Ein OLED Display braucht keine Hintergrundbeleuchtung. Jeder Pixel erzeugt sein Licht selbst und kann sich komplett abschalten. Deshalb ist Schwarz bei OLED wirklich schwarz, das Display ist dünner und spart bei dunklen Inhalten Akku.
Wie funktioniert ein OLED Display?
In einem OLED Display sitzen hauchdünne Schichten aus organischem Material. Fließt Strom hindurch, leuchten sie. Jeder Pixel besteht aus einem roten, grünen und blauen Teilpixel, die einzeln angesteuert werden. Soll ein Bereich schwarz sein, bekommt er einfach keinen Strom.
Bei einem LCD ist das anders. Dort leuchtet hinter allen Pixeln eine durchgehende Hintergrundbeleuchtung, und Flüssigkristalle lassen mehr oder weniger Licht durch. Ein ganz dunkles Schwarz ist so kaum möglich, weil immer etwas Licht durchscheint.
Aufbau OLED (vereinfacht)
- Schutzglas
- Touch-Schicht
- Polarisationsfilter
- Selbstleuchtende OLED-Pixel
- Trägerschicht
Aufbau LCD (vereinfacht)
- Schutzglas
- Touch-Schicht
- Flüssigkristalle und Farbfilter
- Lichtverteilung
- Hintergrundbeleuchtung
Samsung nennt seine Varianten AMOLED, Super AMOLED oder Dynamic AMOLED, Apple spricht beim iPhone vom Super Retina XDR Display. Technisch stecken in allen diesen Namen OLED Panels.
OLED und LCD im Vergleich
| Merkmal | OLED | LCD |
|---|---|---|
| Lichtquelle | Jeder Pixel leuchtet selbst | Gemeinsame Hintergrundbeleuchtung |
| Schwarz und Kontrast | Echtes Schwarz, sehr hoher Kontrast | Schwarz wirkt leicht grau |
| Bauhöhe | Sehr dünn, auch biegsam möglich | Dicker durch die Lichtschicht |
| Akku bei dunklen Inhalten | Sparsamer, dunkle Pixel brauchen kaum Strom | Gleich hoher Verbrauch |
| Einbrennen | Möglich bei lange gleichen Bildern (Burn-in) | Praktisch kein Einbrennen |
| Empfindlichkeit | Druck und Stürze zeigen sich oft als Flecken oder Linien | Bruch zeigt sich eher als Risse und Lichthöfe |
| Ersatzteil | Meist teurer | Meist günstiger |
Welche Handys haben ein OLED Display?
Seit dem iPhone X setzt Apple bei den meisten Modellen auf OLED. Ausnahmen sind zum Beispiel das iPhone XR, das iPhone 11 und das iPhone SE, die ein LCD haben. Bei Samsung haben alle Galaxy S Modelle, die faltbaren Z Modelle und viele Galaxy A Modelle ein AMOLED Display. Auch bei Xiaomi, Google Pixel und OnePlus ist OLED in der Mittel- und Oberklasse Standard.

Typische Schäden an OLED Displays
Ein OLED Display geht oft anders kaputt als ein LCD. Das Glas kann völlig heil aussehen, während das Panel darunter schon beschädigt ist. Diese Anzeichen sind typisch:
Schwarze oder bunte Flecken
Nach einem Sturz oder Druck breiten sich Flecken aus, oft schwarz, grün oder lila. Sie werden meist mit der Zeit größer.
Grüne oder rosa Linien
Senkrechte Streifen weisen auf einen Schaden am Panel oder an der Verbindung zum Display hin.
Schwarzes Bild, Handy läuft
Das Handy klingelt oder vibriert, aber der Bildschirm bleibt dunkel. Oft ist dann das Display defekt und nicht das Handy selbst.
Eingebrannte Bilder
Umrisse von Tastatur oder Statusleiste bleiben schwach sichtbar. Das nennt man Burn-in.
Tipp
Wenn sich Flecken ausbreiten, mach am besten sofort ein Backup. Fällt das Display ganz aus, kommst du sonst kaum noch an deine Daten.
Worauf du beim Displaytausch achten solltest
Für OLED Handys gibt es Ersatz-Displays in sehr unterschiedlicher Qualität. Der größte Unterschied: Viele günstige Displays sind gar keine OLEDs, sondern LCD Nachbauten, sogenannte In-Cell-Displays oder Copy-Displays. Sie passen zwar ins Gehäuse, zeigen aber kein echtes Schwarz, sind oft weniger hell und verbrauchen mehr Akku.
- Frag nach der Technik. Ein gutes Ersatz-Display für ein OLED Handy ist selbst ein OLED, also ein Originalteil oder ein hochwertiges OEM-Teil.
- Achte auf True Tone. Beim iPhone muss das neue Display mit einem Programmiergerät angepasst werden, damit True Tone wieder funktioniert.
- Prüf nach dem Tausch. Touch, Helligkeit, Face ID und Näherungssensor sollten vor der Übergabe einmal getestet werden.
Bei Save Your Handy werden ausschließlich Originalteile oder hochwertige Premium-Ersatzteile verbaut. Das kostet manchmal etwas mehr, dafür bekommst du wieder die Bildqualität, die dein Handy ab Werk hatte.
Der Aufbau eines OLED-Displays Schicht für Schicht
| Schicht | Aufgabe |
|---|---|
| Deckglas | Schützt das Display vor Kratzern und Stößen |
| Touch-Sensor | Erkennt Berührungen, oft direkt im Panel integriert |
| Polarisator | Verhindert Spiegelungen von Umgebungslicht |
| Verkapselung | Schützt die organischen Schichten vor Luft und Feuchtigkeit |
| Organische Schichten | Erzeugen Licht, wenn Strom fließt |
| Transistorschicht | Steuert jedes einzelne Pixel |
| Substrat | Trägerschicht aus Glas oder flexiblem Kunststoff |
Die organischen Schichten sind extrem dünn und empfindlich. Schon kleinste Mengen Sauerstoff oder Wasser würden sie zerstören. Deshalb ist die Verkapselung so wichtig. Wird sie bei einem Sturz beschädigt, breiten sich oft dunkle Flecken langsam über das Display aus, weil Luft eindringt und die Pixel nach und nach ausfallen.
Das ganze Paket ist trotz dieser vielen Schichten nur wenige Zehntel Millimeter dick. Das macht OLED-Displays dünner und leichter als LCDs, die eine eigene Hintergrundbeleuchtung brauchen.
Starre und flexible OLED-Displays
Es gibt zwei Grundformen von OLED-Displays. Bei starren OLEDs ist das Substrat aus Glas. Bei flexiblen OLEDs besteht es aus einem dünnen Kunststoff, meist Polyimid. Flexible OLEDs sind dünner, leichter und lassen sich biegen. Das ermöglicht gebogene Displayränder, sehr schmale Rahmen und faltbare Smartphones.
Für die Reparatur ist dieser Unterschied wichtig. Originaldisplays aktueller Flaggschiffe sind meist flexible OLEDs. Als günstigere Ersatzteile werden oft starre OLEDs angeboten, im Handel manchmal als Hard OLED bezeichnet. Sie passen in das Gerät, sind aber etwas dicker, haben oft einen breiteren unteren Rand und erreichen nicht ganz die Qualität des Originals.
| Merkmal | Flexibles OLED | Starres OLED |
|---|---|---|
| Substrat | Kunststoff | Glas |
| Dicke | Sehr dünn | Etwas dicker |
| Typischer Einsatz | Originaldisplays in Flaggschiffen | Günstigere Ersatzdisplays, ältere Geräte |
| Bildqualität | Sehr hoch | Gut, aber oft schwächer |
Tandem-OLED und neue Entwicklungen
Eine neuere Entwicklung ist das Tandem-OLED. Dabei werden zwei Schichten organischer Leuchtdioden übereinandergelegt. Beide leuchten gemeinsam, sodass jede einzelne Schicht weniger belastet wird. Das Display wird heller und hält länger. Apple setzt diese Technik zum Beispiel im iPad Pro mit M4-Chip ein.
Andere Entwicklungen betreffen die Effizienz. Neue organische Materialien, vor allem für die blauen Pixel, sollen weniger Strom verbrauchen und langsamer altern. Hersteller arbeiten außerdem daran, den Polarisator zu ersetzen, um mehr Licht aus dem Display zu holen.
Tandem-OLED
Heller und langlebiger durch zwei Schichten.
Neue Materialien
Weniger Verbrauch, langsamere Alterung.
Ohne Polarisator
Mehr Helligkeit bei gleicher Leistung.
Wer OLED-Displays herstellt
Der Markt für Smartphone-OLEDs wird von wenigen Herstellern bestimmt. Samsung Display ist seit vielen Jahren der größte Anbieter und liefert nicht nur für Galaxy-Geräte, sondern auch für andere Hersteller, darunter Apple. LG Display und der chinesische Hersteller BOE sind weitere wichtige Lieferanten.
Für Apple-Geräte stammen die Displays meist von mehreren dieser Hersteller gleichzeitig. Für dich als Nutzer ist kaum ein Unterschied sichtbar, weil Apple strenge Vorgaben macht und jedes Display kalibriert. Für Werkstätten ist das wichtig, weil Ersatzteile verschiedener Quellen unterschiedliche Qualität haben können.
OLED und Akkulaufzeit
Weil OLED-Pixel bei Schwarz komplett aus sind, hängt der Stromverbrauch stark vom Inhalt ab. Ein überwiegend dunkler Bildschirm verbraucht deutlich weniger Energie als ein heller. Der Dunkelmodus kann deshalb auf OLED-Geräten die Akkulaufzeit spürbar verlängern, vor allem bei hoher Helligkeit.
Bei weißen Flächen ist ein OLED dagegen nicht sparsamer als ein LCD, teils sogar weniger effizient. Wer viel mit hellen Webseiten und Dokumenten arbeitet, profitiert weniger. Die automatische Helligkeit ist deshalb weiterhin der wichtigste Hebel für eine gute Akkulaufzeit.
Tipp
Nutze den Dunkelmodus und ein dunkles Hintergrundbild. Das spart auf OLED-Displays Energie und schont gleichzeitig die Pixel.
OLED in Laptops, Tablets und Fernsehern
OLED ist längst nicht mehr nur ein Thema für Smartphones. Viele Smartwatches nutzen OLED, weil das Always-on-Display mit schwarzem Hintergrund kaum Energie braucht. Bei Tablets und Laptops setzen immer mehr Hersteller auf OLED, vor allem in höheren Preisklassen. Bei Fernsehern gilt OLED wegen des perfekten Schwarz als eine der besten Displaytechniken.
Bei größeren Displays ist das Risiko des Einbrennens etwas höher, weil Laptops und Fernseher oft statische Inhalte wie Taskleisten oder Senderlogos zeigen. Hersteller begegnen dem mit Funktionen, die das Bild minimal verschieben oder Pixel regelmäßig auffrischen. Im normalen Gebrauch ist Einbrennen bei aktuellen Geräten selten geworden.
Für Reparaturen gilt bei allen Geräten dasselbe: OLED-Panels sind empfindlich gegen Druck und Biegung. Ein Sturz, der bei einem LCD nur das Glas beschädigt, kann bei einem OLED auch das Panel darunter treffen.
Häufige Fragen zu OLED
Ist OLED besser als LCD?
Bei Kontrast, Schwarzwert und Bauhöhe ja. LCDs sind dafür günstiger und brennen praktisch nicht ein. Welches besser ist, hängt davon ab, was dir wichtiger ist.
Kann ein OLED Display repariert werden, ohne es zu tauschen?
In der Regel nicht. Flecken, Linien oder Burn-in sitzen im Panel selbst. Dann wird das komplette Display getauscht.
Wie erkenne ich, ob mein Handy ein OLED hat?
Schau in die technischen Daten deines Modells. Ein schneller Test: Öffne ein ganz schwarzes Bild in einem dunklen Raum. Bleibt der Bildschirm komplett dunkel, ist es ein OLED. Schimmert er grau, ist es ein LCD.
Wie kann ich Burn-in vermeiden?
Nutze den Dunkelmodus, lass die Helligkeit automatisch regeln und vermeide stundenlang gleiche Bilder bei voller Helligkeit, etwa Navigation oder Standbilder.
Hält ein OLED Display weniger lange als ein LCD?
OLED Pixel altern mit der Zeit und können einbrennen. Bei normaler Nutzung hält ein OLED in einem Handy aber in der Regel so lange wie das Gerät selbst.
Warum flimmert mein OLED bei niedriger Helligkeit?
Viele OLED Displays dimmen, indem sie die Pixel sehr schnell ein- und ausschalten. Empfindliche Menschen nehmen das als Flimmern wahr. Manche Handys bieten dafür eine Einstellung gegen Flimmern an.