Aluminium ist das häufigste Material für Gehäuserahmen von Smartphones, Tablets und Laptops. Es ist leicht, lässt sich präzise fräsen und in vielen Farben eloxieren. Der Mittelrahmen vieler Handys wird aus einem einzigen Aluminiumblock herausgefräst. Bei MacBooks spricht man vom Unibody-Gehäuse, das ebenfalls aus einem Stück Aluminium entsteht.
Aluminium, Edelstahl und Titan
| Material | Gewicht | Kratzfestigkeit | Typisch bei |
|---|---|---|---|
| Aluminium | Leicht | Mittel | Standardmodellen, MacBooks |
| Edelstahl | Schwer | Höher, aber Glanz zeigt Kratzer | Ältere iPhone-Pro-Modelle |
| Titan | Leicht | Hoch | Neuere Pro-Modelle |
Jedes Material hat seine Eigenheiten. Edelstahl ist sehr robust, macht das Gerät aber schwerer, und polierte Oberflächen zeigen Fingerabdrücke und feine Kratzer deutlich. Titan ist leicht und fest, aber teurer in der Verarbeitung. Aluminium ist der Kompromiss: günstig, leicht und für den Alltag ausreichend stabil.
Dellen, Kratzer und abgeplatzte Farbe
Dellen
Aluminium ist relativ weich und gibt bei Stürzen nach.
Abgeplatzte Farbe
An Kanten kann die eloxierte Schicht abplatzen, darunter wird blankes Metall sichtbar.
Kratzer
Im Alltag durch Schlüssel oder Sand.
Wärme
Der Rahmen wird beim Laden oder Spielen warm, weil er Wärme ableitet.
Dass Aluminium bei einem Sturz nachgibt, hat auch einen Vorteil: Ein Teil der Energie wird vom Rahmen aufgenommen, statt komplett ans Glas weitergegeben zu werden. Trotzdem verzieht sich der Rahmen bei harten Stürzen manchmal. Dann passt ein neues Display oder Rückglas nicht mehr sauber.
Was bei Schäden möglich ist
Kleine Kratzer und abgeplatzte Farbe sind rein optisch und beeinträchtigen die Funktion nicht. Eloxierte Oberflächen lassen sich nicht einfach nachlackieren, ohne dass man es sieht. Bei verbogenen Rahmen ist der Tausch des Gehäuses die sauberste Lösung. Bei Laptops sind oft einzelne Gehäuseteile wie das Topcase oder der Bodendeckel als Ersatzteil erhältlich.
Hülle hilft
Eine Hülle mit erhöhtem Rand schützt vor allem die Ecken, an denen Aluminium am häufigsten eingedrückt wird.
Wie ein Aluminiumrahmen entsteht
Der Rahmen eines modernen Smartphones beginnt meist als massiver Block aus Aluminium. Computergesteuerte Fräsmaschinen tragen in vielen Arbeitsschritten Material ab, bis nur der fertige Rahmen mit allen Aussparungen, Gewinden und Halterungen übrig bleibt. Dieses Verfahren ist aufwendig, liefert aber sehr genaue und stabile Teile.
Danach wird die Oberfläche bearbeitet. Sie wird gestrahlt oder poliert und anschließend eloxiert. Beim Eloxieren entsteht in einem elektrochemischen Bad eine harte Oxidschicht, die Farbe aufnehmen kann. Sie schützt das Metall und gibt dem Gerät seine Farbe.
- Fräsen Aus einem Block entsteht die Grundform mit allen Details.
- Oberfläche Strahlen für matte, Polieren für glänzende Optik.
- Eloxieren Eine harte, farbige Schutzschicht entsteht.
- Kontrolle Maße und Oberfläche werden genau geprüft.
Das Fräsen aus einem Block macht den Rahmen besonders verwindungssteif. Gegossene Rahmen, wie sie in günstigeren Geräten vorkommen, sind leichter herzustellen, aber oft etwas weniger stabil.
Nicht jedes Aluminium ist gleich
Reines Aluminium ist recht weich. Für Gehäuse werden deshalb Legierungen verwendet, also Mischungen mit anderen Metallen wie Magnesium, Silizium oder Zink. Sie machen das Material deutlich fester. Hersteller werben manchmal mit Legierungen aus der Luftfahrt, die besonders stabil sind.
Samsung nennt sein Material zum Beispiel Armor Aluminum. Apple nutzt für viele Geräte eigene Legierungen, die auch recyceltes Aluminium enthalten. Für dich als Nutzer bedeutet das: Neuere Geräte sind oft etwas widerstandsfähiger gegen Verbiegen als ältere, auch wenn das Material auf den ersten Blick gleich aussieht.
Leicht
Aluminium wiegt deutlich weniger als Stahl.
Fest
Legierungen machen es stabil genug für den Alltag.
Recycelbar
Aluminium lässt sich gut wiederverwerten.
Aluminium und Antennen
Metall schirmt Funkwellen ab. Ein Gehäuse komplett aus Aluminium würde den Empfang stark behindern. Deshalb ist der Rahmen vieler Smartphones in mehrere Abschnitte geteilt. Die schmalen Kunststoffstreifen dazwischen, die Antennenbänder, trennen die Abschnitte elektrisch voneinander.
Die Metallteile des Rahmens dienen dabei selbst als Antennen. Deshalb ist es wichtig, dass ein Rahmen nach einem Sturz nicht verbogen ist und die Verbindungen zu den Antennen intakt bleiben. Ein beschädigter Rahmen kann zu schlechterem Empfang führen, obwohl das Smartphone sonst normal funktioniert.
Wird ein Rahmen nach einem Sturz an einem Antennenabschnitt eingedrückt, kann das den Empfang verschlechtern. Typisch ist dann, dass das Smartphone in bestimmten Haltungen weniger Balken anzeigt als vorher.
Rahmen pflegen und schützen
Aluminium ist pflegeleicht. Ein weiches, leicht feuchtes Tuch reicht für die Reinigung. Scharfe Reiniger oder Scheuermittel können die eloxierte Schicht angreifen und matte Stellen hinterlassen. Auch Desinfektionsmittel solltest du nur sparsam verwenden.
- Sanft reinigen Weiches Tuch, etwas Wasser, keine Scheuermittel.
- Hülle nutzen Eine Hülle schützt vor Dellen an Ecken und Kanten.
- Sand meiden Sand in der Hosentasche zerkratzt Rahmen und Glas.
- Schlüssel trennen Schlüssel und Münzen nicht mit dem Handy in dieselbe Tasche stecken.
Wer Wert auf eine makellose Optik legt, ist mit einer dünnen, transparenten Hülle gut beraten. Sie schützt vor Kratzern, ohne die Farbe des Rahmens zu verstecken. Für mehr Sturzschutz eignen sich Hüllen mit verstärkten Ecken.
Der Rahmen als Kühlkörper
Aluminium leitet Wärme sehr gut. Hersteller nutzen das, um die Wärme von Prozessor und Akku abzuführen. Über Graphitfolien und Wärmeleitmaterialien gelangt die Wärme zum Rahmen und wird von dort an die Umgebung abgegeben. Deshalb fühlt sich der Rahmen beim Spielen oder Laden oft warm an.
Das ist normal und sogar erwünscht. Ein Smartphone mit Rahmen aus Kunststoff würde die Wärme schlechter loswerden und schneller drosseln. Bei Laptops mit Aluminiumgehäuse übernimmt das ganze Gehäuse einen Teil der Kühlung, vor allem bei Geräten ohne Lüfter.
| Material | Wärmeleitung | Folge |
|---|---|---|
| Aluminium | Sehr gut | Wärme wird gut verteilt und abgegeben |
| Edelstahl | Deutlich schlechter | Wärme bleibt eher im Gerät |
| Titan | Ebenfalls schlechter | Hersteller kombinieren oft mit Aluminium im Inneren |
Bei Edelstahl und Titan ist das Richten noch schwieriger, weil die Materialien härter sind. Hier ist ein Gehäusetausch fast immer die bessere Wahl.
Aluminium bei Laptops
Bei Laptops ist Aluminium vor allem in hochwertigen Geräten verbreitet. Apple fertigt die Gehäuse der MacBooks im sogenannten Unibody-Verfahren, bei dem große Teile des Gehäuses aus einem Stück gefräst werden. Das macht das Gerät sehr steif und robust.
Typische Schäden bei Aluminium-Laptops sind Dellen an den Ecken nach einem Sturz oder ein verbogener Deckel. Eine Delle an der Ecke des Displaydeckels kann auf das Display drücken und dort Schäden verursachen. Ein verbogenes Unterteil kann dazu führen, dass der Laptop wackelt oder der Deckel nicht mehr bündig schließt.
Steif
Das Gehäuse schützt die Bauteile gut.
Dellen
Ecken sind bei Stürzen am stärksten gefährdet.
Ersatzteile
Topcase und Bodendeckel lassen sich oft einzeln tauschen.
Wenn der Rahmen verbogen ist
Ein verbogener Rahmen ist mehr als ein Schönheitsfehler. Liegt das Smartphone nicht mehr plan auf dem Tisch oder hebt sich das Display an einer Ecke, kann der Rahmen verzogen sein. Ein neues Display oder Rückglas sitzt dann nicht richtig, und die Abdichtung leidet.
Kleine Verformungen lassen sich manchmal vorsichtig richten. Bei stärkeren Schäden ist der Tausch des Rahmens die bessere Lösung. Bei vielen Smartphones bedeutet das, alle Bauteile in einen neuen Rahmen umzusetzen. Das ist aufwendig, ergibt aber wieder ein Gerät, das sich wie neu anfühlt.
- Plan liegen Leg das Gerät auf eine glatte Fläche und prüfe, ob es wackelt.
- Spalten prüfen Achte auf ungleichmäßige Spalten zwischen Rahmen und Glas.
- Reparatur planen Bei Verformung zuerst den Rahmen beurteilen lassen, dann Glas tauschen.
Zusammengefasst ist Aluminium ein leichtes, stabiles und gut wärmeleitendes Material, das in fast jedem Smartphone und vielen Laptops steckt. Dellen und Kratzer sind meist nur optisch. Ist der Rahmen verbogen, prüfen wir, ob Richten oder ein neues Gehäuse die bessere Lösung ist.
Gerade wenn ein Display oder Rückglas getauscht werden soll, lohnt sich vorher ein Blick auf den Rahmen. So hält die Reparatur und das Gerät bleibt dicht.
Häufige Fragen
Ist Aluminium besser als Edelstahl?
Leichter ja, aber weniger hart. Beides hat Vor- und Nachteile.
Kann man Dellen im Aluminium entfernen?
Leichte Dellen manchmal, perfekt wird es selten.
Rostet ein Aluminiumrahmen?
Nein, aber er kann korrodieren, etwa durch Salzwasser.
Warum wird mein Handy am Rahmen warm?
Aluminium leitet die Wärme der Elektronik nach außen. Das ist normal.
Kann man die Farbe eines Aluminiumrahmens ändern?
Nur durch Tausch des Gehäuses, eloxierte Farben lassen sich nicht sauber überlackieren.