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Glossar

Qi-Standard

Qi ist der weltweit verbreitete Standard für kabelloses Laden. Er sorgt dafür, dass Handys und Ladepads verschiedener Hersteller zusammen funktionieren.
Kurz erklärt

Qi, ausgesprochen „Tschi“, ist ein Standard des Wireless Power Consortium. Er legt fest, wie Ladepad und Gerät miteinander kommunizieren und Energie übertragen. Fast alle Handys mit kabellosem Laden unterstützen Qi. Die neuere Version Qi2 ergänzt Magnete, die das Handy automatisch richtig ausrichten.

AusspracheTschi
VonWireless Power Consortium
NeuQi2 mit Magneten
Typische Leistung5 bis 15 Watt, Qi2 bis 25 Watt

Qi und Qi2 im Vergleich

QiQi2
AusrichtungHandy muss richtig liegenMagnete richten das Handy automatisch aus
LeistungMeist 5 bis 15 Watt15 Watt, mit neueren Versionen bis 25 Watt
EffizienzAbhängig von der PositionHöher durch exakte Ausrichtung
GrundlageUrsprünglicher StandardBasiert auf Apples MagSafe

Was ist Qi2?

Apple hat seine MagSafe-Technik an das Wireless Power Consortium weitergegeben. Daraus wurde Qi2. Ladegeräte und Handys mit Qi2 haben einen Magnetring, der die Spulen exakt übereinander hält. So geht weniger Energie verloren, das Handy wird weniger warm und lädt zuverlässiger.

Neben iPhones ab iPhone 12 unterstützen inzwischen auch immer mehr Android-Handys Qi2, teils mit eingebauten Magneten, teils mit passender Hülle.

Worauf du beim Ladepad achten solltest

  1. Zertifizierung. Achte auf das offizielle Qi- oder Qi2-Logo. Zertifizierte Ladepads wurden auf Sicherheit getestet.
  2. Passende Leistung. Ein Pad mit mehr Leistung als dein Handy nutzen kann, bringt keinen Vorteil.
  3. Netzteil beachten. Viele Pads liefern nur mit einem ausreichend starken Netzteil die volle Leistung.
  4. Kühlung. Gute Ladepads leiten Wärme ab oder haben einen kleinen Lüfter.

Typische Probleme

Lädt nur kurz

Häufig wird das Handy zu warm oder liegt nicht mittig.

Pad blinkt

Viele Pads zeigen so einen Fremdkörper wie Münzen oder Schlüssel an.

Lädt sehr langsam

Das Netzteil am Pad ist zu schwach oder die Hülle zu dick.

Gar keine Reaktion

Kann an der Ladespule im Handy liegen. Funktioniert Laden per Kabel noch, ist das ein Hinweis.

Wer hinter Qi steht

Qi wird vom Wireless Power Consortium entwickelt, einem Zusammenschluss vieler Unternehmen der Elektronikbranche. Das Konsortium wurde 2008 gegründet. Zu seinen Mitgliedern gehören große Smartphone-Hersteller, Chiphersteller, Autohersteller und Zubehöranbieter. Gemeinsam legen sie fest, wie kabelloses Laden funktionieren soll.

Der Name Qi kommt aus dem Chinesischen und bedeutet so viel wie Lebensenergie oder Fluss. Er soll das unsichtbare Fließen der Energie beschreiben. Die erste Version des Standards erschien 2010. Seitdem wurde er mehrfach erweitert, um höhere Leistungen und mehr Sicherheit zu ermöglichen.

Der große Vorteil eines gemeinsamen Standards: Ein Ladepad funktioniert mit Geräten vieler Hersteller. Ohne Qi bräuchte jedes Smartphone sein eigenes Ladegerät, wie es in den Anfangsjahren tatsächlich teilweise der Fall war.

Wie Ladepad und Smartphone miteinander sprechen

Beim kabellosen Laden fließt nicht einfach Energie, sobald ein Gerät auf dem Pad liegt. Pad und Smartphone tauschen zuerst Informationen aus. Diese Kommunikation läuft über dasselbe Magnetfeld, das auch die Energie überträgt.

  1. Erkennen. Das Pad sendet in kurzen Abständen kleine Signale aus und prüft, ob ein Gerät aufliegt.
  2. Identifizieren. Das Smartphone meldet sich und teilt mit, welche Leistung es verarbeiten kann.
  3. Aushandeln. Pad und Gerät einigen sich auf die passende Leistung.
  4. Laden. Die Energieübertragung beginnt. Das Smartphone meldet laufend, ob mehr oder weniger Leistung nötig ist.

Diese ständige Rückmeldung ist wichtig für die Sicherheit. Wird das Smartphone zu warm oder ändert sich etwas an der Position, passt das Pad die Leistung sofort an oder stoppt das Laden.

Diese Kommunikation dauert nur wenige Sekunden. Deshalb beginnt das Laden nicht sofort, wenn du das Smartphone auflegst, sondern mit einer kurzen Verzögerung.

Fremdkörpererkennung

Liegt ein Metallgegenstand wie eine Münze oder ein Schlüssel zwischen Pad und Smartphone, kann er sich im Magnetfeld stark erhitzen. Zertifizierte Qi-Ladegeräte haben deshalb eine Fremdkörpererkennung. Das Pad vergleicht die gesendete Energie mit der Energie, die im Smartphone ankommt. Geht zu viel verloren, vermutet es einen Fremdkörper und schaltet ab.

Viele Pads zeigen das durch ein Blinken an. Auch Hüllen mit Metallplatten für Magnethalterungen oder Kartenfächer mit Bankkarten können diese Erkennung auslösen. Bankkarten sind zusätzlich gefährdet, weil ihr Magnetstreifen oder Chip durch das Feld beschädigt werden kann.

Die Entwicklung des Standards

VersionJahr (ca.)Neuerung
Qi 1.02010Erste Version mit geringer Leistung
Qi 1.2 und folgendeab 2015Höhere Leistung, bessere Fremdkörpererkennung
Qi22023Magnetische Ausrichtung auf Basis von MagSafe
Qi2 mit höherer Leistung2025Bis zu 25 Watt bei passenden Geräten

Neuere Ladegeräte sind in der Regel abwärtskompatibel. Ein Qi2-Ladegerät lädt auch ältere Qi-Smartphones, allerdings ohne magnetische Ausrichtung und meist mit geringerer Leistung. Umgekehrt lädt ein Qi2-Smartphone auch auf einem alten Qi-Pad, nur langsamer.

Für Android-Geräte gibt es inzwischen auch Modelle mit eingebauten Magneten nach Qi2. Bei anderen hilft eine Hülle mit Magnetring, um die Vorteile der magnetischen Ausrichtung zu nutzen.

Wie dick darf die Hülle sein?

Kabelloses Laden funktioniert nur über sehr kurze Distanzen. Der Abstand zwischen den Spulen sollte wenige Millimeter nicht überschreiten. Dünne Hüllen aus Silikon, Kunststoff oder Leder sind meist kein Problem. Dicke Outdoor-Hüllen, Hüllen mit Metallteilen oder Geldbörsenhüllen verhindern das Laden dagegen oft.

Dünne Hülle

Lädt in der Regel problemlos.

Sehr dicke Hülle

Lädt langsam oder gar nicht, wird wärmer.

Metall oder Karten

Verhindert das Laden und kann Karten beschädigen.

Qi2-kompatible Hülle

Enthält einen Magnetring und verbessert die Ausrichtung.

Auch Ringhalter und Klebe-Magnetplatten auf der Rückseite stören das Laden. Entferne sie vor dem Laden oder nutze eine Halterung, die für kabelloses Laden geeignet ist. Bei Qi2-Hüllen sitzt der Magnetring genau an der richtigen Stelle und unterstützt das Laden sogar.

Ladestationen für mehrere Geräte

Beliebt sind Ladestationen, auf denen mehrere Geräte gleichzeitig laden. Typisch sind Kombinationen für Smartphone, Kopfhörer und Smartwatch. Solche Stationen haben mehrere Spulen, die jeweils einen eigenen Ladeplatz versorgen. Manche nutzen auch eine Matrix aus vielen Spulen, damit du die Geräte freier ablegen kannst.

Wichtig ist hier das Netzteil. Wenn mehrere Geräte gleichzeitig laden, teilen sie sich die Leistung. Ein zu schwaches Netzteil führt dazu, dass alle Geräte langsamer laden oder einzelne gar nicht. Hersteller legen deshalb oft ein passendes Netzteil bei oder nennen die Mindestleistung.

Für Smartwatches gilt eine Besonderheit. Die Apple Watch und viele andere Uhren laden nicht nach dem Qi-Standard. Eine Ladestation für die Uhr braucht deshalb einen speziellen Ladepuck des Herstellers oder einen lizenzierten Nachbau.

Gefälschte Zertifizierungen erkennen

Nicht jedes Ladegerät mit Qi-Logo ist tatsächlich zertifiziert. Manche Hersteller drucken das Logo auf, ohne die Prüfungen des Wireless Power Consortium bestanden zu haben. Solche Geräte können bei der Fremdkörpererkennung oder beim Temperaturschutz Schwächen haben.

Das Konsortium betreibt eine öffentliche Datenbank zertifizierter Produkte. Dort kannst du nachsehen, ob ein Ladegerät tatsächlich geprüft wurde. Kaufe außerdem bei bekannten Herstellern und seriösen Händlern. Ein extrem günstiges Ladegerät mit großen Versprechen ist oft ein Warnsignal.

Kabellos laden und Energieverbrauch

Kabelloses Laden ist bequem, verbraucht aber etwas mehr Strom als Laden per Kabel. Ein Teil der Energie geht zwischen den Spulen als Wärme verloren. Außerdem ziehen viele Ladepads auch im Leerlauf ein wenig Strom, weil sie ständig nach einem Gerät suchen.

Für ein einzelnes Smartphone ist der Mehrverbrauch im Jahr gering. Wer Energie sparen möchte, lädt tagsüber öfter per Kabel und nutzt das Pad vor allem nachts. Magnetische Ladegeräte nach Qi2 sind zudem effizienter als ältere Pads, weil die Spulen genau übereinanderliegen.

Ein Vorteil für die Umwelt ist dagegen die geschonte Ladebuchse. Wer kabellos lädt, steckt das Kabel seltener ein. Die Buchse verschleißt dadurch langsamer, und eine Reparatur wird seltener nötig.

Qi im Alltag: Möbel, Auto und Zubehör

Qi-Ladeflächen finden sich längst nicht mehr nur auf dem Nachttisch. Viele Autos haben eine Ladeschale in der Mittelkonsole. Möbelhersteller bauen Ladespulen in Tische und Lampen ein. In Cafés, Hotels und Flughäfen gibt es teilweise öffentliche Ladeflächen.

Auch Zubehör nutzt den Standard. Ladecases kabelloser Kopfhörer, manche Computermäuse und elektrische Zahnbürsten laden per Qi oder einer verwandten Technik. Das Wireless Power Consortium arbeitet zudem an Standards für größere Leistungen, etwa für kabellose Küchengeräte.

Zusammengefasst ist Qi der weltweit verbreitete Standard für kabelloses Laden. Er sorgt dafür, dass Ladegeräte und Smartphones verschiedener Hersteller zusammenarbeiten. Mit Qi2 und Magneten wird das Laden effizienter und zuverlässiger. Achte auf zertifizierte Geräte, dann ist kabelloses Laden sicher und bequem.

Lädt dein Smartphone trotz zertifiziertem Pad und dünner Hülle nicht mehr kabellos, liegt der Fehler wahrscheinlich im Gerät. Dann lohnt sich eine Prüfung der Ladespule und ihrer Ansteuerung.

Häufige Fragen

Funktioniert jedes Qi-Ladegerät mit meinem iPhone?

Ja, iPhones ab iPhone 8 unterstützen Qi. Mit MagSafe- oder Qi2-Ladegeräten laden neuere iPhones schneller.

Brauche ich für Qi2 ein neues Handy?

Für die volle Funktion ja. Mit einer Magnet-Hülle können manche älteren Handys zumindest ausgerichtet werden.

Ist Qi gefährlich?

Nein. Zertifizierte Geräte erkennen Fremdkörper und schalten bei Überhitzung ab.

Was bedeutet das Blinken am Ladepad?

Meist ein Fehler: Fremdkörper erkannt, Handy falsch positioniert oder Netzteil zu schwach.

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