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Glossar

Optischer Zoom

Optischer Zoom vergrößert ein Motiv durch die Optik des Objektivs, ohne Bildqualität zu verlieren. Digitaler Zoom schneidet dagegen nur einen Ausschnitt aus dem Bild und vergrößert ihn.
Kurz erklärt

Bei einer klassischen Kamera dreht man am Objektiv, und die Linsen bewegen sich. Smartphones haben dafür keinen Platz. Stattdessen haben sie mehrere Kameras mit festen Brennweiten. Optischer Zoom bedeutet beim Handy also: Das Gerät wechselt auf eine Kamera mit längerer Brennweite, etwa ein Teleobjektiv. Alles darüber hinaus ist digital oder eine Mischung aus beidem.

OptischVergrößerung durch die Optik
DigitalAusschnitt wird vergrößert
HybridKombination aus optisch, Sensorausschnitt und Software
Beim HandyFeste Stufen je Kamera

Optisch, digital und hybrid

ArtWie es funktioniertBildqualität
OptischKamera mit längerer BrennweiteVolle Qualität
SensorausschnittMitte eines hochauflösenden SensorsFast volle Qualität bis etwa 2×
HybridMehrere Bilder werden kombiniert und nachgeschärftGut, bis etwa zum doppelten optischen Wert
DigitalAusschnitt wird hochgerechnetSinkt mit jeder Stufe deutlich

Was die Zahlen auf der Verpackung bedeuten

„Bis zu 100-fach Zoom“ klingt beeindruckend. Optisch sind davon aber meist nur 3- bis 10-fach. Der Rest ist digital. Bei 100-fach entsteht ein Bild aus sehr wenigen echten Bildpunkten, das die Software kräftig nachbearbeitet. Für das Ablesen eines Schilds in großer Entfernung kann das reichen, für schöne Fotos eher nicht. Achte beim Vergleich von Geräten deshalb auf die Angabe „optischer Zoom“.

Smartphones mit Periskopkamera schaffen den höchsten optischen Zoom. Geräte ohne Telekamera können nur über den Sensorausschnitt und digital zoomen.

Tipps für bessere Zoom-Fotos

Feste Stufen nutzen

Tippe auf die angezeigten Zoomstufen wie 3× oder 5×. Dort arbeitet die jeweilige Kamera optimal.

Viel Licht

Bei gutem Licht nutzt das Handy eher die Telekamera.

Ruhig halten

Je stärker der Zoom, desto mehr fällt jedes Zittern auf. Abstützen hilft.

Lieber näher ran

Wenn möglich, ein paar Schritte vorgehen statt digital zu zoomen.

Wenn die Zoomstufen plötzlich deutlich schlechter aussehen als früher, prüfe zuerst, ob das Kameraglas über dem Teleobjektiv sauber und unbeschädigt ist. Ist es das und die Bilder bleiben unscharf, kann das Teleobjektiv beschädigt sein.

Brennweite und Zoomfaktor einfach erklärt

Die Brennweite beschreibt, wie stark ein Objektiv das Motiv vergrößert. Je länger die Brennweite, desto enger der Bildausschnitt und desto größer erscheint das Motiv. Bei Smartphones wird die Brennweite meist auf das Kleinbildformat umgerechnet, damit sich verschiedene Kameras vergleichen lassen.

Der Zoomfaktor ergibt sich aus dem Verhältnis zur Hauptkamera. Hat die Hauptkamera 24 Millimeter und das Teleobjektiv 120 Millimeter, ergibt das einen fünffachen optischen Zoom. Die Rechnung ist einfach: Brennweite der Telekamera geteilt durch Brennweite der Hauptkamera.

HauptkameraTelekameraOptischer Zoomfaktor
24 mm48 mm2×
24 mm72 mm3×
24 mm120 mm5×
24 mm240 mm10×

Weil Hersteller die Hauptkamera unterschiedlich definieren, kann ein 3×-Zoom bei zwei Geräten leicht unterschiedliche Bildausschnitte ergeben. Für den Alltag ist das aber kaum spürbar.

Warum Periskopkameras so viel Zoom schaffen

Eine lange Brennweite braucht eigentlich einen langen Weg für das Licht. In einem flachen Smartphone ist dieser Platz nicht vorhanden. Periskopkameras lösen das Problem mit einem Prisma oder Spiegel. Das Licht wird um 90 Grad umgelenkt und läuft dann seitlich durch das Gehäuse.

So entsteht im Inneren genug Strecke für fünf- oder sogar zehnfachen optischen Zoom, ohne dass das Gerät dicker wird. Die Bauweise ist aber aufwendig, empfindlich gegen Stürze und braucht viel Platz im Gehäuse. Deshalb findest du Periskopkameras vor allem in teuren Modellen.

Prisma

Lenkt das Licht seitlich ins Gehäuse um.

Langer Lichtweg

Ermöglicht große Brennweiten im flachen Gerät.

Empfindlich

Stürze können das Prisma oder die Linsen verschieben.

Nach einem Sturz zeigt sich ein Schaden an der Periskopkamera oft nur in der höchsten Zoomstufe. Die Bilder sind dann unscharf, haben einen Schleier oder der Autofokus findet kein Ziel. Die anderen Kameras arbeiten dagegen normal. Das liegt daran, dass Prisma und Linsen sehr genau zueinander ausgerichtet sein müssen.

Feste Stufen und echter Zoom

Fast alle Smartphones haben Kameras mit festen Brennweiten. Zwischen den Stufen wird digital gezoomt oder Bilder werden kombiniert. Einige wenige Modelle hatten aber ein Teleobjektiv, in dem sich Linsen tatsächlich bewegen. Damit war ein stufenloser optischer Zoom innerhalb eines bestimmten Bereichs möglich, ähnlich wie bei einer klassischen Kamera.

Diese Technik ist mechanisch aufwendig und konnte sich bisher nicht auf breiter Front durchsetzen. Die meisten Hersteller setzen stattdessen auf mehrere Kameras und intelligente Software, die zwischen ihnen überblendet.

Wie Software beim Zoomen hilft

Moderne Smartphones holen auch aus dem digitalen Zoom mehr heraus als früher. Statt nur ein einzelnes Bild zu vergrößern, nehmen sie in Sekundenbruchteilen mehrere Bilder auf. Kleinste Bewegungen deiner Hand sorgen dafür, dass jedes Bild leicht verschoben ist. Die Software kombiniert diese Bilder und gewinnt so zusätzliche Details.

Hinzu kommt eine kräftige Nachbearbeitung, oft mit künstlicher Intelligenz. Kanten werden geschärft und Strukturen ergänzt. Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick beeindruckend aus. Bei genauer Betrachtung wirken Details aber manchmal künstlich, etwa bei Text oder feinen Mustern. Ein echter optischer Zoom bleibt deshalb im Vorteil.

Für Schnappschüsse reicht eine gute Software oft aus. Wer aber häufig weit entfernte Motive fotografiert, profitiert von einem Gerät mit möglichst großem optischen Zoom.

Manche Hersteller kennzeichnen Fotos, bei denen künstliche Intelligenz stark nachgeholfen hat. Wenn dir echte Details wichtig sind, etwa bei Dokumenten oder Beweisfotos, nutze lieber die optischen Stufen und geh notfalls ein paar Schritte näher heran.

Sensor-Ausschnitt: der Zoom ohne Telekamera

Viele Smartphones haben heute einen Hauptsensor mit 48, 50 oder sogar 200 Megapixeln. Das Bild wird im Normalfall auf 12 oder 12,5 Megapixel heruntergerechnet, weil jeweils mehrere Pixel zusammengefasst werden. Das verbessert die Lichtausbeute.

Für einen zweifachen Zoom kann die Kamera stattdessen nur die Mitte des Sensors nutzen. Bei einem 48-Megapixel-Sensor bleiben dann genau 12 Megapixel übrig. Das Bild hat also die übliche Auflösung, obwohl kein Teleobjektiv beteiligt ist. Hersteller sprechen deshalb manchmal von Zoom in optischer Qualität.

SensorAusschnittErgebnis
48 MPMittleres Viertel12 MP bei 2×
50 MPMittleres Viertel12,5 MP bei 2×
200 MPMittlerer BereichMehrere Stufen mit hoher Auflösung

Der Haken: Beim Ausschnitt wird nur ein kleiner Teil der Sensorfläche genutzt. Bei wenig Licht rauscht das Bild deshalb schneller als bei einem echten Teleobjektiv mit eigenem Sensor.

Für Porträts ist ein Tele mit zwei- bis dreifachem Zoom ideal, für Tiere und Sport darf es mehr sein.

Zoom und Perspektive

Ein häufiges Missverständnis: Das Teleobjektiv verändert nicht selbst die Perspektive. Die Perspektive hängt nur vom Abstand zwischen Kamera und Motiv ab. Weil du mit Zoom aber meist weiter weg stehst, wirken Vorder- und Hintergrund näher beieinander. Fotografen sprechen von Telekompression.

Diesen Effekt kannst du gezielt nutzen. Ein Berg hinter einer Stadt wirkt mit Tele mächtiger, ein Porträt wirkt natürlicher. Mit der Ultraweitwinkelkamera passiert das Gegenteil: Nahe Dinge wirken groß, ferne Dinge klein und weit weg.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Wenn dir Zoom wichtig ist, lohnt ein genauer Blick auf das Datenblatt. Die großen Zahlen auf der Verpackung sagen wenig. Wichtiger sind diese Angaben:

  1. Optischer Zoomfaktor Wie stark vergrößert die Telekamera ohne Software?
  2. Sensorgröße der Telekamera Ein größerer Sensor liefert bei wenig Licht bessere Bilder.
  3. Stabilisierung Hat die Telekamera eine eigene optische Stabilisierung?
  4. Anzahl der Telekameras Zwei Telekameras decken mehr Brennweiten optisch ab.

Testberichte mit Beispielfotos sind oft aussagekräftiger als technische Daten. Achte dabei besonders auf Bilder bei Kunstlicht und in der Dämmerung, denn dort zeigen sich die Unterschiede zwischen guten und mittelmäßigen Zoomkameras am deutlichsten.

Optischer Zoom beim Filmen

Beim Filmen zeigt sich der Unterschied zwischen optischem und digitalem Zoom besonders deutlich. Ein Video hat weniger Auflösung als ein Foto, und jeder digitale Zoom kostet weitere Details. Mit optischem Zoom bleibt das Video auch bei Vergrößerung scharf.

Viele Smartphones begrenzen den Zoom im Videomodus stärker als im Fotomodus. Auch die Stabilisierung muss bei langen Brennweiten mehr leisten. Ein Stativ oder eine feste Unterlage machen Zoom-Videos deshalb deutlich ruhiger.

Zusammengefasst liefert optischer Zoom die beste Bildqualität, weil die Vergrößerung durch die Optik entsteht. Alles darüber hinaus ist ein Kompromiss aus Ausschnitt und Software. Wenn die Zoomstufen an deinem Smartphone plötzlich unscharf oder fleckig wirken, prüfen wir Teleobjektiv, Periskop und Kameraglas.

Auch das Kameraglas spielt eine Rolle. Ein kleiner Kratzer über dem Teleobjektiv wirkt sich bei starkem Zoom viel deutlicher aus als bei der Hauptkamera.

Häufige Fragen

Hat mein Handy optischen Zoom?

Nur, wenn es ein Teleobjektiv hat. Sonst ist der Zoom digital oder ein Sensorausschnitt.

Ist 2× ohne Teleobjektiv schlecht?

Bei hochauflösenden Hauptkameras ist der Ausschnitt meist sehr gut.

Was ist Hybrid-Zoom?

Eine Kombination aus optischer Kamera, Sensorausschnitt und Software.

Lohnt sich ein Clip-on-Objektiv?

Für gelegentliche Nutzung möglich. Die Qualität hängt stark vom Aufsatz ab.

Warum springt das Bild beim Zoomen?

Weil das Handy zwischen den Kameras umschaltet.

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