Sobald „Wo ist?“ aktiv ist, verknüpft Apple dein Gerät mit deinem Apple Account. Wird das Gerät zurückgesetzt, fragt es bei der Einrichtung nach genau diesem Konto. Ohne das Passwort lässt es sich nicht nutzen. So wird ein gestohlenes iPhone für Diebe weitgehend wertlos.
So funktioniert die Aktivierungssperre
Die Sperre ist nicht auf dem Gerät gespeichert, sondern bei Apple. Deshalb hilft auch eine Neuinstallation über den DFU-Modus nicht. Beim ersten Start nach dem Zurücksetzen fragt das Gerät bei Apple nach, ob es gesperrt ist. Ist es das, muss der Besitzer sich anmelden.
Vor dem Verkauf richtig entfernen
- Backup machen. Daten sichern.
- Abmelden. Einstellungen › dein Name › Abmelden, Apple ID-Passwort eingeben.
- Zurücksetzen. Einstellungen › Allgemein › iPhone übertragen/zurücksetzen › Alle Inhalte und Einstellungen löschen.
- Kontrollieren. Auf icloud.com unter „Wo ist?“ prüfen, dass das Gerät nicht mehr in deiner Liste steht.
Hast du das vergessen und das Gerät schon verkauft, kannst du es auf icloud.com unter „Wo ist?“ aus deinem Account entfernen.
Vorsicht beim Kauf gebrauchter Geräte
Vor dem Kauf prüfen
Lass dir zeigen, dass das Gerät zurückgesetzt ist und der Einrichtungsbildschirm erscheint.
Einrichtung testen
Am besten richtest du das Gerät im Beisein des Verkäufers ein.
Keine Ausreden
„Das Passwort schicke ich später“ ist ein Warnsignal.
Keine Umgehung
Werkstätten können die Sperre nicht entfernen. Angebote im Internet dafür sind unseriös.
Eigenes Passwort vergessen
Wenn du dein eigenes Gerät nicht mehr entsperren kannst, setze zuerst das Passwort deines Apple Accounts über iforgot.apple.com zurück. Klappt das nicht, kannst du bei Apple einen Antrag auf Entfernung der Aktivierungssperre stellen. Dafür brauchst du einen Kaufnachweis mit Seriennummer oder IMEI.
Ist ein Gerät gesperrt? So prüfst du es
Beim iPhone siehst du nach dem Zurücksetzen und Einschalten nach einigen Schritten im Einrichtungsassistenten, ob die Aktivierungssperre aktiv ist. Dann erscheint die Aufforderung, sich mit dem Apple Account anzumelden, der zuvor genutzt wurde. Auf einem eingerichteten iPhone erkennst du unter Einstellungen › dein Name › „Wo ist?“, ob die Funktion aktiv ist.
Bei Macs mit Apple-Chip oder T2-Chip gilt die Aktivierungssperre ebenfalls. Unter Systemeinstellungen › Allgemein › Info › Systembericht steht beim Hardware-Überblick, ob sie aktiviert ist.
Aktivierungssperre und Reparatur
Für die meisten Reparaturen spielt die Aktivierungssperre keine Rolle. Display, Akku oder Kamera werden getauscht, ohne dass das Gerät zurückgesetzt wird. Wichtig wird sie, wenn das System neu aufgesetzt werden muss. Dann brauchst du danach dein Passwort, um das Gerät wieder zu aktivieren. Bring es also am besten zur Abholung mit oder notier es dir sicher.
Warum es die Aktivierungssperre gibt
Apple hat die Aktivierungssperre 2013 mit iOS 7 eingeführt. Damals waren gestohlene iPhones ein großes Problem, weil Diebe die Geräte einfach zurücksetzen und weiterverkaufen konnten. Mit der Sperre ist ein gestohlenes iPhone für Diebe weitgehend wertlos, solange der Besitzer sein Konto nicht freigibt.
Die Sperre ist fest mit dem Konto verknüpft und wird auf Apples Servern gespeichert. Deshalb hilft auch kein Zurücksetzen, kein neues Betriebssystem und kein Wiederherstellen über den Computer. Bei jeder Aktivierung fragt das Gerät bei Apple nach, ob es gesperrt ist.
Die Aktivierungssperre ist automatisch aktiv, sobald du „Wo ist?“ einschaltest. Du musst also nichts extra einrichten. Prüfen kannst du das in den Einstellungen, indem du auf deinen Namen tippst und „Wo ist?“ öffnest. Steht dort „Mein iPhone suchen: Ein“, ist dein Gerät geschützt.
Welche Geräte die Aktivierungssperre haben
| Gerät | Aktivierungssperre |
|---|---|
| iPhone und iPad | Ja, sobald „Wo ist?“ aktiv ist |
| Apple Watch | Ja, gekoppelt mit dem iPhone |
| Mac mit Apple Silicon | Ja |
| Mac mit Intel und T2-Chip | Ja |
| Ältere Macs ohne T2-Chip | Nein, nur Firmware-Passwort möglich |
Bei der Apple Watch wird die Sperre aktiv, wenn sie mit einem iPhone gekoppelt ist, auf dem „Wo ist?“ eingeschaltet ist. Beim Verkauf einer Uhr musst du sie deshalb in der Watch-App entkoppeln. Erst dann ist sie für den neuen Besitzer nutzbar.
Auch AirPods lassen sich über „Wo ist?“ mit deinem Account verknüpfen. Vor einem Verkauf solltest du sie deshalb ebenfalls aus deinem Account entfernen, damit der neue Besitzer sie problemlos einrichten kann.
Aktivierungssperre bei Erbschaft und Familie
Ein besonders heikler Fall sind Geräte von verstorbenen Angehörigen. Ohne Zugangsdaten bleibt ein solches iPhone gesperrt. Apple bietet dafür den Nachlasskontakt an. Wer zu Lebzeiten einen Nachlasskontakt eingerichtet hat, ermöglicht diesem den Zugriff auf Daten und die Freigabe der Geräte.
Ohne Nachlasskontakt ist der Weg aufwendiger. Apple verlangt dann in der Regel eine Sterbeurkunde und einen Nachweis über die Berechtigung, etwa einen Erbschein. Richte deshalb rechtzeitig einen Nachlasskontakt ein, um deinen Angehörigen diesen Aufwand zu ersparen.
Auch innerhalb der Familie kommt es zu Problemen, etwa wenn Kinder ein altes iPhone der Eltern bekommen. Melde dich vor der Weitergabe immer mit deinem Account ab und setze das Gerät zurück. Sonst landet es bei der ersten Einrichtung in der Aktivierungssperre.
Sperre aus der Ferne entfernen
Hast du dein Gerät schon verkauft oder verschickt, ohne dich abzumelden, kannst du die Sperre auch nachträglich entfernen. Melde dich dazu auf icloud.com an, öffne „Geräte suchen“ und wähle das Gerät aus. Dort kannst du es aus deinem Account entfernen.
- Anmelden. Melde dich auf icloud.com oder in der „Wo ist?“-App eines anderen Apple-Geräts mit deinem Account an.
- Gerät auswählen. Wähle das verkaufte oder abgegebene Gerät aus der Liste aus.
- Entfernen. Wähle „Dieses Gerät entfernen“. Ist es noch nicht gelöscht, lösche es vorher aus der Ferne.
Wichtig: Entferne ein Gerät nur, wenn du es wirklich abgegeben hast. Ein entferntes Gerät ist nicht mehr geschützt und lässt sich auch nicht mehr orten.
Hilfe vom Apple Support mit Kaufbeleg
Kommst du an die Zugangsdaten nicht mehr heran, etwa bei einem geerbten Gerät, gibt es noch einen offiziellen Weg. Apple kann die Sperre in bestimmten Fällen entfernen, wenn du einen gültigen Kaufbeleg vorlegst. Auf dem Beleg muss die Seriennummer oder IMEI stehen, und du musst als Käufer erkennbar sein.
Die Anfrage stellst du über den Apple Support. Die Prüfung kann einige Tage dauern. Bei Gebrauchtgeräten ohne Originalbeleg ist dieser Weg leider meist nicht möglich. Bewahre deshalb Kaufbelege von Apple-Geräten gut auf.
Checkliste vor Verkauf oder Weitergabe
- Backup erstellen. Sichere deine Daten in iCloud oder auf dem Computer.
- Apple Watch entkoppeln. Falls vorhanden, entkoppelt das die Uhr und hebt auch ihre Sperre auf.
- Abmelden. Melde dich in den Einstellungen von deinem Account ab und gib dein Passwort ein.
- Zurücksetzen. Lösche alle Inhalte und Einstellungen.
- Prüfen. Beim Neustart sollte der Begrüßungsbildschirm ohne Sperrhinweis erscheinen.
Zusätzlicher Schutz bei Diebstahl
Neben der Aktivierungssperre bietet Apple seit iOS 17.3 den Schutz für gestohlene Geräte. Er greift, wenn sich dein iPhone nicht an einem vertrauten Ort wie zu Hause befindet. Wichtige Änderungen, etwa am Passwort deines Accounts, erfordern dann Face ID oder Touch ID und teils eine Wartezeit von einer Stunde.
So wird verhindert, dass ein Dieb, der deinen Gerätecode kennt, sofort das Konto übernimmt und die Aktivierungssperre abschaltet. Diese Funktion solltest du in den Einstellungen unter Face ID und Code aktivieren.
Mythen rund um die Aktivierungssperre
Im Internet kursieren viele Angebote, die angeblich jede Aktivierungssperre entfernen. Seriös ist davon kaum etwas. Ein offizieller Weg führt nur über die Zugangsdaten des Kontos oder über den Apple Support. Manche Methoden umgehen die Sperre nur scheinbar und schränken das Gerät stark ein, andere sind schlicht Betrug.
Kein Reset hilft
Weder Zurücksetzen noch Neuinstallation über DFU entfernen die Sperre.
Kein Teiletausch hilft
Die Sperre hängt am Gerät und am Konto. Ein Displaytausch oder neuer Akku ändert daran nichts.
Der einzige Weg
Zugangsdaten des Kontos oder eine Freigabe durch den Apple Support mit Kaufbeleg.
Auch Werkstätten können eine Aktivierungssperre nicht entfernen. Reparaturen sind trotzdem möglich, wenn du als Besitzer anwesend bist oder die Zugangsdaten kennst.
Zusammengefasst schützt die Aktivierungssperre dein Apple-Gerät zuverlässig vor Missbrauch. Vergiss beim Verkauf aber nicht, dich abzumelden, und bewahre deine Zugangsdaten und Kaufbelege sicher auf. Dann bleibt die Sperre ein Schutz und wird nie zum Problem.
Kaufst du ein gebrauchtes Gerät, lass dir die Einrichtung am besten direkt bei der Übergabe zeigen. Erscheint dabei ein Sperrbildschirm mit Kontohinweis, solltest du vom Kauf absehen.
Häufige Fragen
Kann eine Werkstatt die Aktivierungssperre entfernen?
Nein. Nur der Besitzer mit Passwort oder Apple mit Kaufnachweis.
Hilft ein Displaytausch oder Platinentausch?
Nein. Die Sperre ist an die Seriennummer gebunden und bei Apple gespeichert.
Gibt es so etwas auch bei Android?
Ja, die FRP-Sperre mit dem Google-Konto.
Gilt die Sperre auch für Apple Watch und AirPods?
Ja, Apple Watch und neuere AirPods sind ebenfalls an den Apple Account gebunden.
Was mache ich mit einem gesperrten Fundgerät?
Bei der Polizei oder dem Fundbüro abgeben. Der Besitzer kann über „Wo ist?“ eine Kontaktnachricht hinterlegen.