Mit dem Galaxy S10 hat Samsung 2019 das umgekehrte kabellose Laden eingeführt. Die Ladespule, mit der das Handy sonst selbst geladen wird, sendet dann Energie aus. Legst du Galaxy Buds, eine Galaxy Watch oder ein anderes Qi-fähiges Gerät auf die Rückseite, wird es geladen. Ideal für unterwegs, wenn die Kopfhörer leer sind.
So nutzt du Wireless PowerShare
- Aktivieren. Schnellzugriff herunterziehen und „Wireless PowerShare“ antippen.
- Gerät auflegen. Kopfhörer, Uhr oder Handy mittig auf die Rückseite legen.
- Abwarten. Ein Ton oder eine Vibration bestätigt den Ladestart.
- Grenze setzen. In den Einstellungen legst du fest, ab welchem Akkustand die Funktion stoppt, zum Beispiel bei 30 Prozent.
Wie schnell lädt das?
Die Leistung ist gering, etwa 4,5 Watt. Für Kopfhörer und Smartwatches reicht das gut. Ein anderes Handy wird dagegen nur langsam geladen, und ein Teil der Energie geht als Wärme verloren. Als Notlösung funktioniert es trotzdem, wenn ein Freund dringend ein paar Prozent braucht. Am effizientesten ist es, wenn das gebende Galaxy dabei selbst am Ladekabel hängt.
| Gerät | Eignung |
|---|---|
| Galaxy Buds und andere Qi-Kopfhörer | Sehr gut |
| Galaxy Watch | Gut, Uhr muss mittig liegen |
| Apple Watch | Nein, eigenes Ladesystem |
| Anderes Smartphone | Möglich, aber langsam |
Wenn es nicht klappt
Position
Die Spulen müssen übereinanderliegen. Leicht verschieben hilft oft.
Akkustand
Unter der eingestellten Grenze startet die Funktion nicht.
Dicke Hülle
Metallplatten oder dicke Hüllen blockieren die Übertragung.
Wärme
Bei Überhitzung pausiert das Laden.
Funktionieren weder das kabellose Laden noch Wireless PowerShare, kann die Ladespule oder ihr Anschluss beschädigt sein, etwa nach einem Sturz oder einem Wechsel der Glasrückseite. Die Spule sitzt bei Samsung unter der Rückseite und lässt sich tauschen.
Praktisch im Alltag
Am nützlichsten ist die Funktion unterwegs. Sind die Galaxy Buds leer, legst du sie kurz auf die Rückseite, und nach einigen Minuten reicht es für die nächste Fahrt. Auch eine Galaxy Watch lässt sich so über den Tag retten. Für Smartphones ist Wireless PowerShare eher eine Notlösung. Wenn du häufiger andere Geräte lädst, ist eine kleine Powerbank effizienter.
Umgekehrtes Laden bei anderen Herstellern
Samsung war nicht der einzige Hersteller mit dieser Idee. Auch andere Android-Hersteller bieten umgekehrtes kabelloses Laden an. Bei Google Pixel heißt die Funktion Akku teilen. Andere Hersteller nennen sie Reverse Wireless Charging oder ähnlich.
| Hersteller | Funktion | Art |
|---|---|---|
| Samsung | Wireless PowerShare | Kabellos über die Rückseite |
| Google Pixel | Akku teilen | Kabellos über die Rückseite |
| Andere Android-Hersteller | Verschiedene Namen | Meist kabellos |
| Apple iPhone mit USB-C | Laden per Kabel | Nur kabelgebunden, geringe Leistung |
Beim iPhone gibt es kein umgekehrtes kabelloses Laden für Nutzer. Seit dem iPhone 15 kann es aber über das USB-C-Kabel kleine Geräte wie AirPods oder eine Apple Watch mit Strom versorgen. Dafür verbindest du das Zubehör einfach per Kabel mit dem iPhone.
Die Idee dahinter ist bei allen Herstellern gleich: Ein Smartphone hat meist einen deutlich größeren Akku als Kopfhörer oder Uhr. Es kann deshalb ein wenig Energie abgeben, ohne dass es selbst schnell leer wird.
Warum so viel Energie verloren geht
Beim kabellosen Laden wird Strom zuerst in ein Magnetfeld umgewandelt und dann im empfangenden Gerät wieder in Strom. Bei jedem Schritt geht ein Teil der Energie als Wärme verloren. Beim umgekehrten Laden passiert das gleich doppelt: Dein Galaxy wandelt Akku-Energie in ein Magnetfeld um, und das andere Gerät wandelt es zurück.
Deshalb kommt beim empfangenden Gerät deutlich weniger an, als dein Galaxy abgibt. Wie viel genau, hängt von der Position und den Geräten ab. Für kleine Akkus wie in Kopfhörern ist das kein Problem. Bei einem anderen Smartphone verbrauchst du dagegen viel von deinem eigenen Akku für wenig Ladung beim anderen.
Kopfhörer
Kleiner Akku, schnell ein paar Prozent geladen.
Smartwatch
Gut geeignet, wenn die Position stimmt.
Smartphone
Hoher Verlust, nur als Notlösung.
Wenn dein Galaxy beim Teilen spürbar warm wird, nimm das Zubehör kurz herunter und leg es neu auf. Oft liegt es dann besser, und die Verluste sinken.
Schadet Wireless PowerShare deinem Akku
Wireless PowerShare belastet den Akku deines Galaxy ähnlich wie eine normale Nutzung. Er entlädt sich, und jede Entladung zählt zu den Ladezyklen. Hinzu kommt Wärme, die beim kabellosen Laden entsteht. Wärme ist für Lithium-Ionen-Akkus auf Dauer ungünstig.
Gelegentliches Laden von Kopfhörern oder einer Uhr ist unbedenklich. Wer aber täglich ein anderes Smartphone über die Rückseite lädt, beansprucht den eigenen Akku spürbar. Dann ist eine kleine Powerbank die schonendere Lösung.
Samsung schützt den Akku zusätzlich, indem die Funktion bei zu hoher Temperatur pausiert und unterhalb der eingestellten Akkugrenze gar nicht startet.
Die Grenze, ab der Wireless PowerShare stoppt, lässt sich in den Akkueinstellungen anpassen. Ein Wert von 30 Prozent oder mehr stellt sicher, dass dein eigenes Handy noch genug Reserve für den Rest des Tages hat.
Die richtige Position finden
Die Ladespule sitzt bei Galaxy-Smartphones meist etwa in der Mitte der Rückseite, etwas unterhalb der Kameras. Das zu ladende Gerät muss mit seiner Spule genau darüber liegen. Schon ein bis zwei Zentimeter Abweichung können die Übertragung stark verschlechtern oder ganz verhindern.
- Handy mit dem Display nach unten legen So liegt die Rückseite frei und das Zubehör kann stabil aufliegen.
- Kopfhörer-Case mittig auflegen Die Unterseite des Case zeigt nach unten auf die Spule.
- Uhr mit der Unterseite auflegen Der Sensor der Uhr muss auf der Mitte der Rückseite liegen.
- Auf Bestätigung achten Ton, Vibration oder Ladesymbol zeigen, dass es funktioniert.
Wenn die Uhr immer wieder herunterrutscht, hilft es, das Handy auf eine ebene, rutschfeste Unterlage zu legen.
Bei Kopfhörer-Cases mit Ladeleuchte erkennst du an einem kurzen Aufleuchten, dass der Ladevorgang begonnen hat.
Qi, Qi2 und Kompatibilität
Wireless PowerShare arbeitet mit dem kabellosen Laden nach dem Qi-Standard. Deshalb lassen sich auch Geräte anderer Hersteller laden, solange sie Qi unterstützen. Das gilt zum Beispiel für viele Kopfhörer-Cases und auch für iPhones, die ja ebenfalls kabellos laden können.
Der neuere Standard Qi2 bringt Magnete zur genauen Ausrichtung, ähnlich wie MagSafe bei Apple. Ob und wie Galaxy-Geräte Qi2 unterstützen, hängt vom Modell ab. Für Wireless PowerShare spielt das kaum eine Rolle, weil die Leistung ohnehin gering ist. Magnete würden aber die Positionierung erleichtern.
Die Apple Watch lässt sich nicht über Wireless PowerShare laden, weil sie ein eigenes Ladesystem nutzt. Gleiches gilt für einige Fitness-Tracker mit speziellen Ladeanschlüssen.
Auch zwei Galaxy-Smartphones können sich gegenseitig laden. Dabei legst du sie Rücken an Rücken aufeinander, wobei die Spulen übereinanderliegen müssen.
Wann sich die Funktion wirklich lohnt
Im Alltag zeigt sich, dass Wireless PowerShare vor allem in bestimmten Situationen hilft. Auf Reisen spart es ein zusätzliches Ladegerät für Kopfhörer. Im Zug oder Flugzeug kannst du die Buds zwischendurch aufladen, ohne nach einer Steckdose zu suchen.
| Situation | Nutzen |
|---|---|
| Kopfhörer leer auf dem Weg zur Arbeit | Hoch, wenige Minuten reichen für eine Fahrt |
| Smartwatch am Abend leer | Mittel, reicht für einige Stunden |
| Freund mit leerem Handy | Gering, nur als Notlösung |
| Zuhause mit Ladegerät | Gering, normales Laden ist effizienter |
Wer die Funktion selten nutzt, sollte sie nach dem Laden wieder ausschalten. Sie deaktiviert sich zwar meist automatisch, wenn nichts aufliegt, doch so bist du sicher, dass kein Akku verschwendet wird.
Hüllen und Zubehör
Dünne Hüllen aus Kunststoff oder Silikon stören die Übertragung kaum. Problematisch sind Hüllen mit Metallplatten für Magnethalterungen, Kartenfächer mit Bankkarten auf der Rückseite oder sehr dicke Outdoor-Hüllen.
Karten mit Magnetstreifen oder Chips sollten generell nicht zwischen Ladespulen liegen. Das Magnetfeld kann sie beschädigen. Nimm sie vor dem Laden aus dem Kartenfach der Hülle.
Zusammengefasst ist Wireless PowerShare eine praktische Notlösung für Kopfhörer und Uhren unterwegs. Für regelmäßiges Laden anderer Smartphones ist eine Powerbank besser. Funktioniert weder kabelloses Laden noch PowerShare, prüfen wir Ladespule und Anschluss.
Bringst du dein Galaxy wegen eines Displays oder Akkus zu uns, testen wir auf Wunsch auch das kabellose Laden und Wireless PowerShare mit.
Häufige Fragen
Welche Galaxy-Modelle haben Wireless PowerShare?
Viele S-, Note- und Z-Modelle ab 2019, nicht alle A-Modelle.
Schadet es meinem Akku?
Es verbraucht Akku und erzeugt Wärme, schadet bei gelegentlicher Nutzung aber nicht.
Kann ich ein iPhone damit laden?
Ja, iPhones mit Qi-Unterstützung lassen sich laden, wenn auch langsam.
Gibt es das auch bei anderen Herstellern?
Ja, unter Namen wie Reverse Wireless Charging oder Battery Share.
Funktioniert es mit Hülle?
Mit dünnen Hüllen meist ja, mit dicken oder magnetischen Hüllen oft nicht.