Normales USB-Laden liefert 5 Volt. Quick Charge hebt die Spannung an, etwa auf 9 oder 12 Volt, und überträgt so bei gleichem Strom mehr Leistung. Qualcomm hat den Standard 2013 eingeführt. Er ist bei vielen Android-Geräten mit Snapdragon-Chip verbreitet, bevor sich USB Power Delivery als gemeinsamer Standard durchgesetzt hat.
Die Versionen im Überblick
| Version | Merkmal |
|---|---|
| Quick Charge 1.0 | Höherer Strom bei 5 V |
| Quick Charge 2.0 | Feste Stufen mit 5, 9 und 12 V |
| Quick Charge 3.0 | Spannung in feinen Schritten einstellbar |
| Quick Charge 4 und 4+ | Kompatibel mit USB Power Delivery, über USB-C |
| Quick Charge 5 | Sehr hohe Leistungen, ebenfalls PD-kompatibel |
Kompatibilität
Ein Quick-Charge-Ladegerät lädt jedes Gerät, auch wenn es Quick Charge nicht unterstützt. Dann eben mit normaler Geschwindigkeit. Umgekehrt lädt ein Quick-Charge-fähiges Handy an einem einfachen Ladegerät langsamer. Ladegerät und Handy handeln zu Beginn aus, welche Spannung sicher ist. Erst dann wird die Spannung erhöht.
Seit Quick Charge 4 setzt Qualcomm auf Kompatibilität mit USB Power Delivery. Das bedeutet: Ein gutes USB-C-PD-Ladegerät lädt die meisten neueren Android-Geräte schnell, egal ob sie Quick Charge oder PD bevorzugen. Für ältere Geräte mit Quick Charge 3.0 lohnt sich dagegen ein passendes Ladegerät mit USB-A-Anschluss.
Schadet schnelles Laden dem Akku?
Schnellladen erzeugt mehr Wärme, und Wärme ist der größte Feind eines Akkus. Moderne Geräte steuern das Laden aber so, dass die hohe Leistung nur am Anfang fließt, wenn der Akku leer ist. Ab etwa 50 bis 80 Prozent wird die Leistung reduziert. Mit Funktionen wie Akkuschutz oder optimiertem Laden schonst du den Akku zusätzlich.
Tipp
Lade nicht unter dem Kopfkissen oder in einer dicken Hülle in der Sonne. Gerade beim Schnellladen sollte die Wärme gut abziehen können.
Wenn Schnellladen nicht mehr funktioniert
Kabel
Ein beschädigtes oder zu dünnes Kabel verhindert hohe Leistung.
Ladebuchse
Verschmutzte oder ausgeleierte Ladebuchsen führen zu langsamem Laden.
Wärme
Ist das Handy warm, drosselt es die Ladeleistung.
Ladeelektronik
Bleibt das Laden trotz neuem Kabel langsam, kann der Lade-IC beschädigt sein.
Wie Quick Charge funktioniert
Normales Laden über USB arbeitet mit fünf Volt. Die Leistung lässt sich dann nur über einen höheren Strom steigern, was Kabel und Stecker stark belastet. Quick Charge geht einen anderen Weg: Es erhöht die Spannung. Bei gleicher Stromstärke fließt so deutlich mehr Leistung, ohne dass Kabel und Kontakte überlastet werden.
Damit das sicher funktioniert, müssen Ladegerät und Gerät sich vorher verständigen. Das Gerät meldet, dass es Quick Charge unterstützt, und fordert eine höhere Spannung an. Erst dann schaltet das Ladegerät um. Unterstützt eines der beiden Quick Charge nicht, bleibt es bei fünf Volt, und das Gerät lädt normal.
Im Smartphone wandelt eine Ladeschaltung die höhere Spannung wieder auf das Niveau um, das der Akku braucht. Dabei entsteht etwas Wärme. Neuere Versionen von Quick Charge passen die Spannung deshalb in feinen Schritten an, um diese Verluste gering zu halten.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt den Effekt: Bei 5 Volt und 2 Ampere fließen 10 Watt. Bei 9 Volt und demselben Strom sind es schon 18 Watt.
Die Entwicklung im Detail
| Version | Typische Leistung | Spannungen | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Quick Charge 1.0 | Bis 10 W | 5 V | Höherer Strom bei 5 V |
| Quick Charge 2.0 | Bis 18 W | 5, 9, 12 V | Feste Spannungsstufen |
| Quick Charge 3.0 | Bis 18 W | 3,6 bis 20 V in feinen Schritten | Weniger Wärme |
| Quick Charge 4 und 4+ | Bis 27 W und mehr | Kompatibel mit USB PD | Verbesserte Sicherheitsfunktionen |
| Quick Charge 5 | Über 100 W möglich | Mehrere Zellen, hohe Leistung | Für sehr schnelles Laden |
Mit Quick Charge 4 hat Qualcomm einen wichtigen Schritt gemacht: Die Technik ist seitdem mit USB Power Delivery kompatibel. Ein Ladegerät mit Quick Charge 4 kann also auch Geräte laden, die nur USB PD verstehen. Das hat den Wildwuchs bei Ladegeräten deutlich verringert.
Ältere Versionen arbeiten meist über USB-A-Anschlüsse. Neuere Ladegeräte haben USB-C und unterstützen oft beide Verfahren gleichzeitig.
Welche Geräte Quick Charge nutzen
Quick Charge stammt von Qualcomm und war ursprünglich an Snapdragon-Prozessoren gebunden. Viele Android-Smartphones mit Snapdragon-Chip unterstützen es. Allerdings entscheiden die Gerätehersteller selbst, ob sie es nutzen. Manche setzen lieber auf USB PD oder eigene Schnellladeverfahren.
iPhones unterstützen Quick Charge nicht. Sie laden schnell über USB Power Delivery. An einem reinen Quick-Charge-Ladegerät mit USB-A lädt ein iPhone deshalb nur mit normaler Geschwindigkeit. Auch Samsung nutzt für sein Super Fast Charging USB PD mit PPS statt Quick Charge, auch wenn ältere Galaxy-Geräte teils Quick-Charge-kompatibel waren.
Android mit Snapdragon
Häufig Quick-Charge-fähig.
iPhone
Lädt schnell nur über USB PD.
Neuere Ladegeräte
Unterstützen oft beide Verfahren.
Sicherheit beim Schnellladen
Höhere Spannungen bedeuten ein höheres Risiko, wenn etwas schiefgeht. Quick Charge enthält deshalb mehrere Schutzfunktionen. Ladegerät und Gerät überwachen Temperatur, Spannung und Strom. Wird es zu warm oder stimmt ein Wert nicht, wird die Leistung reduziert oder das Laden unterbrochen.
Problematisch sind billige Ladegeräte, die Quick Charge nur versprechen, aber nicht zertifiziert sind. Ihnen fehlen oft Schutzschaltungen, oder sie liefern unsaubere Spannungen. Im schlimmsten Fall können sie die Ladeschaltung im Smartphone beschädigen. Qualcomm zertifiziert Ladegeräte, die die Anforderungen erfüllen.
Tipp
Kaufe Schnellladegeräte nur von bekannten Herstellern. Ein günstiges Ladegerät ist teuer, wenn es die Ladeschaltung deines Smartphones beschädigt.
Auch dein Smartphone schützt sich selbst. Wird der Akku beim Schnellladen zu warm, drosselt das Gerät die Leistung, auch wenn das Ladegerät mehr liefern könnte. Deshalb lädt ein Smartphone im Sommer oder in einer dicken Hülle manchmal langsamer als gewohnt.
Welches Kabel du brauchst
Für Quick Charge über USB-A reicht ein ordentliches USB-Kabel mit ausreichendem Leiterquerschnitt. Sehr dünne oder lange Kabel haben einen höheren Widerstand und können die Ladeleistung begrenzen. Bei USB-C gelten dieselben Regeln wie bei USB Power Delivery: Für hohe Leistungen braucht es passende Kabel.
Wenn dein Smartphone mit einem neuen Kabel plötzlich langsamer lädt, liegt es oft am Kabel. Ein Test mit dem Originalkabel des Herstellers schafft schnell Klarheit.
Achte bei Mehrfach-Ladegeräten auf die Angaben pro Anschluss. Oft unterstützt nur einer der Anschlüsse die volle Schnellladeleistung, während die anderen nur normal laden.
Quick Charge, Power Delivery und herstellereigene Verfahren
| Verfahren | Entwickler | Typische Geräte |
|---|---|---|
| Quick Charge | Qualcomm | Viele Android-Geräte mit Snapdragon |
| USB Power Delivery | USB Implementers Forum | iPhones, Laptops, die meisten aktuellen Smartphones |
| Super Fast Charging | Samsung, basiert auf USB PD mit PPS | Galaxy-Geräte |
| Herstellereigene Verfahren | Verschiedene chinesische Hersteller | Teils sehr hohe Leistungen mit Originalnetzteil |
Für dich ist die wichtigste Erkenntnis: USB Power Delivery hat sich als gemeinsamer Standard durchgesetzt. Ein gutes PD-Ladegerät lädt fast alle aktuellen Smartphones schnell. Quick Charge spielt vor allem bei älteren Android-Geräten und bei Ladegeräten mit USB-A-Anschluss noch eine Rolle.
Herstellereigene Verfahren erreichen teils sehr hohe Leistungen, funktionieren aber meist nur mit dem passenden Originalnetzteil und Kabel. An anderen Ladegeräten fallen diese Geräte auf USB PD zurück und laden langsamer.
So findest du heraus, ob dein Gerät schnell lädt
Viele Geräte zeigen beim Anschließen an, ob schnell geladen wird. Bei Android erscheint oft der Hinweis „Schnelles Laden“ oder „Super Fast Charging“ auf dem Sperrbildschirm. Fehlt dieser Hinweis, wird normal geladen. iPhones zeigen keinen solchen Hinweis an.
Genauer geht es mit einem USB-Messgerät, das zwischen Ladegerät und Kabel gesteckt wird. Es zeigt Spannung, Strom und Leistung an. Liegt die Spannung über fünf Volt, ist ein Schnellladeverfahren aktiv. Mit einem solchen Messgerät lässt sich auch schnell prüfen, ob ein Kabel oder Ladegerät die versprochene Leistung liefert.
Wenn das Ladegerät oder die Buchse schuld ist
Funktioniert Quick Charge plötzlich nicht mehr, ist die Ursache meist schnell gefunden. Am häufigsten liegt es an einem beschädigten Kabel oder an Schmutz in der Ladebuchse. Die Kontakte, über die Gerät und Ladegerät kommunizieren, müssen sauber verbunden sein. Fussel aus der Hosentasche reichen schon, um die Verständigung zu stören.
Auch das Ladegerät kann defekt sein. Teste es mit einem anderen Gerät, das Quick Charge unterstützt. Lädt dieses ebenfalls nur langsam, liegt es am Ladegerät. Lädt es schnell, liegt das Problem bei deinem Smartphone. Dann sind oft die Ladebuchse oder ein Bauteil der Ladeschaltung betroffen.
In der Werkstatt wird zuerst die Buchse unter dem Mikroskop geprüft und gereinigt. Bleibt das Problem, wird gemessen, ob das Gerät die höhere Spannung anfordert. So lässt sich eingrenzen, ob die Buchse getauscht werden muss oder ein Bauteil auf der Platine.
Zusammengefasst war Quick Charge eines der ersten weit verbreiteten Schnellladeverfahren und hat das Laden von Android-Smartphones stark beschleunigt. Heute ist es mit USB Power Delivery kompatibel, und der gemeinsame Standard hat sich durchgesetzt. Für die meisten Geräte ist ein gutes USB-PD-Ladegerät deshalb die beste Wahl.
Häufige Fragen
Unterstützt das iPhone Quick Charge?
Nein, iPhones nutzen USB Power Delivery.
Kann ein Quick-Charge-Ladegerät mein Handy beschädigen?
Nein, die Spannung wird nur erhöht, wenn das Handy es erlaubt.
Brauche ich ein spezielles Kabel?
Für hohe Leistungen ein gutes, nicht zu langes Kabel.
Ist Quick Charge dasselbe wie Power Delivery?
Nein, aber neuere Versionen sind mit PD kompatibel.