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Glossar

Dichtung

Dichtungen sind kleine Gummi- oder Silikonteile, die bewegliche Stellen wie Tasten und SIM-Schacht gegen Wasser und Staub abdichten.
Kurz erklärt

Während Display und Rückseite verklebt sind, brauchen Teile, die sich bewegen oder herausnehmen lassen, eine Dichtung. Sie besteht meist aus Gummi oder Silikon und schließt die Lücke zwischen Teil und Gehäuse. Zusammen mit dem Kleber bildet sie die Abdichtung des Geräts.

MaterialGummi, Silikon
Typische StellenSIM-Schacht, Tasten, Kamera
VerschleißJa, mit der Zeit
GegenstückDisplaykleber

Wo Dichtungen sitzen

StelleArt der Dichtung
SIM-SchachtGummiring am Kartenhalter
TastenKleine Ringe oder Kappen unter den Tasten
KameraglasKleberring oder Dichtung um das Kameraglas
Lautsprecher und MikrofonMembran mit Dichtring
Schrauben an der UnterseiteTeils mit Dichtmasse gesichert

Wann Dichtungen nicht mehr dicht sind

Alterung

Gummi wird mit Jahren hart und spröde.

Chemikalien

Seife, Sonnencreme, Salz- und Chlorwasser greifen das Material an.

Beschädigung

Ein falsch eingesetzter SIM-Halter kann den Ring verschieben.

Tastenverschleiß

Häufig gedrückte Tasten nutzen die Dichtung ab.

Was du tun kannst

  • SIM-Halter nur trocken und gerade einsetzen
  • Nach Kontakt mit Salz- oder Chlorwasser das Handy kurz mit klarem Leitungswasser abspülen und trocknen
  • Bei einer Reparatur nachfragen, ob beschädigte Dichtungen ersetzt werden
  • Mit älteren Geräten nicht mehr ins Wasser gehen

Mehr zum Wasserschutz insgesamt findest du unter IP-Schutzklasse.

Dichtungen bei Smartwatches und Kopfhörern

Smartwatches sind besonders auf Dichtungen angewiesen, weil sie beim Schwimmen und Duschen getragen werden. Krone, Tasten, Lautsprecher und Sensorfenster sind einzeln abgedichtet. Nach einem Sturz oder einer Reparatur kann die Dichtwirkung nachlassen. Kopfhörer haben meist nur einen Schutz gegen Schweiß und Spritzwasser, ihre Dichtungen sind deutlich einfacher.

Dichtungen bei der Reparatur

Bei einer Reparatur sollten beschädigte oder verschobene Dichtungen immer ersetzt werden. Typisch ist das beim Tausch von Tasten-Flexkabeln, Kameragläsern und SIM-Haltern. Eine gute Werkstatt prüft beim Zusammenbau, ob alle Dichtungen richtig sitzen, bevor das Gerät verklebt wird.

Gut zu wissen

Viele Dichtungen sind nur Cent-Artikel, haben aber großen Einfluss darauf, ob ein Gerät nach dem nächsten Regenschauer noch funktioniert.

Verschiedene Arten von Dichtungen

Dichtung ist nicht gleich Dichtung. Je nachdem, wo sie sitzt und was sie leisten muss, sieht sie anders aus. In Smartphones, Smartwatches und Tablets kommen vor allem drei Arten vor.

ArtFormTypischer Einsatz
O-RingRunder Ring mit rundem QuerschnittSIM-Halter, Krone von Smartwatches
FormdichtungGenau an das Bauteil angepasste FormTasten, Kameraglas
MembranDünne, luftdurchlässige FolieLautsprecher, Mikrofone, Druckausgleich

O-Ringe und Formdichtungen wirken, indem sie zusammengedrückt werden. Erst der Druck zwischen Bauteil und Gehäuse schließt die Lücke. Deshalb ist es wichtig, dass ein Teil richtig sitzt. Ein schief eingesetzter SIM-Halter drückt den Ring nur an einer Seite und lässt an der anderen eine Lücke.

Aus welchem Material Dichtungen bestehen

Die meisten Dichtungen in Elektronik bestehen aus Silikon oder synthetischem Gummi. Silikon bleibt über einen großen Temperaturbereich elastisch und verträgt Hitze gut. Synthetische Gummimischungen sind oft fester und widerstandsfähiger gegen Abrieb.

Beide Materialien haben Schwächen. Sie können durch Öle, Lösungsmittel und manche Kosmetika aufquellen oder verhärten. Auch UV-Licht und Ozon lassen sie mit der Zeit altern. Bei Geräten, die viel in der Sonne liegen oder häufig mit Sonnencreme in Kontakt kommen, altern die Dichtungen deshalb schneller.

Silikon

Elastisch, hitzebeständig, weich.

Synthetischer Gummi

Fester, widerstandsfähig gegen Abrieb.

Feinde

Öle, Lösungsmittel, UV-Licht und Hitze.

Gute Dichtungen werden für den jeweiligen Einsatz ausgewählt. Eine Dichtung an einer häufig gedrückten Taste muss vor allem abriebfest sein, eine an der Krone einer Uhr dauerhaft elastisch.

Druckausgleich: warum Geräte atmen müssen

Ein komplett luftdicht verschlossenes Gerät hätte ein Problem. Bei Temperaturänderungen oder im Flugzeug ändert sich der Luftdruck. Im Inneren würde ein Über- oder Unterdruck entstehen, der auf Display und Dichtungen drückt. Deshalb haben viele Smartphones eine Öffnung zum Druckausgleich.

Diese Öffnung ist mit einer speziellen Membran verschlossen. Sie lässt Luft durch, Wasser aber nicht. So kann das Gerät atmen und bleibt trotzdem gegen Spritzwasser geschützt. Auch der Barometer-Sensor, der zum Beispiel Stockwerke beim Treppensteigen zählt, braucht diesen Austausch mit der Außenluft.

Wird diese Membran bei einer Reparatur beschädigt oder mit Kleber verschlossen, kann das zu Problemen führen. Der Luftdrucksensor misst falsch, oder das Display wölbt sich bei Temperaturwechseln minimal.

Wenn nach einem Flug die Höhenangabe in einer Fitness-App seltsam springt, kann das übrigens auch an einer verstopften Druckausgleichsöffnung liegen. Meist normalisiert sich das nach kurzer Zeit.

Dichtungen rund um die Kamera

Die Kameras auf der Rückseite liegen hinter einem eigenen Glas, das in den Rahmen oder die Rückseite eingesetzt ist. Rund um dieses Glas sitzt ein Kleberring oder eine Dichtung. Wird das Kameraglas getauscht, muss auch diese Abdichtung erneuert werden.

Ein Riss im Kameraglas ist deshalb eine Schwachstelle. Wasser und Staub können eindringen und sich direkt auf den Linsen niederschlagen. Typisch sind dann ein Schleier auf den Fotos oder kleine Flecken, die man nicht wegwischen kann, weil sie innen liegen.

Schleier auf Fotos

Feuchtigkeit oder Staub hinter dem Glas.

Riss im Kameraglas

Abdichtung ist an dieser Stelle aufgehoben.

Tausch mit neuem Kleber

Stellt den Schutz wieder her.

Dichtungen bei Smartwatches

Smartwatches stellen besonders hohe Anforderungen an ihre Dichtungen. Sie werden beim Händewaschen, Duschen und oft beim Schwimmen getragen. Gleichzeitig haben sie bewegliche Teile wie eine drehbare Krone und Tasten, die bei jeder Bedienung bewegt werden.

Die Krone ist meist mit mehreren O-Ringen abgedichtet. Mit der Zeit können Schmutz und Seifenreste in den Spalt gelangen. Die Krone dreht sich dann schwerer oder hakt. Ein kurzes Abspülen unter lauwarmem Leitungswasser bei gleichzeitigem Drehen der Krone hilft oft, sofern die Uhr dafür freigegeben ist.

  1. Nach dem Meer abspülen Salz trocknet in den Spalten aus und verklebt Dichtungen.
  2. Keine Seife Seifen und Duschgel greifen Dichtungen an.
  3. Krone prüfen Hakt sie, lohnt eine Reinigung oder Kontrolle.

Für Taucher und Wassersportler gilt: Eine Smartwatch ist kein Tauchcomputer, außer sie ist ausdrücklich dafür zugelassen.

Ersatzdichtungen und ihre Qualität

Für viele Geräte gibt es Ersatzdichtungen, etwa für SIM-Halter, Kameragläser oder Tasten. Ihre Qualität schwankt stark. Billige Ringe sind oft zu dünn, zu weich oder haben nicht die richtige Form. Sie sitzen dann locker und dichten kaum ab.

Bei Ersatz-SIM-Haltern fehlt der Gummiring manchmal ganz. Wer seinen SIM-Halter verloren hat und einen Ersatz bestellt, sollte darauf achten, dass ein Dichtring vorhanden ist. Sonst ist das Gerät an dieser Stelle offen, auch wenn alles andere dicht ist.

TeilWorauf achten
SIM-HalterDichtring vorhanden und passgenau
KameraglasKleberring für das genaue Modell
TastenFormdichtung passend zur Tastenform

Selbst prüfen, ob Dichtungen in Ordnung sind

Viele Dichtungen lassen sich mit bloßem Auge prüfen, ohne das Gerät zu öffnen. Ein kurzer Check lohnt sich, bevor du dein Smartphone in eine feuchte Umgebung mitnimmst, etwa an den Strand oder ins Schwimmbad.

  1. SIM-Halter herausnehmen Ist der Gummiring vorhanden, unbeschädigt und sitzt er gerade?
  2. Tasten drücken Fühlen sich alle Tasten gleich an, oder ist eine schwammig oder locker?
  3. Kameraglas prüfen Ist das Glas unversehrt und liegt es bündig im Rahmen?
  4. Display ansehen Gibt es Spalten zwischen Display und Rahmen?

Fällt dir dabei etwas auf, ist das Gerät an dieser Stelle möglicherweise nicht mehr dicht. Dann solltest du es vor Wasser schützen, bis die Ursache behoben ist.

Dichtungen bei alten und gelagerten Geräten

Ein Gerät, das jahrelang in der Schublade lag, ist nicht automatisch so dicht wie am ersten Tag. Gummi und Silikon altern auch ohne Nutzung. Sie können hart werden oder Risse bekommen. Wer ein altes Smartphone wieder in Betrieb nimmt, etwa als Zweitgerät, sollte es nicht mehr Wasser aussetzen.

Auch Geräte, die lange in der Wärme lagen, etwa im Auto, haben oft gealterte Dichtungen. Hitze beschleunigt die Alterung deutlich. Bei einer Reparatur prüfen wir deshalb auch die Dichtungen und ersetzen sie, wenn sie hart oder beschädigt sind.

Zusammengefasst sind Dichtungen kleine Bauteile mit großer Wirkung. Sie schützen bewegliche Teile und Öffnungen vor Wasser und Staub, altern aber mit der Zeit. Achte auf richtig eingesetzte SIM-Halter, meide Chemikalien und lass beschädigte Dichtungen bei einer Reparatur gleich ersetzen.

Häufige Fragen

Kann man Dichtungen einzeln ersetzen?

Teilweise. SIM-Halter mit Ring und manche Tastendichtungen gibt es als Ersatzteil.

Ist ein fehlender SIM-Halter ein Problem?

Ja. Ohne ihn ist das Gerät an dieser Stelle offen für Wasser und Staub.

Woran erkenne ich eine kaputte Dichtung?

Von außen kaum. Häufig erst, wenn Feuchtigkeit eingedrungen ist.

Haben Smartwatches auch Dichtungen?

Ja, besonders an Krone und Tasten. Dort gilt das Gleiche wie beim Handy.

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