M.2 ist kein Speichertyp, sondern eine Bauform mit dazugehörigem Steckplatz. Eine M.2-Karte ist ein schmaler, flacher Streifen, der direkt in die Hauptplatine gesteckt und mit einer Schraube fixiert wird. Am häufigsten sitzen dort SSDs. Auch WLAN- und Bluetooth-Module nutzen in vielen Laptops einen M.2-Platz. Wichtig zu wissen: Nicht jede M.2-SSD passt in jeden M.2-Steckplatz.
Größenangaben
| Bezeichnung | Maße | Typisch für |
|---|---|---|
| 2230 | 22 × 30 mm | Kompakte Laptops, Handhelds, WLAN-Karten |
| 2242 | 22 × 42 mm | Kleine Laptops |
| 2260 | 22 × 60 mm | Selten |
| 2280 | 22 × 80 mm | Standard in Laptops und PCs |
Die ersten beiden Ziffern geben die Breite in Millimetern an, die übrigen die Länge. Ein Laptop mit Platz für 2280 nimmt nicht automatisch kürzere Karten auf, weil die Schraube an einer festen Stelle sitzt. Manche Geräte haben mehrere Schraubpositionen.
Kerben und Kompatibilität
Am Stecker einer M.2-Karte gibt es Kerben, englisch Keys. Eine NVMe-SSD hat meist einen M-Key, eine SATA-SSD oft B- und M-Key. Der Steckplatz im Laptop entscheidet, welche Karte passt und welche Schnittstelle genutzt wird. Ein Steckplatz, der nur SATA unterstützt, erkennt eine NVMe-SSD nicht, auch wenn sie mechanisch passt. Deshalb sollte man vor dem Aufrüsten im Handbuch oder auf der Platine nachsehen, was unterstützt wird.
Handbuch prüfen
Welche Schnittstelle und Länge unterstützt der Steckplatz?
Kerbe vergleichen
M-Key oder B+M-Key?
Kühlung
Schnelle NVMe-SSDs werden warm, manche Laptops haben ein Wärmeleitpad.
Schraube
Die passende Schraube nicht verlieren.
Einbau
Der Einbau ist meist einfach: Bodendeckel abnehmen, alte Karte lösen, neue Karte im Winkel einstecken, herunterdrücken und verschrauben. Vor dem Öffnen sollte der Akku getrennt werden, wenn das möglich ist. Bei manchen Laptops sitzt der M.2-Steckplatz unter anderen Bauteilen, dann ist mehr Zerlegearbeit nötig.
Erst Daten sichern
Vor einem SSD-Tausch alle Daten sichern oder das System klonen. Danach lässt sich alles auf die neue SSD übertragen.
Woher M.2 kommt
Bevor es M.2 gab, steckten in Laptops vor allem 2,5-Zoll-Festplatten und -SSDs. Sie waren vergleichsweise groß und schwer. Für flache Geräte gab es eine Zwischenlösung namens mSATA. Um das Jahr 2013 setzte sich dann M.2 durch, das deutlich flexibler ist.
M.2 erlaubt verschiedene Längen und Schnittstellen auf demselben Grundformat. So kann ein Hersteller je nach Platz eine kurze oder lange Karte verbauen und zwischen dem älteren SATA-Protokoll und dem schnelleren PCIe wählen. Heute ist M.2 der Standard für SSDs in Laptops und PCs.
Früher
2,5-Zoll-Laufwerke mit Kabeln.
Übergang
mSATA in flachen Geräten.
Heute
M.2 als Standard für SSDs.
Auch in Desktop-PCs hat M.2 die klassischen Laufwerke mit Kabeln weitgehend verdrängt. Moderne Mainboards haben oft zwei oder mehr M.2-Steckplätze, manche davon mit eigenem Kühlkörper.
PCIe-Generationen und Geschwindigkeit
Bei NVMe-SSDs bestimmt die PCIe-Generation, wie schnell Daten übertragen werden können. Jede neue Generation verdoppelt ungefähr die mögliche Geschwindigkeit. Die SSD und der Steckplatz handeln die höchste gemeinsame Generation aus.
| Generation | Ungefähre Höchstgeschwindigkeit beim Lesen |
|---|---|
| PCIe 3.0 | Etwa 3,5 GB/s |
| PCIe 4.0 | Etwa 7 GB/s |
| PCIe 5.0 | Über 10 GB/s |
Eine schnelle PCIe-5.0-SSD in einem Laptop mit PCIe-3.0-Steckplatz funktioniert, läuft aber nur mit der Geschwindigkeit von PCIe 3.0. Für den Alltag ist das selten ein Problem. Selbst eine PCIe-3.0-SSD ist um ein Vielfaches schneller als eine alte Festplatte. Den größten Unterschied merkst du beim Wechsel von einer Festplatte auf irgendeine SSD.
Wichtiger als die Spitzenwerte ist für viele Aufgaben die Geschwindigkeit bei kleinen Dateien. Sie bestimmt, wie schnell das System startet und Programme öffnen. Hier liegen gute SSDs verschiedener Generationen oft näher beieinander, als die Höchstwerte vermuten lassen.
Einseitig, beidseitig und Kühlung
Manche M.2-SSDs haben Speicherchips nur auf einer Seite, andere auf beiden. In dünnen Laptops ist oft nur Platz für einseitig bestückte Karten. Eine beidseitige SSD passt dann mechanisch nicht, oder der Bodendeckel lässt sich nicht mehr schließen.
Schnelle SSDs werden unter Last warm. Wird es zu heiß, drosselt die SSD ihre Geschwindigkeit. Viele Desktop-PCs haben deshalb Kühlkörper für M.2-Plätze. In Laptops sorgen oft Wärmeleitpads oder eine dünne Metallabdeckung für die Ableitung der Wärme. Beim Tausch solltest du diese Teile wieder einbauen.
- Platz prüfen Passt eine beidseitige SSD, oder ist nur Platz für eine einseitige?
- Kühlung übernehmen Wärmeleitpad oder Abdeckung der alten SSD wiederverwenden.
- Kein dicker Kühlkörper im Laptop Desktop-Kühlkörper passen meist nicht in Laptops.
Achte beim Kauf auch auf die Angabe zur Bauhöhe in der Beschreibung der SSD.
Daten auf die neue SSD übertragen
Wenn du eine alte SSD durch eine größere ersetzt, möchtest du meist nicht alles neu installieren. Dafür gibt es das Klonen. Dabei wird der gesamte Inhalt der alten SSD Bit für Bit auf die neue übertragen, inklusive Betriebssystem, Programmen und Daten.
Hat dein Laptop nur einen M.2-Steckplatz, brauchst du für das Klonen ein externes Gehäuse oder einen USB-Adapter für M.2-SSDs. Die neue SSD wird darüber angeschlossen, der Inhalt übertragen und danach der Platz getauscht. Viele SSD-Hersteller bieten dafür kostenlose Programme an.
- Backup machen Auch beim Klonen kann etwas schiefgehen.
- Neue SSD extern anschließen Über ein M.2-Gehäuse oder einen Adapter.
- Klonen Mit einem Programm des SSD-Herstellers oder einem bekannten Werkzeug.
- Tauschen und starten Neue SSD einbauen und prüfen, ob alles läuft.
Ist die neue SSD größer, bleibt nach dem Klonen manchmal ungenutzter Platz übrig. In der Datenträgerverwaltung lässt sich die Partition dann vergrößern, sodass der volle Speicher zur Verfügung steht.
Läuft dein Laptop nach dem Klonen nicht an, prüfe im BIOS, ob die neue SSD als Startlaufwerk ausgewählt ist.
Wenn die neue SSD nicht erkannt wird
Nach dem Einbau einer neuen SSD erscheint sie manchmal nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe. Am häufigsten ist die Karte nicht ganz eingesteckt, oder der Steckplatz unterstützt die Schnittstelle nicht. Es gibt aber auch Ursachen in den Einstellungen.
| Problem | Mögliche Lösung |
|---|---|
| SSD erscheint nicht im BIOS | Sitz prüfen, Schnittstelle des Steckplatzes prüfen |
| Windows-Installation findet keine SSD | Speichertreiber des Herstellers bei der Installation laden |
| SSD erscheint, aber ohne Laufwerk | In der Datenträgerverwaltung initialisieren und formatieren |
Besonders bei Laptops mit Intel-Prozessoren kommt es vor, dass die Windows-Installation die SSD nicht findet. Grund ist eine Einstellung für den Speicher-Controller. Dann hilft es, bei der Installation den passenden Treiber zu laden oder die Einstellung im BIOS zu ändern. Letzteres sollte man nur tun, wenn man weiß, was man tut.
Nach dem Tausch muss das Antennenkabel wieder fest sitzen, sonst wird der Empfang schwach oder bricht ab. Die beiden Kabel sind meist mit kleinen Markierungen versehen, damit sie richtig herum angeschlossen werden.
M.2 für WLAN und andere Module
Nicht jeder M.2-Steckplatz ist für SSDs gedacht. In vielen Laptops sitzt das WLAN- und Bluetooth-Modul ebenfalls auf einem M.2-Platz. Dieser hat meist eine andere Kerbe, den sogenannten E-Key, und ist oft kürzer, etwa im Format 2230.
Das WLAN-Modul lässt sich in vielen Laptops tauschen, etwa um auf einen neueren WLAN-Standard umzusteigen. An der Karte hängen kleine Antennenkabel, die vorsichtig abgezogen und wieder aufgesteckt werden müssen. Manche Laptop-Hersteller erlauben allerdings nur bestimmte Module und verweigern andere beim Start.
Für viele Mac-Nutzer ist eine schnelle externe SSD die praktischste Ergänzung, etwa für die Fotomediathek oder Time-Machine-Backups.
M.2 und Apple
Bei Macs sieht die Lage anders aus. Ältere MacBooks hatten eigene, nicht standardisierte SSD-Steckplätze. Seit dem Wechsel auf Apple-Chips ist der Speicher bei MacBooks fest auf der Platine verlötet. Ein Aufrüsten wie bei Windows-Laptops ist dort nicht möglich.
Für Mac-Besitzer bleibt als Erweiterung eine externe SSD. Über Thunderbolt oder USB-C angeschlossen, sind viele externe SSDs schnell genug für Fotos, Videos und Backups. Eine M.2-SSD in einem passenden Gehäuse ist dafür eine beliebte Lösung.
Zusammengefasst ist M.2 ein flexibler Standard für SSDs und Funkmodule. Vor dem Aufrüsten solltest du Länge, Kerbe und Schnittstelle prüfen. Wenn du unsicher bist oder Daten auf die neue SSD übertragen willst, übernehmen wir das gern für dich.
Auch bei Handhelds wie tragbaren Spielkonsolen kommen kurze M.2-SSDs im Format 2230 zum Einsatz. Sie lassen sich bei vielen Modellen gegen größere tauschen, wenn mehr Platz für Spiele nötig ist.
Auf Wunsch bauen wir die neue SSD ein, übertragen deine Daten und prüfen, ob alles wie gewohnt läuft.
Häufige Fragen
Ist M.2 dasselbe wie NVMe?
Nein. M.2 ist die Bauform, NVMe ein Übertragungsprotokoll.
Passt jede M.2-SSD in meinen Laptop?
Nein, Länge und Schnittstelle müssen passen.
Was bedeutet 2280?
22 mm breit und 80 mm lang.
Kann ich eine zweite M.2-SSD einbauen?
Wenn der Laptop einen zweiten Steckplatz hat, ja.
Braucht eine M.2-SSD Kühlung?
Schnelle NVMe-SSDs profitieren davon.