Android ist die Software, die auf den meisten Smartphones der Welt läuft. Google entwickelt das System und stellt den Kern als Open Source zur Verfügung. Hersteller passen es an und legen eigene Oberflächen darüber, etwa One UI bei Samsung oder HyperOS bei Xiaomi. Deshalb sieht Android auf jedem Handy etwas anders aus.
Wie Android aufgebaut ist
Unter der Oberfläche arbeitet ein Linux-Kernel, der Hardware wie Display, Akku und Funk steuert. Darüber liegt das eigentliche Android mit Systemdiensten, und ganz oben die Apps. Die meisten Android-Geräte enthalten zusätzlich die Google-Dienste wie Play Store, Gmail und Maps. Diese gehören nicht zum offenen Kern, sondern werden von Google lizenziert.
Weil der Kern offen ist, gibt es eine große Vielfalt. Hersteller bauen eigene Funktionen ein, Enthusiasten installieren alternative Systeme, sogenannte Custom ROMs. Das macht Android flexibel, führt aber auch dazu, dass Updates je nach Hersteller unterschiedlich schnell kommen.
Android-Oberflächen der großen Hersteller
| Hersteller | Oberfläche |
|---|---|
| Samsung | One UI |
| Xiaomi, Redmi, Poco | HyperOS, früher MIUI |
| Google Pixel | Pixel-Oberfläche, nah am reinen Android |
| OnePlus | OxygenOS |
| Oppo | ColorOS |
| Motorola | My UX, nah am reinen Android |
Updates und Sicherheit
Google veröffentlicht jährlich eine neue Android-Version und monatliche Sicherheitsupdates. Wann sie auf deinem Gerät ankommen, entscheidet der Hersteller. Neuere Geräte von Google und Samsung bekommen inzwischen viele Jahre lang Updates, günstige Modelle mancher Hersteller deutlich kürzer. In den Einstellungen unter „Über das Telefon“ siehst du, welche Android-Version und welcher Sicherheitspatch installiert sind.
Tipp
Prüfe vor dem Kauf eines Android-Handys, wie lange der Hersteller Updates zusagt. Das entscheidet mit darüber, wie lange du das Gerät sicher nutzen kannst.
Android und Reparaturen
Große Gerätevielfalt
Jedes Modell hat eigene Ersatzteile und Aufbauten.
Servicemodi
Viele Hersteller haben eigene Modi wie den Download-Modus bei Samsung.
Weniger Teile-Kopplung
Bei vielen Android-Geräten lassen sich Teile freier tauschen als beim iPhone.
FRP-Sperre
Nach einem Zurücksetzen braucht es das Google-Konto.
Bei Software-Problemen hilft oft schon ein Neustart oder das Löschen des Cache. Bei Hardware-Fehlern kommt es auf das Modell an. Samsung-Displays etwa sind fast immer fest mit dem Rahmen verbunden, während andere Hersteller das Display einzeln tauschen lassen.
Wechsel zwischen Android-Geräten
Der Umzug von einem Android-Handy zum nächsten ist heute recht einfach. Beim Einrichten des neuen Geräts meldest du dich mit deinem Google-Konto an und wählst die Sicherung des alten Geräts. Alternativ verbindest du beide Handys per Kabel oder WLAN und überträgst Daten direkt. Samsung bietet dafür Smart Switch an, das zusätzlich Samsung-spezifische Einstellungen mitnimmt.
Bevor du das alte Gerät verkaufst, entferne dein Google-Konto und setze es zurück. So vermeidest du, dass der neue Besitzer an der FRP-Sperre hängen bleibt.
Die Geschichte von Android
Android wurde ursprünglich von einem kleinen Unternehmen entwickelt, das Google 2005 übernahm. Das erste Smartphone mit Android kam 2008 auf den Markt. Seitdem hat sich Android zum meistgenutzten Betriebssystem für Smartphones weltweit entwickelt. Es läuft auf Geräten von Samsung, Google, Xiaomi, Motorola, OnePlus und vielen anderen Herstellern.
Bis Android 9 trugen die Versionen Namen von Süßigkeiten, etwa KitKat, Lollipop oder Oreo. Seit Android 10 im Jahr 2019 verwendet Google nur noch Nummern. Eine neue Hauptversion erscheint etwa einmal pro Jahr. Dazwischen gibt es monatliche Sicherheitsupdates und kleinere Funktionsupdates.
| Version | Erschienen |
|---|---|
| Android 10 | 2019 |
| Android 11 | 2020 |
| Android 12 | 2021 |
| Android 13 | 2022 |
| Android 14 | 2023 |
| Android 15 | 2024 |
| Android 16 | 2025 |
Google-Dienste und Play Store
Android selbst ist ein offenes System, das jeder Hersteller nutzen und anpassen darf. Die bekannten Google-Apps wie Play Store, Gmail, Maps und YouTube gehören aber nicht automatisch dazu. Hersteller müssen dafür eine Lizenz von Google erhalten. Fast alle Smartphones in Europa haben diese Google-Dienste vorinstalliert.
Eine Ausnahme sind zum Beispiel neuere Huawei-Geräte. Sie dürfen die Google-Dienste nicht mehr vorinstallieren und nutzen eine eigene App-Galerie. In China setzt Huawei inzwischen auf HarmonyOS. Wer ein solches Gerät nutzt, muss bei manchen Apps auf Alternativen ausweichen.
Sicherheit unter Android
Android schützt dich auf mehreren Ebenen. Jede App läuft in einem eigenen abgeschotteten Bereich und braucht deine Erlaubnis, um auf Kamera, Standort, Kontakte oder Mikrofon zuzugreifen. Google Play Protect prüft Apps im Play Store und auf deinem Gerät regelmäßig auf Schadsoftware.
Das größte Risiko entsteht, wenn du Apps aus unbekannten Quellen installierst. Android erlaubt das grundsätzlich, warnt aber deutlich. Installiere Apps am besten nur aus dem Play Store oder dem Store deines Herstellers. Sei skeptisch bei Apps, die ungewöhnlich viele Berechtigungen verlangen, etwa eine Taschenlampen-App, die auf deine Kontakte zugreifen will.
- Berechtigungen regelmäßig in den Einstellungen prüfen
- Bildschirmsperre mit PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung nutzen
- Sicherheitsupdates zeitnah installieren
- Find My Device von Google aktivieren, um das Gerät bei Verlust zu orten
Version und Sicherheitsstand prüfen
- Einstellungen öffnen. Die genaue Bezeichnung des Menüs unterscheidet sich je nach Hersteller.
- Über das Telefon aufrufen. Dort findest du die Android-Version.
- Sicherheitspatch ansehen. Das Datum des letzten Sicherheitsupdates zeigt, wie aktuell dein Gerät ist.
- Nach Updates suchen. Unter Softwareupdate oder System nach neuen Versionen suchen.
Ist der letzte Sicherheitspatch älter als ein paar Monate und gibt es keine neuen Updates, wird dein Gerät vermutlich nicht mehr unterstützt. Dann solltest du besonders vorsichtig mit Banking-Apps und unbekannten Links sein.
Wie lange Android-Geräte Updates bekommen
Früher bekamen viele Android-Geräte nur zwei bis drei Jahre lang Updates. Das hat sich deutlich verbessert. Google verspricht für seine Pixel-Geräte ab dem Pixel 8 sieben Jahre Updates. Samsung bietet für viele aktuelle Galaxy-Modelle ebenfalls bis zu sieben Jahre. Bei günstigen Geräten und kleineren Herstellern ist der Zeitraum oft kürzer.
Eine EU-Verordnung schreibt für neue Smartphones seit Mitte 2025 zudem vor, dass Hersteller Sicherheitsupdates noch mindestens fünf Jahre nach dem Ende des Verkaufs eines Modells anbieten müssen. Das macht Reparaturen langfristig attraktiver, weil ein repariertes Gerät länger sicher genutzt werden kann.
Entwickleroptionen, ADB und Bootloader
Android bietet versteckte Entwickleroptionen. Du schaltest sie frei, indem du in den Telefoninformationen siebenmal auf die Build-Nummer tippst. Dort lassen sich zum Beispiel Animationen verkürzen oder das USB-Debugging aktivieren. Über ADB kann ein Computer dann Befehle an das Smartphone senden.
Wer ein anderes System installieren will, muss den Bootloader entsperren. Dabei werden alle Daten gelöscht, und manche Apps, etwa für Banking oder Bezahlen, funktionieren danach nicht mehr. Für den normalen Alltag ist das nicht nötig.
Daten sichern
Android sichert viele Daten automatisch in deinem Google-Konto, darunter Kontakte, Kalender, App-Daten und Einstellungen. Fotos und Videos sichert die App Google Fotos, wenn du das aktivierst. Samsung und andere Hersteller bieten zusätzlich eigene Cloud-Dienste an. Prüfe vor jeder Reparatur, ob dein letztes Backup aktuell ist.
Wenn der Speicher voll ist
Ein voller Speicher macht Android spürbar langsamer. Apps starten verzögert, Fotos lassen sich nicht mehr speichern und Updates schlagen fehl. In den Einstellungen unter Speicher siehst du, welche Bereiche den meisten Platz belegen.
- Fotos und Videos in die Cloud sichern und vom Gerät entfernen
- Den App-Cache großer Apps wie Messenger oder Browser leeren
- Heruntergeladene Dateien im Ordner Downloads prüfen
- Apps löschen, die du länger nicht genutzt hast
- Eine microSD-Karte nutzen, wenn dein Gerät einen Kartenschacht hat
Android wieder schneller machen
Mit der Zeit sammeln sich auf jedem Smartphone Apps, Daten und Hintergrunddienste an. Ein Neustart pro Woche hilft schon, weil er den Arbeitsspeicher leert. Prüfe außerdem, welche Apps im Hintergrund aktiv sind und viel Akku verbrauchen. In den Akkueinstellungen siehst du das genau.
Wird das Gerät trotz allem immer langsamer, kann auch ein abgenutzter Akku dahinterstecken. Manche Hersteller drosseln die Leistung, wenn der Akku nicht mehr genug Strom liefern kann. Ein neuer Akku bringt in diesem Fall oft die alte Geschwindigkeit zurück.
Android zurücksetzen
Wenn nichts mehr hilft, kannst du dein Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Dabei werden alle Apps und Daten gelöscht. Sichere vorher alles, was du behalten möchtest. Nach dem Zurücksetzen fragt Android beim Einrichten nach dem zuletzt verwendeten Google-Konto. Dieser Schutz heißt FRP-Sperre und verhindert, dass ein Dieb das Gerät einfach neu einrichten kann.
Wenn du das Gerät verkaufen willst, melde dich deshalb vor dem Zurücksetzen von deinem Google-Konto ab. Sonst kann der neue Besitzer das Smartphone nicht einrichten.
Android auf anderen Geräten
Android läuft nicht nur auf Smartphones. Viele Tablets nutzen dasselbe System mit einer angepassten Oberfläche. Auf Smartwatches läuft Wear OS, auf Fernsehern und Streaming-Sticks Google TV. Im Auto gibt es Android Auto, das die Apps des Smartphones auf den Bildschirm des Fahrzeugs bringt. Einige Fahrzeughersteller nutzen Android sogar direkt als System für ihr Infotainment.
Android und Datenschutz
Im Datenschutzbereich der Einstellungen siehst du, welche Apps zuletzt auf Kamera, Mikrofon oder Standort zugegriffen haben. Ein grüner Punkt am oberen Bildschirmrand zeigt an, wenn gerade die Kamera oder das Mikrofon aktiv ist. Du kannst den Zugriff für einzelne Apps jederzeit entziehen oder nur während der Nutzung erlauben. Den Werbe-ID-Zugriff kannst du in den Google-Einstellungen löschen.
Häufige Fragen
Ist Android kostenlos?
Der Kern ja. Hersteller zahlen für die Google-Dienste.
Welche Android-Version habe ich?
Einstellungen › Über das Telefon › Softwareinformationen.
Ist Android unsicherer als iOS?
Mit aktuellen Updates und Apps aus dem Play Store ist Android gut geschützt. Entscheidend ist, dass das Gerät noch Updates bekommt.
Kann ich Apps von außerhalb des Play Stores installieren?
Ja, das ist möglich, birgt aber Risiken. Nur aus vertrauenswürdigen Quellen.
Was bedeutet Android One?
Ein Programm für Geräte mit nahezu unverändertem Android und garantierten Updates. Es spielt heute kaum noch eine Rolle.