Früher musste man ein Handy für Updates an den Computer anschließen. Heute kommen Updates „durch die Luft“. Das Gerät lädt sie im WLAN herunter, prüft sie und installiert sie, oft nachts automatisch. Das gilt für iOS, Android, viele Laptops, Konsolen und Zubehör.
So bereitest du ein Update vor
- Backup machen. Updates sind sicher, aber ein Backup schützt bei Problemen.
- Speicher prüfen. Updates brauchen oft mehrere GB freien Speicher.
- Akku laden. Mindestens 50 Prozent oder am Ladegerät.
- Stabiles WLAN. Mobilfunk ist möglich, kostet aber Datenvolumen.
Wo du Updates findest
| Gerät | Pfad |
|---|---|
| iPhone und iPad | Einstellungen › Allgemein › Softwareupdate |
| Samsung | Einstellungen › Software-Update |
| Andere Android | Einstellungen › System › Software-Update |
| Mac | Systemeinstellungen › Allgemein › Softwareupdate |
| Windows | Einstellungen › Windows Update |
Wenn das Update hängt
Download hängt
WLAN wechseln, Gerät neu starten, Update erneut laden.
Installation dauert ewig
Nicht unterbrechen, solange sich der Balken bewegt. Bei großen Updates kann es länger als eine Stunde dauern.
Hängt beim Logo
Neustart erzwingen. Hilft das nicht, Update über den Computer im Recovery-Modus.
Akku leer währenddessen
Laden und erneut versuchen. Im Zweifel über den Computer neu installieren.
Gut zu wissen
Nach einem großen Update kann der Akku in den ersten Tagen schneller leer sein und das Gerät warm werden. Das System indiziert im Hintergrund Daten neu. Das legt sich meist von allein.
Wie ein OTA-Update abläuft
- Benachrichtigung. Das Gerät fragt beim Hersteller nach, ob es eine neue Version gibt.
- Download. Das Update wird im Hintergrund geladen, oft nur die geänderten Teile.
- Prüfung. Das Gerät prüft, ob das Paket echt und vollständig ist.
- Installation. Beim Neustart wird das Update eingespielt. Viele Android-Geräte nutzen dabei zwei Systemfächer, sodass die Installation im Hintergrund passiert.
- Abschluss. Das Gerät startet mit der neuen Version.
Warum Updates wichtig sind
Neben neuen Funktionen bringen Updates vor allem Sicherheitskorrekturen. Lücken in iOS oder Android werden regelmäßig gefunden und geschlossen. Ein Gerät ohne aktuelle Updates ist angreifbarer, vor allem beim Surfen und bei Nachrichten mit Anhängen. Auch Firmware für Modem, Bluetooth und WLAN wird über diese Updates aktualisiert.
Wie lange ein Gerät Updates bekommt, ist sehr unterschiedlich. iPhones erhalten meist viele Jahre lang Updates. Bei Android hängt es vom Hersteller und Modell ab. Neuere Geräte großer Hersteller bekommen inzwischen deutlich länger Updates als früher.
Große Updates, kleine Updates, Sicherheitsupdates
Nicht jedes Update ist gleich. Einmal im Jahr erscheinen große Versionssprünge, etwa eine neue Hauptversion von iOS oder Android. Sie bringen neue Funktionen, ein überarbeitetes Design und manchmal geänderte Bedienung. Dazwischen kommen kleinere Updates, die Fehler beheben und Sicherheitslücken schließen.
| Art | Häufigkeit | Inhalt |
|---|---|---|
| Hauptversion | Etwa einmal im Jahr | Neue Funktionen, neues Design |
| Zwischenupdate | Alle paar Wochen | Fehlerbehebungen, kleinere Neuerungen |
| Sicherheitsupdate | Regelmäßig, teils monatlich | Geschlossene Sicherheitslücken |
| Hintergrund-Updates | Bei Bedarf | Schnelle Sicherheitskorrekturen ohne vollständiges Systemupdate |
Apple kann kritische Sicherheitskorrekturen inzwischen als kleine Hintergrund-Updates verteilen. Bei Android kommen viele Sicherheitskomponenten über Google Play-Systemupdates. Dadurch lassen sich Lücken schneller schließen, ohne auf ein großes Update des Herstellers zu warten.
Hersteller veröffentlichen zu jedem Update Hinweise, was sich geändert hat. Ein kurzer Blick darauf zeigt, ob es sich um ein reines Sicherheitsupdate oder um neue Funktionen handelt.
Automatische Updates einrichten
Am bequemsten ist es, Updates automatisch installieren zu lassen. Das Gerät lädt sie dann im Hintergrund und installiert sie nachts, wenn es am Ladegerät hängt und mit dem WLAN verbunden ist. So bist du immer auf dem neuesten Stand, ohne daran denken zu müssen.
- iPhone. Unter Einstellungen, Allgemein, Softwareupdate und Automatische Updates lassen sich Download und Installation einschalten.
- Android. Viele Hersteller bieten in den Update-Einstellungen eine Option für automatischen Download über WLAN.
- Sicherheitsupdates. Schalte die automatische Installation von Sicherheitsantworten und Systemdateien ein, wenn dein Gerät das anbietet.
Wer lieber kontrolliert, wann ein großes Update kommt, kann die automatische Installation abschalten und Updates manuell starten. Dann solltest du aber regelmäßig nachsehen und Sicherheitsupdates nicht lange aufschieben.
Sofort updaten oder abwarten?
Bei großen Versionssprüngen warten manche Menschen ein paar Tage oder Wochen ab. Der Gedanke dahinter: Kinderkrankheiten der neuen Version werden mit den ersten Korrekturupdates behoben. Bei wichtigen Arbeitsgeräten oder speziellen Apps kann das sinnvoll sein.
Für Sicherheitsupdates gilt das nicht. Sie schließen Lücken, die oft schon bekannt sind und teils aktiv ausgenutzt werden. Diese Updates solltest du zügig installieren. Ein guter Mittelweg: Große Versionen kurz beobachten, Sicherheitsupdates sofort einspielen.
Kann man ein Update rückgängig machen?
Gefällt dir eine neue Version nicht, ist der Weg zurück meist schwierig. Bei iPhones und iPads akzeptiert Apple nach kurzer Zeit nur noch die aktuelle Version bei der Installation. Ein Zurückgehen auf eine ältere Version ist dann nicht mehr möglich.
Bei Android hängt es vom Hersteller ab. Viele Geräte verhindern ein Downgrade aus Sicherheitsgründen, um zu vermeiden, dass alte Sicherheitslücken wieder geöffnet werden. Ein erzwungenes Downgrade kann außerdem zu Datenverlust führen. Plane deshalb vor großen Updates ein Backup ein und informiere dich bei Bedarf vorab über bekannte Probleme.
Läuft dein Gerät nach einem Update deutlich schlechter, hilft oft schon das nächste Korrekturupdate. Hersteller reagieren meist schnell auf verbreitete Probleme.
Beta-Versionen: Neues mit Risiko
Apple, Google und viele Hersteller bieten öffentliche Beta-Versionen an. Damit kannst du neue Funktionen schon Monate vor dem offiziellen Start ausprobieren. Beta-Versionen sind aber Testversionen. Sie können Fehler enthalten, Apps zum Absturz bringen und den Akku schneller leeren.
Installiere Beta-Versionen nur auf einem Zweitgerät oder wenn du mit Problemen leben kannst. Mache vorher ein vollständiges Backup. Wichtig: Ein Backup von einer Beta-Version lässt sich oft nicht auf eine ältere offizielle Version zurückspielen.
Updates auch für Zubehör und Autos
Over-the-Air-Updates gibt es längst nicht nur für Smartphones. Kabellose Kopfhörer, Smartwatches, Fernseher, Router und sogar Autos bekommen ihre Software inzwischen auf diesem Weg. Bei Kopfhörern wie den AirPods passiert das automatisch, wenn sie im Ladecase liegen und mit dem iPhone verbunden sind.
Auch hier sind Updates wichtig. Sie verbessern Funktionen, beheben Verbindungsprobleme und schließen Sicherheitslücken. Gerade bei Routern und Smart-Home-Geräten solltest du prüfen, ob automatische Updates aktiviert sind, weil sie dauerhaft mit dem Internet verbunden sind.
Updates nach einer Reparatur
Nach einer Reparatur kann ein Update für Überraschungen sorgen. Hersteller passen mit Updates manchmal an, wie Ersatzteile erkannt werden. Bei iPhones erscheinen nach dem Tausch von Display, Akku oder Kamera Hinweise in den Einstellungen, wenn ein Teil nicht als Original erkannt wird. Ein Update kann solche Meldungen ändern oder neue hinzufügen.
In seltenen Fällen funktionierten nach einem Update bestimmte Nachbauteile nicht mehr richtig, etwa Touchscreens minderwertiger Ersatzdisplays. Hochwertige Ersatzteile sind davon deutlich seltener betroffen. Auch das ist ein Grund, bei Reparaturen auf Qualität zu achten.
Hat dein Gerät nach einem Update ein Problem mit einem reparierten Teil, sprich die Werkstatt darauf an. Häufig lässt sich das Problem lösen, ohne das Teil erneut zu tauschen.
Wenn der Speicher für das Update nicht reicht
Ein häufiger Grund, warum Updates nicht installiert werden, ist fehlender Speicherplatz. Große Updates brauchen oft mehrere Gigabyte, weil das System die neue Version erst entpacken und vorbereiten muss. Ist der Speicher fast voll, bricht der Vorgang ab oder startet gar nicht.
Fotos auslagern
Sichere Fotos und Videos in der Cloud oder auf dem Computer und lösche sie vom Gerät.
Apps auslagern
Ungenutzte Apps lassen sich auslagern, ohne ihre Daten zu verlieren.
Nachrichten aufräumen
Große Anhänge in Messengern belegen oft viel Speicher.
Klappt es trotzdem nicht, kannst du das Update auch über einen Computer installieren. Dabei wird die Software auf dem Computer vorbereitet und braucht auf dem Gerät weniger freien Platz.
Wenn keine Updates mehr kommen
Irgendwann endet die Update-Unterstützung für jedes Gerät. Danach funktioniert es zwar weiter, bekommt aber keine Sicherheitskorrekturen mehr. Mit der Zeit unterstützen auch Apps ältere Systemversionen nicht mehr, etwa Banking-Apps oder Messenger.
Für einfache Aufgaben wie Musik hören oder als Wecker kann ein solches Gerät noch lange nützlich sein. Für Banking, E-Mails und den Zugriff auf wichtige Konten solltest du ein aktuelles Gerät mit Updates verwenden.
Zusammengefasst machen OTA-Updates deine Geräte sicherer und bringen neue Funktionen, ohne dass du einen Computer brauchst. Mit automatischen Updates, einem regelmäßigen Backup und etwas Geduld bei großen Versionssprüngen bleibst du auf der sicheren Seite.
Häufige Fragen
Sollte ich Updates sofort installieren?
Sicherheitsupdates ja. Bei großen Versionssprüngen kann man ein paar Tage warten, bis eventuelle Fehler behoben sind.
Kann ich ein Update rückgängig machen?
Meist nicht. Hersteller sperren ältere Versionen nach kurzer Zeit.
Warum bekommt mein Handy keine Updates mehr?
Ältere Geräte werden irgendwann nicht mehr unterstützt.
Löscht ein Update meine Daten?
Normalerweise nicht.
Was ist ein Beta-Update?
Eine Testversion vor der offiziellen Veröffentlichung. Für das Alltagshandy nicht empfehlenswert.