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Glossar

Thermalpad

Ein Thermalpad ist eine weiche, wärmeleitende Matte. Sie überbrückt größere Abstände zwischen Bauteilen und Kühler, etwa bei Speicherchips oder Spannungswandlern.
Kurz erklärt

Nicht jedes Bauteil sitzt so eng am Kühler wie der Hauptprozessor. Speicherchips, Spannungswandler und andere Bauteile haben oft einen Abstand von einem halben bis mehreren Millimetern. Hier wäre Wärmeleitpaste zu dünn. Stattdessen kommen Thermalpads zum Einsatz: weiche, oft graue, blaue oder rosa Matten, die sich an das Bauteil anschmiegen und die Wärme weiterleiten.

MaterialSilikon mit wärmeleitenden Füllstoffen
DickeMeist 0,5 bis 3 mm
EinsatzSpeicher, Spannungswandler, SSDs
KennwertWärmeleitfähigkeit in W/mK

Thermalpad und Wärmeleitpaste

WärmeleitpasteThermalpad
AbstandSehr dünnGrößere Abstände
FormPasteFeste, weiche Matte
Typischer OrtHauptprozessor, GPUSpeicher, Spannungswandler, SSD
WiederverwendbarNeinMeist nicht, wird bei Wartung erneuert

Warum die richtige Dicke so wichtig ist

Ein zu dünnes Pad berührt den Kühler nicht und leitet keine Wärme. Ein zu dickes Pad drückt den Kühler vom Hauptchip weg, sodass dort ein Spalt entsteht. Dann überhitzt ausgerechnet der wichtigste Chip. Bei einer Wartung werden deshalb die Original-Dicken genau gemessen und passend ersetzt. Bei Grafikkarten und Konsolen gibt es oft verschiedene Dicken an verschiedenen Stellen.

Nicht einfach weglassen

Fehlende Pads führen dazu, dass Speicherchips oder Spannungswandler überhitzen. Das zeigt sich oft erst nach Wochen durch Abstürze oder Bildfehler.

Wo Thermalpads stecken

Grafikkarten und Konsolen

Auf Grafikspeicher und Spannungswandlern.

Smartphones

Zwischen Chips und Metallrahmen, oft zusammen mit Graphitfolien.

Laptops

Auf SSDs, Speicher und Stromversorgung.

SSDs

Kühlen den Controller bei schnellen NVMe-SSDs.

Bei Smartphones werden Thermalpads und Wärmeleitgele bei Reparaturen auf der Platine oft beschädigt. Nach einer Platinenreparatur werden sie ersetzt, damit Chips nicht heißer werden als vorher.

Wärmeleitfähigkeit, Härte und Kompression

Beim Kauf von Thermalpads fällt vor allem eine Zahl auf: die Wärmeleitfähigkeit in Watt pro Meter und Kelvin, kurz W/mK. Je höher der Wert, desto besser leitet das Pad die Wärme. Einfache Pads liegen bei wenigen W/mK, hochwertige deutlich darüber.

Die Zahl allein sagt aber nicht alles. Genauso wichtig ist, wie weich das Pad ist und wie gut es sich zusammendrücken lässt. Ein sehr hartes Pad mit hohem Wert kann schlechter funktionieren als ein weiches mit niedrigerem Wert, weil es sich nicht an die Oberflächen anschmiegt und kleine Luftspalten bleiben.

EigenschaftWarum sie zählt
WärmeleitfähigkeitWie gut Wärme durch das Material fließt
HärteOb sich das Pad an unebene Flächen anpasst
KompressionWie stark es sich beim Verschrauben zusammendrückt
DickeMuss genau zum Abstand zwischen Bauteil und Kühler passen

Herstellerangaben zur Wärmeleitfähigkeit werden unterschiedlich gemessen und sind deshalb nur begrenzt vergleichbar. Unabhängige Tests geben oft ein realistischeres Bild.

Für die Praxis gilt: Ein Pad mittlerer Wärmeleitfähigkeit in der richtigen Dicke ist besser als ein Spitzenpad in der falschen. Deshalb steht bei einer Wartung immer zuerst die Frage nach der passenden Dicke.

Alternativen zum klassischen Pad

Neben festen Pads gibt es weitere Materialien, die ähnliche Aufgaben übernehmen. Sie werden je nach Gerät und Abstand eingesetzt.

MaterialEigenschaftTypischer Einsatz
ThermalpadFeste, weiche MatteSpeicher, Spannungswandler
WärmeleitkittKnetbare Masse, füllt jeden SpaltKonsolen, Grafikkarten mit ungleichen Abständen
PhasenwechselmaterialWird bei Wärme flüssig und füllt SpaltenProzessoren in Laptops
GraphitfolieSehr dünn, verteilt Wärme in der FlächeSmartphones, Tablets

Wärmeleitkitt hat den Vorteil, dass er sich jedem Abstand anpasst. Man muss also nicht genau messen. Er ist aber aufwendiger zu verarbeiten und lässt sich bei der nächsten Wartung schwerer entfernen. Phasenwechselmaterial wird inzwischen auch von einigen Laptop-Herstellern ab Werk verwendet, weil es lange stabil bleibt.

Welches Material am besten passt, hängt vom Gerät ab. Bei Smartphones dominieren Folien und Gele, bei Konsolen und Grafikkarten Pads oder Kitt.

Häufige Fehler beim Tausch

Beim Erneuern von Thermalpads passieren immer wieder dieselben Fehler. Manche davon fallen erst Wochen später auf, wenn ein Bauteil überhitzt.

  1. Schutzfolie vergessen Viele Pads haben auf beiden Seiten eine dünne Folie. Bleibt sie drauf, leitet das Pad kaum Wärme.
  2. Falsche Dicke Zu dicke Pads heben den Kühler vom Hauptchip ab.
  3. Pads verschoben Beim Aufsetzen des Kühlers verrutscht ein Pad und liegt nicht mehr auf dem Bauteil.
  4. Alte Reste Rückstände alter Pads verhindern einen flachen Kontakt.

Die durchsichtige Schutzfolie ist der Klassiker. Sie ist oft schwer zu erkennen. Ein Stück Klebeband hilft, sie an einer Ecke anzuheben und abzuziehen.

Auch die Reihenfolge beim Verschrauben des Kühlers ist wichtig. Die Schrauben werden über Kreuz und schrittweise angezogen, damit der Druck gleichmäßig verteilt wird. Wer eine Schraube voll anzieht, bevor die anderen greifen, kippt den Kühler leicht an.

Die richtige Dicke ermitteln

Am einfachsten ist es, die Dicke der alten Pads zu übernehmen. Dafür wird das alte Pad vorsichtig abgelöst und mit einem Messschieber gemessen. Weil Pads beim Verschrauben zusammengedrückt werden, sind sie im eingebauten Zustand dünner als neu. Man rechnet deshalb etwas Zuschlag ein.

Bei Geräten, für die es genaue Angaben gibt, etwa beliebte Grafikkarten oder Konsolen, helfen Listen aus Werkstätten und Foren. Im Zweifel prüft man nach dem Einbau mit einem Stück Knete oder einem Abdruck, ob der Hauptchip noch richtig Kontakt zum Kühler hat.

Messen

Alte Pads mit dem Messschieber prüfen.

Zuschlag

Neue Pads etwas dicker wählen, weil sie sich zusammendrücken.

Kontrolle

Nach dem Einbau prüfen, ob der Hauptchip Kontakt hat.

Pads gibt es in festen Dickenstufen, meist in Schritten von einem halben Millimeter. Liegt der gemessene Wert dazwischen, wählt man eher die etwas dickere Stufe, wenn das Pad weich genug ist.

Thermalpads und Wärmeleitgel im Smartphone

In Smartphones ist der Platz knapp, und Lüfter gibt es nicht. Die Wärme der Chips wird über Pads, Gele, Graphitfolien und manchmal kleine Kühlkammern an den Rahmen und die Rückseite geleitet. Diese Materialien sind sehr dünn und sorgfältig abgestimmt.

Bei Reparaturen an der Platine werden sie oft beschädigt oder müssen entfernt werden. Wer sie danach einfach weglässt, riskiert, dass das Gerät wärmer wird als vorher und schneller drosselt. In einer guten Werkstatt werden sie deshalb ersetzt, meist durch Wärmeleitgel oder passend zugeschnittene Pads.

Chips

Prozessor, Modem und Speicher geben Wärme ab.

Graphitfolie

Verteilt die Wärme in der Fläche.

Rahmen

Nimmt die Wärme auf und gibt sie ab.

Auch bei Tablets und manchen dünnen Laptops ohne Lüfter leiten Pads oder Folien die Wärme an das Gehäuse ab.

Thermalpads bei Konsolen und Grafikkarten

Bei Spielkonsolen und Grafikkarten sind Thermalpads besonders wichtig. Der Grafikspeicher und die Spannungswandler rund um den Hauptchip werden unter Last sehr warm. Ohne gut funktionierende Pads überhitzen sie, was zu Abstürzen, Bildfehlern oder dauerhaften Schäden führen kann.

Bei einer Wartung einer Konsole werden deshalb nicht nur Lüfter und Kühlkörper gereinigt und die Wärmeleitpaste erneuert. Auch die Pads werden geprüft und bei Bedarf ersetzt. Bei Grafikkarten zeigt eine Temperaturmessung des Speichers vorher und nachher, wie viel der Tausch gebracht hat.

BauteilTypisches Kühlmittel
HauptchipWärmeleitpaste oder Flüssigmetall
GrafikspeicherThermalpads
SpannungswandlerThermalpads
SSDThermalpad oder Kühlkörper

Gerade bei älteren Konsolen, die viele Jahre im Einsatz waren, sind die Pads oft hart wie Gummi geworden. Nach dem Tausch laufen die Lüfter spürbar ruhiger.

Wie Thermalpads altern

Thermalpads halten lange, aber nicht ewig. Mit den Jahren werden sie hart und spröde. Bei manchen Pads tritt Öl aus, das sich als glänzender Film auf der Platine zeigt. Dieses Öl ist meist harmlos, zeigt aber, dass das Pad gealtert ist.

Ein gealtertes Pad leitet die Wärme schlechter. Bei Grafikkarten zeigt sich das oft an einer steigenden Temperatur des Grafikspeichers, während die Temperatur des Hauptchips normal bleibt. Bei Konsolen werden die Lüfter lauter. Eine Wartung mit neuen Pads und neuer Wärmeleitpaste bringt die Temperaturen dann wieder auf ein gutes Niveau.

Zusammengefasst sind Thermalpads unscheinbare, aber wichtige Bauteile in jedem Gerät, das Wärme abführen muss. Die richtige Dicke und ein sauberer Einbau entscheiden darüber, ob die Kühlung funktioniert. Bei einer Reinigung von Konsole, Laptop oder Grafikkarte ersetzen wir die Pads passend zum Gerät.

Wenn dein Gerät nach einer Reparatur anderswo heißer läuft als vorher, kann ein fehlendes oder falsches Pad dahinterstecken. Wir prüfen das gern.

Eine regelmäßige Wartung alle paar Jahre hält Temperaturen und Lautstärke im grünen Bereich.

Häufige Fragen

Kann ich Thermalpads wiederverwenden?

Nur, wenn sie unbeschädigt sind. In der Regel werden sie bei einer Wartung erneuert.

Wie finde ich die richtige Dicke?

Am besten das alte Pad messen oder die Herstellerangabe nutzen.

Sind Thermalpads leitfähig?

Normale Pads sind elektrisch isolierend.

Was bedeutet W/mK?

Die Wärmeleitfähigkeit. Höhere Werte leiten besser.

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