ältere Geräte haben HyperOS als Update bekommen, manche sind bei MIUI geblieben.
Tipps für Xiaomi-Geräte
Akku-Optimierung
HyperOS beendet Apps im Hintergrund oft aggressiv. Bei wichtigen Apps die Akku-Einschränkung in den App-Einstellungen lockern.
Werbung
In einigen Systemapps erscheint Werbung. Sie lässt sich in den Einstellungen der jeweiligen App reduzieren.
Updates
Unter Einstellungen › Über das Telefon prüfen.
Backup
Über das Xiaomi-Konto oder Google sichern.
Bootloader bei Xiaomi
Xiaomi erlaubt grundsätzlich, den Bootloader zu entsperren. Die Bedingungen dafür hat der Hersteller mit HyperOS aber verschärft, mit Wartezeiten und Auflagen. Nach dem Entsperren werden alle Daten gelöscht, und manche Apps wie Banking-Apps funktionieren unter Umständen nicht mehr. Für normale Nutzer ist das nicht nötig.
Bei Reparaturen verhalten sich Xiaomi-Geräte meist unkompliziert. Displays, Akkus und Ladebuchsen lassen sich tauschen, ohne dass das System Teile sperrt. Wichtig ist eine gute Ersatzteilqualität, denn gerade bei AMOLED-Displays gibt es große Unterschiede.
Typische Probleme bei Xiaomi-Geräten
Häufig fragen uns Xiaomi-Nutzer nach Benachrichtigungen, die zu spät kommen. Das liegt meist an der strengen Akku-Optimierung, die Apps im Hintergrund schließt. Abhilfe schaffst du in den App-Einstellungen unter Akkusparmodus und Autostart. Ein weiteres Thema sind Updates, die nach dem Download nicht installiert werden. Hier helfen oft ein Neustart und mehr freier Speicher.
Bei Hardware-Problemen wie einem gebrochenen Display, einer schwachen Ladebuchse oder einem verschlissenen Akku sind Xiaomi-, Redmi- und Poco-Geräte in der Regel gut reparierbar. Weil die Modellvielfalt sehr groß ist, lohnt es sich, Modellnummer und genaue Bezeichnung bereitzuhalten. Du findest sie unter Einstellungen › Über das Telefon.
Was HyperOS ist
HyperOS ist die Bedienoberfläche des chinesischen Herstellers Xiaomi. Sie hat Ende 2023 die bisherige Oberfläche MIUI abgelöst und läuft auf Smartphones und Tablets der Marken Xiaomi, Redmi und POCO. Technisch basiert HyperOS weiterhin auf Android. Du nutzt also den Google Play Store und dieselben Apps wie auf anderen Android-Geräten.
Xiaomi beschreibt HyperOS als Betriebssystem für ein ganzes Ökosystem. Neben Smartphones sollen auch Smart-Home-Geräte, Wearables und sogar Autos des Herstellers auf derselben Grundlage laufen. Für dich als Nutzer bedeutet das vor allem eine einfachere Verbindung zwischen Xiaomi-Geräten.
Inzwischen gibt es mehrere Hauptversionen von HyperOS. Jede bringt neue Funktionen, ein überarbeitetes Design und meist eine neue Android-Version mit. Welche Version dein Gerät bekommt, hängt vom Modell und seinem Alter ab.
HyperOS im Vergleich mit anderen Oberflächen
Jeder große Android-Hersteller hat seine eigene Oberfläche. Sie unterscheiden sich in Design, Zusatzfunktionen und Update-Politik. Ein Überblick hilft bei der Einordnung.
| Oberfläche | Hersteller | Besonderheit |
|---|---|---|
| HyperOS | Xiaomi, Redmi, POCO | Starke Verzahnung mit Xiaomi-Ökosystem |
| One UI | Samsung | Viele Zusatzfunktionen, lange Updates |
| HarmonyOS | Huawei | Teils ohne Google-Dienste |
| Pixel-Android | Nah am reinen Android |
Mehr zu den Alternativen findest du unter One UI und HarmonyOS.
Updates unter HyperOS
Xiaomi verteilt Updates als OTA-Update direkt auf das Gerät. Die Verteilung erfolgt oft schrittweise nach Region und Modell. Es kann also sein, dass ein Bekannter ein Update schon hat, während dein Gerät noch wartet.
Für neuere Oberklasse-Modelle verspricht Xiaomi mehrere Jahre Updates. Bei günstigen Einsteigergeräten ist der Zeitraum oft kürzer. Prüfe vor dem Kauf, wie lange dein Wunschmodell noch Sicherheitsupdates erhält. Danach bleibt das Gerät nutzbar, wird aber zunehmend anfällig für Sicherheitslücken.
Vor einem großen Versions-Update lohnt sich immer ein Backup. Updates laufen meist reibungslos, doch falls etwas schiefgeht, sind deine Daten so geschützt.
Datenschutz und Einstellungen
Nach der Einrichtung lohnt sich ein Gang durch die Einstellungen. Bei manchen Xiaomi-Geräten sind personalisierte Empfehlungen und Werbung in System-Apps aktiviert. Du kannst sie in den Einstellungen der jeweiligen Apps und unter Datenschutz weitgehend abschalten.
Prüfe außerdem die App-Berechtigungen. HyperOS zeigt übersichtlich, welche App auf Standort, Kamera oder Mikrofon zugreift. Ein kleiner Hinweis am Bildschirmrand verrät, wenn gerade eine App Kamera oder Mikrofon nutzt.
- Empfehlungen abschalten. In System-Apps wie Dateimanager oder Sicherheit findest du meist einen Schalter für Empfehlungen.
- Berechtigungen prüfen. Unter Datenschutz siehst du, welche Apps welche Rechte haben. Entziehe unnötige Rechte.
- Vorinstallierte Apps prüfen. Viele vorinstallierte Apps lassen sich deinstallieren oder deaktivieren, wenn du sie nicht brauchst.
Daten unter HyperOS sichern
Für Sicherungen bietet HyperOS mehrere Wege. Die Xiaomi Cloud speichert Kontakte, Notizen, Fotos und Einstellungen. Alternativ kannst du ein Cloud-Backup über dein Google-Konto nutzen. Beide Varianten lassen sich auch kombinieren.
Zusätzlich gibt es eine lokale Sicherung auf dem Gerät oder auf einem Computer. Sie ist nützlich, wenn du viele Daten hast und den Cloud-Speicher nicht erweitern möchtest. Achte aber darauf, die Sicherung nicht nur auf dem Smartphone selbst liegen zu lassen. Geht das Gerät kaputt, ist sie sonst ebenfalls verloren.
Für den Wechsel auf ein neues Xiaomi-Gerät gibt es eine eigene Übertragungsfunktion. Sie kopiert Apps, Daten und viele Einstellungen direkt vom alten auf das neue Smartphone.
Xiaomi-Konto und Gerätesperre
Ähnlich wie bei Google und Apple gibt es auch bei Xiaomi ein eigenes Konto. Ist es auf dem Gerät angemeldet und „Gerät finden“ aktiv, ist das Smartphone nach einem Zurücksetzen gesperrt. Nur mit den Zugangsdaten des Kontos lässt es sich wieder einrichten.
Zusätzlich greift die FRP-Sperre von Google. Wer ein gebrauchtes Xiaomi kauft, sollte deshalb darauf achten, dass der Vorbesitzer sich aus allen Konten abgemeldet hat. Sonst lässt sich das Gerät später nicht nutzen.
Vor einem Verkauf oder einer Reparatur solltest du dein Passwort griffbereit haben. Nach einem Zurücksetzen auf Werkseinstellungen fragt das Gerät beim Einrichten danach.
Schnelle Hilfe bei Alltagsproblemen
Benachrichtigungen fehlen
Erlaube der App, im Hintergrund zu laufen, und nimm sie von der Akkuoptimierung aus.
Akku leert sich schnell
Prüfe in der Akkuübersicht, welche App am meisten Strom verbraucht.
Gerät reagiert träge
Ein Neustart wirkt oft Wunder. Hilft das nicht, leere den Cache der auffälligen App.
Gesten funktionieren nicht
Prüfe in den Einstellungen, ob Gesten oder Tasten für die Navigation aktiv sind.
Helfen diese Schritte nicht, kann ein Hardwareproblem dahinterstecken. Ein schwächelnder Akku oder ein beschädigtes Display äußern sich manchmal ähnlich wie Softwarefehler.
Akku und Leistung unter HyperOS
HyperOS bietet mehrere Energiesparmodi. Im ausgewogenen Modus regelt das System die Leistung automatisch. Der Leistungsmodus holt mehr aus dem Chip heraus, verbraucht aber auch mehr Strom. Der Ultra-Energiesparmodus schränkt das Gerät stark ein und eignet sich für Notfälle.
Viele Xiaomi-Geräte laden sehr schnell. Unter dem Namen HyperCharge sind teils extreme Ladeleistungen möglich. HyperOS bietet aber auch Optionen, die das Laden über Nacht schonender gestalten. Diese lohnen sich, wenn du dein Smartphone lange nutzen möchtest.
Beendet HyperOS Apps im Hintergrund zu aggressiv, kommen Benachrichtigungen verspätet an. In den Akkueinstellungen einzelner Apps kannst du das ändern, indem du die Einschränkungen für wichtige Apps wie Messenger lockerst.
Recovery und Fastboot bei Xiaomi
Wie andere Android-Geräte haben auch Xiaomi-Smartphones spezielle Startmodi. Im Recovery-Modus kannst du das Gerät zurücksetzen oder den Cache leeren. Der Fastboot-Modus dient vor allem dem Aufspielen von Software über einen Computer.
Hängt ein Gerät dauerhaft im Fastboot-Bildschirm fest, ist meist die Software beschädigt. Ein einfacher Neustart hilft dann oft nicht. Je nach Fall ist eine Neuinstallation der Firmware nötig. Dabei können Daten verloren gehen, wenn vorher keine Sicherung existiert.
Zusammengefasst ist HyperOS die aktuelle Android-Oberfläche von Xiaomi, Redmi und POCO. Sie bringt ein modernes Design, viele Einstellungen und eine engere Verbindung mit anderen Xiaomi-Geräten. Mit regelmäßigen Updates, einem Backup und den richtigen Akkueinstellungen läuft dein Gerät lange zuverlässig.
Wenn dein Xiaomi nach einem Update auffällig langsam wird oder sich stark erhitzt, gib dem System zunächst ein paar Tage Zeit. Nach großen Updates werden im Hintergrund Apps optimiert und Daten neu indexiert. Bleiben die Probleme, kann ein Leeren des Cache oder als letzter Schritt ein Zurücksetzen helfen.
Und noch ein Hinweis zur Reparatur: Bei Xiaomi-Geräten sind Displays, Akkus und Ladebuchsen die häufigsten Baustellen. Diese Teile lassen sich meist gut tauschen. Nach einem Displaytausch bleiben alle Funktionen von HyperOS erhalten, sofern ein hochwertiges Ersatzteil verbaut wird. Lass dein Gerät deshalb lieber reparieren, statt es bei einem kleinen Defekt direkt zu ersetzen.
Bei Fragen zu Reparatur oder Datensicherung helfen wir dir gern weiter, wenn möglich direkt bei dir vor Ort.
Häufige Fragen
Ist HyperOS ein eigenes Betriebssystem?
Auf Smartphones außerhalb Chinas basiert es auf Android, mit Xiaomis eigener Oberfläche und Diensten.
Bekommt mein Xiaomi HyperOS?
Viele neuere Geräte ja. Welche genau, gibt Xiaomi bekannt.
Kann ich zu MIUI zurück?
Offiziell nicht.
Funktionieren Google-Apps?
Ja, auf internationalen Geräten sind die Google-Dienste installiert.