iOS ist die Software, die jedes iPhone steuert: vom Sperrbildschirm über den App Store bis zu Kamera und Einstellungen. Anders als bei Android kommen Hardware und Software von einem Hersteller. Apple veröffentlicht jedes Jahr im Herbst eine neue Version, die für alle unterstützten Modelle gleichzeitig erscheint.
Was iOS ausmacht
Lange Updates
iPhones bekommen meist viele Jahre lang neue Versionen und Sicherheitsupdates.
Enge Verzahnung
Hardware und Software sind aufeinander abgestimmt.
App Store
Apps werden vor der Veröffentlichung von Apple geprüft.
Datenschutz
Viele Funktionen wie Face ID laufen lokal auf dem Gerät.
Updates installieren
Updates findest du unter Einstellungen › Allgemein › Softwareupdate. Dort kannst du auch automatische Updates aktivieren. Das iPhone installiert sie dann nachts, wenn es lädt und im WLAN ist. Ist ein Update hängengeblieben, hilft der Wiederherstellungsmodus über den Computer. In den meisten Fällen bleiben deine Daten dabei erhalten.
Eine ältere iOS-Version lässt sich in der Regel nicht wieder installieren, weil Apple sie kurz nach einem Update nicht mehr signiert. Wer auf ein großes Update zunächst verzichten möchte, kann in den Einstellungen nur Sicherheitsupdates zulassen.
iOS und Reparaturen
iOS prüft bei vielen Bauteilen, ob sie zum Gerät gehören. Wird ein Display, Akku oder eine Kamera getauscht, kann eine Meldung wie „Unbekanntes Teil“ erscheinen. Das liegt am Parts-Pairing. Seit iOS 17 und neueren Versionen gibt es dazu die Ansicht Teile- und Reparaturhistorie in den Einstellungen. Bei manchen Teilen lässt sich die Kalibrierung seit iOS 18 direkt auf dem Gerät abschließen.
Gut zu wissen
Eine Meldung zu einem Ersatzteil bedeutet nicht, dass die Reparatur schlecht ist. Sie zeigt nur, dass ein Teil getauscht wurde. Bei einigen Funktionen wie True Tone oder der Akkuzustandsanzeige kann es aber Einschränkungen geben.
iOS und Android im Vergleich
| iOS | Android | |
|---|---|---|
| Hersteller | Nur Apple | Viele Hersteller |
| Updates | Für alle Modelle gleichzeitig | Je nach Hersteller |
| Apps | App Store, in der EU auch alternative Marktplätze | Play Store und andere Quellen |
| Anpassung | Eher eingeschränkt | Sehr flexibel |
| Teile-Kopplung | Ausgeprägt | Je nach Hersteller gering bis mittel |
So hältst du iOS fit
Halte iOS aktuell, lass mindestens einige Gigabyte Speicher frei und starte das iPhone gelegentlich neu. Unter Einstellungen › Batterie siehst du, welche Apps viel Strom verbrauchen. Ist das iPhone trotz aktueller Software langsam, lohnt ein Blick auf den Akkuzustand. Ein verschlissener Akku kann dazu führen, dass iOS die Leistung drosselt, um unerwartete Abschaltungen zu vermeiden. Ein Akkutausch macht das iPhone dann oft wieder spürbar schneller.
Die Geschichte von iOS
Apple stellte das erste iPhone 2007 vor. Das Betriebssystem hieß damals iPhone OS. Erst 2010 bekam es den Namen iOS. Ein Jahr zuvor war der App Store gestartet, der die Art, wie wir Smartphones nutzen, grundlegend verändert hat. Seitdem bringt Apple jedes Jahr im Herbst eine neue Hauptversion heraus, meist gemeinsam mit den neuen iPhones.
Viele Funktionen, die heute selbstverständlich sind, kamen nach und nach hinzu: Mitteilungszentrale und iCloud 2011, Touch ID 2013, Apple Pay 2014, Face ID 2017 und das anpassbare Sperrbildschirm-Design 2022. Seit 2025 richtet sich die Versionsnummer nach dem Jahr. Auf iOS 18 folgte deshalb direkt iOS 26, das im September 2025 erschien.
Für das iPad hat Apple 2019 ein eigenes System abgespalten, iPadOS. Es basiert auf iOS, bietet aber mehr Funktionen für große Bildschirme, Tastaturen und den Apple Pencil.
Welche iPhones Updates bekommen
Apple unterstützt iPhones vergleichsweise lange. Ein neues iPhone bekommt in der Regel fünf bis sieben Jahre lang neue iOS-Versionen. Danach erhält es oft noch eine Zeit lang wichtige Sicherheitsupdates für die letzte unterstützte Version. Welche Modelle ein neues iOS bekommen, gibt Apple jedes Jahr bei der Vorstellung bekannt.
Neue Funktionen kommen aber nicht immer auf alle Geräte. Manche Funktionen setzen einen bestimmten Chip, eine bestimmte Kamera oder mehr Arbeitsspeicher voraus. So laufen die Funktionen von Apple Intelligence nur auf neueren Modellen. Ältere iPhones bekommen dann zwar das Update, aber nicht alle Neuerungen.
Prüfen, ob dein iPhone noch unterstützt wird
Öffne Einstellungen, Allgemein, Softwareupdate. Wird dort keine neue Version angeboten, obwohl andere Geräte sie schon haben, ist dein Modell vermutlich nicht mehr dabei.
Sicherheit unter iOS
iOS gilt als sehr sicheres System. Ein Grund ist, dass Apps grundsätzlich nur aus dem App Store installiert werden. In der EU sind seit 2024 auch alternative App-Marktplätze erlaubt, Apple prüft aber auch diese Apps auf grundlegende Sicherheitsrisiken. Jede App läuft in einem abgeschotteten Bereich und braucht deine Zustimmung für den Zugriff auf Fotos, Kontakte, Standort oder Mikrofon.
Biometrische Daten wie dein Gesicht für Face ID verlassen das Gerät nicht. Sie werden in der Secure Enclave verarbeitet, einem besonders geschützten Bereich des Chips. Auch Apple selbst hat keinen Zugriff darauf.
Eine wichtige Funktion ist der Schutz für gestohlene Geräte. Ist er aktiv, verlangt das iPhone an fremden Orten für sensible Änderungen Face ID oder Touch ID statt nur des Codes. Manche Änderungen, etwa am Apple-ID-Passwort, sind zusätzlich erst nach einer Wartezeit möglich. So hilft ein ausgespähter Code allein einem Dieb nicht weiter.
iOS-Funktionen rund um die Hardware
Einige Einstellungen in iOS zeigen dir, wie es um die Hardware deines iPhones steht. Unter Batterie siehst du den Batteriezustand und die Ladezyklen bei neueren Modellen. Unter Allgemein, Info findest du bei vielen Modellen die Teile- und Reparaturhistorie. Sie zeigt, ob Display, Akku oder Kamera schon einmal getauscht wurden.
Funktionen wie True Tone, die Gesichtserkennung oder die Helligkeitsautomatik hängen von Sensoren ab. Funktionieren sie nach einer Reparatur nicht mehr, liegt das oft daran, dass ein Bauteil nicht richtig übernommen oder kalibriert wurde. Wir prüfen diese Funktionen nach jeder Reparatur.
| Einstellung | Was du dort siehst |
|---|---|
| Batterie, Batteriezustand | Maximale Kapazität und Hinweise zum Akku |
| Allgemein, Info | Modell, Seriennummer, Teile- und Reparaturhistorie |
| Allgemein, iPhone-Speicher | Belegter Speicher und Empfehlungen |
| Datenschutz und Sicherheit | Berechtigungen der Apps |
Wenn der Speicher voll ist
Ein volles iPhone wird langsam und kann Updates nicht mehr installieren. Unter Einstellungen, Allgemein, iPhone-Speicher zeigt iOS, welche Apps wie viel Platz belegen. Dort findest du auch Empfehlungen, etwa das automatische Auslagern selten genutzter Apps. Dabei wird die App gelöscht, deine Daten bleiben aber erhalten.
- Fotos mit iCloud-Fotos optimieren lassen, dann bleiben nur kleine Vorschauen auf dem Gerät
- Große Videos und alte Nachrichtenanhänge löschen
- Ungenutzte Apps auslagern
- Den Ordner Zuletzt gelöscht in Fotos leeren
Update, Wiederherstellung und DFU
Wenn iOS hängt oder das iPhone nicht mehr startet, gibt es mehrere Stufen der Hilfe. Zuerst hilft oft ein erzwungener Neustart. Startet das Gerät weiterhin nicht, kannst du es über einen Computer im Wiederherstellungsmodus aktualisieren. Dabei bleiben deine Daten meist erhalten. Erst wenn auch das nicht klappt, wird das iPhone wiederhergestellt, was alle Daten löscht.
Die tiefste Stufe ist der DFU-Modus. Er umgeht das normale Startprogramm und installiert iOS komplett neu. Scheitern alle Versuche mit einer Fehlermeldung, kann ein Hardwaredefekt dahinterstecken, etwa am Speicherchip oder an der Stromversorgung.
- Erzwungener Neustart. Lauter, leiser, dann Seitentaste gedrückt halten bis zum Apple-Logo.
- Update über den Computer. Im Wiederherstellungsmodus Aktualisieren wählen, die Daten bleiben erhalten.
- Wiederherstellen. Installiert iOS neu und löscht alle Daten.
- DFU-Modus. Letzte Möglichkeit bei schweren Softwarefehlern.
Beta-Versionen von iOS
Apple stellt neue iOS-Versionen vorab als Beta zur Verfügung, zuerst für Entwickler, später auch öffentlich. Wer eine Beta installiert, sieht neue Funktionen früher, muss aber mit Fehlern rechnen. Apps können abstürzen, der Akku kann schneller leer werden und manche Funktionen arbeiten noch nicht zuverlässig.
Installiere eine Beta deshalb nicht auf dem iPhone, das du jeden Tag brauchst. Erstelle vorher unbedingt ein Backup. Zurück zur stabilen Version kommst du nur über eine Wiederherstellung am Computer. Dabei lässt sich ein Backup, das unter der Beta erstellt wurde, oft nicht auf die ältere Version zurückspielen.
Bedienungshilfen
iOS bietet viele Funktionen für Menschen mit Einschränkungen beim Sehen, Hören oder in der Motorik. VoiceOver liest alles auf dem Bildschirm vor, die Lupe vergrößert Texte über die Kamera und AssistiveTouch ersetzt Tasten durch Bildschirmgesten. Für Hörgeräte gibt es eigene Einstellungen.
Diese Funktionen helfen auch bei Defekten. Funktioniert die Seitentaste nicht mehr, kannst du das iPhone mit AssistiveTouch trotzdem sperren und neu starten, bis die Taste repariert ist.
iOS und der Akku
Nach einem großen iOS-Update kann der Akku für ein bis zwei Tage schneller leer werden. Das iPhone indexiert in dieser Zeit Fotos, Nachrichten und Dateien neu. Danach normalisiert sich der Verbrauch meist. Bleibt er dauerhaft hoch, lohnt ein Blick in die Batterie-Einstellungen. Dort siehst du, welche Apps besonders viel Energie verbrauchen. Ist der Batteriezustand unter 80 Prozent gefallen, ist ein Akkutausch oft die beste Lösung.
Auch Funktionen wie die Hintergrundaktualisierung von Apps, ständig aktive Ortungsdienste und ein sehr heller Bildschirm kosten Energie. Der Stromsparmodus schränkt solche Hintergrundaktivitäten vorübergehend ein und verlängert die Laufzeit spürbar.
Häufige Fragen
Welche iOS-Version habe ich?
Einstellungen › Allgemein › Info.
Wie lange bekommt mein iPhone Updates?
Meist fünf Jahre oder länger nach Erscheinen. Sicherheitsupdates oft noch etwas länger.
Kann ich iOS auf einem Android-Handy installieren?
Nein, iOS läuft nur auf Apple-Geräten.
Was ist ein Jailbreak?
Das Entfernen von Sperren in iOS, um nicht freigegebene Software zu installieren. Davon raten wir ab.
Macht ein Update das iPhone langsamer?
In den ersten Tagen nach großen Updates kann es zu mehr Wärme und Akkuverbrauch kommen. Das legt sich meist. Langfristig spielt der Akkuzustand eine größere Rolle.