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Glossar

Abdichtung

Die Abdichtung umfasst alle Maßnahmen, die Wasser und Staub aus einem Gerät fernhalten: Displaykleber, Gummidichtungen und wasserabweisende Membranen.
Kurz erklärt

Damit ein Handy eine IP-Schutzklasse wie IP68 erreicht, müssen alle Öffnungen abgedichtet sein. Das geschieht mit drei Mitteln: Kleber an Display und Rückseite, Dichtungen an beweglichen Teilen und Membranen vor Lautsprechern und Mikrofonen.

BestandteileKleber, Dichtungen, Membranen
Wichtigster TeilDisplaykleber
Nach ReparaturMuss erneuert werden
ZielSchutz gegen Staub und Wasser

Woraus die Abdichtung besteht

StelleAbdichtungHinweis
DisplayUmlaufender KleberahmenWird bei jedem Displaytausch neu gesetzt
RückseiteKleber, bei iPhones oft fest mit dem Rahmen verbundenBeim Rückglastausch erneuern
TastenKleine GummidichtungenVerschleißen mit der Zeit
SIM-SchachtGummiring am KartenhalterBei Verlust oder Beschädigung ersetzen
Lautsprecher und MikrofoneWasserabweisende MembranenDürfen nicht durchstochen werden
LadebuchseInnen abgedichtetSchäden an der Buchse können undicht machen

Abdichtung bei der Reparatur

  1. Alten Kleber entfernen. Rückstände müssen vollständig weg, sonst sitzt das neue Teil nicht plan.
  2. Passgenauen Kleber einsetzen. Für viele Modelle gibt es vorgestanzte Kleberahmen.
  3. Andrücken. Mit gleichmäßigem Druck, oft in einer Presse, haftet der Kleber am besten.
  4. Aushärten lassen. Das Gerät sollte in den ersten Stunden nicht mit Wasser in Kontakt kommen.

Wichtig

Eine Reparatur ohne neuen Kleber ist ein klares Qualitätsmerkmal, und zwar ein schlechtes. Frag nach, ob die Abdichtung erneuert wird.

Was eine erneuerte Abdichtung leisten kann

Eine fachgerecht erneuerte Abdichtung schützt gut gegen Regen, Spritzer und kurze Missgeschicke. Werkseitig werden Geräte zusätzlich unter Druck getestet. Das ist in einer Werkstatt so nicht möglich. Deshalb sagt dir eine seriöse Werkstatt ehrlich, dass der Werks-Wasserschutz nicht garantiert werden kann.

Welche Kleber verwendet werden

ArtEinsatzEigenschaft
Vorgestanzte KleberahmenDisplay und Rückseite bei vielen HandysPassgenau, sauber, gute Dichtwirkung
Flüssigkleber, etwa B-7000 und ähnlicheTablets, ältere Geräte, SonderfälleFlexibel, muss aushärten
Doppelseitige KlebebänderTablets, LaptopsEinfach zu verarbeiten, weniger dicht
WerksabdichtungBei der HerstellungMit Maschinen und Drucktest geprüft

Abdichtung bei Tablets und Laptops

Tablets und Laptops haben in der Regel keine zugesicherte Wasserdichtigkeit. Trotzdem sind Displays bei vielen Tablets verklebt, damit sie stabil sitzen und kein Staub eindringt. Bei Laptops schützen manche Hersteller die Tastatur mit einer Folie gegen Spritzer. Das hilft bei kleinen Mengen, ein umgekippter Kaffee erreicht aber meist trotzdem die Platine.

Was IP67 und IP68 wirklich bedeuten

Die IP-Schutzklasse besteht aus zwei Ziffern. Die erste beschreibt den Schutz gegen Staub und Fremdkörper, die zweite den Schutz gegen Wasser. Eine 6 an erster Stelle bedeutet staubdicht. An zweiter Stelle steht 7 für zeitweiliges Untertauchen und 8 für dauerhaftes Untertauchen unter Bedingungen, die der Hersteller festlegt.

KennungStaubWasser
IP67StaubdichtUntertauchen bis 1 Meter für 30 Minuten
IP68StaubdichtTiefer oder länger, laut Herstellerangabe
IP54StaubgeschütztSpritzwasser aus allen Richtungen

Wichtig: Diese Tests finden im Labor mit sauberem Süßwasser bei Raumtemperatur statt. Salzwasser, Chlor, Seife, heißes Wasser oder Wasser unter Druck, etwa aus einem Duschkopf oder beim Springen ins Becken, sind darin nicht enthalten. Deshalb schließen die meisten Hersteller Wasserschäden trotz IP68 von der Garantie aus.

Neben IP-Kennungen werben manche Hersteller mit eigenen Angaben, etwa einer bestimmten Tiefe in Metern. Diese Werte gelten ebenfalls nur unter Laborbedingungen und sind kein Freibrief für Tauchgänge.

Warum die Abdichtung mit der Zeit nachlässt

Auch ohne Reparatur bleibt ein Smartphone nicht ewig so dicht wie am ersten Tag. Kleber und Dichtungen altern. Wärme beim Laden, Kälte im Winter und die ständige Bewegung beim Tragen setzen ihnen zu. Mit den Jahren verlieren sie an Elastizität.

Hinzu kommen kleine Schäden, die man oft nicht bemerkt. Ein Sturz kann den Rahmen minimal verbiegen, sodass der Displaykleber an einer Ecke nicht mehr anliegt. Ein aufgeblähter Akku drückt das Display leicht hoch. Ein gesprungenes Rückglas hebt den Schutz ganz auf.

Wärme

Lässt Kleber und Dichtungen schneller altern.

Stürze

Können Rahmen und Klebefugen verschieben.

Akku

Ein aufgeblähter Akku drückt Display oder Rückseite auf.

Ein drei oder vier Jahre altes Smartphone solltest du deshalb nicht mehr bewusst ins Wasser tauchen, auch wenn es ursprünglich als wasserdicht beworben wurde.

Auch Seife, Sonnencreme und Parfüm greifen Dichtungen an.

Membranen vor Lautsprecher und Mikrofon

Lautsprecher und Mikrofone brauchen Öffnungen, damit Schall hinein und hinaus kann. Damit kein Wasser eindringt, sitzen hinter diesen Öffnungen feine Membranen. Sie lassen Luft und Schall durch, halten Wasser aber zurück, solange der Druck nicht zu hoch ist.

Diese Membranen sind empfindlich. Wer mit einer Nadel oder einem Zahnstocher in den Öffnungen stochert, um Schmutz zu entfernen, kann sie durchstechen. Dann ist das Gerät an dieser Stelle nicht mehr dicht. Auch Druckluft aus nächster Nähe kann sie beschädigen.

  1. Vorsichtig reinigen Mit einer weichen, trockenen Bürste über die Gitter streichen.
  2. Nicht stochern Keine spitzen Gegenstände in die Öffnungen stecken.
  3. Keine Druckluft aus der Nähe Starker Luftstrom kann Membranen eindrücken.

Was tun, wenn das Handy nass geworden ist

Selbst bei einem wasserdichten Smartphone solltest du nach Kontakt mit Wasser ein paar Dinge beachten. Vor allem der Ladeanschluss braucht Zeit zum Trocknen. Viele Smartphones warnen, wenn sie Feuchtigkeit in der Buchse erkennen, und blockieren das Laden per Kabel.

  1. Abtrocknen Gehäuse mit einem weichen Tuch trocknen.
  2. Ausklopfen Das Gerät mit dem Anschluss nach unten leicht gegen die Hand klopfen.
  3. Nicht laden Mindestens eine halbe Stunde warten, bei Warnung länger.
  4. Kein Föhn, kein Reis Hitze schadet, Reis hinterlässt Staub in den Öffnungen.

War das Wasser salzig, gechlort oder seifig, spüle das Gerät kurz mit klarem Leitungswasser ab, sofern es noch als wasserdicht gilt. So bleiben keine Rückstände in den Öffnungen, die später korrodieren. Bei älteren oder reparierten Geräten lass es lieber prüfen.

Tasten, SIM-Schacht und Anschlüsse

Neben Display und Rückseite gibt es weitere Stellen, an denen Wasser eindringen könnte. Die Tasten an der Seite haben kleine Gummidichtungen, die das Innere schützen. Der SIM-Kartenhalter trägt einen dünnen Gummiring. Und auch die Ladebuchse ist zum Inneren hin abgedichtet.

Diese Dichtungen sind klein und werden oft übersehen. Ein fehlender Gummiring am SIM-Halter, etwa nach einem Wechsel auf einen Ersatzhalter, macht das Gerät an dieser Stelle undicht. Auch eine Ladebuchse, die durch Fremdkörper oder Gewalt beschädigt ist, kann Wasser durchlassen.

StelleTypische Schwachstelle
SeitentastenVerschlissene oder verrutschte Gummidichtung
SIM-HalterFehlender oder beschädigter Dichtring
LadebuchseBeschädigung durch Fremdkörper oder falsches Einstecken
KameraglasGesprungenes Glas über den Linsen

Auch ein gesprungenes Kameraglas auf der Rückseite ist eine Schwachstelle. Wasser und Staub gelangen dann direkt an die Kameramodule und von dort ins Gerät.

Wie Werkstätten die Dichtigkeit prüfen können

Hersteller testen jedes Gerät nach der Fertigung mit speziellen Maschinen unter Druck. In einer Werkstatt ist ein solcher Test nur eingeschränkt möglich. Es gibt aber Prüfgeräte, die einen leichten Über- oder Unterdruck im Gerät erzeugen und messen, ob er gehalten wird.

Ein solcher Test zeigt grobe Undichtigkeiten zuverlässig an, etwa einen nicht richtig sitzenden Kleberahmen. Eine Garantie für Wasserdichtigkeit wie ab Werk ersetzt er aber nicht. Wir setzen nach jeder Reparatur neue Kleber und Dichtungen ein und erklären dir ehrlich, was das Gerät danach aushält.

Zusammengefasst ist die Abdichtung ein Zusammenspiel aus Klebern, Dichtungen und Membranen, das mit der Zeit nachlässt. Nach jeder Reparatur wird sie bei uns erneuert. Behandle dein Smartphone trotzdem so, als wäre es nur spritzwassergeschützt, dann bist du auf der sicheren Seite.

Was Hersteller zum Wasserschutz sagen

Apple, Samsung und andere Hersteller geben für ihre Geräte eine Schutzklasse an, betonen aber zugleich, dass der Schutz nicht dauerhaft ist und mit der Zeit abnehmen kann. In den Garantiebedingungen sind Flüssigkeitsschäden meist ausgeschlossen. Das liegt daran, dass sich im Nachhinein kaum feststellen lässt, unter welchen Bedingungen das Wasser eingedrungen ist.

Viele Geräte haben deshalb Feuchtigkeitsindikatoren im Inneren. Diese kleinen Aufkleber verfärben sich, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. Hat sich ein Indikator verfärbt, gehen Hersteller von einem Flüssigkeitsschaden aus. Für dich bedeutet das: Verlass dich im Alltag auf den Schutz, aber nicht beim bewussten Baden oder Schwimmen mit dem Gerät.

Wenn dein Gerät nass geworden ist und sich seltsam verhält, bring es lieber früh vorbei. Je schneller Feuchtigkeit entfernt wird, desto besser sind die Chancen.

Häufige Fragen

Ist mein Handy nach dem Displaytausch noch dicht?

Mit neuem Kleber ist es wieder gut geschützt. Den Werkszustand kann man aber nicht garantieren.

Kann ich den Kleber selbst erneuern?

Ja, mit passenden Kleberahmen. Saubere Flächen und gleichmäßiger Druck sind entscheidend.

Warum ist mein Handy nach einem Sturz nicht mehr dicht?

Der Rahmen kann sich leicht verziehen, und der Kleber löst sich an einer Stelle.

Haben Laptops eine Abdichtung?

Meist nicht. Manche Modelle haben einen gewissen Schutz an der Tastatur, einen echten Wasserschutz aber nicht.

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