Ein Lithium-Ionen-Akku speichert Energie, indem Lithium-Ionen beim Laden von der einen Elektrode zur anderen wandern und beim Entladen wieder zurück. Er ist leicht, hat keinen Memory-Effekt und hält viele hundert Ladezyklen. Mit der Zeit verliert er aber Kapazität, und Hitze sowie Tiefentladung schaden ihm.
Wie funktioniert ein Lithium-Ionen-Akku?
Im Inneren liegen zwei Elektroden, getrennt durch eine hauchdünne Folie, den Separator. Dazwischen befindet sich ein Elektrolyt, durch den sich Lithium-Ionen bewegen können. Beim Laden drückt das Ladegerät die Ionen in die negative Elektrode aus Graphit. Beim Entladen wandern sie zurück zur positiven Elektrode, und dabei fließt Strom durch dein Gerät.
In Handys und Tablets stecken meist Lithium-Polymer-Akkus, kurz Li-Po. Technisch sind das Lithium-Ionen-Akkus in einer flachen, flexiblen Folienhülle statt in einem festen Metallgehäuse. So passen sie in sehr dünne Geräte.
Jeder Akku hat außerdem eine kleine Schutzschaltung. Sie überwacht Spannung, Strom und Temperatur, schaltet bei Problemen ab und meldet dem Gerät den Ladezustand.
Vorteile und Schwächen
| Vorteile | Schwächen |
|---|---|
| Hohe Energiedichte, also viel Energie bei wenig Gewicht | Altert mit der Zeit und mit jedem Zyklus |
| Kein Memory-Effekt, Zwischenladen ist kein Problem | Empfindlich gegen Hitze |
| Geringe Selbstentladung | Kann bei Tiefentladung Schaden nehmen |
| Schnellladen möglich | Bei Beschädigung Brandgefahr |
Warum Akkus altern
Bei jedem Lade- und Entladevorgang laufen kleine Nebenreaktionen ab. Auf den Elektroden bilden sich Schichten, die Lithium binden, und das Material verändert sich. Dadurch sinkt die Kapazität, und der Innenwiderstand steigt. Der Akku hält kürzer, wird beim Laden wärmer und kann unter Last die Spannung nicht mehr halten. Dann schaltet sich ein Handy plötzlich ab, obwohl noch 20 oder 30 Prozent angezeigt werden.
Hitze
Über etwa 35 Grad altert der Akku deutlich schneller, zum Beispiel im Auto oder beim Laden unter dem Kopfkissen.
Volle Ladung
Lange bei 100 Prozent zu liegen, belastet den Akku stärker als ein mittlerer Ladestand.
Leerstand
Ganz leer gelagert, droht eine Tiefentladung.
Hohe Ströme
Häufiges Schnellladen und Gaming beim Laden erhöhen Wärme und Belastung.
So hält dein Akku länger
- Hitze vermeiden. Lass dein Gerät nicht in der Sonne oder im heißen Auto liegen und nimm beim Laden dicke Hüllen ab, wenn es warm wird.
- Mittlere Ladestände. Am wohlsten fühlt sich der Akku zwischen etwa 20 und 80 Prozent. Funktionen wie Optimiertes Laden helfen dabei.
- Nicht ganz leer werden lassen. Lade rechtzeitig nach und lagere Geräte nie leer.
- Lagerung. Wenn ein Gerät länger liegt, lade es auf etwa 50 Prozent und schalte es aus.
- Gutes Ladezubehör. Nutze Ladegeräte und Kabel von seriösen Herstellern.
Aufgeblähter Akku: Was tun?
Altert ein Akku stark oder wird er beschädigt, können sich im Inneren Gase bilden. Der Akku bläht sich auf. Das erkennst du daran, dass sich das Display anhebt, die Rückseite wölbt, der Laptop wackelt oder das Touchpad schwer klickt.
Wichtig
Lade ein Gerät mit aufgeblähtem Akku nicht mehr, drück nicht darauf und versuche nicht, es selbst zu öffnen. Ein beschädigter Lithium-Ionen-Akku kann sich entzünden. Leg das Gerät auf eine feuerfeste Fläche und lass den Akku zeitnah tauschen.
Wann sich ein Akkutausch lohnt
Ein Akkutausch lohnt sich, wenn der Batteriezustand unter etwa 80 Prozent liegt, das Gerät sich unerwartet abschaltet oder der Akku aufgebläht ist. Ein neuer Akku macht ein sonst gutes Gerät oft für Jahre wieder alltagstauglich. Achte auf einen hochwertigen Akku und darauf, dass die Akkuklebestreifen, die Zuglaschen, fachgerecht ersetzt werden.
Wie sicher sind Lithium-Ionen-Akkus?
Im normalen Gebrauch sind Lithium-Ionen-Akkus sehr sicher. Gefährlich wird es, wenn ein Akku mechanisch beschädigt, stark überhitzt oder mit einem defekten Ladegerät geladen wird. Dann kann es im Inneren zu einem Kurzschluss kommen, der den Akku stark aufheizt.
| Warnzeichen | Was es bedeutet |
|---|---|
| Gerät wird ungewöhnlich heiß, auch ohne Nutzung | Möglicher Defekt im Akku oder auf der Platine |
| Display oder Rückseite hebt sich | Akku bläht sich auf |
| Süßlicher oder chemischer Geruch | Elektrolyt tritt aus |
| Akku nach Sturz verbeult | Zellen können beschädigt sein |
In all diesen Fällen: nicht mehr laden, nicht mehr benutzen und den Akku fachgerecht tauschen lassen.
Häufige Fragen
Sollte ich meinen Akku immer ganz leer machen?
Nein. Das war bei alten Nickel-Akkus sinnvoll. Lithium-Ionen-Akkus mögen es lieber, zwischendurch geladen zu werden.
Schadet es, das Handy über Nacht zu laden?
Moderne Geräte stoppen bei 100 Prozent. Mit Optimiertem Laden hält das Handy den Akku zusätzlich länger bei 80 Prozent. Wichtig ist, dass es dabei nicht heiß wird.
Wie lange hält ein Handy-Akku?
Meist zwei bis vier Jahre, je nach Nutzung. Viele Hersteller geben an, dass der Akku nach 500 bis 1000 Zyklen noch etwa 80 Prozent Kapazität hat.
Ist Kälte schlecht für den Akku?
Kälte schadet weniger als Hitze, der Akku liefert aber weniger Leistung. Bei Frost kann sich ein Handy abschalten. Im Warmen funktioniert es wieder normal.
Was ist der Unterschied zwischen Li-Ion und Li-Po?
Li-Po ist ein Lithium-Ionen-Akku in flacher Folienhülle. Chemisch funktionieren beide sehr ähnlich.
Darf ich einen aufgeblähten Akku weiter benutzen?
Nein. Lade ihn nicht mehr und lass ihn so schnell wie möglich tauschen.
Wie entsorge ich einen alten Akku?
Niemals im Hausmüll. Gib ihn bei einer Sammelstelle für Batterien, beim Wertstoffhof oder im Handel ab.