UV-Kleber ist ein flüssiges Harz, das so lange formbar bleibt, bis es mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird. Dann härtet es innerhalb von Sekunden aus. Das ist für Reparaturen an winzigen Strukturen praktisch: Man kann den Kleber genau dort platzieren, wo er gebraucht wird, alles in Ruhe ausrichten und dann mit einer UV-Lampe fixieren.
Einsatz in der Reparatur
| Anwendung | Zweck |
|---|---|
| Jumper-Draht fixieren | Der Draht kann sich nicht mehr bewegen |
| Lötstopplack | Freigelegte Leiterbahnen wieder isolieren |
| Pads verstärken | Reparierte Pads mechanisch sichern |
| Display verkleben | Spezielle UV-Kleber für Glas und Panel |
Nach dem Setzen eines Jumper-Drahts wird der Draht mit einem Tropfen UV-Kleber auf der Platine fixiert. So kann er sich beim Zusammenbau nicht lösen und ist vor Kurzschlüssen geschützt. Grüner UV-Lötstopplack sieht aus wie die Originalbeschichtung der Platine und deckt freigelegtes Kupfer wieder ab.
UV-Kleber bei Displays
Bei manchen Displayreparaturen, besonders bei gebogenen Displays, wird das Glas mit flüssigem UV-Kleber auf das Panel geklebt. Das ist aufwendig, weil der Kleber blasenfrei verteilt werden muss und nicht auf das Panel oder in Lautsprecheröffnungen laufen darf. Für die Abdichtung von Display und Gehäuse wird dagegen meist Displaykleber als Klebeband oder Kleber verwendet.
Nicht überall
UV-Kleber härtet nur dort aus, wo UV-Licht hinkommt. Unter einem Chip oder in tiefen Spalten bleibt er flüssig.
Vorteile
Zeit zum Ausrichten
Härtet erst unter UV-Licht.
Schnell
Aushärtung in Sekunden.
Präzise
Genau dosierbar.
Isolierend
Schützt vor Kurzschlüssen.
Wie UV-Kleber aushärtet
UV-Kleber ist ein flüssiger Kunststoff, der erst dann fest wird, wenn er mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird. In ihm stecken sogenannte Fotoinitiatoren. Trifft UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge auf sie, starten sie eine chemische Reaktion. Die einzelnen Moleküle im Kleber verbinden sich zu langen Ketten, und aus der Flüssigkeit wird innerhalb von Sekunden ein fester Kunststoff.
Der große Vorteil dieses Prinzips: Solange kein UV-Licht auf den Kleber fällt, bleibt er flüssig. Man hat also beliebig viel Zeit, ihn zu verteilen, Teile auszurichten und Luftblasen zu entfernen. Erst wenn alles passt, wird die Lampe eingeschaltet. Das unterscheidet ihn von Sekundenkleber oder Zwei-Komponenten-Kleber, bei denen die Zeit läuft, sobald man beginnt.
Die Kehrseite: UV-Kleber härtet nur dort aus, wo das Licht hinkommt. Zwischen zwei undurchsichtigen Teilen bleibt er flüssig. Er eignet sich deshalb vor allem für Verbindungen, bei denen mindestens ein Teil durchsichtig ist, oder für Stellen, die offen liegen.
Arten von UV-Kleber
| Art | Eigenschaften | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| LOCA | Flüssig, glasklar, optisch angepasst | Verkleben von Glas und Display |
| UV-Lötstopplack | Dickflüssig, meist grün, isolierend | Schutz von Leiterbahnen und Jumpern |
| UV-Fixierkleber | Zähflüssig, hält Bauteile fest | Fixieren von Drähten und kleinen Teilen |
| UV-Harz zum Versiegeln | Härtet als Schutzschicht aus | Abdecken von Reparaturstellen |
LOCA steht für Liquid Optically Clear Adhesive, also optisch klarer Flüssigkleber. Er ist so abgestimmt, dass er das Licht ähnlich bricht wie Glas. Dadurch entstehen keine sichtbaren Übergänge, und das Display wirkt nach dem Verkleben so klar wie vorher. In der Displayfertigung wird außerdem häufig ein fester optischer Klebefilm verwendet, der OCA.
Für die Platinenreparatur ist der UV-Lötstopplack besonders wichtig. Er ersetzt die grüne Schutzschicht der Platine, wenn diese bei einer Reparatur beschädigt wurde, und schützt freiliegende Leiterbahnen vor Korrosion und Kurzschlüssen.
UV-Kleber auf der Platine
Wird bei einer Platinenreparatur ein Pad abgerissen oder eine Leiterbahn unterbrochen, wird die Verbindung oft mit einem hauchdünnen Draht wiederhergestellt. Dieser Draht muss danach fixiert und isoliert werden. Hier kommt UV-Lötstopplack ins Spiel. Er wird mit einer feinen Spitze auf den Draht aufgetragen und unter der UV-Lampe gehärtet.
Danach ist der Draht mechanisch geschützt und elektrisch isoliert. Er kann nicht mehr verrutschen und auch keinen Kurzschluss mit benachbarten Bauteilen verursachen. Gleichzeitig sind die Reparaturstellen vor Feuchtigkeit geschützt.
- Reparatur ausführen. Draht anlöten und Funktion prüfen.
- Reinigen. Flussmittelreste mit Isopropanol entfernen.
- Auftragen. UV-Lack dünn mit einer Nadel oder feinen Spitze auftragen.
- Aushärten. Mit der UV-Lampe etwa eine halbe bis wenige Minuten belichten.
- Kontrolle. Unter dem Mikroskop prüfen, ob alles bedeckt und ausgehärtet ist.
Die richtige UV-Lampe
UV-Kleber reagiert auf bestimmte Wellenlängen, meist im Bereich um 365 bis 405 Nanometer. Die Lampe muss zur Wellenlänge des Klebers passen. Ist sie zu schwach oder hat sie die falsche Wellenlänge, härtet der Kleber nur oberflächlich oder gar nicht aus. Er bleibt dann klebrig und kann Schmutz anziehen.
In Werkstätten werden kompakte LED-UV-Lampen eingesetzt. Sie werden nicht so heiß wie ältere UV-Röhren und lassen sich gezielt auf die Klebestelle richten. Bei großen Flächen wie einem ganzen Display werden spezielle Belichtungsgeräte verwendet, die die Fläche gleichmäßig ausleuchten.
Wichtig
UV-Licht ist schädlich für Augen und Haut. Schau nie direkt in eine UV-Lampe und arbeite möglichst mit einer UV-Schutzbrille.
Neben der Wellenlänge zählt auch die Belichtungszeit. Zu kurze Belichtung lässt den Kleber innen weich, zu lange Belichtung kann ihn spröde machen und erwärmt umliegende Teile. Die Herstellerangaben des Klebers geben hier einen guten Anhaltspunkt.
Typische Fehler beim Arbeiten mit UV-Kleber
Der häufigste Fehler ist zu viel Kleber. Läuft er in Bereiche, in denen er nichts zu suchen hat, etwa in Stecker oder unter Bauteile, ist er nach dem Aushärten nur schwer zu entfernen. Bei Displays kann überschüssiger Kleber an den Rändern austreten und in Lautsprecheröffnungen oder Tasten gelangen.
Ein weiterer Fehler sind Luftblasen. Beim Verkleben eines Displays mit LOCA können Blasen eingeschlossen werden, die nach dem Aushärten als helle Punkte sichtbar bleiben. Profis arbeiten deshalb mit Vakuumgeräten oder sehr sorgfältigen Auftragsmustern, damit sich der Kleber ohne Blasen verteilt.
Auch unvollständiges Aushärten ist ein Problem. In Schatten, etwa unter dem Rand eines Gehäuses, kommt nicht genug Licht an. Der Kleber bleibt dort flüssig und kann sich später verteilen.
UV-Kleber wieder entfernen
Ausgehärteter UV-Kleber ist sehr widerstandsfähig. Das ist für die Haltbarkeit gut, macht spätere Reparaturen aber schwieriger. Auf Platinen wird der Lack meist vorsichtig mit einem Skalpell oder einem Glasfaserstift abgetragen. Etwas Wärme macht ihn weicher und erleichtert das Entfernen.
Bei verklebten Displays wird das Glas mit Wärme und manchmal mit einem dünnen Draht vom Display getrennt. Die Reste werden anschließend mit speziellen Lösungsmitteln und Kunststoffschabern entfernt. Diese Arbeit ist aufwendig, weil das empfindliche Display darunter nicht beschädigt werden darf.
UV-Kleber im Vergleich zu anderen Klebern
| Kleber | Aushärtung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| UV-Kleber | Sekunden unter UV-Licht | Beliebig lange Verarbeitungszeit, sauber | Braucht Licht, nicht für verdeckte Stellen |
| Sekundenkleber | Sekunden an der Luft | Schnell, überall verfügbar | Spröde, Ausgasungen können Glas trüben |
| Zwei-Komponenten-Kleber | Minuten bis Stunden | Sehr fest | Kurze Topfzeit, schwer lösbar |
| Klebestreifen | Sofort | Sauber, wieder lösbar | Geringere Festigkeit |
Bei Smartphones setzen Hersteller für das Verkleben von Gehäuse und Display meist vorgestanzte Klebestreifen oder spezielle Klebstoffe ein, die für die Wasserdichtigkeit wichtig sind. UV-Kleber spielt dort eine Rolle, wo Glas mit Glas oder mit dem Display verbunden wird, und in der Reparatur von Platinen.
Sekundenkleber ist in der Elektronik eher unbeliebt. Beim Aushärten können Dämpfe entstehen, die sich als weißer Schleier auf Glas und Linsen absetzen. In der Nähe von Kameras und Displays ist er deshalb keine gute Wahl.
Rückglas und Kameragläser
Auch bei der Reparatur von Kameragläsern wird manchmal UV-Kleber eingesetzt. Ist nur das kleine Schutzglas über der Kamera gesprungen, kann es ersetzt werden, ohne das ganze Kameramodul zu tauschen. Je nach Gerät wird das neue Glas mit Klebering oder mit einer kleinen Menge Kleber eingesetzt.
Wichtig ist, dass kein Kleber auf die Linse oder in das Kameramodul gelangt. Schon kleinste Rückstände führen zu unscharfen oder verschleierten Fotos. Deshalb wird hier besonders sparsam und unter dem Mikroskop gearbeitet.
Haltbarkeit und Lagerung
Ungeöffneter UV-Kleber hält sich bei richtiger Lagerung lange. Wichtig ist, ihn dunkel und kühl aufzubewahren. Schon Tageslicht enthält einen Anteil UV-Strahlung, der den Kleber in der Flasche oder Spritze langsam aushärten lassen kann. Deshalb wird er in lichtundurchlässigen Behältern verkauft.
Ausgehärteter UV-Kleber ist in der Regel dauerhaft stabil. Manche Sorten können bei starker und langer Sonneneinstrahlung mit der Zeit leicht vergilben. Für Reparaturen im Inneren eines Geräts spielt das keine Rolle. Bei sichtbaren Klebestellen auf Glas achten Werkstätten deshalb auf hochwertige, optisch klare Kleber.
Tipp
Wenn du UV-Kleber für kleine Basteleien zu Hause nutzt, trage Handschuhe. Flüssiger Kleber kann bei Hautkontakt Reizungen oder Allergien auslösen.
Für dich bedeutet das: UV-Kleber ist in der Reparatur ein unauffälliger, aber wichtiger Helfer. Er sorgt dafür, dass reparierte Leiterbahnen dauerhaft geschützt sind und dass Glas und Display sauber miteinander verbunden bleiben. Richtig eingesetzt, ist eine solche Reparatur genauso haltbar wie der Originalzustand.
Bei der Wahl einer Werkstatt kannst du ruhig nachfragen, wie reparierte Stellen auf der Platine geschützt werden. Eine fachgerechte Versiegelung mit Lötstopplack ist ein Zeichen für sorgfältige Arbeit.
Häufige Fragen
Wie lange braucht UV-Kleber zum Aushärten?
Unter einer guten UV-Lampe wenige Sekunden.
Kann man UV-Kleber wieder entfernen?
Mechanisch ja, mit etwas Aufwand.
Ist UV-Kleber leitfähig?
Nein, er isoliert.
Wird jedes Display mit UV-Kleber geklebt?
Nein, nur in bestimmten Fällen.
Brauche ich eine spezielle UV-Lampe?
Ja, eine Lampe mit passender Wellenlänge härtet den Kleber zuverlässig aus.