Startet dein Handy nicht mehr richtig, kannst du es in den Recovery-Modus, auf Deutsch Wiederherstellungsmodus, versetzen. Beim iPhone verbindest du es dann mit dem Computer und kannst iOS aktualisieren oder neu installieren. Bei Android öffnet sich ein Menü, über das du unter anderem den Cache löschen oder das Gerät zurücksetzen kannst.
Recovery-Modus beim iPhone
- Verbinden. iPhone per Kabel an den Computer anschließen.
- Tasten drücken. Bei iPhone 8 und neuer: Lauter kurz, Leiser kurz, dann Seitentaste halten.
- Halten. Seitentaste weiter halten, auch wenn das Apple-Logo erscheint, bis ein Computer-und-Kabel-Symbol zu sehen ist.
- Aktualisieren wählen. Im Finder oder in der Apple Geräte-App zuerst „Aktualisieren“ wählen. Dabei bleiben die Daten meist erhalten.
- Notfalls wiederherstellen. Hilft das nicht, „Wiederherstellen“ wählen. Dabei werden die Daten gelöscht.
Recovery-Modus bei Android
Bei vielen Android-Handys schaltest du das Gerät aus und hältst dann Einschalttaste und Lauter gleichzeitig, bis ein Menü erscheint. Bei Samsung musst du das Handy dazu oft mit einem Computer oder Kopfhörer per USB verbinden. Im Menü navigierst du mit den Lautstärketasten und bestätigst mit der Einschalttaste.
| Option | Was sie macht |
|---|---|
| Reboot system now | Normaler Neustart |
| Wipe cache partition | Löscht temporäre Systemdateien, Daten bleiben |
| Wipe data / factory reset | Setzt auf Werkseinstellungen zurück, Daten gehen verloren |
| Apply update | Installiert ein Update von SD-Karte oder per ADB |
Wann du den Recovery-Modus brauchst
Bootloop
Das Gerät startet immer wieder neu.
Hängt beim Logo
Der Start bleibt beim Hersteller-Logo stehen.
Update fehlgeschlagen
Ein Update wurde unterbrochen.
Code vergessen
Wenn du den Gerätecode vergessen hast, bleibt oft nur das Zurücksetzen.
Daten zuerst
Wähle beim iPhone immer zuerst „Aktualisieren“. Bei Android zuerst „Wipe cache partition“. Beides lässt deine Daten in der Regel unangetastet.
Wiederherstellungsmodus beim Mac
Auch Macs haben einen Wiederherstellungsmodus. Bei Macs mit Apple-Chip hältst du die Einschalttaste gedrückt, bis „Startoptionen werden geladen“ erscheint. Bei Intel-Macs drückst du beim Start Befehl und R. Dort kannst du macOS neu installieren, das Festplattendienstprogramm nutzen oder ein Time-Machine-Backup zurückspielen.
Wenn die Wiederherstellung scheitert
Bricht eine iPhone-Wiederherstellung mit einer Fehlernummer ab, prüfe zuerst Kabel, USB-Anschluss und ob der Computer aktuell ist. Versuche es mit einem anderen Kabel direkt am Computer, nicht über einen Hub. Tritt der Fehler weiter auf, steckt oft Hardware dahinter. Bestimmte Fehlercodes deuten etwa auf den Speicherchip oder die Stromversorgung hin.
Bei Android unterscheidet sich das Recovery je nach Hersteller. Samsung hat zusätzlich den Download-Modus für Firmware-Installationen. Bei anderen Herstellern gibt es den Bootloader oder Fastboot-Modus. Diese Modi sind eher für Werkstätten und erfahrene Nutzer gedacht.
Was im Recovery-Modus technisch passiert
Ein Smartphone hat neben dem normalen Betriebssystem einen kleinen, getrennten Bereich mit einem Notfallsystem. Startet das Gerät im Recovery-Modus, lädt es nicht iOS oder Android, sondern dieses Notfallsystem. Es ist bewusst einfach gehalten und funktioniert auch dann, wenn das eigentliche Betriebssystem beschädigt ist.
Beim iPhone ist das Notfallsystem fast nur eine Brücke zum Computer. Es wartet darauf, dass Finder oder die Geräte-App neue Software schicken. Bei Android ist das Recovery-System eigenständiger und bietet ein eigenes Menü direkt auf dem Gerät.
Der Recovery-Modus liegt damit zwischen dem normalen Start und dem noch tieferen DFU-Modus. Er reicht für die meisten Softwareprobleme aus. Nur wenn auch er nicht mehr startet, ist der tiefere Weg nötig.
Weil das Notfallsystem in einem eigenen Speicherbereich liegt, bleibt es auch dann erhalten, wenn ein Update schiefgeht oder das Betriebssystem beschädigt ist. Genau das macht es so zuverlässig.
Recovery-Modus beim iPad
Beim iPad hängt die Tastenkombination davon ab, ob es eine Home-Taste hat. Bei Modellen ohne Home-Taste drückst du kurz die Lautstärketaste, die näher an der oberen Taste liegt, dann kurz die andere Lautstärketaste und hältst anschließend die obere Taste, bis der Recovery-Bildschirm erscheint.
Bei iPads mit Home-Taste hältst du Home-Taste und obere Taste gleichzeitig gedrückt, bis der Bildschirm mit Computer und Kabel erscheint. Der weitere Ablauf am Computer ist derselbe wie beim iPhone: zuerst Aktualisieren versuchen, erst danach Wiederherstellen.
Recovery bei Google Pixel und anderen Android-Geräten
Bei Google Pixel führt der Weg ins Recovery über den Bootloader. Du schaltest das Gerät aus und hältst Einschalttaste und Leiser gedrückt, bis das Bootloader-Menü erscheint. Mit den Lautstärketasten wählst du dort den Recovery-Modus und bestätigst mit der Einschalttaste.
Häufig erscheint dann ein liegender Android-Roboter mit dem Hinweis „Keine Befehle“. Das ist kein Fehler. Halte die Einschalttaste gedrückt und drücke kurz Lauter, dann öffnet sich das eigentliche Menü. Bei anderen Herstellern wie Xiaomi, OnePlus oder Motorola unterscheiden sich die Tastenkombinationen leicht. Ein Blick auf die Hilfeseite des Herstellers zeigt den genauen Weg.
| Hersteller | Typischer Weg (vereinfacht) |
|---|---|
| Samsung | Ausschalten, per USB verbinden, Einschalttaste und Lauter halten |
| Google Pixel | Einschalttaste und Leiser, dann im Menü Recovery wählen |
| Viele andere | Einschalttaste und Lauter gleichzeitig halten |
Den Recovery-Modus wieder verlassen
Manchmal landet ein Gerät versehentlich im Recovery-Modus, etwa weil eine Taste klemmt. Um ihn zu verlassen, gibt es einfache Wege.
- iPhone. Erzwinge einen Neustart: Lauter kurz, Leiser kurz, dann Seitentaste halten, bis das Apple-Logo erscheint.
- Android. Wähle im Menü „Reboot system now“ und bestätige mit der Einschalttaste.
- Kehrt das Gerät zurück? Startet es immer wieder im Recovery-Modus, kann eine klemmende Taste oder ein Softwarefehler die Ursache sein.
Eine klemmende Lautstärketaste ist übrigens eine häufig übersehene Ursache für ungewollte Startmodi. Drückt sie dauerhaft, interpretiert das Gerät das beim Einschalten als Tastenkombination. Ein Tausch der Taste oder ihres Flexkabels behebt das Problem.
Benutzerdefinierte Recovery-Systeme
Bei manchen Android-Geräten lässt sich das Recovery-System durch eine eigene Version ersetzen. Solche Custom Recoverys bieten mehr Funktionen, etwa vollständige Sicherungen oder die Installation alternativer Betriebssysteme. Voraussetzung ist meist ein entsperrter Bootloader.
Für die meisten Menschen ist das nicht nötig. Das Entsperren löscht in der Regel alle Daten, kann Sicherheitsfunktionen abschalten und dazu führen, dass Banking-Apps oder Bezahldienste nicht mehr funktionieren. Bei Samsung wird zusätzlich ein Sicherheitszähler ausgelöst, der sich nicht zurücksetzen lässt.
Wenn Tasten defekt sind
Für den Recovery-Modus brauchst du funktionierende Tasten. Ist eine Lautstärketaste oder die Seitentaste defekt, wird es schwierig. Beim iPhone hilft dann manchmal ein Computer: Erkennt der Finder ein Problem beim Start, bietet er die Wiederherstellung teils von selbst an.
Bei Android-Geräten lässt sich der Recovery-Modus auch über einen Computer mit dem Werkzeug ADB starten, sofern das Gerät noch startet und das USB-Debugging aktiviert ist. Für die meisten Menschen ist das aber zu technisch.
Die nachhaltigere Lösung ist die Reparatur der Taste. Defekte Tasten haben meist eine einfache Ursache, etwa ein verschlissenes Flexkabel oder Schmutz unter der Taste. Danach funktionieren auch alle Startmodi wieder normal.
Wiederherstellung bei Windows
Auch Windows hat einen eigenen Wiederherstellungsmodus, die Windows-Wiederherstellungsumgebung. Sie startet automatisch, wenn Windows mehrmals hintereinander nicht hochfährt. Du kannst sie auch gezielt öffnen, indem du beim Klick auf Neu starten die Umschalttaste gedrückt hältst.
Dort findest du Werkzeuge wie die Starthilfe, die Systemwiederherstellung, die Deinstallation des letzten Updates und den abgesicherten Modus. Als letzte Möglichkeit lässt sich Windows zurücksetzen, wahlweise mit oder ohne Erhalt deiner persönlichen Dateien.
Startet auch die Wiederherstellungsumgebung nicht, hilft ein USB-Stick mit Windows-Installationsmedium. Er bietet dieselben Werkzeuge und kann auf einem anderen Computer erstellt werden.
Bevor du zurücksetzt
Der Recovery-Modus bietet bei allen Systemen die Möglichkeit, das Gerät komplett zurückzusetzen. Das ist oft die letzte Lösung, bedeutet aber den Verlust aller Daten, die nicht gesichert sind. Überlege deshalb vorher, ob es noch andere Wege gibt.
Backup prüfen
Sieh nach, wann dein letztes Backup in der Cloud oder auf dem Computer erstellt wurde.
Zugangsdaten bereithalten
Nach dem Zurücksetzen brauchst du das Passwort deines Kontos.
Hilfe holen
Sind wichtige Daten nicht gesichert, lass das Gerät vorher von einer Werkstatt prüfen.
Manchmal lässt sich ein Gerät mit einem gezielten Eingriff so weit starten, dass Fotos und Dokumente noch gesichert werden können. Diese Chance ist nach einem Zurücksetzen vertan.
Zusammengefasst ist der Recovery-Modus das wichtigste Notfallwerkzeug bei Softwareproblemen. Er erlaubt Updates, Reparaturen und als letzten Schritt ein Zurücksetzen. Wähle immer zuerst die Optionen, die deine Daten erhalten, und hol dir Hilfe, bevor wichtige Daten verloren gehen.
Hängt dein Gerät trotz aller Versuche weiter fest, prüfen wir gern, ob ein Hardwarefehler dahintersteckt.
Häufige Fragen
Löscht der Recovery-Modus meine Daten?
Nur, wenn du Wiederherstellen oder Factory Reset wählst.
Wie verlasse ich den Recovery-Modus?
Beim iPhone mit einem erzwungenen Neustart, bei Android mit „Reboot system now“.
Was tun, wenn das Gerät gar nicht in den Recovery-Modus geht?
Dann liegt oft ein Hardware-Fehler vor, oder der Akku ist leer. Lade es zuerst und versuche es erneut.
Ist Recovery dasselbe wie DFU?
Nein. Der DFU-Modus beim iPhone ist eine Stufe tiefer und wird genutzt, wenn Recovery nicht hilft.