Der Batteriezustand, auf Englisch Battery Health, gibt an, wie viel Energie dein Akku heute noch speichern kann, verglichen mit dem Neuzustand. Ein Wert von 85 Prozent bedeutet: Der Akku fasst nur noch 85 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität. Dein Gerät hält also entsprechend kürzer durch.
Was der Wert aussagt und was nicht
Der Batteriezustand ist eine Schätzung der Akkuelektronik. Sie berechnet aus Ladevorgängen, Spannung und Temperatur, wie viel Kapazität noch übrig ist. Der Wert ist deshalb nicht auf das Prozent genau, gibt aber eine gute Orientierung.
Wichtig ist auch, was der Wert nicht zeigt: Ein Akku mit 84 Prozent kann sich trotzdem bei Kälte oder hoher Last abschalten, wenn sein Innenwiderstand stark gestiegen ist. Umgekehrt kann ein Akku mit 79 Prozent im Alltag noch gut funktionieren.
Batteriezustand beim iPhone prüfen
- Einstellungen öffnen. Tippe auf Batterie und dann auf Batteriezustand oder „Batteriezustand & Laden“.
- Maximale Kapazität ablesen. Die Prozentzahl zeigt die verbleibende Kapazität.
- Spitzenleistung prüfen. Darunter steht, ob das iPhone die volle Leistung abrufen kann oder ob ein Leistungsmanagement aktiv ist.
- Ladezyklen ansehen. Ab dem iPhone 15 findest du unter Einstellungen › Allgemein › Info auch die Anzahl der Ladezyklen.
Laut Apple behalten Akkus ab dem iPhone 15 nach 1000 vollen Ladezyklen noch etwa 80 Prozent ihrer Kapazität, ältere Modelle nach etwa 500 Zyklen.
Batteriezustand bei Android prüfen
Bei Android ist das je nach Hersteller unterschiedlich gelöst:
| Hersteller | Wo du nachsiehst |
|---|---|
| Samsung | In der App Samsung Members unter Diagnose › Akkustatus, bei neueren One UI Versionen auch unter Akku in den Einstellungen |
| Google Pixel | Bei neueren Modellen unter Einstellungen › Akku › Akkuzustand |
| Andere | Oft in den Einstellungen unter Akku, sonst über die Diagnose-App des Herstellers |
Apps aus dem Play Store können den Zustand ebenfalls schätzen. Sie brauchen dafür aber einige Ladevorgänge und sind weniger genau als die Anzeige des Herstellers.
Was die Werte im Alltag bedeuten
| Batteriezustand | Was du merkst | Empfehlung |
|---|---|---|
| 100 bis 90 Prozent | Kaum Unterschied zum Neuzustand | Alles in Ordnung |
| 89 bis 80 Prozent | Spürbar kürzere Laufzeit | Beobachten |
| Unter 80 Prozent | Deutlich kürzere Laufzeit, mögliche Abschaltungen | Tausch sinnvoll |
| „Service“ oder Warnung | Akku stark gealtert oder nicht erkannt | Zeitnah prüfen lassen |
Leistungsmanagement beim iPhone
Ein gealterter Akku kann bei Lastspitzen, etwa beim Start einer App oder beim Fotografieren, nicht genug Strom liefern. Damit sich das iPhone nicht einfach abschaltet, drosselt iOS in diesem Fall die Spitzenleistung. Das iPhone wird etwas langsamer, bleibt aber an. Nach einem Akkutausch ist die volle Leistung wieder da.
Gut zu wissen
Nach einem Akkutausch kann das iPhone den neuen Akku als unbekanntes Teil melden und den Batteriezustand nicht anzeigen. Bei Originalakkus lässt sich das bei neueren iOS Versionen über den Reparaturassistenten lösen, bei vielen Modellen auch über eine Datenübertragung mit einem Programmiergerät.
Was den Batteriezustand schnell sinken lässt
Zwei Handys gleichen Alters können ganz unterschiedliche Werte haben. Das liegt fast immer an den Bedingungen, unter denen der Akku genutzt und geladen wird:
| Faktor | Wirkung auf den Akku | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Hitze über etwa 35 Grad | Stärkste Alterung | Nicht in der Sonne oder im Auto liegen lassen |
| Laden und gleichzeitig Spielen | Hohe Temperatur und Last | Bei langen Spielen Pausen machen oder Hülle abnehmen |
| Dauerhaft 100 Prozent | Erhöhte Belastung | Optimiertes Laden oder ein Ladelimit nutzen |
| Häufig ganz leer | Belastet die Zellen | Ab etwa 20 Prozent nachladen |
| Viele Zyklen | Normale, langsame Alterung | Lässt sich nicht vermeiden |
Wie sich der Batteriezustand typischerweise entwickelt
In den ersten Monaten sinkt der Wert oft etwas schneller, danach verläuft die Alterung gleichmäßiger. Nach etwa ein bis zwei Jahren liegen viele Akkus bei normaler Nutzung zwischen 85 und 90 Prozent. Gegen Ende der Lebensdauer kann es wieder schneller gehen, weil der Innenwiderstand steigt und der Akku stärker warm wird.
Wichtiger als der genaue Wert ist, wie sich dein Gerät im Alltag verhält. Wenn es dich zuverlässig durch den Tag bringt, musst du nicht bei 82 Prozent tauschen. Wenn es sich bei Kälte oder unter Last abschaltet, lohnt sich ein Tausch auch bei einem noch ordentlichen Wert.
Was beim Akkutausch passiert
- Diagnose. Zuerst wird geprüft, ob wirklich der Akku schuld ist oder etwa ein Ladefehler.
- Gerät öffnen. Je nach Modell wird das Display oder die Rückseite gelöst.
- Alten Akku lösen. Akkus sind mit speziellen Klebestreifen, den Zuglaschen, befestigt. Sie werden vorsichtig herausgezogen, damit der Akku nicht beschädigt wird.
- Neuen Akku einsetzen. Mit neuem Kleber und neuer Abdichtung, wo das Gerät eine hat.
- Testen. Laden, Anzeige und Funktion werden geprüft.
Bei Save Your Handy gehört der Akkutausch zu den Leistungen und kann in vielen Fällen direkt bei dir vor Ort erledigt werden.
Ladezyklen und weitere Angaben ablesen
Ab dem iPhone 15 zeigt Apple mehr Details zum Akku. Unter Einstellungen, Allgemein und Info findest du im Abschnitt Batterie das Herstellungsdatum, das Datum der ersten Nutzung und die Anzahl der Ladezyklen. Diese Angaben helfen, den Batteriezustand besser einzuordnen.
Ein Akku mit 85 Prozent nach 200 Zyklen altert schneller als üblich. Ein Akku mit 85 Prozent nach 700 Zyklen ist dagegen völlig normal. Erst die Kombination beider Werte zeigt, ob dein Akku gut behandelt wurde oder ob etwas nicht stimmt.
Am Mac findest du die Zyklenzahl in den Systeminformationen unter Stromversorgung. Bei vielen Android-Geräten zeigt eine Diagnose-App des Herstellers ähnliche Werte. Samsung bietet sie etwa in der App Samsung Members unter Diagnose.
Ladegrenze als Schutz für den Akku
Neuere iPhones bieten eine feste Ladegrenze. Ab dem iPhone 15 kannst du einstellen, dass der Akku nur bis 80 Prozent geladen wird, bei neueren Modellen auch in weiteren Stufen. Viele Android-Hersteller haben ähnliche Optionen, bei Samsung etwa den Akkuschutz.
Die Ladegrenze verlangsamt die Alterung spürbar, weil der Akku seltener lange bei hohem Ladestand liegt. Der Nachteil: Du hast im Alltag etwas weniger Laufzeit zur Verfügung. Für Menschen, die ihr Smartphone tagsüber ohnehin nachladen können, ist das meist kein Problem.
Brauchst du an einem langen Tag die volle Kapazität, kannst du die Grenze jederzeit vorübergehend abschalten. Danach lohnt es sich, sie wieder zu aktivieren.
Wenn der Wert plötzlich springt
Manchmal sinkt der Batteriezustand von einem Tag auf den anderen um mehrere Prozentpunkte. Das sorgt für Verunsicherung, ist aber oft kein Grund zur Sorge. Der Wert ist eine Schätzung, die das System regelmäßig neu berechnet. Nach einem Update wird die Schätzung manchmal neu kalibriert.
Auch eine ungewöhnliche Nutzung kann den Wert beeinflussen, etwa wenn das Gerät lange nur zwischen 40 und 60 Prozent genutzt wurde. Nach einigen normalen Ladezyklen pendelt sich der Wert meist wieder ein. Erst ein dauerhaft deutlicher Abfall deutet auf echte Alterung oder einen Defekt hin.
Beim iPhone 11 hat Apple mit einem Update sogar eine bewusste Neukalibrierung eingeführt, die einige Wochen dauerte. Währenddessen konnte der angezeigte Wert schwanken, bevor er sich auf einer genaueren Schätzung einpendelte.
Batteriezustand beim Gebrauchtkauf
Beim Kauf eines gebrauchten Smartphones ist der Batteriezustand eine der wichtigsten Angaben. Ein niedriger Wert bedeutet, dass bald ein Akkutausch ansteht. Das solltest du beim Preis berücksichtigen.
Über 90 Prozent
Der Akku ist in sehr gutem Zustand. Du kannst lange ohne Tausch auskommen.
80 bis 90 Prozent
Normaler Verschleiß. Der Akku reicht im Alltag meist noch gut aus.
Unter 80 Prozent
Ein Tausch lohnt sich bald, vor allem wenn die Laufzeit nicht mehr reicht.
Keine Angabe
Steht dort „Unbekanntes Teil“ oder fehlt der Wert, wurde der Akku vermutlich mit einem nicht erkannten Teil getauscht.
Lass dir den Wert vor dem Kauf zeigen, idealerweise direkt in den Einstellungen und nicht nur als Foto. So stellst du sicher, dass die Angabe aktuell ist.
Zusammengefasst zeigt der Batteriezustand, wie viel Kapazität dein Akku im Vergleich zum Neuzustand noch hat. Zusammen mit den Ladezyklen gibt er ein gutes Bild davon, wie lange der Akku noch durchhält. Sinkt der Wert unter 80 Prozent, ist ein Akkutausch meist eine gute Investition in dein Gerät.
Häufige Fragen
Ab wie viel Prozent sollte ich den Akku tauschen?
Die meisten Hersteller empfehlen einen Tausch unter 80 Prozent. Schaltet sich dein Gerät schon vorher unerwartet ab, lohnt er sich früher.
Kann der Batteriezustand wieder steigen?
Manchmal um wenige Prozent, wenn die Elektronik den Wert neu berechnet. Echte Alterung lässt sich aber nicht rückgängig machen.
Warum sinkt mein Batteriezustand so schnell?
Häufige Ursachen sind Hitze, viel Schnellladen, Gaming beim Laden und lange Zeit bei 100 Prozent.
Zeigt mein Mac den Batteriezustand?
Ja, unter Systemeinstellungen › Batterie › Batteriezustand, mit Angabe der maximalen Kapazität.
Was bedeutet „Service“ beim Batteriezustand?
Der Akku ist stark gealtert oder wird nicht korrekt erkannt. Ein Tausch ist empfehlenswert.
Senkt Laden über Nacht den Batteriezustand?
Kaum, wenn Optimiertes Laden aktiv ist und das Gerät nicht warm wird.