IP steht für International Protection. Der Code besteht aus zwei Ziffern: Die erste zeigt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. IP68 bedeutet also staubdicht und geschützt gegen dauerhaftes Untertauchen unter festgelegten Bedingungen. „Wasserdicht“ für immer und überall heißt das nicht.
So liest du den IP-Code
| Ziffer | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Erste Ziffer 0 bis 6 | Schutz gegen Fremdkörper und Staub | 6 = staubdicht |
| Zweite Ziffer 0 bis 9 | Schutz gegen Wasser | 7 = kurzes Untertauchen, 8 = dauerhaftes Untertauchen |
| X statt Ziffer | Nicht geprüft | IPX7 = nur Wasser geprüft, Staub nicht |
Die zweite Ziffer im Detail:
| Wasserschutz | Was getestet wird |
|---|---|
| 4 | Spritzwasser aus allen Richtungen |
| 5 | Strahlwasser aus einer Düse |
| 7 | Untertauchen bis 1 Meter für 30 Minuten |
| 8 | Untertauchen tiefer als 1 Meter, Bedingungen legt der Hersteller fest |
| 9K | Heißes Hochdruckwasser, eher bei Industrie- und Outdoor-Geräten |
IP-Schutz bei bekannten Geräten
| Gerät | Schutzklasse | Herstellerangabe |
|---|---|---|
| iPhone 7 und 8 | IP67 | Bis 1 Meter, 30 Minuten |
| iPhone XS | IP68 | Bis 2 Meter, 30 Minuten |
| iPhone 11 Pro | IP68 | Bis 4 Meter, 30 Minuten |
| iPhone 12 und neuer | IP68 | Bis 6 Meter, 30 Minuten |
| Samsung Galaxy S Serie | IP68 | Meist bis 1,5 Meter, 30 Minuten |
| iPad, MacBook | Keine Angabe | Kein Wasserschutz zugesichert |
Die Angaben stammen aus Labortests mit Süßwasser bei Raumtemperatur. Sie zeigen, was ein neues Gerät unter genau diesen Bedingungen aushält.
Was IP68 nicht abdeckt
Salz- und Chlorwasser
Meer und Pool greifen Dichtungen an. Danach mit Leitungswasser abspülen.
Heißes Wasser und Dampf
Sauna und heiße Dusche können Dichtungen weich machen und Feuchtigkeit hineindrücken.
Wasserdruck
Springen ins Wasser, Wasserski oder ein Strahl aus der Dusche erzeugen mehr Druck als im Test.
Alterung
Kleber und Dichtungen werden mit den Jahren schwächer, Stürze verstärken das.
Hersteller schließen Flüssigkeitsschäden deshalb meist von der Garantie aus, obwohl das Gerät IP68 hat. Ein Feuchtigkeitsindikator im Gerät zeigt, ob Wasser eingedrungen ist.
IP-Schutz nach einer Reparatur
Wird ein Handy geöffnet, etwa für einen Display- oder Akkutausch, muss die Abdichtung erneuert werden. Gute Werkstätten setzen neuen, passgenauen Kleber ein. Den exakten Werkszustand kann trotzdem niemand garantieren, weil kein Werkstatt-Drucktest wie in der Fabrik erfolgt.
Ehrlicher Rat
Behandle dein Handy nach einer Reparatur so, als hätte es keinen Wasserschutz. Kurzer Regen ist meist kein Problem, Tauchgänge solltest du vermeiden.
Die erste Ziffer: Schutz gegen Staub
Die erste Ziffer wird oft übersehen, ist aber für Handys genauso wichtig. Feiner Sand und Staub gelangen in Lautsprecher, Tasten und Ladebuchse und können dort Kontakte stören oder Mechanik blockieren.
| Ziffer | Schutz gegen |
|---|---|
| 0 | Kein Schutz |
| 2 | Fremdkörper ab 12,5 mm, etwa Finger |
| 4 | Fremdkörper ab 1 mm, etwa Drähte |
| 5 | Staubgeschützt, Staub kann in geringer Menge eindringen |
| 6 | Staubdicht, kein Staub dringt ein |
IP-Schutz bei anderen Geräten
Nicht nur Handys haben eine IP-Schutzklasse. Bei Smartwatches, Kopfhörern und Outdoor-Geräten lohnt sich ein Blick ins Datenblatt:
- Smartwatches: Häufig zusätzlich mit einer Wasserdichtigkeit in Metern oder ATM für das Schwimmen angegeben. Das ist ein anderer Test als IP68.
- Kopfhörer und AirPods: Meist IPX4 oder IP54, also Schutz gegen Schweiß und Spritzer, nicht gegen Untertauchen.
- Tablets und Laptops: In der Regel ohne Schutzklasse. Ausnahmen sind robuste Outdoor-Modelle.
- Controller und Konsolen: Kein Wasserschutz. Verschüttete Getränke sind eine häufige Schadensursache.
Wie du den Schutz deines Geräts herausfindest
- Modell ermitteln. Unter Einstellungen › Allgemein › Info beim iPhone oder unter Telefoninfo bei Android.
- Datenblatt lesen. Auf der Website des Herstellers steht die Schutzklasse mit Tiefe und Dauer.
- Zustand berücksichtigen. Risse im Glas, ein verzogener Rahmen oder frühere Reparaturen senken den Schutz, auch wenn auf dem Datenblatt IP68 steht.
Wie die Prüfung abläuft
Die IP-Schutzklassen sind in der internationalen Norm IEC 60529 festgelegt. Sie beschreibt genau, wie ein Gerät getestet wird. Für den Staubschutz wird es in eine Kammer mit feinem Staub gestellt, der durch Luftbewegung aufgewirbelt wird. Für den Wasserschutz wird es je nach Stufe besprüht, mit Strahlwasser beschossen oder untergetaucht.
Bei der Stufe 7 wird das Gerät 30 Minuten lang in einen Meter tiefes Wasser getaucht. Bei der Stufe 8 legt der Hersteller die Bedingungen selbst fest, sie müssen aber strenger sein als bei Stufe 7. Deshalb unterscheiden sich IP68-Angaben von Gerät zu Gerät. Bei vielen iPhones sind es zum Beispiel bis zu sechs Meter für 30 Minuten, bei anderen Geräten 1,5 Meter.
Getestet wird unter Laborbedingungen mit neuen Geräten und sauberem Süßwasser. Die Ergebnisse sagen also, was ein neues Gerät unter idealen Bedingungen aushält. Im Alltag sieht das oft anders aus.
Die zweite Ziffer im Detail
| Ziffer | Schutz gegen | Prüfung |
|---|---|---|
| 0 | Kein Schutz | Keine |
| 4 | Spritzwasser | Wasser aus allen Richtungen |
| 5 | Strahlwasser | Wasserstrahl aus einer Düse |
| 6 | Starkes Strahlwasser | Kräftiger Wasserstrahl |
| 7 | Zeitweiliges Untertauchen | 1 Meter, 30 Minuten |
| 8 | Dauerhaftes Untertauchen | Nach Herstellerangabe, strenger als 7 |
| 9 | Hochdruck und Hitze | Heißes Wasser mit hohem Druck |
Die Stufen bauen nicht automatisch aufeinander auf. Ein Gerät mit IPX7 ist gegen Untertauchen geschützt, aber nicht zwingend gegen einen starken Wasserstrahl. Deshalb geben manche Hersteller mehrere Schutzklassen gleichzeitig an, etwa IP68 und IP69.
IP69 ist bei Smartphones noch selten. Diese Stufe wird mit heißem Wasser unter hohem Druck geprüft, ähnlich einem Hochdruckreiniger. Sie ist eher für robuste Outdoor-Geräte gedacht.
Warum der Schutz mit der Zeit nachlässt
Der Wasserschutz eines Smartphones beruht auf Dichtungen und Klebeverbindungen. Diese Materialien altern. Wärme, Kälte, UV-Licht und mechanische Belastung machen sie mit der Zeit spröde oder lassen sie ihre Haftung verlieren. Ein Gerät, das neu ein Bad im Pool überstanden hätte, kann nach einigen Jahren schon bei einem Regenschauer Feuchtigkeit aufnehmen.
Stürze sind eine weitere Ursache. Schon ein leicht verbogener Rahmen oder ein kaum sichtbarer Riss im Glas reicht, damit Wasser eindringen kann. Auch ein aufgeblähter Akku drückt Display oder Rückseite leicht nach außen und öffnet so einen Spalt.
Hitze
Lässt Kleber und Dichtungen altern.
Stürze
Verbiegen Rahmen und öffnen Spalten.
Akku
Ein aufgeblähter Akku drückt das Gehäuse auf.
Was tun, wenn dein Gerät nass geworden ist?
- Abtrocknen. Außen mit einem weichen Tuch trocknen.
- Nicht laden. Kein Kabel anschließen, bis die Buchse trocken ist.
- Ausklopfen. Gerät mit der Buchse nach unten leicht in die Hand klopfen.
- Trocknen lassen. An einem luftigen Ort, nicht auf der Heizung.
- Beobachten. Bei Auffälligkeiten wie Beschlag hinter der Kamera schnell in die Werkstatt.
Nach einem Bad in Salzwasser, Chlorwasser oder einem süßen Getränk solltest du das Gerät kurz mit sauberem Leitungswasser abspülen, sofern es IP67 oder IP68 hat. Salz, Chlor und Zucker greifen die Dichtungen an und hinterlassen Rückstände in Buchsen und Lautsprechern.
Wichtig
Reis entzieht dem Gerät keine Feuchtigkeit aus dem Inneren. Wenn du vermutest, dass Wasser eingedrungen ist, lass das Gerät lieber prüfen, bevor Korrosion entsteht.
IP-Schutz bei Zubehör und Wearables
Auch Kopfhörer, Smartwatches und Lautsprecher haben oft eine IP-Angabe. Viele kabellose Kopfhörer sind nach IPX4 oder IP54 geschützt, also gegen Spritzwasser und Schweiß. Zum Schwimmen sind sie damit nicht geeignet. Bluetooth-Lautsprecher für draußen erreichen oft IP67 und überstehen einen Sturz in den Pool.
Bei Smartwatches wird statt oder zusätzlich zur IP-Klasse oft eine Angabe in ATM oder Metern gemacht. Sie beschreibt die Wasserdichtigkeit bei Druck, wie sie beim Schwimmen entsteht. Eine Uhr mit 5 ATM eignet sich zum Schwimmen, aber nicht zum Tauchen. Diese Angabe folgt einer anderen Norm und ist mit der IP-Klasse nicht direkt vergleichbar.
IP-Schutz und Garantie
Obwohl viele Geräte gegen Wasser geschützt sind, schließen die meisten Hersteller Flüssigkeitsschäden von der Garantie aus. Der Grund ist, dass sich kaum nachweisen lässt, unter welchen Bedingungen das Wasser eingedrungen ist. Im Gerät sitzen Feuchtigkeitsindikatoren, die sich bei Kontakt mit Wasser verfärben.
Für dich bedeutet das: Betrachte den IP-Schutz als Versicherung für Unfälle, nicht als Einladung zum Baden. Fotos unter Wasser, Telefonieren in der Dusche oder das Mitnehmen in die Sauna sind keine gute Idee, auch wenn das Gerät IP68 hat.
Zusammengefasst ist die IP-Schutzklasse ein guter Hinweis darauf, wie robust ein Gerät im Neuzustand ist. Sie ist aber keine Garantie für die gesamte Lebensdauer. Wer sein Gerät pfleglich behandelt, bei Wasserkontakt schnell reagiert und nach Stürzen oder Reparaturen auf die Abdichtung achtet, hat am meisten von diesem Schutz.
Häufige Fragen
Ist IP68 besser als IP67?
Ja, beim Wasserschutz. IP68 hält dauerhaftes Untertauchen unter Herstellerbedingungen aus, IP67 nur bis 1 Meter für 30 Minuten.
Kann ich mit einem IP68 Handy schwimmen gehen?
Davon raten die Hersteller ab. Wellen, Salz und Chlor gehen über den Labortest hinaus.
Zahlt die Garantie einen Wasserschaden bei IP68?
Meist nicht. Apple und Samsung schließen Flüssigkeitsschäden in der Regel aus.
Hält der Wasserschutz ewig?
Nein. Dichtungen und Kleber altern, nach Stürzen kann der Schutz schon früh nachlassen.
Was bedeutet IPX4 bei Kopfhörern?
Spritzwasserschutz, etwa gegen Schweiß und Regen. Staubschutz wurde nicht geprüft.
Was soll ich tun, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist?
Sofort ausschalten, nicht laden, abtrocknen und bei Salz- oder Chlorwasser zeitnah prüfen lassen.