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Glossar

Ladezyklus

Ein Ladezyklus ist erreicht, wenn insgesamt 100 Prozent der Akkukapazität verbraucht wurden. Das muss nicht auf einmal passieren: Zweimal 50 Prozent ergeben ebenfalls einen Zyklus.
Kurz erklärt

Ein Ladezyklus zählt die verbrauchte Energie, nicht die Anzahl der Ladevorgänge. Nutzt du heute 60 Prozent und morgen 40 Prozent, hast du zusammen einen Zyklus verbraucht, egal wie oft du zwischendurch geladen hast.

Ein Zyklus100 Prozent verbrauchte Kapazität
iPhone 15 und neuerRund 1000 Zyklen bis 80 Prozent
Ältere iPhonesRund 500 Zyklen bis 80 Prozent
Kurzes NachladenKein Problem

So werden Ladezyklen gezählt

NutzungVerbrauchte Zyklen
Von 100 auf 0 Prozent1 Zyklus
Zweimal von 100 auf 50 Prozent1 Zyklus
Viermal von 80 auf 55 Prozent1 Zyklus
Einmal von 100 auf 70 Prozent0,3 Zyklen

Häufiges Zwischenladen erhöht also nicht die Zahl der Zyklen. Es ist für einen Lithium-Ionen-Akku sogar schonender als ihn jedes Mal ganz zu leeren.

Wie viele Zyklen hält ein Akku?

Ein Akku ist nach einer bestimmten Zahl von Zyklen nicht plötzlich kaputt. Er verliert nach und nach Kapazität. Hersteller geben meist an, nach wie vielen Zyklen noch etwa 80 Prozent übrig sind:

GerätHerstellerangabe
iPhone 15 und neuerEtwa 80 Prozent nach 1000 Zyklen
iPhone 14 und älterEtwa 80 Prozent nach 500 Zyklen
MacBook (aktuelle Modelle)Ausgelegt auf 1000 Zyklen
Android-HandysJe nach Hersteller, oft 500 bis 1000 Zyklen

Wie schnell dein Akku altert, hängt stark von Temperatur und Ladegewohnheiten ab.

Wo du die Zyklenzahl findest

  1. iPhone. Ab iPhone 15 unter Einstellungen › Allgemein › Info › Ladezyklen.
  2. Mac. Apple-Menü › Über diesen Mac › Weitere Infos › Systembericht › Stromversorgung, Eintrag „Zyklenzahl“.
  3. Samsung. Je nach Modell und One UI Version in der App Samsung Members oder unter Akku in den Einstellungen.
  4. Andere Android-Handys. Bei neueren Android Versionen teilweise unter Einstellungen › Akku, sonst über die Diagnose-App des Herstellers.

So verbrauchst du weniger Zyklen und schonst den Akku

Mittlere Ladestände

Bleib möglichst zwischen 20 und 80 Prozent.

Kühl halten

Wärme schadet mehr als jeder Zyklus.

Optimiertes Laden

Funktionen wie Optimiertes Laden verringern die Zeit bei 100 Prozent.

Am Kabel arbeiten

Ein Laptop, der am Netz hängt, verbraucht kaum Zyklen.

Was bei jedem Zyklus im Akku passiert

Bei jedem Laden wandern Lithium-Ionen von der positiven zur negativen Elektrode und lagern sich dort ein. Beim Entladen wandern sie zurück. Dieser Vorgang ist nicht ganz verlustfrei. Ein kleiner Teil des Lithiums reagiert mit dem Elektrolyten und bildet eine dünne Schutzschicht auf der Elektrode.

Diese Schicht ist anfangs sogar nützlich, weil sie die Elektrode stabilisiert. Mit jedem Zyklus wächst sie aber ein wenig weiter. Dabei wird Lithium gebunden, das dann nicht mehr für die Energiespeicherung zur Verfügung steht. Die Folge: Die Kapazität sinkt langsam.

Hinzu kommen mechanische Effekte. Die Elektroden dehnen sich beim Laden leicht aus und ziehen sich beim Entladen wieder zusammen. Über viele Zyklen entstehen dadurch winzige Risse im Material. Auch das trägt zur Alterung bei.

Wie schnell diese Prozesse ablaufen, hängt stark von der Temperatur ab. Bei Wärme laufen die chemischen Nebenreaktionen schneller ab, weshalb ein heißer Akku pro Zyklus deutlich mehr Kapazität verliert.

Tiefe Zyklen belasten mehr als flache

Nicht jeder Zyklus belastet den Akku gleich stark. Ein voller Zyklus von 100 auf 0 Prozent strapaziert ihn mehr als mehrere kleine Teilzyklen, die zusammen ebenfalls einen Zyklus ergeben. Der Grund: An den Rändern, also bei sehr hohem und sehr niedrigem Ladestand, steht der Akku unter größerer chemischer Belastung.

NutzungsmusterBelastung für den Akku
Häufig zwischen 30 und 80 ProzentGering
Jeden Tag von 100 auf 20 ProzentMittel
Regelmäßig bis 0 Prozent leerHoch
Lange bei 100 Prozent und warmHoch, auch ohne viele Zyklen

Das erklärt, warum zwei Akkus mit gleicher Zyklenzahl sehr unterschiedlich gealtert sein können. Die Zahl allein sagt also nicht alles. Entscheidend ist, wie die Zyklen zustande kamen und bei welchen Temperaturen.

Schnellladen und Ladezyklen

Schnellladen verändert die Zahl der Zyklen nicht, denn es wird ja dieselbe Energiemenge geladen. Es kann die Alterung pro Zyklus aber erhöhen. Bei hohen Ladeströmen entsteht mehr Wärme, und die Lithium-Ionen müssen sich schneller einlagern. Moderne Smartphones laden deshalb nur im unteren Bereich schnell und werden ab etwa 80 Prozent langsamer.

Für den Alltag heißt das: Schnellladen ist praktisch und bei modernen Geräten gut abgesichert. Wenn du nicht in Eile bist, etwa über Nacht, ist langsames Laden aber schonender. Viele Smartphones bieten dafür eine Option, das Schnellladen abzuschalten.

Auch beim kabellosen Laden zählt jeder Zyklus gleich. Weil dabei mehr Wärme entsteht, kann die Alterung pro Zyklus aber etwas höher ausfallen, besonders wenn das Gerät schlecht auf dem Ladepad liegt.

Ladezyklen bei Laptops

Laptops werden oft stundenlang am Netzteil betrieben. Dabei verbrauchen sie kaum Zyklen, weil der Strom direkt aus dem Netzteil kommt. Ein dauerhaft voller Akku altert aber trotzdem, vor allem wenn der Laptop warm wird.

macOS nutzt deshalb ein Akkumanagement, das den Ladestand bei dauerhaftem Netzbetrieb begrenzen kann. Viele Windows-Laptops bieten in der Software des Herstellers eine ähnliche Funktion, oft als Ladegrenze von 60 oder 80 Prozent. Wenn dein Laptop meist am Schreibtisch steht, solltest du diese Option aktivieren.

Beim Kauf eines gebrauchten MacBooks ist die Zyklenzahl eine wichtige Angabe. Liegt sie nahe an der vom Hersteller genannten Grenze, steht ein Akkutausch bald an. Zusammen mit dem Zustand des Akkus ergibt sich ein realistisches Bild.

Was nach einem Akkutausch mit dem Zähler passiert

Der Zyklenzähler gehört zum Akku, nicht zum Gerät. Er ist in der kleinen Elektronik des Akkus gespeichert. Wird der Akku getauscht, beginnt die Zählung deshalb wieder bei null oder bei einem sehr niedrigen Wert, den der neue Akku bei Tests im Werk gesammelt hat.

Beim iPhone zeigt das System nach einem Tausch mit einem Originalakku wieder Zyklenzahl und Batteriezustand an. Wird ein Akku verbaut, den das iPhone nicht erkennt, erscheinen manche Angaben nicht oder nur mit Hinweis. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Akku schlecht ist, macht die Einschätzung aber schwieriger.

Für Gebrauchtkäufer ist das wichtig. Eine sehr niedrige Zyklenzahl bei einem älteren Gerät kann darauf hinweisen, dass der Akku bereits getauscht wurde. Frag in diesem Fall nach einem Reparaturbeleg.

Geräte richtig lagern

Ein Gerät, das du länger nicht nutzt, verbraucht keine Zyklen. Der Akku altert aber trotzdem, und er entlädt sich langsam von selbst. Lagere Smartphones, Tablets und Laptops deshalb mit etwa halb vollem Akku an einem kühlen, trockenen Ort.

Schau alle paar Monate nach dem Ladestand und lade bei Bedarf wieder auf etwa 50 Prozent. Ein voll geladener Akku im warmen Schrank altert schneller, ein komplett leerer kann in eine Tiefentladung rutschen und dauerhaft Schaden nehmen.

Kleine Akkus, viele Zyklen

Smartwatches und kabellose Kopfhörer haben sehr kleine Akkus. Sie werden oft täglich oder sogar mehrmals am Tag geladen. Dadurch sammeln sie deutlich mehr Zyklen pro Jahr als ein Smartphone. Eine Smartwatch, die jede Nacht auf dem Ladegerät liegt, erreicht schnell mehrere hundert Zyklen pro Jahr.

Das erklärt, warum die Laufzeit von Kopfhörern und Uhren oft nach zwei bis drei Jahren spürbar nachlässt. Bei Kopfhörern sind die Akkus zudem meist fest verklebt, sodass ein Tausch schwierig ist. Bei Smartwatches ist ein Akkutausch dagegen häufig möglich.

Mythen rund um Ladezyklen

Mythos: Akku erst ganz leer machen

Das galt für alte Nickel-Akkus mit Memory-Effekt. Lithium-Ionen-Akkus kennen diesen Effekt nicht.

Mythos: Neues Gerät erst voll laden

Ein neues Smartphone kannst du sofort nutzen. Ein besonderes Einladen ist nicht nötig.

Mythos: Jedes Einstecken ist ein Zyklus

Gezählt wird die verbrauchte Energie, nicht die Zahl der Ladevorgänge.

Fakt: Wärme schadet mehr als Zyklen

Ein heißer Akku altert schneller als einer, der viele Zyklen bei Raumtemperatur macht.

Zusammengefasst ist der Ladezyklus ein Maß für die Arbeit, die ein Akku geleistet hat. Er hilft, den Zustand eines Akkus einzuschätzen, sagt aber nicht alles. Mittlere Ladestände, wenig Wärme und schonendes Laden verlängern die Lebensdauer deutlich, unabhängig davon, wie oft du dein Gerät einsteckst.

Lässt die Laufzeit trotz guter Pflege deutlich nach, ist ein Akkutausch die einfachste Lösung. Wir verwenden dafür Originalteile oder hochwertige Premium-Ersatzteile.

Häufige Fragen

Ist es schlecht, das Handy oft kurz zu laden?

Nein. Kurzes Nachladen zählt nur anteilig und ist für den Akku schonend.

Was passiert nach 500 oder 1000 Zyklen?

Der Akku funktioniert weiter, hat aber meist nur noch etwa 80 Prozent Kapazität. Ein Tausch kann sich dann lohnen.

Zählt kabelloses Laden anders?

Nein, ein Zyklus ist ein Zyklus. Kabelloses Laden erzeugt aber mehr Wärme, was den Akku zusätzlich belasten kann.

Setzt ein neuer Akku die Zyklen zurück?

Ja, ein neuer Akku startet bei null. Beim iPhone wird die Zahl nach dem Tausch allerdings nicht immer korrekt angezeigt.

Wie viele Zyklen verbrauche ich pro Jahr?

Wer täglich etwa einen vollen Akku verbraucht, kommt auf rund 300 bis 365 Zyklen im Jahr.

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