XDR ist Apples Name für Displays mit „Extreme Dynamic Range“. Sie zeigen sehr helle und sehr dunkle Bereiche gleichzeitig und eignen sich besonders für HDR-Fotos und Videos. Hinter dem Namen stecken je nach Gerät zwei verschiedene Techniken.
Super Retina XDR und Liquid Retina XDR
| Super Retina XDR | Liquid Retina XDR | |
|---|---|---|
| Technik | OLED | LCD mit Mini-LED |
| Geräte | iPhone ab iPhone 11 Pro, bei iPhone 12 und neuer alle Hauptmodelle | iPad Pro (ab 2021, bis zum Wechsel auf OLED), MacBook Pro 14 und 16 Zoll |
| Schwarz | Pixel komplett aus | Tausende Zonen werden gedimmt |
| Einbrennen | Möglich | Praktisch nein |
Beide Varianten haben eine sehr hohe Spitzenhelligkeit bei HDR-Inhalten. Neuere iPad Pro Modelle nutzen inzwischen ein OLED, das Apple „Ultra Retina XDR“ nennt.
Wie funktioniert Mini-LED?
Ein normales LCD hat wenige LEDs am Rand, die die ganze Fläche ausleuchten. Bei Mini-LED sitzen tausende winzige LEDs direkt hinter dem Panel und sind in viele Zonen aufgeteilt. Jede Zone kann einzeln heller oder dunkler werden. So wird ein dunkler Bildbereich wirklich dunkel, während daneben ein heller Bereich strahlt.
Um sehr helle Objekte auf schwarzem Grund kann ein leichter Lichthof entstehen, das sogenannte Blooming. Das ist bei Mini-LED normal und kein Defekt.
Typische Schäden
Flecken und Linien
Beim iPhone oft nach einem Sturz, wie bei jedem OLED.
Ungleichmäßiges Licht
Beim MacBook Pro können einzelne Zonen ausfallen oder flackern.
Kabelprobleme
Beim MacBook wird das Displaykabel bei jedem Aufklappen bewegt und kann verschleißen.
Touch-Ausfall
Beim iPhone sind Touch und Display eine Einheit und fallen oft gemeinsam aus.
Was du bei der Reparatur wissen solltest
Beim iPhone wird ein XDR-Display als komplette Einheit getauscht. Damit True Tone wieder funktioniert, müssen die Daten des alten Displays übertragen werden. Bei neueren iPhones erscheint nach dem Tausch zusätzlich ein Hinweis in den Einstellungen.
Beim MacBook Pro ist das Display mit dem Deckel verbunden. Liegt der Fehler am Kabel oder an der Platine, kann oft gezielt repariert werden, statt das ganze Display zu tauschen.
Tipp
Achte beim iPhone darauf, dass wieder ein OLED Display verbaut wird. Günstige LCD Nachbauten können den Kontrast und die Helligkeit eines XDR-Displays nicht annähernd erreichen.
Helligkeit und HDR im Alltag
XDR-Displays unterscheiden zwischen normaler Helligkeit und Spitzenhelligkeit. Im Alltag läuft das Display mit einer angenehmen Grundhelligkeit. Nur bei HDR-Fotos und Videos oder bei sehr hellem Umgebungslicht werden einzelne Bereiche deutlich heller. Darum wirken HDR-Videos auf einem XDR-Display kontrastreicher als auf einem normalen Bildschirm.
Draußen gut lesbar
Hohe Spitzenhelligkeit hilft bei direktem Sonnenlicht.
HDR-Fotos
Mit dem iPhone aufgenommene Fotos zeigen helle Lichter realistischer.
Mehr Verbrauch bei HDR
Lange HDR-Videos bei voller Helligkeit kosten mehr Akku.
Referenzmodi
Am MacBook Pro gibt es Voreinstellungen für Foto- und Videobearbeitung.
Häufige Fragen
Ist XDR dasselbe wie HDR?
Nicht ganz. HDR beschreibt Inhalte mit hohem Kontrastumfang. XDR ist Apples Name für Displays, die solche Inhalte besonders gut darstellen.
Hat jedes iPhone ein XDR-Display?
Nein. iPhones mit LCD, etwa iPhone 11 oder iPhone SE, haben kein XDR-Display.
Was ist Blooming?
Ein leichter Lichtschein um helle Objekte auf dunklem Grund bei Mini-LED Displays. Das ist normal.
Kann ein XDR-Display einbrennen?
Die OLED Variante beim iPhone kann theoretisch einbrennen, im Alltag ist das selten. Mini-LED Displays brennen praktisch nicht ein.
Was ist der Unterschied zu Retina?
Retina beschreibt die hohe Pixeldichte. XDR beschreibt zusätzlich hohen Kontrast und hohe Helligkeit.
Brauche ich ein XDR-Display?
Für Alltag und Office nicht. Für Foto- und Videobearbeitung oder HDR-Filme ist es ein klarer Vorteil.