Beim kabellosen Laden wird Energie über ein Magnetfeld vom Ladepad in dein Smartphone übertragen. In beiden Geräten sitzt eine flache Kupferspule. Fließt im Ladepad Wechselstrom durch die Spule, entsteht ein Magnetfeld, das in der Spule des Handys wiederum Strom erzeugt. Dieses Prinzip heißt Induktion. Der verbreitete Standard dafür ist Qi, Apple ergänzt ihn mit MagSafe.
So funktioniert es
Damit Energie ankommt, müssen beide Spulen möglichst genau übereinanderliegen. Liegt das Handy schief auf dem Pad, sinkt der Wirkungsgrad, und es entsteht mehr Wärme. Deshalb nutzen MagSafe und der neuere Standard Qi2 Magnete, die das Gerät automatisch richtig ausrichten. Das ist auch der Grund, warum viele Smartphones heute eine Rückseite aus Glas haben: Durch Metall kommt das Magnetfeld kaum hindurch.
Bequem
Auflegen statt Einstecken, die Ladebuchse wird geschont.
Wärme
Ein Teil der Energie geht als Wärme verloren.
Tempo
Meist langsamer als mit Kabel.
Ausrichtung
Magnete sorgen für die richtige Position.
Kabelloses Laden und der Akku
Wärme ist der größte Feind eines Lithium-Ionen-Akkus. Weil beim kabellosen Laden mehr Wärme entsteht als beim Laden mit Kabel, regeln Smartphones die Leistung herunter, sobald es zu warm wird. Für den Akku ist kabelloses Laden deshalb nicht schädlich, solange das Gerät nicht dauerhaft heiß wird. Ungünstig sind dicke Hüllen, direkte Sonne oder das Laden unter dem Kopfkissen. Funktionen wie optimiertes Laden helfen zusätzlich, den Akku zu schonen.
Wenn kabelloses Laden nicht funktioniert
| Problem | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Lädt gar nicht | Hülle zu dick, Metall dazwischen, Pad defekt |
| Lädt nur manchmal | Falsche Position auf dem Pad |
| Wird sehr heiß | Fremdkörper, schlechte Ausrichtung, schwaches Pad |
| Nach Rückglas-Tausch kein Laden | Ladespule beschädigt oder nicht angeschlossen |
| Lädt mit Kabel, kabellos nicht | Ladespule oder ihre Ansteuerung defekt |
- Hülle abnehmen. Besonders Hüllen mit Metallplatten, Kartenfächern oder Magnetringen.
- Position prüfen. Mittig auf das Pad legen.
- Anderes Ladegerät. So schließt du ein defektes Pad aus.
- Neustart. Behebt seltene Softwarefehler.
Reparatur
Die Ladespule sitzt direkt unter der Rückseite. Bei einem Sturz auf die Rückseite oder beim Tausch des Rückglases kann sie beschädigt werden. Bei vielen Geräten ist sie zusammen mit der NFC-Antenne auf einem Flexkabel verbaut und lässt sich einzeln tauschen. Funktioniert kabelloses Laden trotz intakter Spule nicht, wird die Ansteuerung auf der Hauptplatine geprüft.
Kein Metall dazwischen
Kreditkarten, Schlüssel oder Münzen zwischen Handy und Pad können heiß werden und Karten beschädigen.
Wie kabelloses Laden ins Smartphone kam
Das Prinzip der Induktion ist über hundert Jahre alt. Elektrische Zahnbürsten laden schon lange auf diese Weise. In Smartphones setzte sich kabelloses Laden aber erst ab etwa 2012 durch. Frühe Vorreiter waren Modelle von Nokia und später Samsung mit der Galaxy-S-Reihe.
Apple führte kabelloses Laden 2017 mit dem iPhone 8 und dem iPhone X ein. Seitdem ist es bei fast allen Oberklasse-Smartphones Standard. Auch viele Geräte der Mittelklasse, kabellose Kopfhörer und manche Smartwatches laden inzwischen ohne Kabel.
Mit dem Standard Qi des Wireless Power Consortium haben sich die meisten Hersteller auf eine gemeinsame Technik geeinigt. Ein Qi-Ladegerät funktioniert deshalb mit iPhones ebenso wie mit vielen Android-Geräten.
Neben Qi gab es anfangs konkurrierende Standards, die sich aber nicht durchsetzen konnten. Heute spielt im Alltag praktisch nur noch Qi eine Rolle, ergänzt durch die magnetische Variante Qi2, die auf Apples MagSafe aufbaut.
Wie schnell kabellos geladen wird
Kabelloses Laden war lange deutlich langsamer als das Laden mit Kabel. Inzwischen holen die Standards auf. Wie viel Leistung tatsächlich ankommt, hängt von Smartphone, Ladegerät und Netzteil ab.
| Standard | Leistung (bis zu, ca.) | Hinweis |
|---|---|---|
| Qi (Basis) | 5 bis 15 Watt | Weit verbreitet, ohne Magnete |
| Qi2 | 15 Watt | Mit Magneten zur Ausrichtung |
| Qi2 mit höherer Leistung | 25 Watt | Bei passenden neuen Geräten |
| MagSafe (neuere iPhones) | bis 25 Watt | Mit passendem Ladegerät und Netzteil |
Das Netzteil ist dabei entscheidend. Ein Ladepad mit 15 Watt an einem alten 5-Watt-Netzteil lädt entsprechend langsam. Achte darauf, das vom Hersteller empfohlene Netzteil zu verwenden. Manche Hersteller bieten zudem eigene, schnellere Systeme an, die nur mit ihrem eigenen Zubehör funktionieren.
Energieverlust und Wärme
Kabelloses Laden ist weniger effizient als Laden per Kabel. Ein Teil der Energie geht bei der Übertragung zwischen den Spulen als Wärme verloren. Wie viel, hängt stark von der Ausrichtung ab. Liegen die Spulen genau übereinander, ist der Verlust gering. Liegt das Gerät schief, steigt er deutlich.
Für die Umwelt ist der zusätzliche Verbrauch bei einem einzelnen Smartphone gering. Für den Akku ist vor allem die Wärme relevant. Moderne Smartphones und Ladegeräte überwachen die Temperatur und drosseln die Leistung, wenn es zu warm wird. Manche Ladegeräte haben deshalb einen kleinen Lüfter.
Tipp: Lade kabellos nicht in einer dicken Hülle oder unter Kissen und Decken. So kann die Wärme entweichen, und dein Akku bleibt länger gesund.
Auch Ladestationen mit mehreren Spulen helfen, weil sie das Gerät auf einer größeren Fläche erkennen.
Rückwärts laden: das Smartphone als Ladepad
Viele Android-Smartphones können selbst kabellos Energie abgeben. Samsung nennt diese Funktion Wireless PowerShare. Du legst etwa deine kabellosen Kopfhörer oder eine Smartwatch auf die Rückseite des Smartphones, und sie werden geladen.
Die Leistung ist gering und eher für den Notfall gedacht. Das Smartphone verliert dabei mehr Energie, als im anderen Gerät ankommt. Für unterwegs ist das trotzdem praktisch, wenn die Kopfhörer leer sind und kein Ladegerät in der Nähe ist.
Seit dem iPhone 15 bieten auch iPhones eine ähnliche Funktion für Zubehör, allerdings nur über Kabel und nicht kabellos. Damit lassen sich etwa AirPods oder eine Apple Watch über den USB-C-Anschluss des iPhones laden.
Nicht jedes Gerät lädt mit Qi
Auch wenn Qi weit verbreitet ist, nutzen manche Geräte eigene Lösungen. Die Apple Watch lädt zwar ebenfalls induktiv, aber mit einem eigenen magnetischen Ladegerät. Auf einem normalen Qi-Pad lädt sie nicht. Ähnlich ist es bei vielen Smartwatches und Fitness-Trackern anderer Hersteller.
Kabellose Kopfhörer wie AirPods oder Galaxy Buds haben dagegen häufig ein Ladecase mit Qi-Unterstützung. Sie lassen sich auf dasselbe Pad legen wie das Smartphone. Praktisch sind Ladestationen mit mehreren Ladeflächen für Smartphone, Uhr und Kopfhörer.
Prüfe vor dem Kauf einer Ladestation deshalb genau, welche Geräte sie unterstützt. Gerade bei Smartwatches ist oft ein spezieller Ladepuck nötig, der fest in der Station eingebaut ist.
Kabellos laden im Auto und unterwegs
Viele neuere Autos haben eine Ladeschale für Smartphones. Auch Halterungen mit Ladefunktion sind verbreitet. Praktisch ist das vor allem mit Magneten, weil das Smartphone dann sicher sitzt und die Spulen richtig ausgerichtet sind.
Im Auto ist Wärme ein besonderes Problem. Läuft gleichzeitig die Navigation, und scheint die Sonne auf das Gerät, wird es schnell heiß. Das Smartphone drosselt dann das Laden oder bricht es ab. Eine Halterung vor der Lüftung kann helfen, das Gerät zu kühlen.
Kabelloses Laden und Gesundheit
Die Magnetfelder beim kabellosen Laden sind schwach und auf einen kleinen Bereich begrenzt. Für gesunde Menschen gelten sie als unbedenklich. Menschen mit Herzschrittmacher oder anderen medizinischen Implantaten sollten aber Abstand halten. Apple empfiehlt etwa, iPhones mit MagSafe mehr als 15 Zentimeter vom Implantat entfernt zu halten, beim kabellosen Laden mehr als 30 Zentimeter.
Kläre im Zweifel mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, welche Abstände für dein Implantat gelten. Die Hersteller von Implantaten geben ebenfalls Empfehlungen.
Worauf du beim Ladegerät achten solltest
Zertifizierung
Achte auf Qi- oder Qi2-Zertifizierung. Ungeprüfte Ladegeräte können überhitzen oder Störungen verursachen.
Passendes Netzteil
Ein starkes Ladepad braucht ein ausreichend starkes Netzteil.
Temperaturschutz
Gute Ladegeräte erkennen Fremdkörper und schalten bei Überhitzung ab.
Magnete
Magnetische Ladegeräte richten das Gerät automatisch aus und laden effizienter.
Billige Ladepads ohne Zertifizierung sind ein häufiger Grund für Probleme. Sie laden langsamer, werden heißer und können in seltenen Fällen sogar Displays mit Ghost Touch stören.
Zusammengefasst ist kabelloses Laden bequem und schont die Ladebuchse. Mit einem zertifizierten Ladegerät, guter Ausrichtung und ohne Wärmestau ist es auch für den Akku unbedenklich. Funktioniert es nicht mehr, liegt der Fehler oft am Zubehör, manchmal aber auch an der Ladespule, die sich meist gut tauschen lässt.
Für die Nacht reicht übrigens ein langsames Ladegerät völlig aus. Es erzeugt weniger Wärme und schont so den Akku.
Häufige Fragen
Ist kabelloses Laden schlecht für den Akku?
Nicht grundsätzlich, solange das Gerät nicht dauerhaft heiß wird.
Warum lädt mein Handy kabellos so langsam?
Kabelloses Laden ist meist langsamer, und bei Wärme wird gedrosselt.
Funktioniert kabelloses Laden mit Hülle?
Mit dünnen Hüllen meist ja, mit dicken oder metallhaltigen nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Qi und MagSafe?
MagSafe ergänzt Qi um Magnete und höhere Leistung bei iPhones.
Kann die Ladespule kaputtgehen?
Ja, etwa durch Stürze oder bei einem Rückglas-Tausch.
Kann ich jedes Handy kabellos laden?
Nur Geräte mit eingebauter Ladespule.