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Glossar

Tiefentladung

Von Tiefentladung spricht man, wenn ein Akku so weit entleert ist, dass seine Spannung unter einen sicheren Wert fällt. Das Gerät lässt sich dann oft nicht mehr einschalten oder laden.
Kurz erklärt

Ein Lithium-Ionen-Akku darf nie ganz leer werden. Deshalb schaltet sich dein Handy bei „0 Prozent“ ab, obwohl noch eine kleine Reserve im Akku ist. Liegt das Gerät danach lange herum, verbraucht die Elektronik diese Reserve. Fällt die Zellspannung zu weit, ist der Akku tiefentladen.

UrsacheLange Lagerung mit leerem Akku
FolgeGerät startet oder lädt nicht
RisikoBleibender Schaden am Akku
VorbeugenBei etwa 50 Prozent lagern

Wie kommt es zur Tiefentladung?

Auch ein ausgeschaltetes Gerät verbraucht minimal Strom, etwa für die Uhr oder die Schutzschaltung des Akkus. Dazu kommt die Selbstentladung des Akkus. Ein Handy, das mit leerem Akku in der Schublade liegt, kann so nach Wochen oder Monaten tiefentladen sein.

  • Ein altes Handy wird leer weggelegt und monatelang vergessen
  • Ein Laptop liegt mit leerem Akku über den Sommer im Schrank
  • Ein Defekt auf der Platine zieht ständig Strom, ein sogenannter Leckstrom
  • Ein Controller oder Tablet wird nach dem letzten Spielen leer verstaut

Was passiert bei einer Tiefentladung?

Unterhalb einer bestimmten Spannung schaltet die Schutzschaltung den Akku ab, um ihn zu schützen. Viele Ladegeräte erkennen ihn dann nicht mehr. Bleibt der Akku lange in diesem Zustand, verändert sich die Chemie im Inneren. Er verliert dauerhaft Kapazität, und im schlimmsten Fall wird er instabil.

Lädt nicht

Das Gerät zeigt beim Anstecken keine Reaktion.

Startet nicht

Auch nach längerem Laden bleibt der Bildschirm schwarz.

Kapazitätsverlust

Wenn der Akku wieder lädt, hält er oft deutlich kürzer.

Aufblähen möglich

Ein stark geschädigter Akku kann sich aufblähen.

Was du selbst versuchen kannst

  1. Original-Ladegerät nutzen. Steck das Gerät an ein normales Netzteil, nicht an eine Powerbank oder einen USB-Anschluss am PC.
  2. Geduld haben. Lass es mindestens 30 bis 60 Minuten am Ladegerät, auch wenn zunächst nichts passiert. Manche Geräte laden einen tiefentladenen Akku erst langsam vor.
  3. Anderes Kabel testen. Ein defektes Kabel oder eine verschmutzte Ladebuchse kann ebenfalls die Ursache sein.
  4. Neustart erzwingen. Wenn ein Ladesymbol erscheint, warte, bis genug Strom da ist, und starte das Gerät dann neu.

Bitte nicht

Versuche nicht, einen tiefentladenen Akku mit Labornetzteil oder Tricks selbst „wiederzubeleben“. Ein geschädigter Lithium-Ionen-Akku kann dabei heiß werden. Ist er aufgebläht, lade ihn gar nicht mehr.

Wann ein Akkutausch nötig ist

Lädt das Gerät nach einer Stunde am Netzteil immer noch nicht, ist entweder der Akku dauerhaft geschädigt oder es gibt einen anderen Fehler, etwa an der Ladebuchse oder am Lade-IC. Eine Messung zeigt, woran es liegt. Häufig reicht ein neuer Akku, und deine Daten bleiben erhalten.

Was im Akku bei einer Tiefentladung passiert

Ein Lithium-Ionen-Akku arbeitet in einem bestimmten Spannungsbereich. Voll geladen liegt eine typische Zelle bei etwa 4,2 bis 4,4 Volt. Bei „0 Prozent“ schaltet das Gerät ab, obwohl die Zelle noch um die 3 Volt hat. Diese Reserve schützt den Akku.

Sinkt die Spannung deutlich weiter, beginnen chemische Prozesse, die der Zelle schaden. Ein Teil des aktiven Materials kann sich zersetzen, und an den Elektroden bilden sich Ablagerungen. Diese Schäden lassen sich nicht rückgängig machen. Deshalb verliert ein tiefentladener Akku oft dauerhaft Kapazität, selbst wenn er später wieder lädt.

ZustandUngefähre ZellspannungBedeutung
Voll geladenEtwa 4,2 bis 4,4 VNormaler Betrieb
Anzeige 0 ProzentUm 3 VGerät schaltet ab, Reserve bleibt
TiefentladenDeutlich darunterSchutzschaltung trennt, Schäden möglich

Die genauen Werte hängen von der Zellchemie und dem Hersteller ab. Wichtig ist das Prinzip: Je länger ein Akku in einem sehr niedrigen Spannungsbereich bleibt, desto größer ist der Schaden.

Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Ein Akku entlädt sich bei Wärme schneller selbst. Ein Gerät, das im Sommer leer auf einem warmen Dachboden liegt, ist deshalb schneller tiefentladen als eines im kühlen Keller.

Geräte richtig lagern

Die beste Vorbeugung gegen eine Tiefentladung ist die richtige Lagerung. Wenn du ein Gerät länger nicht nutzt, lade es vorher auf etwa die Hälfte. Ein ganz voller Akku altert bei langer Lagerung schneller, ein leerer läuft Gefahr, tiefentladen zu werden.

  1. Auf etwa 50 Prozent laden Das ist der beste Zustand für eine längere Pause.
  2. Ausschalten Ein ausgeschaltetes Gerät verbraucht weniger als eines im Standby.
  3. Kühl lagern Ein Raum ohne große Hitze schont den Akku. Vermeide Auto, Dachboden und Fensterbank.
  4. Regelmäßig nachladen Prüfe den Akku alle paar Monate und lade ihn wieder auf etwa die Hälfte.

Diese Regeln gelten nicht nur für Smartphones. Laptops, Tablets, Kopfhörer, Spielecontroller und Smartwatches haben ähnliche Akkus und reagieren genauso empfindlich auf lange Lagerung im leeren Zustand.

Woran du eine Tiefentladung bei verschiedenen Geräten erkennst

Smartphone

Beim Anstecken bleibt das Display lange schwarz, oder es erscheint nur ein Akku-Symbol mit Kabel.

Laptop

Die Ladeleuchte bleibt aus oder blinkt, das Gerät startet auch am Netzteil nicht.

Kopfhörer und Controller

Keine Ladeanzeige, das Gerät verbindet sich nicht mehr.

Beim iPhone zeigt ein leeres Akku-Symbol mit Ladekabel, dass das Gerät Strom braucht, aber noch nicht genug hat, um zu starten. Bleibt dieses Symbol lange stehen, ohne dass sich etwas tut, kann der Akku tiefentladen sein. Erscheint gar nichts, kommen auch Ladebuchse, Kabel oder Netzteil infrage.

Laptops sind besonders häufig betroffen, weil sie oft monatelang im Schrank liegen. Manche Modelle haben einen Transport- oder Lagermodus, der den Akku vom Rest der Elektronik trennt. Wer ihn kennt, kann damit eine Tiefentladung vermeiden.

Auch Smartwatches und kabellose Kopfhörer sind anfällig, weil ihre Akkus sehr klein sind. Schon wenige Wochen in der Schublade reichen manchmal, damit sie sich nicht mehr einschalten lassen.

Verbreitete Irrtümer

Rund um das Laden von Akkus halten sich einige Ratschläge, die aus der Zeit älterer Akkutechnik stammen. Für Lithium-Ionen-Akkus gelten sie nicht mehr.

IrrtumWas stimmt
Akku vor dem Laden ganz leer machenSchadet eher, kleine Ladezyklen sind schonender
Neuer Akku muss erst trainiert werdenNicht nötig, er ist sofort einsatzbereit
Ausgeschaltet verbraucht er nichtsEr entlädt sich langsam weiter

Gerade der erste Punkt führt oft zur Tiefentladung. Wer sein Handy regelmäßig bis zum Abschalten leer laufen lässt und dann liegen lässt, riskiert genau diesen Schaden.

Warum manche Ladegeräte nicht helfen

Ein tiefentladener Akku braucht zum Start eine sanfte Vorladung. Diese übernimmt die Ladeelektronik im Gerät, nicht das Netzteil selbst. Manche Netzteile oder Powerbanks schalten aber ab, wenn das Gerät anfangs kaum Strom zieht. Sie halten das angeschlossene Gerät dann für voll oder nicht vorhanden.

Deshalb klappt die Wiederbelebung an einem einfachen Netzteil manchmal besser als an einer Powerbank. Bleibt die Reaktion mit mehreren Netzteilen und Kabeln aus, liegt das Problem meist am Akku oder an der Ladeelektronik.

Sicherheit bei tiefentladenen Akkus

Ein tiefentladener Akku ist nicht automatisch gefährlich. Ein stark geschädigter Akku kann aber beim Wiederaufladen instabil werden. Deshalb arbeiten Ladeschaltungen in Smartphones bei sehr niedriger Spannung zunächst mit einem kleinen Strom. Erst wenn die Spannung wieder in einem sicheren Bereich liegt, wird normal geladen.

Achte nach einer Tiefentladung auf Warnzeichen. Wird das Gerät beim Laden ungewöhnlich heiß, wölbt sich das Gehäuse oder hebt sich das Display an, steck es sofort ab. Leg es auf eine nicht brennbare Fläche und lass den Akku fachgerecht prüfen.

Entsorgung

Ein aufgeblähter Akku gehört nicht in den Hausmüll. Gib ihn bei einer Sammelstelle oder in der Werkstatt ab.

Folgen für Akkuzustand und Laufzeit

Hat sich ein tiefentladener Akku wieder erholt, zeigt der Akkuzustand oft einen niedrigeren Wert als vorher. Das Gerät hält dann kürzer durch und schaltet sich bei Belastung eventuell früher ab. Bei iPhones kann zudem die Leistungsverwaltung greifen, wenn der Akku keine ausreichende Spitzenleistung mehr liefert.

Ob sich ein neuer Akku lohnt, hängt vom Zustand nach der Erholung ab. Fällt die Kapazität deutlich, ist ein Tausch meist die bessere Lösung. Ein neuer Akku bringt die gewohnte Laufzeit zurück und beseitigt das Risiko eines instabilen Akkus.

Zusammengefasst entsteht eine Tiefentladung fast immer durch lange Lagerung mit leerem Akku. Mit etwa halb vollem Akku, kühler Lagerung und gelegentlichem Nachladen beugst du ihr zuverlässig vor. Lädt dein Gerät trotzdem nicht mehr, prüfen wir Akku, Ladebuchse und Ladeelektronik und tauschen den Akku, wenn möglich, direkt bei dir vor Ort.

Häufige Fragen

Kann ein tiefentladener Akku wieder funktionieren?

Manchmal ja, wenn er nur kurz tiefentladen war. Oft hat er danach aber weniger Kapazität.

Wie lagere ich ein Handy richtig?

Lade es auf etwa 50 Prozent, schalte es aus und lade es alle paar Monate kurz nach.

Ist mein Handy kaputt, wenn es nach langer Zeit nicht angeht?

Nicht unbedingt. Häufig ist nur der Akku tiefentladen. Ein Akkutausch löst das Problem dann meist.

Gibt es Tiefentladung auch bei Laptops?

Ja. MacBooks und andere Laptops sollten bei längerer Lagerung ebenfalls halb geladen sein.

Bleiben meine Daten bei Tiefentladung erhalten?

Ja. Die Daten liegen im Speicher und sind vom Akku unabhängig.

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