Mit dem iPhone 6s hat Apple 2015 ein Display eingeführt, das nicht nur Berührungen, sondern auch den Druck misst. Fester Druck auf ein App-Symbol öffnete Schnellaktionen, auf einen Link eine Vorschau. Dafür steckte im Display eine zusätzliche Sensorschicht. Ab dem iPhone 11 hat Apple 3D Touch durch Haptic Touch ersetzt, das ohne Drucksensor auskommt.
Welche iPhones 3D Touch haben
| Modell | 3D Touch |
|---|---|
| iPhone 6s, 6s Plus | Ja |
| iPhone 7, 7 Plus, 8, 8 Plus | Ja |
| iPhone X, XS, XS Max | Ja |
| iPhone XR | Nein, Haptic Touch |
| iPhone SE (2. und 3. Gen.) | Nein, Haptic Touch |
| iPhone 11 und neuer | Nein, Haptic Touch |
Wie 3D Touch funktioniert
Unter dem Deckglas lag ein Raster aus Sensoren, die winzige Abstandsänderungen messen. Drückst du fester, biegt sich das Glas um Bruchteile eines Millimeters. Die Sensoren erkennen die Verformung und errechnen daraus die Druckstärke. Die Taptic Engine gibt dazu ein spürbares Klicken. Haptic Touch dagegen reagiert auf langes Drücken statt auf Druckstärke. Für Nutzer fühlt es sich ähnlich an, ist aber technisch einfacher.
3D Touch nach einem Displaytausch
Viele günstige Ersatzdisplays für die betroffenen iPhones haben keine funktionierende 3D-Touch-Schicht. Nach dem Tausch fehlt die Funktion dann oder reagiert ungleichmäßig. Ein Originaldisplay oder ein hochwertiges OEM-Teil unterstützt 3D Touch normal. Prüfen kannst du es unter Einstellungen › Bedienungshilfen › Tippen › 3D & Haptic Touch. Dort lässt sich die Empfindlichkeit einstellen und testen.
Wenn 3D Touch spinnt
Reagiert 3D Touch zu leicht oder zu schwer, hilft oft eine Anpassung der Empfindlichkeit. Löst es ständig von selbst aus, kann das Display verzogen sein, etwa durch einen aufgeblähten Akku.
Spielt 3D Touch heute noch eine Rolle?
Für Besitzer älterer iPhones ja, vor allem beim iPhone 8 und X, die noch verbreitet sind. Fehlt 3D Touch nach einer Reparatur, merkst du das vor allem bei Schnellaktionen und beim Bewegen des Cursors durch festes Drücken auf die Tastatur. Mit langem Drücken stehen die meisten Funktionen aber auch ohne 3D Touch zur Verfügung.
Was du mit 3D Touch machen konntest
3D Touch brachte eine neue Ebene in die Bedienung. Neben Tippen und Wischen gab es plötzlich den festen Druck. Apple nutzte das für eine ganze Reihe von Funktionen.
Schnellaktionen
Fester Druck auf ein App-Symbol öffnete ein Menü mit häufig genutzten Aktionen.
Peek und Pop
Leichter Druck zeigte eine Vorschau, fester Druck öffnete den Inhalt.
Cursor-Steuerung
Fester Druck auf die Tastatur machte sie zum Trackpad.
Live Photos
Fester Druck auf dem Sperrbildschirm spielte bewegte Hintergründe ab.
Peek und Pop war besonders praktisch in Mail und Nachrichten. Du konntest eine Nachricht kurz ansehen, ohne sie zu öffnen. Ließt du los, warst du sofort wieder in der Liste. Drücktest du fester, öffnete sich die Nachricht vollständig.
Auch Entwickler konnten 3D Touch in ihre Apps einbauen. Zeichen-Apps nutzten die Druckstärke für dickere oder dünnere Linien, manche Spiele für unterschiedlich starke Aktionen. Weil aber nicht alle iPhones die Funktion hatten, blieb die Unterstützung in Apps eher überschaubar.
Warum Apple 3D Touch aufgegeben hat
Apple hat nie im Detail erklärt, warum 3D Touch verschwunden ist. Mehrere Gründe liegen aber nahe. Viele Menschen wussten gar nicht, dass es die Funktion gibt. Weil man einem Display nicht ansieht, dass es auf Druck reagiert, blieben viele Möglichkeiten unentdeckt.
Hinzu kommen technische Gründe. Die zusätzliche Sensorschicht kostet Platz, Gewicht und Geld. Ohne sie bleibt mehr Raum für andere Bauteile, etwa einen größeren Akku. Mit Haptic Touch ließ sich das meiste ohnehin nachbilden, weil ein langes Drücken mit spürbarem Klick sich ähnlich anfühlt.
| Merkmal | 3D Touch | Haptic Touch |
|---|---|---|
| Erkennt | Druckstärke | Dauer der Berührung |
| Zusätzliche Hardware | Drucksensoren im Display | Keine |
| Mehrere Druckstufen | Ja | Nein |
| Geschwindigkeit | Sofort bei festem Druck | Kurze Wartezeit |
Ganz ohne Nachteil war der Wechsel nicht. Haptic Touch braucht einen kurzen Moment, bis es auslöst, und kennt keine Abstufung zwischen leichtem und festem Druck. Wer 3D Touch gern genutzt hat, merkt den Unterschied.
Für Besitzer eines iPhone 8 oder iPhone X lohnt es sich deshalb, 3D Touch bewusst zu nutzen. Gerade die Cursor-Steuerung über die Tastatur ist schneller als jede Alternative, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat.
Die Technik in der Displayschicht
Die Drucksensoren saßen bei den betroffenen iPhones in der Displayeinheit. Sie messen die Kapazität zwischen zwei Schichten. Drückst du auf das Glas, verringert sich der Abstand zwischen ihnen minimal, und die Kapazität ändert sich. Aus diesem Wert errechnet das iPhone die Stärke des Drucks.
Damit das zuverlässig klappt, misst das System auch die Temperatur und gleicht Schwankungen aus. Denn Glas und Kunststoff dehnen sich bei Wärme leicht aus, was sonst als Druck missverstanden werden könnte. Die Messung ist so fein, dass das iPhone unterscheiden kann, ob du leicht tippst oder fest drückst.
Diese Sensorik ist Teil des Displays. Wird das Display getauscht, wandert sie also mit. Ein Ersatzdisplay muss deshalb eine eigene, funktionierende Drucksensorschicht mitbringen, damit 3D Touch weiter funktioniert.
Druckempfindliche Bedienung bei anderen Geräten
3D Touch war nicht Apples einzige druckempfindliche Technik. Das Trackpad vieler MacBooks erkennt ebenfalls Druck. Apple nennt das Force Touch. Dort ist die Technik bis heute im Einsatz, weil das Trackpad ohne mechanischen Klick auskommt und der Klick von der Taptic Engine erzeugt wird.
Auch die Apple Watch hatte eine Zeit lang eine druckempfindliche Bedienung. Mit watchOS 7 hat Apple sie dort ebenfalls entfernt. Bei Android-Smartphones gab es einzelne Modelle mit Druckerkennung, durchgesetzt hat sich die Technik dort aber nicht.
Interessant ist, dass das Gefühl eines festen Drucks auch beim MacBook-Trackpad täuscht. Das Glas bewegt sich kaum, der Klick entsteht durch einen kurzen Impuls. Genau dieses Prinzip hat Apple später mit Haptic Touch auf das iPhone übertragen.
Typische Probleme mit 3D Touch
Bei älteren iPhones mit 3D Touch treten mit der Zeit manchmal Probleme auf. Nicht jedes davon hat mit der Drucksensorik selbst zu tun.
| Problem | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Reagiert gar nicht | Funktion deaktiviert oder Ersatzdisplay ohne 3D Touch |
| Löst zu leicht aus | Empfindlichkeit zu hoch eingestellt |
| Löst von selbst aus | Druck von innen, etwa durch aufgeblähten Akku |
| Reagiert nur an manchen Stellen | Sensorschicht beschädigt oder Display verzogen |
Ein aufgeblähter Akku ist dabei der gefährlichste Grund. Er drückt von innen gegen das Display, sodass 3D Touch ständig Druck erkennt. Wenn du das bemerkst, solltest du das iPhone nicht weiter laden und den Akku prüfen lassen.
So erreichst du die Funktionen ohne 3D Touch
Fehlt 3D Touch, sei es auf einem neueren iPhone oder nach einem Displaytausch mit einem Teil ohne Drucksensor, sind die meisten Funktionen trotzdem erreichbar. Sie liegen nur hinter einer anderen Geste.
- Schnellaktionen Lang auf das App-Symbol drücken, bis das Menü erscheint.
- Vorschau Lang auf Links, Fotos oder Nachrichten drücken.
- Cursor bewegen Lang auf die Leertaste drücken, dann wird die Tastatur zum Trackpad.
- Taschenlampe und Kamera Auf dem Sperrbildschirm lang auf das Symbol drücken.
Die Reaktionszeit für langes Drücken lässt sich in den Bedienungshilfen einstellen. Wer Haptic Touch zu langsam findet, kann dort eine schnellere Einstellung wählen. Damit kommt das Gefühl dem alten 3D Touch etwas näher.
3D Touch und die Kalibrierung
Die Drucksensoren müssen genau abgestimmt sein, damit jede Stelle des Displays gleich reagiert. Bei Originaldisplays übernimmt das der Hersteller in der Fertigung. Bei Ersatzdisplays hängt die Qualität stark vom Hersteller des Teils ab.
Nach einer Reparatur solltest du 3D Touch deshalb an verschiedenen Stellen testen. Drück auf App-Symbole oben, in der Mitte und unten. Reagieren alle gleich, ist alles in Ordnung. Musst du an manchen Stellen deutlich fester drücken, ist die Sensorschicht ungleichmäßig.
Zusammengefasst war 3D Touch eine clevere Technik, die von vielen nie entdeckt wurde. Auf älteren iPhones ist sie bis heute nützlich. Achte bei einem Displaytausch darauf, dass das Ersatzteil 3D Touch unterstützt. Wir verwenden dafür Originalteile oder hochwertige Premium-Ersatzteile.
Bei uns testen wir 3D Touch nach jedem Displaytausch an den betroffenen Modellen. So merkst du nicht erst zu Hause, dass eine Funktion fehlt. Wenn du bei deinem älteren iPhone Wert auf 3D Touch legst, sag uns das am besten gleich bei der Anfrage.
Fehlt 3D Touch seit einer früheren Reparatur, lässt sich das oft durch ein passendes Display beheben.
Häufige Fragen
Hat mein iPhone 3D Touch?
iPhone 6s bis XS haben es, außer dem XR.
Warum funktioniert 3D Touch nach der Reparatur nicht?
Wahrscheinlich hat das Ersatzdisplay keine 3D-Touch-Schicht.
Ist Haptic Touch schlechter?
Es ist etwas langsamer, im Alltag aber kaum ein Unterschied.
Kann man 3D Touch nachrüsten?
Nur mit einem Display, das die Schicht enthält.