AMOLED steht für Active Matrix Organic Light Emitting Diode. Es ist eine Form von OLED: Jeder Pixel leuchtet selbst, und ein Netz aus winzigen Transistoren (die aktive Matrix) schaltet jeden Pixel blitzschnell einzeln an und aus. So entstehen echtes Schwarz, kräftige Farben und ein sehr dünnes Display.
Wie funktioniert ein AMOLED Display?
Jeder Pixel eines AMOLED Displays besteht aus organischen Leuchtschichten, die bei Stromfluss Licht abgeben. Hinter jedem Pixel sitzt ein eigener Dünnschicht-Transistor. Er speichert, wie hell der Pixel gerade leuchten soll, und hält diesen Wert, bis das nächste Bild kommt. Das ist die „aktive Matrix“.
Ältere OLED Bildschirme mit passiver Matrix steuerten die Pixel nur Zeile für Zeile an. Das reicht für kleine Anzeigen, aber nicht für ein großes, schnelles Smartphone-Display. Deshalb ist praktisch jedes OLED in Handys heute ein AMOLED, auch wenn der Hersteller es anders nennt.
AMOLED, Super AMOLED und Dynamic AMOLED
Samsung verwendet für seine Displays verschiedene Markennamen. Technisch bauen alle auf AMOLED auf:
| Bezeichnung | Was dahintersteckt | Typisch in |
|---|---|---|
| AMOLED | Grundtechnik mit aktiver Matrix, Touch-Schicht separat | Ältere und günstigere Modelle |
| Super AMOLED | Touch-Sensor direkt ins Display integriert, dünner und heller im Sonnenlicht | Galaxy A Serie |
| Dynamic AMOLED | Super AMOLED mit HDR10+ Unterstützung und angepasster Bildwiederholrate | Galaxy S und Z Serie |
| Dynamic AMOLED 2X | Wie Dynamic AMOLED, mit bis zu 120 Hz | Aktuelle Galaxy S und Z Modelle |
Vorteile und Nachteile
Echtes Schwarz
Schwarze Pixel sind komplett aus. Kontrast und Farben wirken dadurch sehr kräftig.
Sparsam bei dunklen Inhalten
Im Dunkelmodus brauchen viele Pixel kaum Strom. Das schont den Akku.
Einbrennen möglich
Bleiben Inhalte lange gleich, können sie sich als Burn-in dauerhaft abzeichnen.
Empfindlich bei Druck
Nach einem Sturz zeigen sich Schäden oft als schwarze Flecken oder bunte Linien, auch wenn das Glas heil ist.
Typische Schäden an AMOLED Displays
AMOLED Panels sind dünn und flexibel. Das macht sie leicht, aber auch anfällig für Druck. Typische Anzeichen für einen Schaden sind:
- Schwarze, grüne oder lila Flecken, die langsam größer werden
- Senkrechte grüne oder rosa Linien
- Ein schwarzer Bildschirm, obwohl das Handy klingelt oder vibriert
- Touch reagiert nur noch an manchen Stellen oder gar nicht
- Einzelne Pixelfehler oder ein dauerhaft eingebranntes Bild
Tipp
Bei gebogenen Edge-Displays reicht oft schon ein Sturz auf die Kante. Eine Hülle mit erhöhtem Rand schützt die empfindlichen Seiten am besten.
Worauf du beim Tausch eines AMOLED Displays achten solltest
Für Samsung Handys gibt es Original-Displays, oft mit Rahmen und Akku als komplette Einheit, und sehr viele günstige Nachbauten. Viele Nachbauten sind gar keine AMOLEDs, sondern LCD Panels, sogenannte In-Cell-Displays oder Copy-Displays.
- Frag nach der Technik. Ein gutes Ersatzteil für ein AMOLED Handy ist selbst ein AMOLED.
- Denk an den Fingerabdrucksensor. Bei vielen Galaxy Modellen sitzt er unter dem Display. Mit günstigen LCD Nachbauten funktioniert er oft nicht mehr.
- Neu einrichten. Nach dem Tausch solltest du deinen Fingerabdruck einmal neu anlegen, damit er wieder zuverlässig erkannt wird.
Bei Save Your Handy werden für AMOLED Displays ausschließlich Originalteile oder hochwertige Premium-Ersatzteile verbaut, damit Farben, Helligkeit und Fingerabdrucksensor wieder wie ab Werk funktionieren.
Helligkeitsregelung und Flimmern
Viele AMOLED-Displays regeln die Helligkeit bei niedrigen Stufen über Pulsweitenmodulation, kurz PWM. Die Pixel werden dabei sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Je länger die Aus-Phasen, desto dunkler wirkt das Bild. Das Auge nimmt das Flackern normalerweise nicht bewusst wahr, weil es sehr schnell geschieht.
Manche Menschen reagieren trotzdem empfindlich darauf. Sie bekommen bei längerer Nutzung in dunkler Umgebung Kopfschmerzen oder müde Augen. Hersteller setzen deshalb zunehmend auf höhere PWM-Frequenzen oder auf eine Regelung über die Stromstärke bei niedriger Helligkeit. Manche Geräte bieten dafür eine eigene Einstellung an.
LCD-Displays haben dieses Problem seltener, weil dort die Hintergrundbeleuchtung meist direkt über den Strom geregelt wird. Das ist einer der wenigen Punkte, bei denen LCD gegenüber AMOLED einen Vorteil haben kann.
LTPO und variable Bildwiederholrate
Moderne AMOLED-Displays können ihre Bildwiederholrate dynamisch anpassen. Beim Scrollen läuft das Display mit bis zu 120 Hertz für flüssige Bewegungen. Zeigt es ein Standbild, etwa beim Lesen, kann die Rate stark sinken, bei manchen Geräten bis auf 1 Hertz. Das spart viel Energie.
Möglich wird das durch eine besondere Transistortechnik im Display, die als LTPO bezeichnet wird. Sie hält die Pixel auch bei sehr seltener Aktualisierung stabil. Diese Technik ist auch die Grundlage für das Always-on-Display, bei dem Uhrzeit und Benachrichtigungen dauerhaft angezeigt werden, ohne den Akku stark zu belasten.
| Inhalt | Typische Bildwiederholrate |
|---|---|
| Spiele und Scrollen | Bis 120 Hz |
| Videos | Angepasst an die Videobildrate |
| Lesen, Standbild | Deutlich niedriger |
| Always-on-Display | Teilweise bis 1 Hz |
Wie die Bildpunkte angeordnet sind
Bei klassischen LCDs besteht jeder Bildpunkt aus drei gleich großen Streifen in Rot, Grün und Blau. AMOLED-Displays nutzen oft eine andere Anordnung, die als PenTile bekannt ist. Dabei gibt es mehr grüne als rote und blaue Subpixel, und die Subpixel sind unterschiedlich groß.
Der Grund liegt in der Lebensdauer der Materialien. Blaue organische Leuchtstoffe altern schneller als rote und grüne. Größere blaue Subpixel können mit weniger Strom betrieben werden und halten dadurch länger. Grün ist für das menschliche Auge am wichtigsten für die Wahrnehmung von Schärfe, deshalb gibt es davon mehr.
Bei den hohen Pixeldichten aktueller Smartphones ist diese Anordnung mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen. Unter dem Mikroskop sieht man das typische Muster aber deutlich.
So hält dein AMOLED-Display länger
Die Lebensdauer eines AMOLED-Displays hängt stark davon ab, wie es genutzt wird. Hohe Helligkeit über lange Zeit lässt die organischen Materialien schneller altern. Statische Elemente wie Navigationsleisten, Statusleisten oder Tastaturen, die immer an derselben Stelle angezeigt werden, belasten bestimmte Pixel stärker als andere.
- Automatische Helligkeit nutzen. Das Display wird nur so hell wie nötig.
- Dunkelmodus verwenden. Schwarze Pixel sind aus und altern nicht.
- Bildschirmsperre kurz einstellen. Das Display bleibt nicht unnötig an.
- Statische Inhalte vermeiden. Navigationsapps und Spiele mit festen Elementen nicht stundenlang bei voller Helligkeit laufen lassen.
Diese Maßnahmen verlängern die Lebensdauer spürbar. Ganz verhindern lässt sich die Alterung aber nicht. Nach einigen Jahren intensiver Nutzung ist ein leichtes Einbrennen bei vielen Geräten normal.
AMOLED im Vergleich zu anderen Displaytechniken
| Merkmal | AMOLED | LCD | Mini-LED |
|---|---|---|---|
| Schwarzwert | Perfekt, Pixel aus | Grau, Hintergrundlicht an | Sehr gut, gedimmte Zonen |
| Kontrast | Sehr hoch | Mittel | Hoch |
| Stromverbrauch bei dunklen Inhalten | Niedrig | Konstant | Mittel |
| Einbrenn-Risiko | Vorhanden | Sehr gering | Sehr gering |
| Typischer Einsatz | Smartphones, Smartwatches | Günstige Geräte, Laptops | Tablets, Laptops, Fernseher |
Mini-LED ist eine Weiterentwicklung des LCD. Statt weniger LEDs am Rand sitzen tausende kleine LEDs hinter dem Display, die in Zonen gedimmt werden können. So erreicht Mini-LED einen hohen Kontrast ohne das Einbrenn-Risiko von OLED. An die Präzision einzeln leuchtender Pixel kommt es aber nicht ganz heran.
Was bei der Reparatur wichtig ist
AMOLED-Displays sind dünner und empfindlicher als LCDs. Bei einem Sturz kann das Deckglas heil bleiben, während das Panel darunter beschädigt ist. Typisch sind dann schwarze Flecken, die sich langsam ausbreiten, grüne oder violette Linien oder ein komplett schwarzes Bild bei funktionierendem Touch.
Beim Displaytausch ist die Wahl des Ersatzteils entscheidend. Ein AMOLED-Display kann durch ein Original oder ein hochwertiges OEM-Teil ersetzt werden. Günstige Alternativen sind oft LCDs, die in den Rahmen passen, aber dicker sind, mehr Strom verbrauchen und mit dem optischen Fingerabdrucksensor unter dem Display nicht funktionieren. Wir beraten dich vor dem Tausch, welche Variante für dein Gerät infrage kommt.
Zusammengefasst bieten AMOLED-Displays die beste Bildqualität, die es derzeit in Smartphones gibt: echtes Schwarz, hoher Kontrast und kräftige Farben. Dafür sind sie empfindlicher und teurer im Ersatz als LCDs. Mit etwas Pflege und dem richtigen Ersatzteil im Reparaturfall bleibt dein Display aber lange in gutem Zustand.
Häufige Fragen
Ist AMOLED dasselbe wie OLED?
Fast. AMOLED ist eine Bauart von OLED mit aktiver Matrix. In Smartphones ist praktisch jedes OLED ein AMOLED.
Ist AMOLED besser als LCD?
Bei Kontrast, Schwarzwert, Bauhöhe und Akkuverbrauch im Dunkelmodus ja. LCDs sind dafür günstiger und brennen praktisch nicht ein.
Kann man ein AMOLED Display reparieren, ohne es zu tauschen?
Flecken, Linien oder Burn-in sitzen im Panel selbst. Dann muss das komplette Display getauscht werden. Ist nur das Glas gesprungen und das Bild einwandfrei, ist das Display trotzdem meist als Einheit verklebt.
Warum ist ein AMOLED Ersatzteil teurer?
Die Panels sind aufwendiger herzustellen als LCDs. Günstige Angebote für AMOLED Handys sind deshalb oft LCD Nachbauten.
Funktioniert Face ID oder der Fingerabdruck nach dem Displaytausch noch?
Face ID sitzt beim iPhone nicht im Display und ist vom Displaytausch nicht betroffen. Bei Samsung Galaxy Modellen mit Sensor unter dem Display funktioniert der Fingerabdruck mit einem Original- oder OEM-AMOLED wieder. Danach solltest du ihn einmal neu anlegen.
Warum sehe ich nach einem Sturz einen grünen Strich?
Senkrechte grüne oder rosa Linien entstehen oft, wenn Leitungen im Panel oder am Displaykabel beschädigt sind. Manchmal tauchen sie erst Tage nach dem Sturz auf. In den meisten Fällen hilft nur ein neues Display.